Islamic Vinegar of Melacca und andere Versprecher unterbelichteter Verbrecher

dscn2686-2 Im Garten der „Roten Tomate“ in Cenang erfanden die Perlen des Prosecco in meinem Kopf den Islamic Vinegar. Leicht vernebelt dachte ich beschwingt an längst zurückliegende Reisen in Malaysia.
Trinkwasser, einst automatisch Teil jeder Mahlzeit in Asien, gibt es meist nur noch auf Verlangen gegen Verrechnung.
Hausschlarpen, eine sanfte, bequeme Fussbekleidung und Bademäntel suchen Gäste in den Schränken vergeblich. Sogar Kleiderbügel verschwanden teilweise. Sie werden neu im Reich der Mitte massenhaft missbraucht, um Peking-Enten aufzuhängen.
Einst enthielten Snacks neben aromatischen Gewürzen, das für Weisse notwendige Salz. Heute enthalten die bunten Beutel mindestens vier Prozent Zucker. Salz ist nur noch im Milligramm Bereich vorhanden.
Malaysia führte eine neue Gästebesteuerung, die Salinan Pelanggan, eine Kurtaxe ein. Sie wird pro Nacht erhoben und ist von der Qualität der Betriebe abhängig. Die Luft ist in fünf Sterne Häusern teurer, als für preisgünstige Betten in mit reichlich exotischem Ungeziefer garnierten Unterkünften.

Landesübliche Preiskontrollen führen zu fragwürdigen Resultaten. Neulich erhielt ich ein praktisch fleischloses Club-Sandwich. Die einsame Gewürz-Gurke, eine genaue Beschreibung des belegte Brotes finden fachkundige Esser im Speisenverzeichnis des Lokals, war abwesend – eventuell mit unverheirateter Gefährtin im Urlaub.

Eine Meisterleistung Orwellscher Überwachungkunst ist die Bespitzelung des Alkohol- und Tabak-Verbrauches der Bewohner und ausländischer Gäste auf den Inseln Langkawi, Labuan und Tioman. Der Genuss alkoholischer Getränke ist für Mohammedaner verboten. Trotzdem werden Bier, Schnaps und Wein an die Gläubigen abgegeben.
Die eigentlich engmaschigen Vorschriften sind wenig durchdacht. Im Monat dürfen Kunden fünf Flaschen erwerben. Der Alkoholgehalt, ob 13.5 oder 40 Prozent ist Nebensache. Es weiss offenbar ebenfalls niemand, dass es Flaschen mit 75 Zentiliter, einem Liter, oder Magnumflaschen mit 1,5 Litern Inhalt gibt. Beim Bier ist der Erwerb auf 72 Dosen beschränkt. In den Hotels wird der Konsum von Bier, Schnaps und Wein noch nicht mit Einträgen in den Gästedateien bewirtschaftet.

Die verwaltungstechnischen Massnahmen wirken sich nicht unbedingt verkaufsfördernd aus. Einige Geschäfte haben bereits existenzielle Probleme.
Im benachbarten Satun führten die neuen Vorschriften Malaysias zu empfindlichen Einkommensverlusten der Grenzbeamten. Der Fluss schwarz importierter Ware verringerte sich augenblicklich. Die einst beliebten Zusatzeinkommen der Beamten wurde vom Wind der Andamanensee verweht. Die Schaffung neuer Vertriebskanäle benötigt Zeit.
Gesundheitsminister Minister Datuk Seri Dr. S. Subramaniam erhöhte die gesetzliche Alterslimite für Erwerb und Konsum gesundheitsgefährdender Stoffe von 18 auf 21 Jahre. Ab 1.Januar 2017 müssen Spirituosen Warnhinweise wie Zigaretten enthalten. Die Flaschengrösse wird auf 0.7 Liter standardisiert. Dagegen wird mit Formol behandeltes Gemüse, Fisch und Fleisch selten oder nie kontrolliert.

Die wichtigsten Angestellten im Museum für Paläontologie wären die Klofrauen

Ob die UNESCO den angestrebten Titel „Globaler Geopark Satun“ an Thailand vergibt, spielt eigentlich keine Rolle. Die Naturschönheiten sind, wenn auch teilweise mit Abfällen angereichert, vorhanden. Die interessanten Stellen, ebenso die Inseln sind für das breite Publikum bereits erschlossen. Wozu der Herr Direktor des Globalen Geoparks Satun zusätzlich eine Milliarde Baht verschleudern will, weiss ich nicht.
Den Wunsch nach einem eigenen Museum verstehe ich, sogar unter Berücksichtigung der eher wenig spektakulären Fundstücke. Im Gansu Provincial Museum Lanzhou Shi, Gansu Sheng, China, steht beispielsweise ein komplettes Skelett eines Stegodons!

Der Bau eines Museums könnte teuer werden. So ein Haus benötigt gewisse Verwaltungsstrukturen. An der Spitze steht ein Direktor. Er ist Untergebener des Chefs des Geoparks, möglicherweise im Rang eines Vizedirektors. Der Direktor des Museums benötigt mindestens eine Assistentin. Beide Führungskräfte beschäftigen standesgemäss Sekretärinnen. Das Museum funktioniert nicht ohne uniformiertes Aufsichtspersonal, denn Gäste bringen gerne gratis Souvenirs nach Hause.
Wenn der Eintritt nicht frei ist, müssten Kassiererinnen angestellt werden. Bei einer Gesamtfläche von 25 Rai, braucht es Gärtner, die mit Maschinen umgehen können. Hochsensible Geräte wie Grasschneider, Kettensägen und kleinere Bulldozer benötigen zwecks Wartung geschulte Mechaniker, welche Muttern mit teuren Schiebelehren befestigen.

Assistentinnen sind wichtig für die interne Kommunikation. Eines Morgens könnte der Direktor die Damen in massgeschneiderten Uniformen mit dem Sticker in Gold „Global Geopark Satun“ zum Wachmann am Eingang delegieren, mit der wichtigen Botschaft: „Der diensttuende Wachmann möge seine Dienstmütze mit dem Sticker in Gold „Global Geopark Satun“ nach Vorschrift aufsetzen. In einer Stunde könnten Gäste der Verwaltung aus Satun eintreffen!“
Sollte sich Pöbel, unvorhergesehene Besucher in das Museum für Paläontologie und Geobiologie verirren, braucht es Klofrauen. Die schwierigen geologischen Zeitskalen – oder die noch unverständlicheren Namen der Fossilien, könnten schwer auf die Mägen ungebildeter Gäste schlagen.

Ich kenne mehrere hinterindische Museen. Der erste Schock traf mich in den siebziger Jahren in George Town, Penang, als ich zusehen durfte, wie Legionen emsiger Ameisen von Sir Stamford Rafffles persönlich erarbeitete Land-Karten auffrassen.
Ein weiterer wissenschaftlicher Höhepunkt war unser Besuch des berühmten Vogelparks in Labuan.
Seit Wochen mieden Besucher die Anlage. Das freundliche Personal hiess uns als erste Gäste seit langem willkommen.

Wir besuchten Langu, als La Ngu bekannt und dessen Umgebung. Der Strand in der Nähe der Ban Pack Bang Schule ist ausserordentlich schön. Die Aussicht auf zwei Inseln, die eine heisst Ko Li Di Lek, war atemberaubend. Leider ist die Küste mehr oder weniger Privateigentum mit (illegalen) Strassensperren. Wir bereisten die Küstenstrasse Richtung Pak Bara und bewunderten den Ausblick auf den Mu Ko Petra Nationalpark. petra-park-2 Mehrere kurze Aufenthalte zwecks Erkundung in zahlreichen Resorts waren vergeblich. Kleinstbungalows von zehn bis zwölf Quadratmetern boten wenig Komfort. Unsere Absicht, einige Nächte im Gebiet zu verbringen, gaben wir aus diesem Grund auf.
Neben zahlreichen Imbissbuden am Strand entlang, erreichten wir Pak Bara. Hier möchte der Oberbefehlshaber eine grosse Hafenanlage errichten. Schäden an Korallen und Inseln, würden kommerzielle Handelsflotten, anders als Horden unzivilisierter Touristen, kaum anrichten.

Auch in Pak Bara suchten wir vergeblich nach drei Sterne Unterkünften. In der Nähe liegt das Dorf Ban Bo Chet Luk, mit den berühmten sieben Brunnen. Für echte archäologische Objekte sehen mir die Dinger zu neu aus. Wurde da leicht nachgeholfen, oder gar geschummelt?

Pfefferkorn rettet Rallen

Unser kleiner Garten-Dschungel bietet Wohnraum für viele Tiere. Die seltensten Bewohner waren die roten Panda. Nachbar Kleptomanewitsch frass sie. (1) Zahlreiche Vögel brüten. Sie haben es schwer mit der Aufzucht des Nachwuchses. Es gibt halbwilde Katzen im Dorf. Mäuerchen von hundertsechzig Zentimetern überqueren sie leicht. Schlangen winden sich im Geäst der Bäume. Eine Art Eichhörnchen, eine ganze Sippe, springen von Baum zu Baum oder rasen die Stämme hoch, klauen sich frech ein Frühstücksei oder zwei aus einem Nest.
Eisvögel holten sich Fischlein aus dem Teich. Fisch-Reiher fingen Zwerg-Welse von zwanzig Zentimetern Länge. Eine Taube erstickte an einem kürzeren Fisch. Ein dichter Pflanzenteppich schützt nun die Fische vor den grossen Fliegern. Die Eisvögel richten kaum Schäden an. Blütenpracht Gartendschungel
Vor einigen Wochen beobachtete ich zwei neue, seltene mittelgrosse Gäste mit weisser Brust und dunkeln Federkleidern im Garten. Vom stolzen Gang her erinnerten sie mich an die Kraniche auf Labuan. (2) Es sind Rallen, Rallidae, eine Familie der Kranichvögel, Gruiformes. Je nach wissenschaftlicher Auffassung gibt es zwischen 131 und 165 Arten. Rallen werden in drei Unterfamilien geteilt: Die „echten“ Rallen, Rallinae, die Teich- und Sumpfhühner, Gallinulinae und die Blässhühner, Fulicinae.
‘Unsere‘ Vögel sind sehr scheu. Trotzdem beobachtete ich, wie sie Material zum Nisten in den Garten brachten. Das Nest selbst sah ich nie.
Eines Mittags dachte ich, Dicks Mutter schneide Gemüse in einem Höllen-Tempo auf einem Holzbrett. Ich wusste, es war unmöglich für die Alte und schaute prüfend zum Fenster hinaus. Auf der Mauer sass eine Ralle und warnte mit dem durchdringenden Hackgeräusch. Der zweite Vogel hüpfte mutig vor einer Katze und lockte sie, die Gefahr missachtend, offenbar vom Nest weg. Diese Rallen brüten am Boden. Der Vogel hopste gemächlich zum Teich. Die hinterhältige Katze oder der ungestiefelte Kater verfolgte ihn geschmeidig. Die Ralle bewegte sich dann vorsichtig Schritt für Schritt unerreichbar über die Schwimmpflanzen. Die Katze zuckte am Ufer nervös mit dem Schwanz und riss vergeblich den Schlund weit auf. Alleine, ohne Hilfe, getraute ich mich nicht in den Garten, um den unerwünschten Eindringling zu vertreiben. Dick war irgendwo unterwegs.

Pfefferkörner haben ungefähr viereinhalb Millimeter Durchmesser. Ich besuchte die Küche. Dort schluckte ich einen wohldosierten Schnaps gegen die Schmerzen und das Zittern in den Händen. Weiter benötigte ich einige getrocknete Pfefferkörner aus biologischem Anbau und die Luftpistole „Made in Germany“. Schwer bewaffnet schlich ich ins Schlafzimmer. Die Mieze lungerte immer noch am Teich und lugte nur auf den langbeinigen Vogel. Lautlos öffnete ich das Mückengitter.
Ein Knall, ein Pfefferkorn grub sich in das Fell der Katze. Wie von Kugeln getroffene Darsteller in Western-Filmen, sprang sie in die Luft und verschwand danach blitzschnell.
Die Vögel dankten. Vor einigen Tagen sah ich Familie Ralle im hohen Gras in Begleitung von drei pechschwarzen, flauschigen Federknäueln, den Küken.

Leider gibt es noch keine Bilder der Vögel. Nur als vielarmiger indischer Gott hätte ich gleichzeitig schiessen und fotografieren können.

(1) https://hinterindien.com/2013/10/21/skandal-kleptomanewitsch-frisst-feuerfuchs/
(2) https://hinterindien.com/2013/05/16/schillerndes-labuan/

20. Sep. 19 00: Die Jungvögel leben noch.

Frühlingsfest 2014

Seit Labuan erleben wir Vorbereitungen zum Neujahrsfest am 31.Januar. Die Chinesen feiern das Jahr des Pferdes.horse Raffles City in Singapur ist dekoriert.Raffles City Chinesische Schreibkünstler sind an der Arbeit. Cinesische Kalligrafie Orangenbäume verheissen Glück und Wohlstand Orangenbaum1 Kitsch wartet auf Kunden Edelglas1 Eine einsame Stimme aus Hemdenland verkündet ungehört den Frühling. In Europa erledigen das Vögel wie Kuckuck und Nachtigall, Luscinia megarhynchos.Frühlingsstimme
Gong Xi Fa Cai
(t) http://de.wikipedia.org/wiki/Chinesische_Kalligrafie

Mehr von Wilderern und vom Meer

Wer schützt die Meere? Es gibt zwei Arten von Verbrechern. Die Plünderer und die Verschmutzer. Bereits als Kind leistete ich meinen Beitrag gegen den Walfang. Ich hasste Lebertran, erst in Löffeln verabreicht, später in Kapseln. Der Geschmack nach totem, verwesendem Fisch dominierte in beiden Fällen.
Die einzigen tolerierbaren Lebern für mich, sind Kalbslebern in Butter gedünstet, oder Gänseleberpasteten im Elsass.
Irgendwie musste die Industrie Tran an Dumme verkaufen. Wenn ihn heute niemand mehr schluckt, wirkt er bestimmt als Potenz- oder Schönheitsmittel. Dann folgt der unvermeidliche Augenblick, wo wildernde Potenz erregende Schönheit bekleistert.

Wir beobachteten industrielle Nutzer, beziehungsweise deren hart arbeitenden Angestellten, bei der Ausbeutung der Ressourcen des Planeten. Ohne uns kleine Abnehmer, seien es Lebertrankapseln, Streichholzschachteln, Treibstoffe, Kommunikationsgeräte für Dummies oder Seife, würden die Grossen nicht produzieren.Schild und Speer

Eine eindrucksvolle Demonstration des Schädlings Mensch, erlebten wir in einem grösseren Hotel in Kota Kinabalu. Etwa fünfhundert Pauschal-Touristen aus dem Reich der Mitte, genossen für einige Tage tropisches Borneo. Es gab Dinge, die man zu Hause nicht hat: beispielsweise Frühstücksbüffet.
Viele Gäste schöpften so viel Reis auf ihre Teller, gekocht oder gebraten, dass sie das gehortete Futter nicht verspeisen konnten. Einige Gäste bezogen, unter Anwendung von geballten Hintern und kickfähigen Ellenbogen, vier frische, weiss und gelb glänzende, nicht mit Tran, sondern mit Palmöl geschmierte Spiegeleier. Nach einem einzigen Ei war der Tages-Bedarf gedeckt.
Der Nachschub an frischen Frühlingsrollen rollte in gemächlichen Wellen zu fünfzehn Stück an. Blitzschnelles Zuschlagen verbunden mit Gefechten gegen allzu gierige Nachbarn sicherten Nahrungssuchenden dreiunddreissig Prozent der Delikatessen. Nach erfolgtem Sieg landeten achtzig Prozent der Beute im Mistkübel.
Die Zapfstellen für Säfte aller Art erlaubten, stehend – gegen einen Liter verschiedene Flüssigkeiten zu gurgeln, während Eigelb gemächlich malerisch über das Kinn auf das grüne Borneo Orang Utan T-Shirt tropfte.
Eine knapp übergewichtige, schlitzäugige Dorfprinzessin im bunt-beengenden Elastan Kleidchen versuchte, auf neu erworbenen High Heels wie eine Seiltänzerin, annähernd drei Kilogramm grüne, gelbe und rote Wassermelonen zu ihrem Tisch zu balancieren. (1)

Wir verliessen, bevor uns Lachanfälle umbrachten, die menschlichen Komödien der Großstadt und zogen uns auf das eher beschaulich ruhige Labuan zurück. Die kleine Insel ist von sehr viel Wasser umgeben. Trotz hundertfacher Gelegenheit wilderte ich nicht. Ich trank keinen Schluck davon. Für acht Euro erstand ich einen Liter Gordon‘s London Dry Gin und opferte dann meine bescheidenen Ausscheidungen ergebenst Don Posei, dem Gott der Meere.

Auf Borneo gibt es Höhlen in Karsthügeln. Dort nisten Schwalben. Einige drahtige Männlein mit überdimensionierten Rucksäcken und Lendentaschen ausgerüstet, klettern in diese Gebilde und stehlen den Schwalben, Aerodramus fuciphagus, die mühsam mit Speichel auf Stein geklebten Nester. Der Verein nennt sich:
‘Malaysian Birds Nest Merchant Association‘ und bezeichnet sich als Industrie.
Auf Speisekarten in chinesischen Spezialitäten-Restaurants finden wir teure Schwalbennest-Suppe.
China erlaubte Malaysia neu, Nester nach China zu exportieren. Am 25. Dezember sandte die Chinesische Behörde für Qualitätsüberwachung, Inspektion und Quarantäne ein entsprechendes Schreiben nach Malaysia.
China genehmigte acht Handelsgesellschaften entsprechende Lizenzen. Fünfzehn Betriebe bemühten sich um Verträge, um die Delikatessen zu liefern. Die Handelsverträge werden demnächst in Anwesenheit des Premier Ministers, Datuk Seri Najib Tun Razak, gefeiert. Gelackmeierte Schwalben kündigten einen Protestflug an.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Elastan

Sultane und Schlitzohren I

Am Mittwoch, den 06.03.2013, meldeten verschiedene Zeitungen:
Seit drei Wochen besetzen philippinische Rebellen Gebiete im malayischen Teil Borneos. Die Besetzer und das malaysische Militär liefern sich Kämpfe. Die Besetzer sind Anhänger des Sultans von Sulu in den benachbarten Philippinen. Teile von Sabah gehörten einst dem Sultan von Sulu. Er verpachtete das Land 1878 an eine britische Kolonialfirma.
Die Briten überliessen dieses Gebiet später dem neuen Staat Malaysia. Indonesien, das den Süden der Insel Kalimantan beherrscht, versuchte gleich, sein Gebiet zu erweitern.
Dieses Wissen genügte für meinen Entscheid, im April den Südosten von Sabah nicht zu bereisen. Durch Schwermetalle belastete Luft ist allgemein ungesund.
Der Informationsgehalt war bescheiden und ungenau. Der Ursprung des Konflikts liegt im Jahr 1878. Der Sultan von Sulu, Jamal-ul Azam, trat damals teilweise Land, das aus der Hand des Sultans von Brunei stammte, an die North Borneo Chartered Company ab.

Das erfolgreiche Vorbild dieser Gesellschaft war die British East India Company. (1) Die Geschäftsleute: Baron von Overbeck aus Österreich, Alfred und Edward Dent, Leiter einer britischen Handelsgesellschaft mit Niederlassungen in Hongkong, Schanghai und London, trafen sich mit den Herrschern von Nord-Borneo. Sie forderten Konzessionen, um ihre kolonialen Interessen zu verwirklichen.

Konzession Brunei

Konzession Brunei


Der Gouverneur von Labuan, (2,3) einer britisch besetzten Insel vor Brunei, begleitete die Verhandlungen. Am 29. Dezember 1877 wurde er von Sultan Abdul Mumin in Brunei empfangen und erhielt eine Konzession für 15.000 Straits Dollar. Es zeigte sich leider, der Sultan von Brunei trat einige Gebiete bereits an den Sultan von Sulu ab. Neue Verhandlungen wurden nötig.
Unter Mitwirkung des schottischen Ingenieurs William Clarke Cowie, (4) einem Freund und Waffenlieferanten des Sultans von Sulu, unterzeichnete dann Sri Paduka Maulana al Sultan Mahomet Al Alam Bin Al Morham Sri Paduka Al Sultan Mahomet Fathlom,* Sultan of Sulu, am 22. Januar 1878 die Konzession für 5.000 Straits Dollar pro Jahr. Damit wurden die Herren Overbeck und Dent Herrscher eines Teils von Nord-Borneo. Overbeck wurde zum Datu Bendahara, Maharaja von Sabah und Raja von Gaya und Sandakan ernannt.(5) Der Freiherr von Overbeck gab sich wirklich frei und über-zeugend. In Hongkong hatte er vier Kinder mit Lam Tsat-Tam: Lily Overbeck, Oi Mond Overbeck, Annie Overbeck und Victoria Overbeck. 1870 heiratete Baron Gustav von Overbeck die Amerikanerin Romaine Madeleine Goddard unter Anwesenheit des Präsidenten Ulysses S. Grant. Das Paar hatte drei Söhne: Gustav Convers, Oscar Karl Maria und Alfred von Overbeck.Sultan Sulu
Im Territorialstreit um Nordborneo machen die Philippinen Ansprüche auf das Gebiet des malaysischen Bundesstaats Sabah geltend. Die Basis der Ansprüche ist dabei der historische Einflussbereich des Sultanats von Sulu. Es erstreckte sich vom Sulu-Archipel bis in die nördlichen Teile von Borneo.
Die tropischen Palmen-Inseln mit ihrer teils seenomadischen Bevölkerung, Bajau, sind das islamische Zentrum mit der Bezeichnung Bangsamoro. Die Inseln Jolo und Basilan wurden als Stützpunkte der 1991 gegründeten terroristischen Islamistengruppe Abu Sayyaf bekannt.
Die Philippinen wurden 1521 vom Portugiesen Fernão de Magalhães entdeckt. Die Bevölkerung ist vorwiegend katholisch. Ein Verdienst der spanischen Eroberer der einst muslimischen Sultanate.

* Diese Namenskette wurde auf der Konzession vermerkt
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/East_India_Company
Labuan
(2) http://wp.me/p2ljyL-SI
(3) http://wp.me/p2ljyL-TL
Api Api, Jesselton, Kota Kinabulu, Bajau
http://wp.me/p2ljyL-SU
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/William_Clarke_Cowie
(5) http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_Overbeck_(Diplomat)
(6) http://de.wikipedia.org/wiki/Sulu-Archipel

Fortsetzung folgt
http://hinterindien.com

Wachstum in Singapur

In ‘Zurück in Changi‘, http://wp.me/p2ljyL-14G, erwähnte ich:
Die Kapazität des Flughafens wird von 66 auf 85 Millionen Passagiere erweitert.
Doch die Planung sieht vor: Bis 2025 werden eine dritte und vierte Piste gebaut.
Mit Terminal fünf, einem eigentlich komplett neuen Flughafen, soll dann die verfügbare Kapazität verdoppelt werden, (auf 170 Millionen?). Terminal2
Bereits heute verbinden pro Woche 110 Gesellschaften mit über 6500 Flügen 240 Orte mit Singapur.
Die Grundfläche von Singapur betrug 1960 knapp 582 Quadratkilometer. Bis 2012 wurde aufgeschüttet, dem Meer erfolgreich Land abgetrotzt. Die Fläche beträgt neu 710 km².
Die Regierung hofft, die Insel in Zukunft auf über 800 km² zu vergrössern.
5,3 Millionen Einwohner, 7126 pro km², bevölkern den Flecken von schätzungsweise der Grösse des Kantons Glarus in der Schweiz. Im Kanton Glarus leben nur 39‘000 Menschen auf 685 km², 57 pro km².
In Glarus gibt es keine internationalen Flughäfen. Glarus könnte nur auf Kosten der Nachbarkantone wachsen.
Im Kanton Glarus weiden Kühe für die Milchwirtschaft. In den Höfen tummeln sich Schweine.
Die Chinesen in Singapur, 77 % der Bevölkerung, essen gerne Schweinefleisch. Wegen geruchlicher Belästigungen wurde vor Jahren die Schweinezucht von der Insel verbannt. Alles muss importiert werden. Landwirtschaft ist kaum vorhanden. Sogar Wasser fliesst von Malaysia in den Stadtstaat.

Das kleine, kostbare Territorium wird mit der besten Armee der Welt verteidigt.
Die Singapore Armed Forces umfassen die Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftwaffe.
Das Heer verfügt über 50‘000 Aktive und eine Reserve von 170‘000 Mann. Man übt mit AMX-13-SM1-Kampfpanzern und Schützenpanzern der Typen Bionix AFV und M113. Seit 2008 ergänzen102 Leopard 2A4 die Schlagkraft.

Die 4‘500 Mann starke Marine besitzt Stealth-Fregatten. Weiter sind Korvetten, Patrouillenboote und Landungsschiffe vorhanden.
Die U-Boot-Flotte verfügt über Boote der schwedischen Sjöormen-Klasse, seit 2011 verstärkt durch Boote der Södermanland-Klasse, in Singapur Archer-Klasse genannt.

Die Luftstreitkräfte umfassen 6‘000 Spezialisten. Flugzeuge der Typen F-16, F-15, Northrop F-5 und Lockheed C-130 Hercules stehen in Hangars und auf Flugplätzen. Hubschrauber der Typen Aérospatiale AS 332, Apache, CH-47 und S-70 sind einsatzbereit.

Also Vorsicht beim Zigaretten-Schmuggel. Es dürfen nur angebrochene Packungen mit maximal 17 Glimmstengeln eingeführt werden. Noch heute schlottere ich, wenn ich an meine unverzollten Gudung Garam denke. Die angebrochene Packung aus Labuan mit 18 Zigaretten lag seit Thailand im Koffer, reiste über Singapur nach Malaysia, anschliessend zurück nach Singapur und ist jetzt wieder in Chiang Mai. Hätten eifrige Beamte am Zoll diese Geschichte indonesischer Nikotinspargeln mit Gewürznelkenaroma geglaubt?

Die letzte Schlussfolgerung des Aufsatzes ist, der Herr Verteidigungsminister, Bundesrat U. Maurer, kann die eidgenössische Militärsoldatenarmee nicht beliebig reduzieren,
sofern ein eventueller Einsatz für die ganze Schweiz und nicht nur für den Kanton Glarus geplant ist. Andernfalls müsste Herr Maurer seine Heiligkeit, den Papst in Rom, im Ernstfall um die Mithilfe der Schweizergarde in Kostümen von Maestro Jules Repond, bewaffnet mit Hellebarde und Schwert, zwecks Rettung der Confoederatio Helvetica ersuchen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Singapur
http://de.wikipedia.org/wiki/Hellebarde
http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Schweizergarde