Kleber für Milchfett

Der hohe goldgelbe Butterberg am idyllisch weissen Rahmsee in der Schweiz war einst ein teures, schwerwiegendes Politikum. In Thailand gibt es vergleichsweise nur Hügel. Butterhügel gibt es gar nicht. Trotzdem wird mit Butter gemauschelt.

Bei Einkäufen in Thailand entdeckte ich: Importwaren weisen Kleber mit Produktebeschrieb in Thai auf, manchmal sogar, wenn die Verpackung korrekte Hinweise in der Landessprache gibt.
Die spezialisierten Kleberbefestigerinnen haben den Auftrag, diese Hinweise dort anzubringen, wo sie für interessierte Konsumenten grösstmögliche Schäden anrichten, zum Beispiel an Kochzeiten oder wichtigen Informationen für Allergiker.
Beim Schreiben des Beitrages bemerkte ich: die Vorschriften betreffend Kleber wurden gelockert. Importe mit korrekter Produktebeschreibung in Thai werden gegenwärtig nicht zusätzlich beklebt. In Thailand produzierte oder abgefüllte Waren benötigten keine Kleber.McCorm Importierte reine Butter in Originalverpackung aus Frankreich, Dänemark, Australien oder Neuseeland haben Kleber. Sofern die importierte Butter in Bangkok abgepackt und veredelt wird, ist es ein thailändisches Erzeugnis und braucht keine Kleber.

Ich kaufte Orchideenbutter, Blüten als Blickfang, verpackt in Bangkok. Auf der Alufolie stand: Butter: 80 %, Milchpulver 2 %. Die restlichen 18 % wurden nicht erwähnt. Luft konnte es nicht sein. Das Gewicht stimmte.
Der Testesser bestrich liebevoll ein Stücklein Brot. Das Brot wurde hier gebacken und benötigt deshalb keinen Kleber.
Auch wenn das Brot nur aussieht wie Brot, aber effektiv kein Brot ist, braucht es keinen Kleber. Der Testesser erkrankte mehrmals nach dem Verzehr von Gebäck. Vielleicht wurden den Mehlwürmern und anderen Schmarotzern mit Chemiekeulen der Garaus gemacht.

Dann biss ich in mein Orchideenbutterbrot – ohne Beigabe von Marmeladen oder westfälischen Schinkens. Geschmack pur. Das Brot roch etwa so, wie wenn es im Abfall-Behälter eines Staubsaugers aufbewahrt wurde, verstaubt. Den Fremd-Geschmack der Butter erkannte ich gleich.
Meistens trinken wir am Vorabend als Longdrink Kokoswasser verdünnt mit etwas Rum. Die fehlenden 18 Prozent mussten Kokosbutter, Kokosfett sein.

Es gibt verschiedene Buttersorten. Teilweise bestehen sie nur zu 60 % aus Milchfett. Der Rest kann Palmöl, Kokosfett oder Margarine sein. Feinschmecker finden auf Wunsch reines Milchfett in Form von Butter.shan In der tropischen Hitze schmeckt Eis. Ich flambierte biologische Bananen aus unseren Gärten mit Sang Som oder Mekong. Dazu gab es Vanille Eis – erste Wahl. Es musste ein bekannter Markenartikel sein.
Mir verging die Lust auf das Produkt, als ich herausfand, der Nahrungsmittelgigant mit Sitz in Vevey, Schweiz, verwendet in Thailand zur Erzeugung von Vanille-Eis kein Milchfett, sondern Palmöl. Dass der Aromastoff synthetisch ist, versteht sich von selbst.

Hinweise auf Ernährung:
(b) http://wp.me/p2ljyL-1k8
(b) http://wp.me/p2ljyL-FS
(b) https://wahnsinnausdemwok.wordpress.com/2014/03/05/vom-kleinstadtleben-angeodet-besuchen-sie-thailand/
Luck und Manfred:
(b) http://thailand-pimpaka.blogspot.com/2014/05/thailand-sonne.html

Chirurgischer Ratschlag

Vor langer Zeit rieb ich mir den Rücken wund. Vier Wochen europäisches gemässigtes Klima halfen nicht. Die Wunde vergrösserte sich. Ich bekleckerte den Rücken mit Heftpflastern in der Grösse von Briefumschlägen. Weil mir am Hinterkopf das Auge fehlte, waren nicht alles Volltreffer. Zudem roch an wenigen warmen Tagen das Geschwür unangenehm, manchmal stank es.

Zurück in Thailand verbreitete die Wunde trotz reichlicher Desinfektion kein blaues Veilchenaroma. Die benutzten Heftpflaster stimmten mich durch intensive Farbgebung nachdenklich. Ich mied das schöne Geschlecht, trank mir einen Schluck Mut an und liess mich ins Spital bewegen.

Der Chirurg steckte eine Wäscheklammer auf seine Nase, begutachtete den Schaden eingehend und empfahl mir, die Wunde gleich zu operieren. Die Hinterbacken würden dabei etwas geliftet, aber das sei der Trend und sexy. Er hätte Zeit und ein gut geschärftes Messer.

Wenige Spritzen machten mich unempfindlich. Der Spezialist griff zu Skalpell, Zwirn und Nadel. Als er sich mit dem reinseidenen Schlips den Schweiss abwischte, sagte er: „Ihr Blut ist sehr dickflüssig. Sie sollten zwecks Verdünnung täglich etwas Mae Khong einnehmen.“