Hexenjagden

17. Januar 2013.

In der Nähe von Alor Star, Malaysia, fand die Kedah Anti Schmuggel Einheit UPP ein Fahrzeug, beladen mit 30 Kisten Bier und Feuerwerk. Dies am hellen Nachmittag um halb zwei.
In Melaka hätten diese Bierbauchbekämpfungsbrigaden und militanten Antialkoholiker nicht genug Personal. Wie ich sah, verfügen die chinesischen Händler in ihren Lagern über unheimliche Vorräte und Vielfalt an Alkoholika aller Art für die Festtage. ***gone fi...

Nach der weltweit erfolgreichen Hexenjagd auf Tabakkonsumenten fehlen rund um den Globus nun ähnlich organisierte Anti-Alkoholkampagnen. Mit meinen drei Zigaretten, eher Zigarren im Jahr, wird man mich kaum als schwer abhängigen, nikotinsüchtigen Luftverschmutzer bezeichnen. Die wenig toleranten Einschränkungen geben mir zu denken, vor allem bei dem Ausmass der Luftbelastung mit Schadstoffen in Chiang Mai. Der ganze Dreck stammt unmöglich von Rauchern.

Wenn militante Immigranten und Asylsuchende in Europa aus den richtigen Regionen mit entsprechenden Religionen weiterhin zunehmen, sind allgemeine Alkohol-Verbote nur noch eine Frage der Zeit. Wäre dann beispielsweise auch Essig betroffen?
Wir verlieren in Salamitaktik stückweise Heimat, althergebrachte Bräuche, Rechte und Freiheiten. Einsätze von Armee und Kampfflugzeugen zwecks Landesverteidigung erübrigen sich. Manche grossartigen Früchte faulen unsichtbar von innen nach aussen.

Wir machten gemischte Erfahrungen mit Alkoholverboten. Im Hotel Paragon in Johor Bahru gibt es in der Nähe der Rezeption zwei Restaurants. Dort herrscht striktes Alkoholverbot. Als Zimmerservice wird alles Gewünschte geliefert.  Der Nachtklub im 26. Stockwerk hat neben atemberaubender Aussicht ein vollständiges Angebot ohne jegliche Einschränkungen.
Für süchtige Bedürftige führen „Apotheken“ Heilmittel wie Hustensäfte, Magenbitter und Aufbaupräparate mit 10 bis 40 Prozent Alkohol für durstige Gläubige und andere Höllenanwärter. Gute Kundinnen waren öfters unerkenntlich verhüllte, vielleicht vom Laster gezeichnete Frauen.

Teilweise wird aus religiösen Gründen der Verzehr von Rindfleisch unterlassen. Andere Erdenbewohner verbannen Schweinefleisch. Ich meide Fliegen und Kakerlaken. Militante Veganer fordern den gänzlichen Verzicht auf tierisches Eiweiss. Ihre Heilslehre heisst Makrobiotik.
Wäre ich an der Spitze einer mächtigen staatlichen Organisation, würde ich den Genuss sämtlicher Proteine verbieten. Damit wären auf einen Schlag globale Probleme wie Klimaveränderungen, Kriminalität, Armut und Elend gelöst.
Proteine oder Eiweiße sind aus Aminosäuren aufgebaute biologische Makromoleküle. Proteine finden sich in allen Zellen. Sie verleihen ihnen Strukturen. Sie transportieren Metabolite und katalysieren chemische Reaktionen.

Betrachten wir die Schöpfung respektvoll eingehend und mit offenen Augen, sehen wir rasch, dass hier ein unerfassbar grosser Geist am Werk war.
Anhand unserer Religionen mit allen ihren verkappten Vorschriften und teils perversen Einschränkungen, folgere ich daraus, Gott der Allmächtige, wird als kleinkarierter Demagoge und egoistischer Dilettant dargestellt.

Erwarte ich heftige Reaktionen auf ‘Hexenjagden‘? Eigentlich nicht. Aber im Grund sind von meinen Aussagen alle betroffen.

Pop-Ikone Prince, 54, stand bei den Grammys mit Gehhilfe vor dem Publikum. Bitterer Ernst. Der Sänger bestätigte damit jahrelange Gerüchte. Seine Hüfte ist so kaputt, dass er künstliche Gelenke braucht. Das überzeugte Mitglied der Zeugen Jehovas lehnt eine Opera­tion ab. Etwas Fremdes in ­seinem Körper ist mit seinem Glauben nicht vereinbar. 12. Februar 2013, Blick.ch.

*** Bilder: Seite `Gong Xi Fa Cai 2013` https://hinterindien.com/gongxifacai-2013/

http://de.wikipedia.org/wiki/Makrobiotik

Frühlingsfest – Chinesisches Neujahr

Demnächst, am 9. Februar beginnt das chinesische Frühlingfest. Die Menschen bereiten sich gebührend darauf vor. Städte wie Singapur, Johor Bahru und Melaka sind im Feiertagsschmuck. Restaurants preisen ihre Spezialitäten an. Politiker im nördlichen Malaysia machen mit fragwürdigen Verordnungen und Verboten auf sich aufmerksam: Stoff für Neujahrs-Geschichten im Jahr der Schlange.

Bereits am 12. Januar war die Samstags Ausgabe der Singapur Straits Times voller Anzeigen. Die Leser wurden richtig angeheizt, zum Neuen Jahr am 10. Februar viel Elektronik zu reduzierten Preisen, Schmuck und neue Wagen zu kaufen. Alleine SingTel platzierte drei einhalb Seiten Inserate. 4G, LTE, – der Mobilfunkstandard der vierten Generation, soll mit neuesten Geräten gewinnbringend vermarktet werden.

Wie viel Zeit geben uns Marketing und Industrien, bis zum nächsten Standard, der dann diese neuen Geräte schlagartig in Schott umfunktioniert. Schrott, der von den wenigsten Benutzern je verstanden und mit allen seinen integrierten Möglichkeiten volle Verwendung fand. In Thailand wird gegenwärtig 3G eingeführt.

Die fleissige Frau eines Freundes begann bereits mit der Putzerei der Wohnung. Achtungslos wird dir der Stuhl unterm Hintern weggezerrt. Du verbringst Stunden ohne Stuhl im Gang. Erfreut oder läutert öde Reinlichkeit die Seele? Wo bleibt dabei die freie, selbstbestimmte Verrichtung der Notdurft? – Dennoch: rot-godene Dekorationen, rote Lampen, Laternen und Kleider werden selbst in Johor Bahru überall angeboten.New Year

Vor langer Zeit war das chinesische Neujahrsfest in Singapur ein zweiwöchiger Freudentaumel mit Essen, Trinken, Knallereien und Feuerwerk. Auf Kehrichteimern in den Strassen wurde Klavier gespielt. Man zerbombte schlechte Geister richtiggehend. Alte Leute erinnern sich noch an die wilden Tage. Bomben gegen Geister, sowie spontanes Feuerwerk wurden weitgehend verboten. Die weitaus gefährlicheren Fress- und Sauf-Orgien werden ungestört weiter zelebriert, umrahmt von Löwen- und Drachentänzen und einigen fernsehgerechten Paraden in HDTV.

Für Chinesen rund um den Globus ist das Frühlingsfest das wichtigste Ereignis des Jahres. Auslandschinesen feiern üblicherweise einige Tage, besuchen Verwandte, Eltern, Freunde und empfangen und verteilen die roten Hong Bao, auch Ang Pau genannt, Umschläge mit Geld (an Unverheiratete). Meine kleine Tochter kassierte in Singapur während des Festes umgerechnet gelegentlich 45 000 bis 60 000 Baht. Das entsprach in Chiang Mai einem Jahresverdienst.

Fortsetzung folgt