Fahrzeug-Navigation am Wurstzipfel

Seit Jahren benutzen wir in Europa, Malaysia und Thailand erfolgreich Navigationsgeräte. In unbekannten Großstädten sind sie für mich unentbehrlich. Sie sind wesentlich hilfreicher als veraltete Stadtpläne, sofern die Fahrzeuglenkerin für den Lautsprecher oder meine Empfehlungen ein offenes Ohr hat.
Wir sassen im nigelnagelneuen Wagen und fuhren trainingshalber Richtung Chiang Rai. Vor zwei Jahren assen wir bei den heissen Quellen unvergesslich gut gewürzte Würste und gegrilltes Schweinefleisch. Das Mahl rutschte von der Zunge ohne Zahnverluste schmerzlos in den Magen, während uns Düfte vom Grill und Schwefel von den heissen Quellen umwehten.

Die Vorgabe war, auf der Strasse 118, mit Ausnahme der Kurven, immer schön gerade aus bis zu den Quellen zu fahren, dann vor dem Springbrunnen gleich links abzubiegen.
Ich erklärte der hungrigen Lenkerin, wie ich mich auf die Wurst freue und dass wir in spätestens fünfzehn Minuten ankommen würden.
Unvermittelt, meine Hymnen auf Würste und Strassen missachtend, bog die Lenkerin von der Hauptstrasse nach rechts auf eine Nebenstrasse ab. Da war eine Hinweistafel: Heisse Quellen, zwei Kilometer.
Ich redete zwei Kilometer lang, sprach Klartext und überzeugte sie, dass wir diese Wurstqualität wahrscheinlich nur an der Hauptstrasse finden würden. Die Magensäfte stimulierten ihr Gehirn. Sie gab auf, wendete das Fahrzeug und folgte darauf gehorsam dem nördlichen Wurstkurs.

Die Expedition „Wurst des Nordens“ hatte ein Vorspiel. Das Fahrzeug verfügt über einen
Multifunktions-Bildschirm mit Menu. Auf Wunsch wird das Radio angezeigt oder der Equalizer. Er kann Filme abspielen oder Fotos darstellen. Fürs Smartphone existiert eine Bluetooth Funktion. Es gibt einen UBS Anschluss. Der Bildschirm dient ebenfalls zur Navigation.
Genau da lag unser Problem. Ich versuchte, in englischer Sprache Chiang Mai oder Chiang Rai einzugeben. Chiang ging gut. Nach der Leertaste schlug die super-intelligente Logik Dao vor und sperrte gleichzeitig die Tastatur. Laut der Navigationshilfe hätten wir nach Chiang Dao reisen müssen. Das wollte ich nicht. Folglich fuhren wir zum Verkäufer und klagten unser Leid.
Einer der jungen Angestellten setzte sich in den Wagen, lächelte und dachte offenbar:
„Ihr Vollblutidioten, das haben wir gleich! Geld für ein Fahrzeug haben diese Leute. Genügend Hirn um die moderne Elektronik zu bedienen – – – haben sie nicht.“
Er fummelte behende, aber hilflos an Tasten herum. Dann sagte er:
„Ich verstehe Englisch schlecht, darum wechsle ich auf Thai.“
Ich grinste hämisch, als ich sah, dass die Logik die Tastatur auch für Eingaben in Thai sperrte. Nach dreissig Minuten warf er das Handtuch und bat einen Kollegen, das Problem zu lösen.
Dieser Herr fingerte noch schneller, noch gedankenloser. Auch er musste sich nach einer weiteren halben Stunde von der Technik geschlagen geben, während ich ihm mein dreijähriges Gerätchen demonstrierte. Wir verliessen die erfolglosen Spezialisten.

Später hatte ich die Idee, das Gerät über Koordinaten und Favoriten wenigstens für den Heimweg zu programmieren. Danach überlistete ich die Technik mit den Vorgaben Robinson und Chiang Rai zu einem nördlichen Kurs.
Während wir schweinisch speisten, wir begnügten uns nicht mit Wurstzipfeln, meldeten die Herren telefonisch, am nächsten Tag würde ein Spezialist um zehn Uhr unser Problem lösen.
Die Programmierung des Navigationsgerätes ist für bescheidene Eingaben zu üppig ausgelegt. Nach vielen Tastendrücken des Fachmanns fand das Navi unser Dorf und dessen Koordinaten. Die genaue Position unseres Hauses konnte der Ingenieur leider nicht eingeben.
Das ausgeklügelte Gerät mit grossem Bildschirm lässt den Fahrer also Orte ansteuern, wo er dann im Tante Emma Laden für nähere Auskünfte anstehen darf.
Unser altbewährtes Nüvi hat noch lange nicht ausgedient, oder der Fahrzeughersteller lässt neue Software schreiben.
Eine der Todsünden dieser Geräte ist, dass Distanzen üblicherweise als Luftlinien angegeben werden. Die Fahrzeit wird dann aus irdischen Kilometern errechnet. In Satun wurde beispielsweise die Distanz nach Padang Besar mit 26 Kilometern angegeben, die berechnete Fahrzeit dagegen betrug annähernd drei Stunden. Die Zeit für den Grenzübertritt wurde nicht einkalkuliert.

Grenzenlos zollfreie Überraschungen

Eine missgünstige Gönnerin wollte Dick zeigen, wo unsere echt grosszügige Lieferantin Wein einkauft und wie unbescheiden sie uns dabei abzockt. Es handelt sich um ein australisches Qualitätserzeugnis, wie wir es – nur mit Glück, ab 900 Baht erwerben könnten. Wir bezahlen bei der Lady die Hälfte. Sie vermietete uns vor Monaten ihre Mittelklasse Wagen für zehn Euro pro Tag.
Zuerst war die Reise mit Dick alleine abgesprochen. Daraus wuchs innerhalb des letzten Tages eine Truppe von zehn Personen. Ich war interessiert, wohin die Reise geht und welche Dokumente in Malaysia für die Fahrzeuge benötigt würden. Sie blieb unbestimmt, faselte etwas von Kuala Perlis. Sie erklärte, Dokumente würden keine verlangt, sogar der Reisepass wäre zu Hause am besten aufgehoben. So ist das, wenn eine Science-Lehrerin der Extraklasse, eher der Sonder-Klasse, eine Schulreise organisiert.
Nach zwanzig Minuten, bei einer effektiven Reisezeit von einer halben Stunde, bemerkte Dick, es ging nach Thale Ban und Wang Prachan. Man fuhr dann zwanzig Minuten weiter. Vor wenigen Tagen wagten wir es nicht, die Grenze zu passieren. Ein Grenzbeamter verweigerte der Lehrerin ohne Reisepass die Weiterfahrt. Ernüchtert kehrte man um. Nein, die Überraschung für Dick war gross, als die Truppe in Wang Prachan fröhlich und unbekümmert ein Gebäude betrat. Eine Menge bunter, riesiger VIP Busse wartete mit dröhnenden Motoren vor dem Lokal. Die Produkte dort waren alle in Ringgit ausgeschildert. Das Verkaufspersonal nahm selbstverständlich Baht entgegen und profitierte zusätzlich.
Dick sandte ein Mail mit dem Bild eines zweifelhaften Pinot Gris. Sie rief an und fragte, ob sie einen Karton davon kaufen solle. Ich bat sie, wohlweislich auf den Kauf zu verzichten. Das Geld brannte in ihren Händen, angeheizt durch den Kaufrausch der Horde. Man musste etwas zurück bringen. Die Lehrerin legte ihr Geld in Fischtunke an. 24 Flaschen zu 42 Baht. In Satun sah ich ähnliche Flaschen für 24 Baht. Die Ersparnis: 576 Baht zu Ungunsten der Pädagogin.
Weil der Laden ja in Thailand steht, kontrollieren keine Beamten die gehorteten Waren – alles Schnäppchen zu Tiefpreisen aus Malaysia.
Dünn kaufte dann den schlechtesten Weisswein aller Zeiten. Die angebrochene Flasche steht seit Tagen im Kühlschrank. Vielleicht taugt der Inhalt zum Vernichten von Kakerlaken oder zum Verdünnen teurer Fischtunke. Jegliche Warnung fehlt: Bakteriell fermentierte Fischtunke kann das Hirn angreifen und unreparierbare Schäden bewirken.

Aktueller Bericht aus Räumen metabolischer Übergänge

Es war ein komisches Erwachen morgens um sieben. Ich wusste nicht, wo ich war. Von der Wand lächelte von einem Ölgemälde ein mir bekanntes Kindergesicht. War ich in der Schweiz? Entsprechend frisch war es, mit bloss zweiundzwanzig Grad im Raum. Nach Satun, mit stetig intrigierendem, angenehm warmem Wind, war es ein Klimaschock.
Fast schmerzhafte Stille und Ruhe herrschten im kleinen Zimmer. Die Luft roch nicht nach Fungus und Schimmel, sondern leicht nach abgestandenem Rauch. Wir waren 1667 Kilometer nördlich von Satun wieder im ehemaligen Dorf an Reisfeldern. Heute wurde das Vorletzte aufgefüllt. Rolfi
In der Gegend von Langkawi und Satun bemerkten wir während vier Monaten einen beunruhigenden Mangel an medizinischer Versorgung. Viele Medikamente wurden von mehreren Geschäften preisgünstig angeboten. Gut ausgebildete, sorgfältig arbeitende Ärzte, fehlten jedoch. Sie bevorzugen Patienten in Ballungszentren und Grossstädten.
Problemfälle des Krankenhauses in Langkawi werden auf dem Festland in Alor Star behandelt. Satun hat ein unterklassiges Provinzspital. Versorgung und Betreuung in Hat Yai sind bereits wesentlich besser.
Am Freitagabend fühlte ich in Satun Gevatter Sensemann eine Schnapsglasnasenlänge zu nahe. Ich musste etwas unternehmen, weil ich Dick in der Fremde mit noch wenigen Freunden nicht mit den Problemen eines Todesfalles belasten wollte. Im Dorf in Lan Na Land hätte Dick zumindest beim Feiern Unterstützung durch die Verwandtschaft. Spezialisierte Ärzte in Chiang Mai würden die Überlebenschancen verbessern. Die Chancen, auf einen blossen Numismatiker oder einen betrügerischen Hochstapler mit gefälschtem Diplom hereinzufallen, sind geringer.

Zusätzlich zur Gesundheit, erschwerte eine Bankkarte seit unserem letzten Aufenthalt in Langkawi unser Leben. Wir konnten den Geldautomaten weder in Thailand noch in Malaysia, nicht einmal mit zusätzlichen Streicheleinheiten, Scheinchen entlocken. Zum Glück war der Franken auf Langkawi plötzlich mehr Wert. Anstatt 3.5 MR gaben Banken 4.1 Ringgit für Bargeld. Taxis und Schnaps wurden noch preisgünstiger.

Da wir im Süden im Haus die Infrastruktur verbessern müssten, beschloss ich, nach Chiang Mai zu fliegen. Ich wusste, die kalten Winternächte waren vorbei. Bei nächtlichen Aussentemperaturen von siebzehn Grad würden im Haus angenehme vierundzwanzig Grad herrschen, sofern Fenster und Türen rechtzeitig geschlossen würden.
Die kälteste Nacht im Haus seit meiner Abreise im August wurde mit 15.8 Grad registriert. Das dürfte einer Temperatur im Garten von neun Grad entsprechen. Auf Doi Inthanon, unserem Hausberg, gab es währenddessen mit minus drei Grad einen neuen Kälterekord.

Die Abreise aus Satun liess wenig gutes erhoffen. Die Verleiherin des Wagens wollte ihre Freundin mitnehmen, damit sie nicht alleine zurückfahren musste. Die Freundin hatte eine Panne mit dem Motorrad. Wir warteten. Als wir viele lange Telefonanrufe gewartet hatten, änderte sie ihre Meinung und wählte ihren Sohn als Begleiter.
Wir warteten nur kurz auf den Sohn. Dann legte Dick los. Sie fuhr in dreieinhalb Stunden zum Flughafen von Krabi. Die Rural Road 416 entpuppte sich grösstenteils als gut ausgebaute, vierspurige Strasse.
Der Flieger verliess Krabi pünktlich. Die Verspätungsteufel warteten in Bangkok. Anstatt um neun Uhr waren wir erst um Mitternacht zu Hause. Dann ging es nach monatelanger Abwesenheit ans Reinemachen. Ich ersetzte Filter in der Umkehrosmose-Wasseraufbereitung und verfolgte die Wasserqualität. Bei üblichen vier ppM, (Teilchen pro Million), war ich zufrieden. Dick widmete sich den unzähligen Exkrementen unserer Haustiere, unerwünschter schmutziger Eindringlinge, die sich wie allgemein verbreitet, um Vorschriften keinen Scheissdreck kümmern.

Regionale Nadelstiche

Grosse Anlässe haben Sponsoren. Die dürfen für selbstlose Spenden dann ihre Werbebotschaften präsentieren.
Öfters wurden Dorffeste in LanNa Land von den Elektrizitätsproduzenten gesponsert. Nicht weil Teilnehmer freundliche Briefe mit Anfragen an die Direktion sandte, sondern weil man kurzerhand die Stromversorgung anzapfte. Die Kabel hängen überall wohlfeil herum und laden förmlich zur Selbstbedienung ein. Meistens lief das glimpflich ab. Zu Störfällen mit unfreiwilligen Kremationen kam es selten. Etwa dann, wenn ein mit Lao Khao Aufgeladener, Kabel nicht unterscheiden konnte und eine Hochspannungsleitung erwischte. Die Angaben an strassenquerenden Kabeln betreffen nicht die Spannung, sondern die Höhe über Grund.
Im grossen Stil funktioniert der Stromklau ebenfalls in Malaysa. Die Elektrizitätsgesellschaft von Sabah hat eine spezielle Einsatzgruppe. Sie entfernt wöchentlich illegale Anschlüsse. Am vergangenen Dienstag war die Truppe im Kampung Baru, Bukit Padang in Penampang tätig. In Zusammenarbeit mit der Polizei entfernten und beschlagnahmten die Herren fünfzig Kilogramm Kabel.
Der General-Manager des Unternehmens, Mahatir Nor Ismail erklärte, um gefährliche Missstände zu verhüten, müssten diese Aktionen wöchentlich durchgeführt werden. Pro Einsatz würde das Personal bis zu 100 Kilogramm Kabel aufrollen.
Wir dürfen uns vorstellen, diese Kabel wurden gestohlen, denn wenn die Diebe Geld hätten, wären die effektiven Stromkosten wesentlich günstiger.
dilarang masuk
In Singapoor wird weiter an den Freiheiten geschnipselt, ganz leicht nur, aber stetig. Es gibt neue Schnaps- und Bier-Paragraphen. In der Öffentlichkeit darf zwischen 22 30 und 07 00 Uhr kein Alkohol getrunken werden. Gleichzeitig soll ab 22 30 ein Verkaufsverbot gelten.
Warum denn so zaghaft? Kopieren sie einfach die thailändische Verordnung über den Verkauf von Alkoholika! Im Süden war sogar die Armee gezwungen, vor den Feiertagen dreihundert Flaschen Feuerwasser zu schmuggeln. Irgendein Verräter informierte die Polizei. Sie verhütete erfolgreich Leberschäden bei ihren uniformierten Kollegen.

Südliche Aufenthalte

Die Entscheidung, im warmen Süden zu bleiben, war richtig. Das Winterwetter in Chiang Mai ist gegenwärtig weniger grimmig als letztes Jahr. Für intensive Beschwerden hätte es allerdings mehr als gereicht. Mit Grausen erinnere ich mich an den vergangenen Januar.
Meine Erholungsphase der Gelenke ist noch nicht beendet. Der mehrmals aufgerissene Hintern schmerzt beim Sitzen immer noch.

Wir lernten neue, sehenswerte Landschaften und andere Menschen und Bräuche kennen. Die Lebensmittel sind nicht nur wesentlich preisgünstiger, aber entscheidend – von besserer Qualität. Die Hühner sind nicht die uns bekannten, mageren, zudem zähen, oft von Reifen flach gewalzten, LanNa Dorfstrassenscharrer. Die Hähne des Nordens krähen nicht wegen der Fleischeslust. Es ist der Schmerz, den ihnen die spindeldürren Hennen mit ihren teils unbefiederten Hintern zufügen. Wäre ich ein Hahn, würde ich die wohlgenährten, breitarschigen, lüstern gackernden Eierproduzentinnen des Südens bevorzugen. Objekt1
An einer Entenbrust für vierzig Baht schlemmten wir über die Neujahrs-Tage. Zum Glück marinierten wir nicht das gesamte Fleisch. Das südthailändische Pa-Lo Pulver, die fünf Gewürze Version, enthielt unverschämte fünfundsechzig Prozent Zucker, anders als chinesische oder vietnamesische Mischungen.
Verdauungsbeschwerden nach dem Verzehr von Gemüse wie Gurken und Peperoni hatte ich hier nie. Croissants mögen wir nicht. In Satun sind sie ölig und kräftig gezuckert. Einheimische schmieren zum Ausgleich gesalzene Butter und – wenn möglich süsse Marmelade, darauf.
Fische und Garnelen kommen nicht aus überfüllten Zuchtbecken mit reichlich Chemie und Antibiotika, sondern frisch aus der Andamanensee, Lieferung frei Haus zum halben Preis oder noch günstiger. An Weihnachten gab es einen kleinst Crevetten-Cocktail. Klein deshalb, weil zwei Monster-Garnelen vollkommen genügten.
Beim Bier übten wir Zurückhaltung. Das Beer Lao heisst hier schlicht Leo und stammt nicht aus Laos. Dafür können wir preisgünstigen Wein von Herrn Penfolds kaufen. In Chiang Mai hätte diese Qualität Negativbudgets verursacht. Bei den Büchsen-Sardinen hätten wir zwangsweise auf Öl und Brot verzichten müssen.Objekt2
Die kopftuchtragenden Kassiererinnen fassen, anders als ihre Kolleginnen in Malaysia, verpacktes Schweinefleisch an. Zur verdienten Stärkung genehmigen sie sich zwischendurch einen Hot-Dog.
In Melaka durften wir unsere ‘Nicht-Halal Einkäufe‘ selber scannen. In Johor Bahru erledigten in den einschlägigen Geschäften Chinesinnen das grausame Handwerk des Umgangs mit verbotenen Genussmitteln. Objekt3
Die Nachbarn der Siedlung leben, nach ersten Eindrücken, in gesunden finanziellen Verhältnissen. Dem entsprechend leistungsfähig sind ihre Karaoke Maschinen.
Unsere Milchlieferantin, kein Tante Emma Laden, wollte mit ihrem hart arbeitenden Gemahl Weihnachten in Süd-Korea verbringen. Ihre Familie beliefert Satun, Hat Yai und Langkawi mit frischem Kuhsaft.
Die Idee, sich vor Reiseantritt über Kleinigkeiten wie Währung, das Essen, ideale Kleidung und das Klima zu informieren, hatten die guten Leute nicht. Als sie den Flughafen im Traumland verliessen, traf sie ein Kälteschock, mit dem sie nie gerechnet hatten. Sie waren ja in Süd-Korea. Ihre Kleidung war geeignet für Süd-Thailand. In Satun werden weder gefütterte Stiefel, Wollpullover noch Pelzmäntel angeboten. Die Frau erkrankte schwer. Sie konnte kaum atmen. Nach zwei Tagen, vielleicht waren es zwei Nächte, trat das unterkühlte Paar die Rückreise nach Bangkok an. Die Leute hätten sich Erkältungen in Chiang Mai, auf Doi Inthanon, preisgünstiger einhandeln können.

Abbildungen: Nicht gewählte Mietobjekte

Weihnacht

Weihnacht Das Bild stammt von einem Fischkutter. Harte Arbeit an Bord bei geringer Entlöhnung. Plackerei bei Hitze, Regen und Stürmen auf See. Komfort gibt es nicht. Die Unterkünfte würden den Anforderungen für Käfighaltung von Hühnern in der Schweiz nicht genügen. Einen kleinen Einblick hatte ich, als ich Männer bei der schweren Arbeit an den riesigen Netzen sah.
Die meisten Fische in Satun werden zu Tierfutter verarbeitet. Die edleren Stücke werden nach Malaysia, Langkawi, verkauft. Auch heute.
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Neuanfang nach zehn Jahren

Im Dorf in LanNa Land an den Reisfeldern, es gibt sie bald nicht mehr, steht ein nach Farang Standards durchdachtes Haus. Jeder Raum verfügt über Fenster, zweckdienliche Beleuchtung, mehrere Steckdosen, Telefon- und Antennen-Anschlüsse. Heiss- und Kaltwasser in Küche und Bad wurden als Selbstverständlichkeiten betrachtet.
Unser jetziges Heim bauten zur selben Zeit auf Profit bedachte, wenig innovative, lokale Unternehmer. Alle Räume haben einen fast unzugänglichen Stromanschluss. Mit Verlängerungskabeln müssen Standorte für das Laden der Telefone, für Notebooks, Staubsauger und Rasierapparate, erschlossen werden. Ein Schlafzimmerfenster bringt Licht und Dünste aus der Küche. Es ersetzt gekonnt den Dunstabzug über der Kochstelle. Küche Satun An den Decken in Räumen und Badezimmern bemerkten wir siebförmige Abdeckungen. Einschalten liessen sich diese Abzugsventilatoren nicht. Auf Nachfrage bestätigte die Besitzerin, es handle sich um ein Lautsprechersystem. Es wurde nie in Betrieb genommen.
Das Haus wurde komplett eingerichtet vermietet. Die Frage ist nur, was verstehen die Einheimischen unter kompletter Einrichtung? In unserem Falle bedeutete dies eine Menge Elektronik-Schrott, mindestens drei Fernseher, der neueste zehn Jahre jung, Verstärker mit Surround Technik, ohne Lautsprecher. Kabelstecker aller Geräte werden dauernd ausgerissen und bei Gebrauch erneut gesteckt. Schalter fanden den Weg noch nicht nach Satun. Die Leute flicken ohne jegliche Kenntnisse Stecker und Dosen, ahnungslos welche Gefahren von schlecht isolierten Leitungen und mangelhaft installierten Anschlüssen ausgehen. Installation Die Betten waren mit Matratzen aus einem Kung-Fu Trainingszentrum ausgerüstet. Die Kämpfer härteten darauf ihre Hände, bevor sie Backsteine zertrümmerten. Dick schaute sich nach Matratzen um und bestellte eine: Queen Size. Matratzen haben annähernd Seitenverhältnisse wie 2:1, 4:3, und 1:1. Die Spezialisten lieferten ohne langes Überlegen Kingsize, 1:1. Unsere bestellte Grösse, 4:3, war nicht lieferbar. Dick fand nach weiterer Suche ein Geschäft mit einer Matratze. Auswahl wie in Chiang Mai gab es nicht.
Bettwäsche in der gewünschten Grösse gab es nur in gemischter Qualität oder in Polyester – mit Farbtönen für psychedelische Angstträume. Reine Baumwolle besorgten wir in Kuah, Malaysia.

Wir vertrauten der Kücheneinrichtung nicht lange. Nach kurzer Besichtigung der Kochgelegenheiten, kaufte ich ein drei flammiges Gasrechaud. Die Kunststoff-Teller benutzten wir einmal, weil sich das Rot unserer Tomatensauce nicht mehr entfernen liess.
Jedes zarte Stück Wasserbüffel widersteht sämtlichen verbogenen, dünnschicht Gäbelchen. Die ehemals beschichteten Teflonpfannen sind blank gescheuert. Der gebratene Fisch klebt unlösbar, ohne teure Kleber von Sika oder Araldit.
Der eine Kühlschrank lässt sich nicht mehr regeln. Unten im Gemüsefach gefrieren Salat, Zwiebeln und Kräuter. Flaschen bersten. Der andere Kühler kühlt gar nicht. Das Bier ist wohl temperiert, wie das Klavier von Johann Sebastian Bach. (1) Die Butter schmilzt und ermöglicht den Gebrauch der stumpfen Messer, denn schneiden kann man damit nicht. Die Bearbeitung warmer Butter dagegen ist möglich.
Im Bad ist ein Wassererhitzer zum Duschen montiert. Wegen mangelndem Druck liess er sich nicht benutzen. Ein Wassertank und eine Pumpe wurden installiert.

Wie seinerzeit in LanNa Land, wird im Ort, ebenfalls in Wäschereien, nur mit kaltem Wasser gewaschen. Kaltes Wasser verteilt Bakterien bloss und vermindert deren Siedlungsdichte. Zur Hebung der Hygiene der Unterwäsche werde ich ein Wasch-Maschinchen kaufen müssen. Damit entlaste ich ebenfalls Dick. Gegenwärtig schmeisst sie schmutzige Wäsche in einen grossen Wasser-Behälter und stampft den Inhalt mit den Füssen. Im günstigsten Fall könnte sie sich dabei unfreiwillig einen Fusspilz holen.

Nach meinen Aufzählungen musste ich mir sagen, leider polemisierte ich erneut. Diese Dinge stimmen, aber sie sind keinesfalls repräsentativ. (2)

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Sebastian_Bach
(1) https://www.youtube.com/watch?v=mu_C_g8VoPE
(2) https://hinterindien.com/2014/11/15/briefe-aus-thailand/

Endlose Plackerei (mit Rosinen)

Im Dorf an den Reisfeldern versuchte ich, Selbständigkeit zurück zu gewinnen. Physiotherapeuten im Spital, Masseusen aus der näheren Umgebung, unterstützten mich.
Mit der linken Hand konnte ich keine Dart-Pfeile werfen. Die Distanz war zu lang, das Ziel zu hoch. Ich übte während Monaten. Bevor mir die Zielscheibe samt Pfeilen gestohlen wurden, traf ich wieder. Leider keine ausgewählten Ringe.

Im November sass ich im Wohnzimmer bis zu den Knien in den Fluten einer ortsüblichen Überschwemmung. Ernsthaft stellte ich mir die Frage, wie verrichten Damen von Welt, oder Gentlemen, in dieser Situation die Notdurft, denn die ganze Wohnung hat Badezimmer-Pegel. Besitzer eine Flügels von Steinway & Sons könnten ihr Geschäft diskret hinter dem Instrument verrichten. (1)
Einige Wochen zuvor dachte ich daran, das Häuschen auszubauen, ein rollstuhltaugliches Badezimmer und eine kleine Terrasse als Esszimmer zu errichten. Nach der Flut plante ich einen Neubau, mindestens einen Meter über dem Strassenniveau. Ich zeichnete Pläne und konstruierte ein behindertenfreundliches Gebäude mit leichten Steigungen, ohne Schwellen und verkehrsbremsende Türen. Für die Fussgänger gab es unvermeidliche Treppen. Für mich dreissig Meter Umweg. 2004 Haus 141 Das Haus steht und ist seitdem meine bevorzugte Unterkunft, das beste Hotel Asiens.
Weil ich nun fast während des ganzen Jahres in Chiang Mai lebte, litt ich zunehmend unter dem kühlen Winterwetter. Die Temperaturen fallen nachts manchmal im Garten unter zehn Grad Celsius. Mit elektrischen Heizkörpern, konnten wir bloss ein kleines Zimmer wärmen.

Letztes Jahr verreisten wir nach Sabah, bevor es grimmig kalt wurde. Danach wollte ich eigentlich im Raum Singapur – Malaysia überwintern. Kurzfristig konnte ich die notwendige Medizinaltechnik nicht erwerben. Zwangsläufig reisten wir am 19. Januar nach Chiang Mai zurück. Am 20. Januar erlebte ich ein böses Erwachen. Die Kälte lähmte mich. Die Schmerzen waren unerträglich. Ich begann den grössten Fehler meines Lebens: Ich schonte mich. Innerhalb weniger Wochen waren meine Muskeln verschwunden. Ich schaffte die lebenswichtige Strecke vom WC in den Rollstuhl nicht mehr. Ich konnte weder Flaschen noch Getränkedosen öffnen.
Masseusen verschlimmerten meine Leiden, weil sie versuchten, die Gelenke zu behandeln. Die Beste und Teuerste versuchte es mit heissen Umschlägen, bis ich sie in die Wüste schickte. Sechs Monate arbeitete ich daran, die Kraft zurück zu gewinnen und riss mir dabei verschiedentlich den Hintern auf. Zusätzlich waren die Hüften vom Liegen und Anprallen von Dekubitus-Geschwüren dekoriert. (2)
Mein Bruder war schwer krank. Ich wollte ihn besuchen und war unfähig zum Reisen. Ich hasste mich.

Dick arbeitete, nach dem sie mich frisch gepflastert hatte, im Salon. Es war gut so, denn auf diese Weise musste sie sich nicht den ganzen Tag lang mein gequältes Stöhnen anhören. Eine Schwierigkeit war, dass sie um fünf Uhr nachmittags kurzfristig zu abendlichen Sitzungen der Gemeinde aufgefordert wurde. Dort wurden Probleme nur gewälzt, nie gelöst. Anstelle feiner Häppchen gab es geisttötendes Palaver.
Sofern die Gemeinde keine dringenden Anliegen hatte, waren es Nachbarn und endlos die Familie, drei erwachsene Kinder, deren Kinder, Onkel, Tanten, am Häufigsten – die Mutter. Weitere Abwesenheiten waren Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und unvermeidlich, unplanbar – Kremationen. Wenn Dick nach zehn bis vierzehn Stunden Abwesenheit ermüdet vom Tagewerk zurückkam, vergass sie die Einkäufe. Es gab kein Futter im Haus.
Mein Ziel war klar: Ich wollte dringend weg. Zwecks Umgehung der neunzig Tage Regel verreisten wir üblicherweise spätestens alle neunzig Tage. Nun war ich seit Januar gefangen, in meinem selbst gebauten Verlies. Ende August war es soweit, ich schaffte den Badezimmer-Transfer und reiste in die Schweiz. Mein Bruder verstarb am Tag der Abreise.2012 Haus  März Seit September suchten wir in Malaysia eine Unterkunft an der Wärme.
Auf Lankawi, Kuah, fasste ich Mitte Oktober einen überflüssigen Dünnpfiff. Der schwächte mich. Erneut fehlte die Kraft zum Stützen. Bei Transfers vom WC in den Rollstuhl riss ich wieder den Hintern auf. Ich war allein. Dick besuchte ihre Mutter in Chiang Mai und litt später an Dengue Fieber.
Meine Wunden eiterten. Dick war zur Stelle. Wattestäbchen, Betadine und sechs Meter Pflaster halfen etwas. Das Zeug ist zugeflickt, nicht ganz dicht, dafür immer noch schmerzhaft. Weil Dick nur dreissig Tage in Malaysia bleiben kann, pendeln wir zwischen Langkawi und Satun.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Steinway_%26_Sons
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Dekubitus

Meine Langkawi SIM Karte

In den Bereichen von Rezeption und Bar bietet das Hotel gratis WIFI an. Im Zimmer wird es teuer. Pro Stunde kostet Surfen zehn Ringgit. Deshalb sind in Spitzenzeiten sämtliche Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum von Menschen mit Smartphones besetzt.
Meist junge Chinesinnen, das gefärbte Haar modisch geschnitten, plappern, spielen und fingern – in reizenden, neu erstandenen duftigen Röcken – mit den letzten technischen Wunderdingern. Sie setzen knallige Farbtupfer gegen dunkel verschleierten Muslimas. Mit ihrem Fleiss in den Ferienberichterstattungen, verunmöglichen sie einem alten Knacker, seine Beiträge fristgemäss auf WordPress zu publizieren.

Zum Preis von drei Stunden Hotelinternet, bieten mehrere Firmen dreissig Tage unbeschränkten Zugriff auf Ihre Netze an. Leider verkauft in Cenang niemand SIM Karten des führenden Anbieters in Malaysia. Sofern man glücklicherweise eine Karte besitzt, lässt sie sich beliebig aufladen.
Wir wanderten während Stunden und suchten einen Chip des gelben Anbieters. Gegen den Durst tranken wir Kokoswasser. Den Rum zur Veredelung des isotonischen Getränks führte Dick in ihrer Tasche spazieren. Ein junger Gast aus Neuseeland kratzte mit einem Schaber Fruchtfleisch aus seiner trockenen Nuss. Er fiel fast vom Hocker, als er meinem Bar-Girl beim Mischen der Flüssigkeiten zusah. Ich erklärte dem Neuseeländer, zu viel Isotonie würde monoton wirken.
Der braune Rum aus Barbados weckte mein Erinnerungsvermögen. Plötzlich wusste ich, wo das Geschäft mit dem Schriftzug auf gelbem Grund zu finden war. Im schummrigen Abendlicht kaufte ich meine SIM Karte. Ich bemerkte nicht, dass die gelbe Karte in Wirklichkeit orange war.
Im Hotel steckte ich die Karte in einen Dongle. Dann schaltete ich das Ultrabook ein.
Voilà, ich hatte Verbindung mit dem Internet, etwas langsam zwar. Dann entdeckte ich,
dass das Ding im Roaming-Verfahren über Thailand arbeitete. Rasch schaltete ich das Gerät aus und steckte die Karte in das Zenfone.
Das Aktivieren der SIM-Karte mit der angegebenen Telefonnummer funktionierte
nicht. Ich erhielt nur Fehlermeldungen und wusste nun, das Produkt war nicht vom gelben Anbieter.
Ich rief den Kundendienst per Telefon mit einer SIM Karte der Konkurrenz an. Der Mann sprach für teures Geld lange Zeit auf mich ein.
„Sie benötigen ein APN/AVN Setting!“
Er diktierte eine Seite Code. Ich wusste, eine falsche Zahl, Gross- anstatt Kleinschreibung, ein fehlender Beistrich – meine Eingaben würden nicht funktionieren. Ich bat den Herrn, mir doch ein Mail mit den Instruktionen zu senden. Er wollte nicht, er sträubte sich. Er murmelte: „Kundendienst, Verkaufsstelle“.
Wir besuchten den Laden. Der Internetspezialist an der Kasse war nicht erfreut über meine Reklamation. Ich war nicht der erste enttäuschte Kunde. Er versuchte sogleich, die Firma anzurufen. Es war Freitag. Niemand beantwortete das Telefon. Wir kauften Haarwaschmittel und einige Getränke. Die Getränke wurden uns geschenkt.Stilleben mit Bier Zurück im Hotel suchte ich im Internet die Mailadresse des Anbieters. Nach geraumer Zeit fand ich die gut getarnte Anschrift. Ich bat höflich um den Code des Instruktionssatzes. Am Montagnachmittag erhielt ich das gewünschte Email. Ich vertippte mich etwa eine halbe Stunde lang, dann stand die Verbindung. Smartphones sind für zarte Frauenhände, nicht für die zitternden Pranken eines alten Kranken.

Warum druckt die Firma ihre Werbung auf Format A4 Hochglanzpapier und hinterlässt bloss eine Telefonnummer wie *088.88.8#, die dann doch nicht funktioniert. Es hätte dort genug Platz für genaue Installationsanweisungen. Kundennähe fand ich ebenfalls auf der Homepage nicht.
Wir besuchten die freundlichen Menschen im Laden. Während ich die erfolgreiche Installation meldete, erledigte Dick einige Einkäufe. Wieder wurden Waren geschenkt.

Als Dick neulich einige Dosen Getränke besorgte, gab die Chefin eine Stange der dreieckigen Schokolade aus der Schweiz mit. Die guten Leute ruinieren sich und das Geschäft durch den Verkauf dieser SIM-Karten.

http://de.wikipedia.org/wiki/SIM-Karte

Faustrecht auf Strassen und Wegen

Mein Eindruck, der Strassenverkehr in Malaysia sei weniger aggressiv als in Thailand, ist nicht falsch. Es gibt aber auch hier unbeherrschte Fahrer, sei es vom Charakter her – oder, dass sie ihre Vehikel nicht beherrschen. Die Geschwindigkeit des Denkapparates unterliegt bereits bei geringer Beschleunigung oft der Fortbewegungsgeschwindigkeit des Fahrzeuges. Das resultiert bei zu spätem Abbiegen zu Folge-Schäden an Signalstangen, Laternenpfählen, Fahrzeugen und Strassenbegrenzungen.

Die Gefahr, beim Gebrauch der Hupe erschossen zu werden, ist weitaus geringer als in Thailand. Obwohl die Armee hunderttausende von Schiessprügeln beschlagnahmte, kommt es im LOS praktisch jede Woche vor, dass ein durch Hornsignale oder Überholmanöver beleidigter, kleinkarierter Gangster im Fahrzeug zur Faustfeuerwaffe greift und seinen wertvollen Beitrag zur Begrenzung des Geburtenüberschusses liefert. Trotz bleifreiem Treibstoff wird die Luft durch diese Handlungen mit Schwermetallen belastet.

Hierzulande liegen die Nerven öfters blank. Die gute Erziehung des Elternhauses, die gepaukte Moral von Schulen und religiösen Vorbetern, sie alle verpuffen plötzlich im Nichts. So hatte der achtundfünfzig jährige Herr Direktor Khoo Kok Ann am 17. November morgens einen wüsten Aussetzer, vielleicht das erste Anzeichen einer schleichenden Demenz-Erkrankung.
Er blockierte mit seinem Wagen das Fahrzeug von Frau Alisa Thean Wei Yun. Er stieg aus und bespuckte das Vehikel der Dame. Spuckenderweise verbog er mit den Händen die Scheibenwischer. Möglicherweise flog ihm während der Fahrt eine Wespe in den Mund und er musste den Brummer raschmöglichst loswerden. Direktor Khoo Kok Ann plädierte vor Gericht jedenfalls auf unschuldig.
Dumm für den Angeklagten war, dass Frau Alisa die Szene mit ihrem Smartphone filmte und das seltsame Verhalten einem grösseren Publikum auf Gesichtsbuch zeigte.

Der Richter verlangte zehntausend Ringgit für jeden Anklagepunkt. Mich nähme Wunder,
wie die Scheibenwischer berechnet wurden. Weil es keine Vorstrafen gab, versuchte der Verteidiger, die Preise auf tausend Ringgit herunter zu handeln. Diese ausserordentlich wichtige Verhandlung für die Menschheit wird Mitte Dezember fortgesetzt.

Am selben Montag – zur selben Zeit – attackierte ein achtundvierzig jähriger Taxifahrer eine sechsundzwanzig jährige Automobilistin. Der Taxifahrer hatte es eilig und bedeutete dem entgegenkommenden Fahrzeug, die Strasse frei zu geben. Als die Frau die Aufforderung nicht sofort befolgte, rammte der nervige Typ mit seiner Kiste ihren Wagen. Dann stieg er aus, verteile Ohrfeigen und Kniffe, bevor er sich, nach seiner Aktion offenbar befriedigt, davon machte.
Wie glaubwürdig solche Zeitungsberichte sind, zeigt die Angabe, der Fahrer sei am Dienstag in seinem Haus festgenommen worden. Der Kommandant Zainol Samah des Polizeipostens von Dang Wangi sagte dagegen, die Festnahme des flüchtigen Delinquenten sei bereits am Montag erfolgt.Tanjung Malai
Selamat Jalan,
gute Fahrt, Low, Tanjung Malai