Gesammelte Leckerbissen über 1700 Kilometer

Am Ende einer harten Tagestrecke freuen wir uns stets auf das Abendessen. Wir fanden auf dem langen Weg nur zwei herausragende Küchen. Die eine befindet sich in Nakhon Sawan. Die Thai Küche ist wieder grossartig, seitdem der letzte Koch gefeuert wurde.
Die zweite Station, die ich sofort wieder aufsuchen würde, ist in Nakhon Pathom, das chinesische Restaurant des Mida Dhavarati Hotels.

Es gab auch weniger delikate Speisen. Eine Speisekarte reizte meinen Appetit mit Nudeln und gebratenem Schweinefleisch an einer braunen Sauce.
Die Preise für Schweinefleisch sind im Keller. Zuletzt bezahlten wir um vierzig Baht für ein Kilogramm. Gute Nudeln kosten fast das Vierfache. Ein Fläschchen Betadine, Inhalt dreissig Milliliter, kostet in Satun nun vierundvierzig Baht. In Chiang Mai waren es noch achtunddreissig Baht.
Wie reagierten die Köche beim Erzeugen des Nudelgerichts? Mir wurde eine Schüssel mittlerer Grösse hingestellt. Aus einem undefinierbaren Sud winkte mir ein Berg, ein thailändisches Matterhorn von Schweinefleisch entgegen. Nach emsigem Graben fand ich darunter versteckt einige teure Nudeln. Die braune Sosse war eine klare Suppe. Nur der Sherry zum Verfeinern fehlte.

Preisgünstig assen wir in Thung Song. Für Schweinssuppe, Huhn mit Reis, und Meeresfrüchte Salat legte Dick in der Nähe des Parks hundertvierzig Baht auf den Tisch. Die Suppe war einmalig gut.

Zurück in Satun gibt es wieder frisches Brot. Weil Dick mit ihrem verletzten Arm Mühe beim Kneten bekundete, kaufte ich im April eine Küchenmaschine von Kenwood.
Der Schaden an der Schulter wurde entgegen meinen Vorstellungen in Chiang Mai nicht behoben, obwohl die Versicherung Kostengutsprache erteilte. Aber die Dame Kenwood in Satun werkelt problemlos und ohne zu meckern.
Leider gibt es zum Brot weder gute Wurst, Schinken noch Käse. Der Grana Padano aus Italien ist nicht mehr im Angebot. Der sogenannte „italienische“ Käse wird aus Wisconsin, USA, importiert. Die Shitake Pilze sind aus Chinas Pilzzuchten! Wahre Lebenskünstler in den Tropen züchten Käse und Pilze in ihrem Schuhwerk.

Gegrillte Hühnerkrallen

Am 5. Mai erhielt Dick in Satun verschiedene Anrufe aus Hang Dong, Mutter sei bereit zum Sterben. Die Ärzte prognostizierten die Überlebensdauer auf wenige Tage. Es gäbe keine Therapien mehr. Am Montag müsse sie das Krankenhaus verlassen. Einen Tag später reisten wir Richtung Norden. Die Reise von annähernd 2000 Kilometern, sollte vier Tage dauern. Am Montag erreichten wir unser Dorf. Ich war froh, dass wir es zeitlich schafften und Dick ihre Mutter begrüssen und gleichzeitig Abschied nehmen konnte.
Dick erzählte anschliessend, der Magen oder/und der Darm seien durchlöchert. Mutter verliere immer wieder Blut. Seit zwölf Tagen habe sie keine feste Nahrung mehr zu sich genommen.

In der ausgetrockneten Provinz Nakhon Sawan, holte ich mir am Montag auf der Durchreise eine bösartige Darmgrippe. Haferschleimsuppen halfen in der Vergangenheit in solchen Fällen dem kleinen Goon und mir. Deshalb kochte ich Hafer.
Dann dachte ich, vielleicht könnte ich der Kranken eine Schale mit Suppe abgeben. Sie schlürfte das unbekannte Farang Zeug. Sie verdaute es. Sie erholte sich dank den Süppchen sichtbar. Sie konnte sogar unter Benutzung einer von mir konstruierten Gehhilfe aus PVC aufstehen.
Die Angehörigen fanden, Farang Suppen seien zur Förderung des Wohlbefindens Thai Delikatessen weit unterlegen. Die Patientin genoss ihr heimisches Essen. Als krönenden Abschluss gab es Melone. Nach der Melone folgte das blitzartige Erwachen, als die Kranke im zehn Minuten Takt erbrach. Nach einigen Stunden beförderten die hilflosen Schlaumeier ihre Mutter ins Krankenhaus.

In meiner Jugendzeit, las ich Bücher über Indien. Da gab es Radschas, Maharadschas und Moguln. Einige davon krepierten jämmerlich, weil ihnen dank Hof-Intrigen Tiger-Schnurrhaare ins Essen geschnippelt wurden. Die Haare durchdrangen Magen und Darm und liess die reichen Herren verbluten. Es braucht nicht unbedingt Tigerhaare, Grannen genügen. Was stellten die Gauner mit der alten Frau an? War es Rattengift – oder ein einfacher Haushaltunfall?ger-med
Nach der Rückkehr vom Spital begann ich erneut mit Suppendiät für die Patientin. Ich wechselte später erfolgreich auf Griesspudding und Polenta. Das ging solange gut, bis schwachsinnige Trottel die Alte mit eingeschleppter Nahrung fütterten. Einmal entdeckte Dick im Erbrochenen schwarzen Reis. Jede Kotzerei erforderte eine Reise ins Krankenhaus, denn die Patientin konnte keine Pillen schlucken.
Füttern verboten, hiess es im Tierpark Dählhölzli in Bern. Genau das setzte ich zum Schutz unserer Kranken in PhonPhat durch.

Vor wenigen Tagen beschwerte sich Dicks Bruder mit Tränen in den Augen, Mowgli hätte sich schlecht benommen, ihn tief beleidigt und sogar aus dem Haus geschmissen. Dick wollte mehr erfahren.
„Ich wollte doch Mutter eine Freude bereiten und brachte ihr gegrillte Hühnerkrallen!“

Wir sind länger als einen Monat in Chiang Mai. Die Frau lebt immer noch. Thais hätten sie mit Klebreis und Krallen längst umgebracht.

Dr. Christian Friedrich Ludwig Wildberg, 1812
Handbuch der gerichtlichen Arzneywissenschaft…
https://books.google.ch/books?id=O6F2YQiCsr4C

http://www.tierpark-bern.ch/index-de.php?frameset=1

Verdauungsstörungen

In diesem schönen Lande sind Krankheiten, besonders Verdauungsprobleme im Zunehmen begriffen. In den vergangenen Monaten erlebten wir mehrere Todesfälle durch Lebensmittelvergiftungen. Dicks Mutter erholte sich bis heute nicht von ihrer todbringenden Suppe. Dicks Schwester beachtete beim Kauf das Schild an der Garküche nicht: EXIT. Zehn Personen aus unserem Bekanntenkreis, darunter ein zwei jähriges Kind, leiden neu an Krebs.

Während vier Tagen zwischen Satun und Chiang Mai wurde ich zweimal verseucht.
In Phetchaburi wählte Dick die falschen Nahrungsmittellieferanten. Es war glücklicherweise ein kurzes Leiden. Nach zwanzig Stunden fühlte ich mich wieder gut.
In der Provinz Nakhon Sawan bestellten wir zwei Tage darauf eine Hühnersuppe. War es ein verwesendes, verdurstetes Huhn, war es schlechtes Wasser? Der Wassermangel in der Gegend war beeindruckend. Vertrocknende Bananenstauden – sogar Palmen liessen ihre Wedel traurig hängen. Meinem Wedel erging es nach der toxischen Suppe ähnlich.

Als wir bei MAKRO in Chiang Mai mit Kühlbox einkauften, war es sehr heiss, über vierzig Grad im Schatten. Leider gab es nur wenige schattige Plätze. Beim Wegfahren liess uns der Fahrer eines Kleinlasters bequem einsteigen, bevor er in die Lücke preschte. Ich verbrannte mir fast die Hände, als ich mich in den Wagen hisste.
Auf der Ladefläche seines Fahrzeugs lagen ungeschützt fünfzig Kilogramm tote Hühner von TESCO LOTUS in der Hitze. Sie sollten offenbar gebräunt werden. Eine neue Thai Spezialität: Huhn mit Sonnenbrand.
Der Mann wollte zusätzlich etwas preisgünstigeres Schweinefleisch als bei TESCO erstehen. Bei fünfzig Kilogramm ergibt die Ersparnis von einem halben Baht pro Kilogramm schlussendlich eine billige Dose Bier. Die Einkäufe, nicht das Bier, waren für die Kinder einer Schule bestimmt. Hoffentlich besorgte er auch genügend Papier, um die Rückstände nach der zu erwartenden Scheisserei zu beseitigen.
Der kleine Goon und seine Schulkameraden erkrankten durchschnittlich alle drei Monate an Lebensmittelvergiftungen. Es gab Todesfälle unter den Kindern.

Verderbendes Huhn und Schweinefleisch sind nur die Spitze eines riesigen Lebensmittel-Skandals.
Eine Vereinigung, das Thai- Pesticide Alert Network (Thai-PAN), liess in England Früchte und Gemüse untersuchen. (1,2,) Die Produkte, mit offiziellem Qualitätszertifikat einer Amtsstelle, stammten aus Märkten von Bangkok, Chiang Mai und Ubon Ratchathani. Die Hälfte der untersuchten Proben wiesen gefährliche Mengen giftiger Rückstände auf.
Sogar ein Viertel der Proben mit der Ursprungsbezeichnung „ORGANISCH“, das bedeutet frei von Chemie, wurden beanstandet. Einen Unterschied von Produkten aus teuren Einkaufszentren oder preisgünstigeren Märkten gab es nicht.
Hundert Prozent des Chilis wies Rückstände auf. Basilikum und die langen Thai-Bohnen brachten es auf fast siebzig Prozent.

Anstatt, dass die Amtsstelle für Agrarprodukte und Lebensmittelstandards, mit ACFS-Generalsekretärin Dujduan Sasanawin, endlich entschieden gegen die Giftmischer in der Nahrungsmittelproduktion vorgeht und für unbedenkliche Lebensmittel sorgt, verbreitet sie Lügen und griff die Ergebnisse der Untersuchungen von Thai-Pesticide Alert Network an.
Die Behörde für Agrarprodukte und Lebensmittelstandards (ACFS) erklärte den Genuss von Obst und Gemüse für gesundheitlich unbedenklich. (3) Seit Jahren zeichnet sich dieses Amt durch absolute Untätigkeit und Unfähigkeit aus.

(1) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/bangkok/74143-pestizide-in-obst-und-gemuese.html?utm_source=Wochenblitz+Clean+All&utm_campaign=bd9ae3fea3-Aktuelle+Nachrichten+aus+Thailand&utm_medium=email&utm_term=0_34a48916ce-bd9ae3fea3-286912533
(2) http://www.bangkokpost.com/learning/learning-from-news/959425/pesticides-in-fruits-vegetables-govt-quality-mark-fails-test
(3) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/bangkok/74208-obst-und-gemuese-unbedenklich.html

Beschwerden aus der Backstube

Aus unseren Teigmischungen mit 500 Gramm Mehl entstanden jeweilen annähernd 800 Gramm Brot, warm und feucht gemessen. Wir experimentierten und mischten Bananenbrot ohne Zucker, Rosinenbrot und Speckbrot. Alles gelang vorzüglich. Jetzt sind wir am Ende. Der Grund ist, es gibt gegenwärtig kein Mehl in Satun!

Trotzdem sitzen wir nicht gelangweilt in der Hitze. Wir reparieren weiter am Haus. Der Eingang zur Küche liess sich nicht sichern. Von zwei Riegeln funktionierte nur einer, weil die Schweisser zu faul waren, ihr Werk zu kontrollieren.
Eine Stahl-Bride war viel zu knapp bemessen, glücklicherweise mit bloss zwei Tropfen Lot befestigt. Meine guten Werkzeuge sind in Chiang Mai. In Satun wird nichts Vernünftiges angeboten. Wir hatten eine Bohrmaschine oder eine grosse Metallbügelsäge.
Mit der Bohrmaschine gelang es uns zu zweit, einen Lottropfen zu entfernen. Die Bride öffnete sich um zwei Millimeter. Der Riegel funktioniert nun. Unser Chromstahlschweisser wird mir eine Massbride herstellen, die ich später mit der Stahltüre verschrauben werde.
Stahltüre
Ich liess ein mängelloses Haus in ähnlicher Grösse errichten. Es kostete mich weniger als 500‘000 Baht. Zahlreiche Steckdosen mit Unterputz-Leitungen und FI-Sicherheitsschaltern inbegriffen.
Für die, auf den ersten Blick nette Behausung in Satun, verlangten die Erbauer vor drei Jahren 2,8 Millionen. Die Dame bezahlte, ohne die schräge hängenden, teilweise zu kurzen Türen zu bemerken. Dass sich die Küchentüre nicht verriegeln liess, bekümmerte sie nicht. Die Gauner verkauften preisgünstige thailändische Vinyl Türen und Fenster als teure australische Aluminium-Produkte. Rahmen dichten
Der grosszügige Eingang zur Veranda mit defekter Silikon Versiegelung liess Insekten freien Zugang in die Wohnräume. Dick entfernte das schleimige Zeug, das nicht dichten konnte, weil die hirnamputierten Monteure seinerzeit vergassen, die Schutzfolien am Vinyl-Rahmen zu entfernen.
Als Rechenkünstler und bauleitender Ingenieur ermittelte ich, dass auf 60 Zentimeter Länge ungefähr 125 Kubikzentimeter Dichtungsmasse erforderlich wären. Das ergibt für 240 Zentimeter einen halben Liter. Mittlerweile verbaute Dick fünf Kilogramm, weil der Tür- und Fensterrahmen offenbar gänzlich in der Luft hing. Dichtungsmasse aus dem Wohnzimmer floss unter dem Rahmen auf die Veranda. Anhand der Menge Dichtungsmittel müssen wir annehmen, dass nicht nur der Kunststoffrahmen, sondern auch die Fliesen des Wohnzimmers teilweise luftgefedert installiert wurden.

Gegenwärtig sind wir unterwegs, um in Chiang Mai Mehl zu kaufen. Nein, der Grund ist ein anderer. Aber es wird wohl kaum Hamme und Zopf angeboten werden.
In zwei Tagen schafften wir die Hälfte des Weges. Am Samstag kamen wir von Chumphon in Phetchaburi an. Am Sonntag geht die Reise über Bangkok nach Nakhon Sawan. Wenn der Koch die Stelle nicht wechselte, werden wir dort fantastisch essen. Am Montag sollten wir in Chiang Mai ankommen. Vorher muss ich unbedingt meine Nervenfasern durch rostfreie Stahlseile ersetzen lassen.

Um Details zu sehen, können sie die Bilder zwecks Vergrösserung anklicken.

Unsere Reise in den Süden

Eingeplant waren Übernachtungen in Nakhon Sawan, Suphan Buri – zwecks Besichtigung der riesigen Schlange und der chinesischen Heiligtümer, Cha Am oder Hua Hin – wegen der Distanzen und durch die Strassensanierungen langen Fahrzeiten. Weitere Aufenthalte in Chumphon – angenehmes Hotel mit ehemals gutem Barkeeper – der neue Schüttler ist nicht ebenbürtig, Surat Thani – um Ermüdungserscheinungen vorzubeugen, Nakhon Si Thammarat – Geländeerforschung zwecks neuer Unterkunft, Songkhla – Fahrt entlang dem östlichen Meer, rechter Hand die verschmutzten Süsswasserseen Thale Luang und Thale Sap Songkhla – mit letzten besseren Unterkünften vor Satun. Die üblichen Resorts zeichnen sich durch enge, muffige Raumverhältnisse und fehlendem Komfort aus. Ruhestätte in Ranot

Letzte Ruhestätte am Meer bei Ranot, Phattalung

Beste Mahlzeiten genossen wir wie erwartet in Nakhon Sawan. Gut war es in Suphan Buri und Chumphon. Die Peking Ente in Nakhon Si Thammarat war fantastisch. Für die weiteren Speisen, unter anderem einem ordinären Club Sandwich, zeigte mein Magen Verständnislosigkeit für das verwendete Öl.
Zur Erholung verbrachten wir insgesamt vier Nächte in Nakhon Si Thammarat.
Nach der ersten unvorteilhaften Nacht wechselten wir das Hotel – von betrüblich auf Luxus.
Während unserer Reise im März genügten drei Übernachtungen. Nach knappen drei Wochen Aufenthalt in Chiang Mai, war Dick weniger durch die Anliegen der Familie gefordert. Meine Gelenkschmerzen hielten sich damals in Grenzen.

Der neue Mitsubishi Attrage soff mit knapp fünf Liter auf hundert Kilometer fast weniger als wir. Unsere Blitzhalte an den Tankstellen galten vorwiegen der Benutzung der Bedürfnisanstalten für überfüllte Harnblasen von Thai-Lenkerinnen.

Am Sonntag um die Mittagszeit erreichten wir Satun. Die Ankunft in unserem Heim war ernüchternd. Der Wasserstand im Fischtrog lag bei zehn Zentimetern. Ich sah bloss grüne Wasserpest. Wir füllten Wasser auf. Die blauen Fadenfische gediehen unglaublich schön. Die rosafarbenen Speisegurami wiesen Längen von zwanzig Zentimetern auf. Unsere Wildfänge aus dem Fluss am Affenfelsen hatten Nachwuchs. Aus den Diskusfischen wurden keine Scheiben. Sie entwickelten sich mit unglaublich kräftigen Farben in die Länge.

Wir hatten wenig Lust, sofort in unserer gemieteten Schimmelpilzzucht zu übernachten. Wir buchten zuvor das bestbekannte Resort in Satun. Die Eigentümerin erhöhte die Preise um ein drittel. Warum? Es gibt ein neues, preisgünstiges Hotel in der Stadt. Die Zimmerpreise liegen unter neunhundert Baht. Darauf verlor sie ihre Kundschaft und sah sich nach Thaimanier gezwungen, ihre bereits unverschämten Preise auf eintausendsechshundert Baht anzuheben. Die dekorativen Wände im Zimmer zeigen unbemalten Verputz. Die Bodenkacheln lärmen und knacken. Telefone in den Zimmern gibt es nicht. Eine viertel Stunde nach dem Frühstück waren wir zu Hause.

Vom wenig sachgemässen Schrauben und anderem Pfusch im Paradies

Was wir nicht selbst reparieren können – ausgenommen Fahrzeuge – wird diskussionslos ersetzt. Das spart Ärger, Geld und Zeit. Unsere Liste durch unfähige ‚Fachleute‘ zerstörter Gegenstände ist endlos. Eigene Reparaturen scheitern oft an fehlenden Ersatzteilen. Einen Gummi-O-Ring kann man nicht kaufen, man müsste ihn stehlen!

Mowgli brachte sein Moped in die Marken-Vertretung zum Service. Danach entdeckte Dick, dass Öl aus der Maschine tropfte. Sie nahm die Quittung und brachte das Fahrzeug zurück. Der Chef des Unternehmens reagierte auf ihre Reklamation mit Unverständnis und Kopfschütteln:
„Nein! Das war ein anderer Betrieb. Wir arbeiten sorgfältig!“
Sie zeigte ihm die Quittung.
Zähneknirschend musste er eingestehen, dass Fehler gemacht wurden. Der Mechaniker vergass schlicht, den Dichtungsring einzusetzen. Dick dankte und meldete:
„Mein Moped tropft ebenfalls. Ich hole es gleich.“
Der betreffende Arbeiter schmiss damals die Verschlussschraube auf den schmutzigen Boden. Das Gewinde war voller Sand, Politur für Kolbenringe. Zusätzlich füllte ein ahnungsloser Fachmann das falsche Öl ein.

Auf der Rückreise von Bangkok wurden gegen Mitternacht mehrere Wagen in der Nähe von Ayutthaya mit Steinen beworfen. Zwei Wind-Schutzscheiben überlebten nicht. Eine junge Frau wurde durch Splitter leicht verletzt. Die Gruppe übernachtete darauf in Nakhon Sawan und meldete die Schäden der Versicherung.
Ein hirnloser Schreibtischtäter, (war es in Verkehrsunfall?) genannt Kundenbetreuer, wollte die beschädigten Fahrzeuge nur in Chiang Mai reparieren lassen. Welch ein gefährlicher Irrsinn, mindestens fünf Stunden Fahrt ohne Schutzscheiben!
Die Frontscheiben wurden in einer Markenvertretung, kein Hinterhofbetrieb, ersetzt. Darauf reiste die Gruppe weiter nach Pai. Die Arbeiten wurden äusserst mangelhaft ausgeführt. Beide Wagen verloren die neuen Gläser während der Reise ohne jegliche Fremdeinwirkung.

Die Öl-Ablass-Schrauben an Fahrzeugen überfordern die lächelnden Mechaniker im LOS (Land of Smile). Es wäre höchste Zeit, speziell für Thailand, endlich Motoren ohne Öl und Schrauben zu entwickeln.
Vor zehn Jahren wollte Dick in der Stadt einige kleine Einkäufe erledigen und gleichzeitig das Öl des neuen Mopeds wechseln lassen. Ich dachte, nach spätesten zwei, drei Stunden ist sie zurück. Ich erhielt die erste Lektion in angewandter Geduld.
Auf dem Rückweg verlor das Moped die berühmt-berüchtigte Schraube und sämtliches Öl. Dick musste das Moped einige Kilometer zurück in die Werkstatt schieben. Freunde oder Familie konnten damals nicht aufgeboten werden. Die Dorfweiber hassten die Zuzüglerin und boykottierten sie wegen des geklauten Party-Boys.

Der Motor des neuen Mopeds blieb nach dem Kauf alle paar Minuten stehen. Bei der (flüchtigen?) Montage wurde die Tankbelüftung vergessen! Eine feine Bohrung im Tankdeckel löste das Problem.
Löcher aller Grössen sind in meinem Ersatzteillager vorhanden.

Im Dorf liess vor wenigen Wochen die jüngere Eigentümerin eines neuen Fahrzeuges, ihr Traum, das lang ersehnte, das einzige Glück und Lebensziel, dessen Öl wechseln. Wenige Stunden später verliess sie das Haus. Sie wollte mit ihrem kostbarsten Besitz, dem Wagen wegfahren. Dabei trat ihr zartes Füsschen mit elegant teurem Schuh, obwohl es nicht geregnet hatte, in eine Pfütze. Ein malerischer See lag unter dem Fahrzeug. Sie roch es – reines Öl, ohne Sardinen.
Die Frau telefonierte mit dem einzigen Fachmann, dem ausgebildeten Spezialisten in der Werkstatt.
„Hören Sie bitte: Khaaa… . Mein Wagen verlor sämtliches Öl. Der arme Motor ist staubtrocken. Der Messstab zeigt gar nichts mehr an. Senden sie bitte möglichst schnell Hilfe mit Schraube und Öl! Khaaa….“
Der Vollpfosten liess sich nicht beirren und sprach in sein sehr intelligentes Smartphone:
„Fahren sie zu uns in die Werkstatt. Wenn wir unseren Kleinlaster benutzen, müssen wir ihnen für die zusätzliche Dienstleistung dreihundert Baht verrechnen!“

http://www.mas-fahrzeugtechnik.de/technik/motorenoel.html

Die International Civil Aviation Organization, ICAO, und die US Federal Aviation Administration, FAA, beschwerten sich: Auf Thailands Flughäfen und an Fluggeräten wird wenig professionell gearbeitet.
https://wahnsinnausdemwok.wordpress.com/2015/07/19/usa-und-eu-sind-sich-einmal-einig-thailand-ist-ein-hoffnungsloser-fall-teil-i/

Wahrnehmungsunfähigkeiten

Der Leser und Denker Illuminati weckte mich mit seinem Kommentar erneut aus Träumen und Tiefschlaf. Was kann er nur gemeint haben? Zweifelt er gar die verheerende Luftbelastung durch Feinstaub in Nordthailand an?
Zugegeben, mein zynischer Vorschlag, Särge mit Warnschildern zu versehen, grenzte an Leichenfledderei. Er war so sinnvoll, wie Aufforderungen, Dieselfahrzeuge regelmässig zu warten, oder Krematorien mit Filteranlagen auszustatten. Das ist bei Feuerbestattungs-Anlagen ohne Kamine, wie ich sie in LanNa Land antraf, unmöglich.

Dazu gesellt sich unsere subjektive Wahrnehmung, beziehungsweise die Wahrnehmungsfähigkeit. Einige tragen rosarote Brillen. Sie erkennen aus Selbstschutz nichts, was sie nicht mögen.
Für solche Mitmenschen gibt es keine schlechten Gerüche, weniger freundlich als Gestank bezeichnet. Sie sind gierige Allesfresser, die sogar neben stinkenden Abfalleimern oder auf schwelenden Müllhalden picknicken.

Unglücklicherweise habe ich einen empfindlichen Riechkolben. Er lässt mich jedoch die Feinheiten edler Weine erkennen, ohne sie zu trinken. Dieselbe Nase warnt mich vor verdorbenen Speisen. Auf deren Genuss verzichte ich gerne, weil ich die meisten Toiletten wegen baulicher Hindernisse, Treppen und zu schmale Türen, im Notfall nicht aufsuchen kann.
Dick kennt da weniger Skrupel. Sie isst, mit wenigen Ausnahmen fast alles, was aufgetischt wird. Danach generiert sie neue Welt-Bestzeiten im Schittathlon auf glitschigen Slaloms zu Toiletten, sofern sie sich nicht vorher übergibt. Sie tut dies mit beneidenswerter Leichtigkeit, während ich mich jeweils stark schwitzend, ergebnislos fast zu Tode würge.

In reiferen Jugendjahren konnte ich defekte Elektrogeräte dank der hohen Sensibilität der Geruchsempfindlichkeit ohne Messgeräte reparieren. Defekte Gleichrichter aus Selen, es gibt sie heute nicht mehr, rochen für mich ähnlich, wie Neugeborene mit vollen Windeln. Die „Déformation professionelle“ liess mich Jahrzehnte später bei meinen Kindern ausrufen: „Es riecht nach Selen!“ (1)

Es mag zwei Wochen her sein. Ich lag bereits im Bett und wartete auf Dick. Ihre Mutter beanspruchte ihre Anwesenheit grenzen- und zeitlos. Als Dick endlich kam, füllte sie das Haus mit stechend durchdringendem, scharfem Gestank. Sie selbst bemerkte nichts.
Die dicke Luft liess mich nicht einschlafen. Ich suchte nach einer Erklärung. Fuchs und Marder waren es nicht. Katze! Ich verliess das Bett und suchte.
Wahrhaftig – da pisste doch ein verliebter Kater in einen auf der Veranda wartenden, mittlerweile im Schlafzimmer anwesenden, flauschigen Pantoffel.

Bei Rauch differenziere ich. Gartenabfälle und Qualm toter Tiere miefen, sind jedoch in geringen Mengen unbedenklich. Gummi und Autopneus, die ich von Kleptomanewitschs Stahlwerk her kenne, hinterlassen schwerer verdauliche Spuren. Wolken von PVC, PolyVinylChlorid, gehören für mich zur Giftklasse. Weniger vorsichtige Menschen garen über diesen glimmenden Wohlgerüchen Würste und Fleisch. Die Gase riechen nach Chlorwasserstoff. Es entstehen gesundheitlich bedenkliche chlororganische Verbindungen. (2)

Bereits beim Landeanflug in Bangkok anfangs Februar tauchte die Maschine in bunte Farbkombinationen von Luft. In Bangkok ist die Luftqualität weitaus besser als im Norden des Landes.
Tags darauf besorgten wir in Hangdong Nahrungsmittel bei einem Grossverteiler. Als ich mich danach ins Auto setzte, bemerkte ich schwarz gefärbte Hände. Ich erinnerte mich nicht, dass ich dunkle Gegenstände, Apparate oder Isan-Frauen, angefasst hätte. Meine Handflächen blieben während drei Wochen in Chiang Mai mehr oder weniger dunkel. Waschen half nur kurzzeitig.
In Nakhon Sawan verminderte sich die Einfärbung. Drei Tage später, in der Gegend des Mae Tha Chin, Distrikt Sam Phran, Provinz Nakhon Pathom, verschwand die Verfärbung allmählich. Ich nehme an, es handelte sich um chemische Reaktionen, ausgelöst durch Luftverschmutzung, feuchte Hände und die metallenen Greifringe des Rollstuhls. Mae Tha Chin
Heute vernahm ich telefonisch aus Satun und las in Zeitungen, dass sogar Chiang Mais Gouverneur Suriya Prasanbanthit nach reiflichem Nachdenken (ca. 3 Wochen) über die Luftqualität im Norden besorgt sei. Vermutlich werden dieselben Massnahmen ergriffen wie üblich: Ausser leerem Gerede – gar nichts.
Seit fünfzehn Jahren liegt ein neuer Feinstaub-Rekord in der Luft, denn so etwas erlebte ich nie zuvor.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A9formation_professionnelle
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Polyvinylchlorid
(3) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/61359

Bild: Paddler kämpft gegen treibende Wasserhyazinthen am Mae Tha Chin.