Tänze, Tempel, Tiere, Krempel

Wat Bua Kwan in Nonthaburi liegt nicht besonders malerisch an einem markanten Hügel oder an einem lächelnden See. Die Anlage ist mitten im Grossstadt Gewimmel. Dichter Verkehr braust pausenlos auf einer Hochautobahn mit Blick auf die Tempel Dächer. Unter der Hochautobahn drängeln und stauen sich ebenfalls Fahrzeuge. Diese stehen überall vor den zahlreichen Gebäuden der Anlage. Beim Abschreiten und Verehren der unzähligen Gottheiten werden Gläubige immer wieder durch rücksichtslos knatternde Motorräder in die hektische Gegenwart zurückgerufen.
Die versammelten Buddhas aller Stilrichtungen, von spindeldürren Giacometti Figuren (1) bis zu gewagt chinesischen Fettleibigkeiten, gibt es viel zu bestaunen. Die hübsche Kwan Yin fehlt nicht im Reigen. Hindugötter wie Brahma, Krishna, Shiwa, Ganesha (2) und weitere der zehntausenden Familienmitglieder säumen Hallen und Wege. Heilige Rinder, schöner als echte Wasserbüffel, grüssen stumm und ohne duftende Exkremente. Allfällige Tretminen stammen von Hunden, Hühnern und Katzen.
Neben all den heiligen, buntbemalten, teils vergoldeten Figuren, stehen wenig diskret Opferstöcke. Sie fordern zum Spenden auf. Hier wird man nicht nur die Sünden los, sondern ebenfalls Münzen und Papiergeld. Das ist doch der tiefere Sinn der Religionen. Nur der stetige Griff zum Geldbeutel bringt Segen.

Die Tempel-Anlage ist eine Grossabfertigungsstelle, die Endstation, das Tor zum Nibbana (Nirwana), Man fühlt sich dem Tod sehr nahe. Es gibt mehrere, nummerierte Abdankungshallen. Sie sind so ausgelegt, dass gleich mehrere Trauergemeinden Platz finden. Während die einen auf ihre Smartphones glotzend mit halbem Ohr einem Redner oder einem Grüppchen Mönchen zuhörten, strömten links oder rechts leise neue Besucher in ihre Sitzreihen.

Unsere Abdankungsfeiern im Wat Bua Kwan in Nonthaburi waren weniger hastig, von gehobener, gepflegter Art mit Zwischenverpflegung. Traditionelle Thaitänze, ausgeführt von Studenten der Rajamanga University of Technology, Thonburi, Bangkok – wo die Verstorbene lehrte, begleiteten während fünf Tagen das Chanten und die Gebete der Mönche. Dick, in feines Schwarz gehüllt, war mit Kamera und Stativ beschäftigt. Die eher bescheidenen Lichtverhältnisse im Tempel beschränkten leider die technische Qualität ihrer Dokumentation.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Alberto_Giacometti
(1) http://www.fondationbeyeler.ch/sammlung/alberto-giacometti?gclid=CITk4IDXnsQCFQ4njgod_3oAiA
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Ganesha

Manohras Tanz
(m) https://www.youtube.com/watch?v=jiS0SYHyRQ0
Der Tanz “Manohra Buchayan“ besteht aus sechs Akten. Sie zeigen die mythische Liebesgeschichte zwischen Manohra, einem Fabelwesen – Kinnaree – halb Mensch halb Vogel, und dem Prinzen Suthon.
Ein eifersüchtiger Höfling verriet das Fabelwesen Manohra den Obrigkeiten. Diese Kinnaree, Manohra, sollte darauf verbrannt werden. Im letzten Tanz schwingt sich Manohra in ihrem Federkleid jedoch in die Lüfte und rettet sich in die Berge des Himaphan.

“Thai Dance in Wat Bua Kwan“.
(t) https://www.youtube.com/watch?v=9fohp9P4IiA

Aus Rücksicht auf die ausführenden Studenten, sie interessierten sich für die Aufnahmen, wählte ich für den Titel die englische Sprache.

Weitere LINKS
Die Geschichte zum Video:
(1) http://www.youtube.com/watch?v=jiS0SYHyRQ0
finden Sie in:
(2 https://hinterindien.com/2015/03/07/lieferungsverzug-trotz-adleraugen/
Zusätzliche Informationen:
(3) http://www.thailandtourismus.de/service/neuigkeiten/details/article/typisch-thailand-traditioneller-volkstanz.html
Mehr über Manohra
(4) http://www.thaipage.ch/autor/ertelt/thai.php
(5) http://www.manoravillage.com/german/56-manora-eine-thai-legende

Lieferungsverzug trotz Adleraugen

Leider geriet ich mit den Berichten in Rückstand. Bisher versuchte ich, jeden dritten Tag einen Beitrag zu publizieren. Dieser Vorsatz wurde durch unsere Reisen arg durcheinander geschüttelt. Die teils holprigen Strassen und meine Tätigkeit als Navigator liessen das Tippen im Auto nicht zu. Leider bleibt es so, denn nächste Woche besuchen wir erneut Langkawi.
Einen der Höhepunkte als Nüvi-Interpretierender erlebte ich in Chumphon. Ich sagte:
„Links abbiegen, links bitte, links,.. links, …“.
Dick erwiderte:
„Nicht hier!“ und bog auf ihre falsche Schnellstrasse ab. Sieben Minuten später rollten wir dennoch Richtung Surat Thani.

Die vergangenen Tage waren wir von Chiang Mai nach Nakhon Sawan, Nakhon Pathom und Chumphon unterwegs. Von Nakhon Pathom aus machten wir einige Abstecher in den Tempel Wat Bua Kwan in Nonthaburi. Die zurückgelegten Distanzen in der Stadt betrugen alle fünf Minuten hundertfünfzig Meter. Bitte Umrechnen auf einen Kilometer!Wat Bua Kwan Hindugott
Eine Verwandte von Dick wurde im Tempel kremiert. Die Abschiedsfeier dauerte fünf Tage, mit Chanten und Gebeten der Mönche und der Vorführung klassischer Tänze, denn die Verstorbene lehrte Tanz an einer Universität in Bangkok. Thai-Tempel-Tänzerinnen
Das Orchester alleine umfasste zwölf Musiker. Es spielten selten alle zusammen, denn zwischendurch wurden Stärkungen eingeworfen. Dick filme fleissig. Nun müsste ich die Aufnahmen bearbeiten, um sie später auszugsweise auf Youtube zu zeigen. Flotter Flöter0rchester
Nach zweitausend Kilometern trafen wir wieder in Satun ein. Die Luft hier ist rein und klar. Adler kreisen am Himmel. Es ist unglaublich, wie diese Vögel in grosser Höhe fliegend Fische erspähen, einen Sturzflug einleiten und mit der Beute ihre Jungvögel versorgen. In Nordthailand müssten diese Greifvögel verhungern. Wegen der eingeschränkten Sicht im Smog wurden sogar Flüge nach Mae Hong Son eingestellt.

Das Leitungs-Wasser in Satun entspricht mit den gemessenen elektrischen Leitwerten dem Trinkwasser aus Flaschen. Dick sieht es an der Wäsche. Weisse Wäsche ist blendend weiss. In Chiang Mai erzeugt derselbe Maschinen-Typ mit demselben Pulver höchstens ein mildes Grau. Der gemessene Widerstand des gepumpten Wassers ist in Phonphat fünfundzwanzig Mal schlechter als das gefilterte Wasser. Die Qualität des Leitungswassers ist unterschiedlich, aber meist noch schlechter als unser gepumptes Wasser.