Dachschäden sind ordentliche Funktionsstörungen und nie ganz auszuschließen

Zu Beginn der Geschichte überspringe ich den Schädel. Es war Ende der 50er Jahre, als in Bern der leitende Professor seinen Assistenten erklärte, bei jedem Krankenhaus-Eintritt müsse eine Rektaluntersuchung durchgeführt werden.
Ein Mann mit Wespenstich wurde eingeliefert.
Der gehorsame Doktor befragte den Patienten, zog Gummihandschuhe an und untersuchte den Darmausgang. Ein kranker Freund erzählte mir die Geschichte und meinte trocken:
„Der Herr Doktor wollte offenbar die Tiefenwirkung des Stichs erforschen.“

Im Lande bettelnder Elefanten und schwerreicher Mönche sind die Bräuche nicht so streng. Patienten erzählen dem Arzt ihre Leiden und erhalten ohne weitere Untersuchungen ein Pfund bunte Pillen.
„Je größer und farbiger die Menge der Pillen ist, desto qualifizierter ist der Arzt,“ weissagte bereits Lord Buddha.

Nur selten berührten mich Mediziner. Einige Tage nach erfolgter Einlieferung besuchte eine neugierige Neurologin mein Zimmer. Sie verhörte mich, wie ein Kriminalkommissar einen Schurken befragt. Sie sprach mit hoher Bitrate einige Stichworte, von welchen ich auswählen durfte, ob sie utreffend seien. Sie lag mit ihrem Fragenkatalog vollständig daneben. Sie benutzte weder Gummihammer, noch machte sie Sensibilitätstests. Dann erklärte sie der assistierenden Pflegerin, sie könne mir nichts glauben. Offenbar hätte ich einen Dachschaden, eine Altersdemenz. Nachher vergaß sie mich wahrscheinlich.

Das Gehirn als modernes Werkzeug einzusetzen, lernen die Menschen hierzulande nicht. Wozu denn wurden Taschenrechner und Smartphones erfunden?
Mowgli war bei mir im Spital-Zimmer. Wir verspürten Hunger. Im Krankenhaus gibt es ein amerikanisches Kaffee. Ich bat den jungen Erwachsenen, im Geschäft eine Portion Garnelen mit Reis zu bestellen. Auf dem Weg vom fünften in den ersten Stock, vergaß der Tölpel, was ich ihm auftrug. Er kam mit einer Schüssel Tom yam goong, Garnelensuppe, zurück.
Seit 2012 lernte der Knabe nichts mehr in der Schule. Die Lehrer versicherten, Mowgli sei einer der Besten, damit wir Schulgeld bezahlten.
Betriebssysteme, Englisch, ohmsches Gesetz, Pythagoras gingen vergessen. Ich zog die Notbremse und zahlte nicht mehr.

Die Pflegerinnen sind stark geschminkte, aber bescheidene Intelligenzbestien. In einer Distanz von etwa vier Metern vom Bett, sind die Schalter der Klimaanlage montiert. Die Frauen vergassen auf dem langen Fußmarsch meinen Wunsch, die Klimaanlage auszuschalten. Peinlich ist es für mich, wenn ich keinen Klingel- Knopf habe. Einen Knopf, um im Bedarfsfall Hilfe anzufordern. In sechs Monaten musste ich sechs mal das Spital anrufen, mit der Bitte um eine Klingel.
Die tägliche Körperpflege weist Schönheitsfehler auf. Nur in Ausnahmefällen wird alles gewaschen. Üblich sind zwischen 50 und 70 Prozent, wobei die Ohren nicht zum Körper gehören. Dies führte zum Wachstum von Ohrenschmalz-Kristallen.
Die Haut mehrerer Pflegerinnen leidet unter den Fett- und Puder-Schichten. Wenig appetitliche Pickel und Pusteln sprießen.
Sie tragen Mundschutz und Latexhandschuhe. Bevor sie die Patienten berühren, fahren sie mit den Fingern durch ihr Haar, betasten Schränke, Mobiliar und kratzen an beißenden Hautunreinheiten.
Die jungen Frauen stammen oft aus bescheidenen bis ärmlichen Familien. Sie kennen weder Badezimmer noch Kühlschränke aus eigener Erfahrung. Als ich um einen Löffel zum Verspeisen des Bananenküchleins bat, öffnete eine Pflegerin den Kühlschrank.
Unter den Frauen gibt es langsame und schnelle, grobe und feine und fleißige und faule.

Dazu ein alpenländisches Gedicht aus dem letzten Jahrhundert:
Bim Ässe ine lige
Bim Trinke hingere lige
Bim Schaffe zrugg schtah,
Un en Angere zueche la

Einer Freundin, die mich besuchen wollte, wurde von den Stars der chinesisch-siamesischen Gauklertruppe erklärt:
„Der Löwe ist nach Hause gegangen worden,“ wobei Loewe die Kurzform von Low und Loeli ist.

Erfahrungen beim Einkaufen

Seit einem Jahr besuchten wir wieder einmal den Lotus an der Strasse 108 in Chiang Mai. Der hintere Eingang wurde komplett neu gestaltet. Alte Kunden finden nichts mehr. Die Abteilung für Unterhaltungs-Elektronik wurde wesentlich diebstahlfreundlicher.
Zwei Angestellte hatten eine wichtige Konferenz. Sie liessen sich durch unwissende Kundschaft nicht stören. Trotzdem fanden wir die gesuchte antike zehn Watt Leuchtstoffröhre gleich neben dem Testgerät für Lampen aller Art. Dick versuchte ihr Glück. Das Lämpchen leuchtete trotz zehn Schaltern nicht. Ein Spezialist wurde gesucht und gefunden. Er hatte zurzeit keinen Gesprächspartner für Konferenzen. Er demonstrierte dem ungebildeten Publikum sein Wissen um die Geheimnisse modernster Lampen- und Leuchtentesttechnologien. Flink schraubte er die Lampe in die Halterungen. Dann spielte er mit den Schaltern – erfolglos. Er versuchte sein Glück mit einer längeren Röhre. Sie spendete grelles Licht.
Danach schaute er in den Testschrank und bemerkte, die Schrauben der Halterungen für die kurzen Röhren waren locker. Er nahm keinen Schraubendreher und reparierte den minimen Schaden in wenigen Sekunden. Er telefonierte keinem Wartungs-Techniker oder gar dem Chef-Ingenieur. Nein, der Angestellte erklärte uns weitschweifig, Tesco wäre äusserst kulant, der Kundendienst sei bemerkenswert grosszügig. Sofern wir mit dem Leuchtkörper Probleme hätten, könnten wir das Gerät mit Quittung innerhalb zwei Wochen umtauschen. Ich verzichtete auf das seriöse Angebot.

Wir kennen den Service von Tesco. In Satun erwarben wir eine kleine Bohrmaschine. Ich wollte keinen Hochleistungsmotor mit tausend und mehr Watt. Solche Apparate könnten den kompletten Rollstuhl samt Inhalt unsanft herumwirbeln, wie ich aus Erfahrung wusste. Die Leistung von einer halben Pferdestärke genügt den meisten Anforderungen für Heimwerker.
Unsere Maschine aus China sandte nach knapp einer Stunde unübersehbare Rauchsignale aus. Zusätzlich roch es streng nach ohmschem Gesetz! Wenige Sekunden später gab der Motor die Bohrtätigkeit ganz auf. Tesco Satun ersetzte das Gerät grosszügig gegen eine typähnliche Maschine mit leicht defektem Bohrfutter.

Dann bewegten wir uns in die Abteilung für Lebensmittel. Ich wusste nicht, dass jetzt im Lotus Frischfleisch in Form von Fliegen gezüchtet wird. Wir unterschieden drei Typen:
A. – Typ FuG, könnte Vegetarier ansprechen. Diese Tierart ernährt sich von Früchten und Gemüsen.
B. – Die Flieger sind auf Süssgebäck heimisch und wirken besonders dekorativ auf bunten Torten.
C. – Die fettesten Brummer fanden wir auf allen Arten von Fisch und Fleisch.

Den lebhaften Tierchen geht es im klimatisierten Raum sehr gut. Auf alle Fälle war die Population wesentlich dichter, als in den offenen Märkten von Hang Dong oder Satun. Das zeigt doch eindeutig, was zeitgemäss ausgebildete thailändische Manager leisten.

Die Axt im Haus erspart den Zimmerbrand

Die Redensart stammt aus dem Drama „Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller. Wilhelm Tell persönlich arbeitet am Tor seines Hauses. Dann spricht er: „Jetzt, mein ich, hält das Tor auf Jahr und Tag. Die Axt im Haus erspart den Zimmermann.“ Besonnene Worte eines Uhr-Schweizers. Herr Schiller musste nur noch notieren. Der Uhrenkönig Hayek spricht weniger Bühnenreif. Dafür raucht er wie ein Fabrikschornstein.

Als wir in Chiang Mai den Wagen abstellten, waren wir vom reichen Grün des Gartens umgeben. Die Unordnung entsprach einem Gesamtkunstwerk – lauter Banausen am Werk. Der Rambutan war von Trockenheit und Hitze gezeichnet, das Laubwerk teilweise verdorrt. Drei Meter vom Baum entfernt, waren ein Wasserhahn mit Schlauch am Haus montiert! Im Gras, versteckt wie Ostereier, lagen verrostende Werkzeuge. Sämtliche Wasser-Pflanzen in der hinteren Pfütze waren tot. Die Welse lebten noch, weil die Angler zu faul zum Fangen waren. Sie holten sich bequemerweise schlechteren Fisch für teures Geld vom Markt.

Holzschlag war angesagt. Wo war unsere Axt? Im Werkzeugschrank war sie nicht. Dick fand im Gebüsch eine rostige Axt. Offenbar wurde sie gegen unser Qualitäts-Werkzeug eingetauscht. Die Schneide war mindestens 4 mm dick. Schleifen würde ich den lebensgefährliche Rosthaufen bestimmt nicht, denn der Stiel war von Dilettanten stümperhaft und unsicher in den Stahl genagelt. Da würden im schönen, rot goldenen Tempel nicht einmal 144 Weihrauchstäbchen, ein Abt und hundert Liter geweihtes Wasser einen segnenden Zauber auf den Stahl ausüben.
Genauso, wie diese Axt repariert wurde, werden dem Anschein nach Bremssysteme von Reisebussen gewartet. In Thailand gibt es fast wöchentlich schwere Unfälle – durch Bremsversagen!
Elektroinstallationen werden ebenso unsachgemäss erledigt. Dies führt regelmässig zu Bränden. (1) Die Ohmschen Gesetze gelten in Hinterindien weniger, als Buddhas Lehren – gar nichts.(2) axt

(1) http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/17-Schulmaedchen-sterben-bei-Feuer-im-Schlafsaal/story/14675551
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Ohmsches_Gesetz

Wie kommt der Blödmann von einem Schreiberling dazu, Schillers geflügeltes Wort abzuändern?
Die Mädchen im Schlafraum in Chiang Rai waren eingeschlossen. Ein primitives Werkzeug wie unsere Axt, hätte vielleicht helfen können.

Blöde Farang – von der Antike bis zur Gegenwart

Gegen Gedächtnisschwächen wiederholte ich, für Leser wie mich, einige Sätze aus früheren Beiträgen.

Mitte September fuhr Mowgli, der kein Fahrrad unfallfrei benutzen konnte, ohne Helm auf einem fremden Moped. Ich erklärte ihm mögliche Gefahren und die finanziellen Folgen eines Unfalles. Fachgerechte, regelmässige Wartung für Fahrzeuge gibt es selten. Spezialisierte Knäblein trimmen den Zündzeitpunkt auf sportlich hartes Knattern. Leistungsverminderung ist Nebensache. Bremsen funktionieren nach dem Zufallsprinzip.
Nebenbei erwähnte ich, er benötige einen Führerschein. Den könne er nicht bei BIG C oder TESCO kaufen, aber in der Thanom Khao San in Bangkok würden perfekte Fälschungen, auch Pässe und Doktortitel, preiswert angeboten. (1) Vernünftiger und günstiger sei es, die Kurse des Verkehrsamts zu besuchen und dann eine Prüfung zu bestehen.

Meine Hinweise betrachtete er als reine Schikane: „Der griesgrämige Grufti gönnt gewitzten Gewinnertypen keinen Spass!“
Der Pflegling bestrafte mich und zeigte an unserer Zusammenarbeit kein Interesse mehr. Bereits früher benutzte er zur Machtdemonstration ähnliche Tricks. Darauf beurlaubte ich mich.

Für ihn war seine Aktion reines Säbelrasseln. Er beobachtete täglich, wie mich mittlerweile wieder die ganze zugezogene nahe Verwandtschaft zu begaunern versucht. Die Erfolgreichste ist Yai, Grossmutter. Sie bestahl uns im Dezember 2011 und verreiste bei Nacht und Nebel, ohne sich zu verabschieden. (2) Dick und ich erklärten, diese Frau kommt nie wieder ins Haus.
Nach Wat Sala und der Ordination ihres Enkels lebte sie einige Monate bei Sohn und Enkeln im Dorf. (3) Trotzdem wurde ihr langweilig.
Trickreich gelang es ihr – mit getürkten Unfällen – sich als schwer Verletzte wieder mit dem Service ihrer Tochter im Beauty Salon einzunisten. Die Unfälle, Blutergüsse an den unmöglichsten Körperstellen, fügte auf ihr auf Verlangen meine Masseuse gratis zu! Augenblicklich trennte ich mich von der Hämatom-Spezialistin.
Spital, Doktoren, Pillen, Salben und die beste (blödeste) aller Töchter steht ihr wieder jederzeit uneingeschränkt zur Verfügung. Yai ist die abgebrühte, unschlagbare Lehrerin von Mowgli. Sie demonstriert ihm täglich Dummheit und Ohnmacht des Farangs.

Mowgli verbrachte im Oktober eine Woche seiner Ferien auf dem Verkehrsamt. Als einsamer und stolzer Eigentümer eines Ausweises – das halbe Dorf fährt ohne Bewilligungen – wünschte er sich die Fortsetzung meiner Lehrtätigkeit. Ich schrieb damals: Darauf darf er lange warten.*

Einer meiner Freunde bat mich: „Hilf dem Jungen. Er hat gute Eigenschaften.“
Ja, er ist anständig, nimmt weder alkoholische Getränke, Nikotin noch Drogen. Bisher schwängerte er keine Schulkollegin.
Als ich sah, er ist der zweitbeste in der Klasse, dachte ich, er verdient wirklich Unterstützung. Wieder machte ich einen Versuch, Vergessenes aufzufrischen. Die sinnlosen Formeln der Farang Ohm und Pythagoras, sowie Volumenberechnungen kannte er nicht mehr. Wozu auch. Er will nicht Formeln büffeln. Sein Ziel ist, möglichst ohne Arbeit schnell viel Geld zu scheffeln (Wie viele in Hinterindien verdienen ihren Lohn?) und reich und berühmt zu werden.
Anfangs November kamen wir an einem frühen Nachmittag mit dem Automobil voller Besorgungen zurück. Von weitem sah ich am Wegrand einen Jungen auf einem Motorrad. Er unterhielt sich mit einer alten Frau. Beim Vorbeifahren erkannte ich den Kerl, aber nicht das Moped. Es war Mowgli. Er räkelte sich auf einem ausgeliehenen Fahrzeug – ohne Helm!
Dick stoppte unser Vehikel. Ich öffnete die Türe und begrüsste ihn relativ unfreundlich. Bloss zwei Wochen nach der Prüfung vergass er, die am Verkehrsamt eingetrichterten Regeln. Wir machten ihn auf seinen Fehler aufmerksam. Pythagoras Aus seinem Verhalten schloss ich, dass bei selektiver Vergesslichkeit, denn neuere Schlagertexte und Namen von Schauspielern bleiben gespeichert, sämtlicher Unterricht sinnlos ist.
Ohne jegliche Gewissensbisse konnte ich nach Borneo verreisen.

(Quelle)* http://wp.me/p2ljyL-1aV
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Khaosan_Road
(2) http://wp.me/p2ljyL-1cx
(3) http://wp.me/p2ljyL-10Q
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Pythagoras

4 Sieger im Wettbewerb und viele Gewinner!

Im richtigen Leben haben Widerstands-Schaltungen eine wesentliche Bedeutung:
Personal Computer, Fernsehapparate, Staubsauger, Klimaanlagen, Beleuchtungskörper, Haartrockner und Stereoanlagen, werden am Stromnetz alle parallel angeschlossen.
Je mehr Geräte eingeschaltet sind, desto höher ist der Strom-Verbrauch und damit die Energierechnung!

Zum Widerstands-Problem trafen 14 Antworten, teils Blog, teils Mail, ein.

Erklärungen zu den Zeichnungen:
Unmissverständliche Bezeichnungen schaffen Klarheit.
Sie sehen, der Punkt A ist mit Punkt C verbunden. Darum gilt A=C.
Weiter ist Punkt D mit Punkt B verbunden. B=D
Mit diesem Wissen konstruieren wir eine Ersatzschaltung.
Würfellösung
Rangverkündigung:
Gewinner der Flasche Wein von Vin d’oeuvre ist: 10.11.2013 um 19:25, Barclayultra
2. Gewinner „Geschichten“, oder Gaeng ist am 13.11.2013 um 15.05, Martin
3. Sieger ist am 15.11.2013 um 04.44, reissi67
3. Gewinner: „Geschichten aus Hinterindien“, ist am 15.11.2013 um 07.22 888ms

Sollte Achim die Schaltung umsetzen, wäre er mit der Feuerwehr gut bedient, sofern er seine Bastelei mit dem Stromnetz verbindet.
Jeder Widerstand müsste eine Leistung von 500 Watt in Wärme umsetzen. Die Schaltung entspricht einem Heizkörper von ungefähr 2000 Watt.

Allen Teilnehmern danke ich für ihre Anstrengungen und den Mut, die Ergebnisse zu senden!

Hammer-Wettbewerb

Wenig Hammer-Wettbewerb begeisterten Leserinnen und Lesern, sowie geborenen Widerstands-Muffeln,* oder Ohm-Allergikern, verspreche ich: der nächste Beitrag wird einfachster kulinarischer, fernöstlicher Koch-Kunst gewidmet. Titel: Shao Xing

Einige eifrige Leser befassten sich mit der Lösung des Widerstand-Problems. Eigentlich wollte ich mit dem Bild bloss zeigen, wie ich den Denkapparat eines Thai Jungen zu elektrisieren versuche, ohne ihn hundertmal schreiben zu lassen: U=R*I. (E=R*I)Würfel Kopftraining: Jeder Widerstand hat 100 Ohm. Gesamtwiderstand?

Nachdem bisher keine richtige Antwort eintraf, möchte ich das durch Kommentare ausgelöste Gedankenspiel durch Preise aufwerten.
Ein Teilnehmer aus dem Raum D A CH erhält für die erste richtige Lösung eine Flasche Wein aus dem Hause

Vin d’oeuvre
Isabella & Stéphane Kellenberger
Gintig 4
3953 Leuk Stadt
Schweiz
http://www.vindoeuvre.ch

Der Wein, nach Wahl weiss oder rot, würde durch die Post zugestellt. Auf Wunsch könnte die Flasche bei Vin d’oeuvre nach Anmeldung abgeholt werden.

Im Raum Hinterindien kann ich wegen hoher Portokosten und eventueller Einfuhrbeschränkungen leider keinen Wein anbieten.
Dafür gibt es für die erste richtige Lösung aus den Ländern
Malaysia, Singapur und Thailand
je ein Taschenbuch
: “Geschichten aus Hinterindien“,
oder einen Beutel „Hunglay Curry Paste“ von Lobo.

Zuschriften sind aus allen Ländern und Kontinenten willkommen!

Anleitungen zur Lösung:
Wenn zwei gleiche Widerstände R in Serie liegen, das heisst hinter einander geschaltet sind, verdoppelt sich der Wert. (Aufsatz: Der Hammer, http://wp.me/p2ljyL-1aV)
Wenn zwei gleiche Widerstände R parallel geschaltet sind, halbiert sich der Wert.
http://www.elektrotechnik-fachwissen.de/grundlagen/parallelschaltung-widerstand.php

Lösungen, welche nach dem 15. November 2013 eintreffen, werden für die Preise nicht mehr berücksichtigt.
(*) http://de.wikipedia.org/wiki/Muffel_(Person)

Der Hammer

Kurzfassung für schnelle Überflieger: Die Getroffene liegt seit Wochen im Koma.

Ohne mein Wissen schaffte Mowgli vier Prüfungen gegen jeweils etwa vierhundert Mitbewerber und trat darauf eine technische Ausbildung an. Die seinerzeitige sture, mehrfache Abschreiberei entfiel. Die Lehrer sind offenbar Techniker und Ingenieure. Mowgli freute sich täglich auf den Schulbesuch.
Er kam und stellte Fragen zum Ohmschen Gesetz. (1) Ich entschied mich, ihn wieder zu unterrichten.
Bald ärgerte mich der Lehrplan. Die meisten jungen Herren begriffen die einfachsten Formeln noch nicht, als bereits über Widerstände mit nichtlinearen Eigenschaften, wie Kondensatoren und Spulen doziert wurde. Das brachte die Denkweise der Anfänger komplett durcheinander.
Wenn zwei gleiche Widerstände R in Serie liegen, das heisst hinter einander geschaltet sind, verdoppelt sich der Wert. Bei Kondensatoren C dagegen halbiert sich die Kapazität, während der Widerstand frequenzabhängig ist.Orchid Mit meiner Unterstützung umschiffte er diese Klippen. Die Lehrer wunderten sich und fragten, warum ein solch begabter Schüler keine technische Universität besuche.
Die Schule legt Wert auf praktische Arbeiten. Neben angewandter Messtechnik, übten die Burschen die Stahlbearbeitung. Sie durften pro Woche einen halben Tag an einem Hammer feilen.
Das Feilen von Stahl ist eine beschwerliche Arbeit. Fortschritte sind nicht nach Sekunden sichtbar. Das Abtragen von Material mit gehärteten Werkzeugen, erfordert Kraft, Präzision und Ausdauer. Diese Eigenschaften suchen Farang bei vielen Thais vergeblich.
Von achtzehn Teilnehmern ersetzte die Hälfte das schweisstreibende Feilen durch schummrige Karaoke-Sausen mit Freundinnen in einschlägigen Lokalitäten von Chiang Mai und Umgebung. (Karaoke hiess seiner Zeit: Wein, Weib und Gesang!)
Für wenige Baht machte Mowgli Überstunden und feilte Hämmer für die Konkurrenz.
Einige der Burschen machten ihre Hausaufgaben nie, oder wegen Trunkenheit und Drogen selten. Unverschämt und frech, ihre einzigen Tugenden, bedrohten sie Mowgli und kopierten seine Arbeiten.
Die Kleinklasse von achtzehn Schülern reduzierte sich nach dem ersten Semester auf dreizehn. Ein Lehrer äusserte sich am Telefon, wenn drei Schüler einen erfolgreichen Abschluss schafften, wären sie zufrieden. Würfel Kopftraining. Jeder Widerstand hat 100 Ohm. Gesamtwiderstand?

Nach Wochen fragte ich Mowgli, ob er mir den gefeilten Hammer zeigen würde. Er holte
das edle Stück. Es war in ein Tuch gewickelt. Gegen den Rat seiner Mutter, ölte oder fettete er den Stahl nicht ein. Bedingt durch die hohe Feuchtigkeit, präsentierte er einen Rostklumpen.
Ich zeigte ihm, wie er mit Schmirgeltuch den Rost entfernen und gleichzeitig Kratzspuren vom Feilen auspolieren konnte. Leider waren meine Vorräte begrenzt. Ich bat ihn, er solle einige Bogen im Geschäft an der Hauptstrasse besorgen, während ich sein Werk genau betrachtete. Es war kein Meisterstück, wie sie vor Jahrzehnten in der Schweiz gefertigt wurden. Eigentliche Flächen wiesen gewölbte Verformungen auf, sie waren bombiert. Die Bohrung für den Stiel erfolgte ohne Überlegung. In das Löchlein passte ein grobes Essstäbchen.

Ich sass auf der Veranda, als nach einer halben Stunde ein Moped am Eingang stoppte.
Es war Mowgli. Er lieh sich das Gefährt problemlos und fuhr landesüblich ohne Helm und Ausweis.
Ich wurde stocksauer. Mowgli, der kein Fahrrad unfallfrei benutzen konnte, fuhr Moped.
Ich erklärte ihm mögliche Gefahren, die finanziellen Folgen eines Unfalles und erwähnte, er benötige einen Führerschein.
Meine Hinweise betrachtete er als Schikane. Mein Schüler bestrafte mich und zeigte an unseren gemeinsamen Arbeiten kein Interesse mehr, kam verspätet zum Unterricht und löste keine Probleme mehr. Bereits früher benutzte er zur Machtdemonstration ähnliche Tricks. Darauf beurlaubte ich mich.
Mowgli verbrachte eine Woche seiner Schulferien auf dem Verkehrsamt. Als stolzer Eigentümer eines Ausweises – das halbe Dorf fährt ohne Bewilligungen – wünschte er sich die Fortsetzung meiner Hilfeleistungen. Darauf darf er lange warten.

Das fertige Werkzeug musste er dem Fachlehrer abgeben. In der Schule wird gestohlen. Einige Tage später fand der Herr Lehrer Mowglis Werk nicht mehr. Stahlhart sagte der Lehrer: „Ohne Hammer keine Punkte, Diskussion überflüssig“.
Verzweifelt telefonierte Mowgli seiner Mutter.
„Geh ins Geschäft, kauf einen Hammer ohne Prägung ‘Made in China‘, entferne verräterische Kleber und gib das Ding deinem Lehrer.“
Dieser Hammer wurde akzeptiert. Mowgli erhielt seine Punkte.

An derselben Schule schlug ein 16 jähriges Mädchen ihrer fleissigen und begabten Freundin aus Eifersucht mit einem Hammer auf den Kopf. Die Getroffene liegt seit Wochen im Koma.

(a) http://de.wikipedia.org/wiki/Hammer
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Ohmsches_Gesetz
If I had a hammer
(song) http://www.youtube.com/watch?v=VaWl2lA7968