Luftgetrocknetes Fleisch

Vergessen sie die an der tropischen Sonne röstenden, importierten Fleischmassen aus aller Welt, von Hua Hin, Pattaya , Phuket und an all den unbekannten, dennoch vorhandenen Stränden Thailands.
Zurück im Dorf in Nordthailand schätze ich vor allem die Ruhe vor dem Verkehrslärm, nur unterbrochen vom Bellen und Heulen zahlreicher Hunde. Unsere Nachbarin, die Krankenpflegerin und eifühlsame* Allein-Unterhalterin älterer, zahlungskräftiger Herren in gediegener Umgebung, besitzt vierzehn Köter. Die Ärmsten sitzen gedrängter als Legehennen in Batterien, ich meine nicht die geilen Alten.

Weiter lobe ich, ja ich singe einen Psalm, auf die verschiedenen Schinken aus Italien. Da gibt es ebenfalls die edlen, luftgetrockneten Varianten. In der Schweiz kannte ich früher nur das Bündnerfleisch, luftgetrocknetes Rindfleisch, mehrheitlich importiert von Südamerika, aus dem Bergkanton mit viel frischer Luft. Seit Jahren wird industriell dünne, trocknende Gebirgsluft mit Hilfe von Vakuumpumpen erzeugt. Gestern liess ich mir einen Hauch von zartem, aromatischem Trocken-Fleisch auf der Zunge zergehen. Dabei erinnerte ich mich an eine banale, alte Geschichte.

In der Nähe meines Arbeitsplatzes an der Universität gab es eine Metzgerei. Eines Tages stand eine Tafel neben dem Eingang. Mit Kreide war darauf gekritzelt: Rohess-Speck. Das war offenbar luftgetrocknetes Schweinefleisch.
Damals arbeitete ein Student aus Ungarn im Labor. Seine deutsche Sprachfähigkeit war umwerfend komisch, beinahe operettenhaft. Dem jungen Mann fiel die Anzeige des Metzgers ebenfalls auf. Er meinte zu mir:
„Ich nichd gewust chaben, das man rohess Speck mit drei S schreibt!“*

*Beabsichtigte Schreibfehler

Im Osten nichts Neues

Es tut mir leid. Ich wartete in Thailand vergeblich auf positive Ereignisse, um meine Berichte ausgewogener zu gestalten. Fehlanzeige. Es ist Mai, der fünfte Monat des Jahres. Dennoch las ich einen Bericht, dass die Staatskasse in den ersten sechs Monaten einen Fehlbetrag von sechshundert Milliarden „erwirtschaftete“!

In Pattaya herrscht wieder Fallobstzeit. Wöchentlich stürzen zwei bis drei ausländische Gäste aus Fenstern und Balkonen ihrer Unterkünfte in die Tiefen. Das ist eine abgründige Tradition. Sind alle diese Menschen bekifft, betrunken, verlangen böse Geister Menschenopfer, oder sind die Fälle durch architektonische Besonderheiten begünstigt?

Im gleichen Städtchen machte ein Tourist aus Deutschland schlechte Erfahrungen. Als er sich zu frühesten Morgenstunden ein Bier genehmigen wollte, attackierten ihn zwei Ladyboys und boten ihm ihre Liebesdienste an. Er verzichtete grosszügig auf das eindeutige Angebot für einen flotten Dreier. Darauf massierten die sensiblen abgewiesenen Triebtäter sein Gesicht in der Weise, dass das zarte Bein des Riechkolbens brach. Der Herr verlor dabei etwas Blut im überempfindlichen Kopfbereich. Durch zahllose alkoholische Getränke in der tropischen Hitze litt die Haut und wurde spröde. ((1) Kari Dällebach.) Die ungestümen Streicheleinheiten führten zu ausgiebigem Bodenkontakt. Die geldgierigen Einheimischen, vielleicht waren es burmesische Gastarbeiter – wie oft in ähnlichen Fällen, erleichterten ihr Opfer um viertausend Baht und machten sich davon. (2)
Der Verletzte wurde im Krankenhaus verarztet. Er machte darauf eine Anzeige. Oh Wunder, die Polizei fand die beiden Liebesdiener und verhörte sie. Nach einer Busse von eintausend Baht wurden sie in die grenzenlose Freiheit Pattayas entlassen.

Wesentlich grausamer erging es in Hua Hin einem älteren Ehepaar mit Sohn, dreiundvierzig, aus England. Vier angetrunkene Täter im Alter zwischen zwanzig bis zweiunddreissig Jahren, schlugen die fremden Gäste brutal zusammen. Als die Opfer wehrlos am Boden lagen, wurden deren Köpfe mit den Füssen getreten. Schlimm waren die Zuschauer, die teilnahmslos – wie an der Glotze, die Tat verfolgten. Das Geschehen wurde von einer Überwachungs-Kamera aufgezeichnet. Der Polizei gelang es einige Tage danach, die Täter zu verhaften. Die brutalen Bilder verbreiteten sich rasch im Internet.
Die Gesetzeshüter suchen nun fieberhaft nach denjenigen, die das Video veröffentlichten, denn diese barbarischen Bilder hätten der angeschlagenen Tourismusindustrie des Landes enormen Schaden zugefügt. (3)

Irgendwie erinnert das an zahlreiche Unglücksfälle und Verbrechen. Die Untaten konnten nicht verhindert werden. Das Vernichten von Beweismitteln dagegen ist wesentlich einfacher und offenbar einträglicher. (Janepob Veeraporn, Vorayuth Yoovidhya, Orachon „Praewa“ Thephasadin na Ayudhya.) Gegen solchen Dummfug kämpfen sogar studierte Forensiker vergeblich.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Tellenbach
(2) http://www.blick.ch/news/ausland/dreier-abgelehnt-dann-gabs-pruegel-in-pattaya-lutz-ist-das-ladyboy-opfer-id4966319.html
(*) http://www.blick.ch/news/ausland/aggressive-transsexuelle-auf-iphone-klautour-ladyboy-alarm-in-pattaya-id4963468.html
(3) http://www.bangkokpost.com/news/general/954489/hua-hin-clip-leak-caused-more-harm

Die Fallsucht

Nach meinem Sturz mit der erschwerten Suche nach Bergungspersonal, gab es Stimmen, die Bedenken äusserten und Ratschläge erteilten. Es gibt jedoch im Leben keine Tätigkeiten, welche völlig gefahrlos sind. Viele Menschen sterben im Bett. Während des Tippens könnten PCs tödliche Stromschläge austeilen. Beim Telefonieren explodierten schon Geräte am Ohr. Da geniessen Schwerhörige gewisse Vorteile. In Pattaya starb ein Landsmann während des Verzehrs einer Suppe.
Ein anderer Schweizer beendete sein Leben an Songkran-Tagen bei einem Verkehrsunfall. Während Songkran dürfte das Unfall-Risiko auf den Strassen wesentlich höher sein, als Bar- oder Restaurant-Besuche mit Cocktails oder Suppen schlürfen. Denken sie an all die Unfälle und Verletzungen beim Sport. Meine Paraplegie holte ich mir in einer Turnhalle beim Korbballspiel.

Wir machten uns Gedanken, um meine Befindlichkeit zu verbessern. Leider fand sich in der kurzen Zeit niemand, um Stellvertreter von Dick zu spielen. Es gibt in Satun eine amtliche Stelle für Hilfeleistungen, bloss fünf Minuten von hier. Die verfügen sogar über Ambulanzen. Das Problem ist, bei Dicks Versuchen wurde kein einziger Anruf entgegen genommen. Möglicherweise ist die Telefonnummer falsch oder dieser Geschäftszweig wird erst in Zukunft betrieben.

In der Nähe wohnt eine Krankenpflegerin. Sie ist keine Spezialistin für Ophthalmologie oder Urologie, bloss zuständig für die Messungen von Temperaturen, gefahrloses, elegantes balancieren randvoller Nachttöpfe und schleppen von Getränken und Futter, wie das bei Airlines der gehobeneren Klassen üblich ist. Von solchen und ähnlichen Tätigkeiten wäre die Dame verschont geblieben. Sie stellte ihre Forderung und verlangte 600 Baht pro Stunde Anwesenheit. Der erforderlich durchschnittliche Aufwand beträgt ungefähr eine Stunde im Tag. Leider sind die Zeiten variabel. Eine genaue Planung ist schlecht möglich. Die Lady wollte ein Einkommen von 150‘000 Baht im Monat zusammengekratzen. Dies in einem Land, wo der von der Regierung vorgeschriebene Minimallohn bei dreihundert Baht pro Tag liegt. Für den Lohn der Pflegerin hätte ich in Chiang Mai ein halbes Dutzend Freudenmädchen anstellen können. Mit Freuden wäre ich mindestens jede Stunde einmal hinfällig geworden.

Sieger sind fast immer über alle Zweifel erhaben

Ein Videoclip gab zu reden:
Eine Reihe junger Marineoffiziere in strahlend weißen Uniformen und mit glänzend schwarzen Schuhen, wurde von ihrem Vorgesetzten überprüft. Auf dem Boden vor jedem Seemann lagen ein Smartphone und ein Block aus Beton.
Der Vorgesetzte, sein Gesicht war nicht zu sehen, fragte jeden Offizier, welcher Hersteller ihre geschätzten Handys fabrizierte.
„Soeben gekauft, hä? Sau teuer, gäu he?“ meinte er – seine Macht und die damit verbundene kleine Gehirnwäsche geniessend. Dann liessen sich die angehenden Marineoffiziere auf den Boden fallen und zerschlugen mit den Betonblöcken ihre Handys in kleine Stücke.

Ohne jegliche Begeisterung, ja kraftlos, den Anforderungen keinesfalls gewachsen, tätschelten die jungen Männer ihre Kommunikationsgeräte und befürchteten offenbar, bei der Aktion die zerbrechlichen Zementklötze zu beschädigen.
(Schafft so die Navy Platz für die zukünftige U-Boot Flotte?)

Das berichtete am 16. September Sanitsuda Ekachai in der Bangkok Post (1) und schrieb weiter: …
Dies demonstriert, wie das System Militär funktioniert. Wenn wir unglücklich darüber sind, zeigt dies nur, wir akzeptierten die Tatsache noch nicht, dass das Land nun zu einem Militärlager reduziert wurde.

Ein alter Witz aus der wissenschaftlichen Vergangenheit kam mir in den Sinn. Dessen Inhalt behandelt das Tär als Einheit der Intelligenz, des IQ. Um nicht immer wieder Albert E’s e=mc2 zu erwähnen, nenne ich Werner Heisenberg. Er war ein deutscher Wissenschaftler und Nobelpreisträger und zählte zu den bedeutendsten Physikern des 20. Jahrhunderts. Heisenberg hatte einen IQ von einigen Tera-Tär. (2) Der Schweizer Paul Scherrer wies bescheidener wahrscheinlich über einige Giga-Tär auf. (3) Meine unvergessliche Chefin aus Österreich, wirkte an der Universität Bern hatte mit einigen Mega-Tär Weltruf.
Diesen Monat sollen in Thailand fünfhundert Generäle den Dienst quittieren. Das ergibt genau 0.5 Tär.

Unsere Nachbarn fühlten sich als zweite Sieger irritiert und akzeptierten absolut keine Niederlagen. Als deren Tochter für ein Darlehen von 150‘000 Baht bei mir abblitzte, liess die Rache nicht lange auf sich warten. Es erfolgte eine telefonische Verleumdung wegen Drogenkonsums bei der Polizei in Chiang Mai.
Als die Furie danach von Dicks Tochter keine Kreditkarte erhielt, sprach die Polizei von HangDong trotz Spitalaufenthalts zwecks Drogentests vor. (4) Vergeblich – Befund negativ.
Gestern wartete ich länger als eine Stunde auf eine Flasche Wein. Dieser Einkauf beansprucht inklusive Reise am Mittwoch üblicherweise zwanzig Minuten. Mittwoch ist Markttag am Kad Farang und da herrscht ein riesiges Gedränge, weil Märkte in Thailand Seltenheitswert haben und Nahrungsmittel in Lan Na Land offensichtlich rationiert sind und deshalb leider beinahe täglich teurer werden.

Die kreditschnorrende Nachbarin stoppte die heimkehrende Dick auf dem Moped. Sie erzählte von einer Luxusreise zu dritt nach Bangkok und Pattaya. Die ausgesuchten Hotels hätten mehr Sterne als die gesamte Milchstrasse gehabt. Wir waren ahnungslos vom seltenen Ereignis, weil wir einige Tage in Laos weilten und keine Zeitungen lasen. (Von Laos erwähnte Dick nichts). Aber jetzt, nach all dem quälenden Luxus in Bangkok und Pattaya, hätte die Familie neuerdings im Dorf ein weiteres Haus gekauft!!! Wahrscheinlich vergass oder verlor ein Kunde im Tante Emma Laden einen Goldbarren.

(1) http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/694684/smashing-up-beliefs-no-way-to-instil-order
(2) https://www.google.ch/?gws_rd=ssl#q=heisenberg
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Scherrer
(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Erinnyen
(video) https://www.youtube.com/watch?v=OH_-WRX-hHc

 

Sodom und Gonorrhoe

Drei Grossverteilergruppen für Lebensmittel und Haushaltgegenstände in Thailand sind seit kurzer Zeit alle in derselben Hand. Aber denken sie nicht, dass innerhalb der Firmen keine Preisunterschiede bestehen. Dieselben Artikel fanden wir im einen Geschäft bis dreissig Prozent günstiger! Andere Erzeugnisse, sie werden in Chiang Mai als selbstverständlich angeboten, suchten wir in Satun vergeblich.
Einer der Grossmärkte bietet in der Nähe chinesischer Bohrmaschinen, elektrischen Sägen (Zahnmedizin und Amputationen für Heimwerker?), neben Autopolitur – günstige Medikamente wie Paracetamol, Tylenol und Kopfwehtabletten in Grosspackungen an.
Familienpackungen von Potenzmitteln und Antibiotika fand ich nicht. Diese Spezialitäten verkaufen diverse Apotheken. Zu drei Packungen Viagra gibt es für Schnorrer prophylaktisch als Zugabe eine Dosis Bakterienkiller. Eine Kurpackung davon kostet weniger als ein Zehntel einer einzigen Bockpille.

Zu Beginn des Jahrtausends fielen mir in Thailand die vielen Telefonanbieter und die zahlreichen Apotheken auf. Um alle diese medizinischen Fachgeschäfte am Leben zu erhalten, müssen die Thais Weltmeister im Pillen-Schlucken sein. Sie sind es.
Bereits im März 2012 erklärte Dr. Praphon Tangsrikiatkul vom Gesundheits-Ministerium, Thais hätten im Vorjahr täglich 128 Millionen Pillen geschluckt. Ungefähr zwanzig Prozent davon waren Antibiotika, weniger als die Hälfte von medizinisch angelerntem Personal verordnet!

Ein Grundübel verschiedener Klein-Praxen sind die Gefälligkeitsdiagnosen.
Die Diskretion endet am Bildschirm im Warteraum. Da steht für jeden gut sichtbar: Patient in Behandlung “Low“. Die Live-Diskussion mit dem Arzt wird dem interessierten Publikum noch nicht vermittelt.
Der Mediziner, dekorative Diplome an der Wand hinter beeindruckendem Schreibtisch, fragt nach freundlicher Begrüssung: „Wo liegt ihr Problem?“
Patient: „Er hängt und tropft wie Joghurt. Er schmerzt und steht nicht mehr. Ich habe möglicherweise eine Infektion.
Herr Doktor – ehm … wird diese Krankheit durch Mücken übertragen?“
Der Arzt lächelnd: „Das haben wir gleich. Wir machen einen Schnelltest“.
Da wird keine Bakteriologie betrieben. Seuche und Erreger bleiben namenlos.
Die Resultate nach drei Minuten sind: „Leukozyten – viele, Blut – positiv.“
Dann wird hurtig ein Antibiotikum gegen einen unbekannten Erreger verordnet. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Bei ungefähr fünf Prozent der Erkrankungen treten keine Symptome auf.

Gegen Gonorrhoe, umgangssprachlich bekannt als Tripper, eine weltweit verbreitete Geschlechtskrankheit, wirkt gegen die Bakterie Neisseria-Gonorrhoeae das einst erfolgreiche Cephalosporin nicht mehr! Alles andere ist Husten-Medizin. Die WHO warnt, in absehbarer Zeit gebe es für Millionen Infizierte keine Heilung mehr.
Eine weitere bittere Erkenntnis ist: Wenn ich als definierter Haus- und Herd-Triebtäter ohne externe Salon- oder Mia Noi-Besuche erkranke, müsste mich meine langjährige Bettgenossin angesteckt haben. Dieser Nachweis wäre allerdings nur mit bakteriologischen Befunden möglich.
Allfällige letzte Hilfsmittel sind: Schnaps, Hanfstrick oder Faustfeuerwaffe, in Pattaya mit Balkonsturz.

Aus Gründen des Personenschutzes nannte ich keine Namen, sondern stellte mich als Hauptdarsteller gleich selbst zur Verfügung.

Weitere Informationen über Antibiotika, Bett- und Pillen-Akrobatik: https://wahnsinnausdemwok.wordpress.com/2012/06/25/hurlaub-am-kliff-von-gonorrhoea-vorbei-am-antibiotikum/

Trügerisches Eis

Das ist kein Bericht darüber, wie wir als Kinder in Tümpeln und Teichen in der Nähe der Aare mit Schlittschuhen auf dünnem, brechendem Eis beinahe absoffen. Die verdienten Prügel der Eltern, sie kannten die Vorteile antiautoritärer Erziehung noch nicht, auf nasskalte Hintern wirkten aufwärmend.

Mit zwei Jahreszeiten in Chiang Mai sind die Menschen, wie mit Smartphones, geistig-technisch überfordert. In der kühlen Jahreszeit, November bis Februar, schliessen wir abends Türe und Fenster, damit die Wärme im Haus bleibt. Während der restlichen acht Monate öffnen wir während den Nächten Türe und Fenster, um das Haus zu kühlen. Weil kalte Luft schwerer ist als warme, plante ich zwei der Fenster bis in Bodennähe. Sie bieten nicht nur eine spektakuläre Sicht in den Garten, sondern Vorteile beim Luftaustausch.
Das Verständnis der Bevölkerung für diese ausserordentlich komplizierten Vorgänge und Überlegungen fehlt vollständig. Die Dorfbewohner drücken jederzeit gedankenbefreit die Fernbedienungen ihrer stromfressenden Klimaanlagen, während ich durchs Haus schleichend, mehrere Thermometer ablesend, je nach Jahreszeit laut verschiedene Befehle erteile. Würde ich ein Fenster ohne Kommando öffnen, würde es Dick Sekunden später wieder schliessen. Morgens um acht sollte gegenwärtig auf der Sonnseite des Hauses die Türe, nicht die Gartentüre, geschlossen werden.

Ähnlich anspruchsvoll müsste man sich den Umgang mit Lebensmitteln wie Eis vorstellen. Als frühe Eismaschinen in Thailand werkelten, beachtete niemand die Wasserqualität. Jeder Eisproduzent scheffelte möglichst schnell Vermögen.
Erste Erfahrungen in Bangkok bestätigten, Eis diente für die Farangs zum Kühlen von Flaschen. Eis in Getränken führte zu Bauchgrimmen. Auslöser war selten die Kälte, sondern üblicherweise stark verunreinigtes Wasser. Der Maenam Ping bei Chiang Mai und der Maenam Chao Phraya in Bangkok sind keine glasklar sprudelnden Gebirgsbäche.
Das einzige empfehlenswerte Trinkwasser war um 1960 Polaris Wasser in Flaschen. Die Herstellerin, Maxine North, hatte während fast dreissig Jahren keine Konkurrenz für erstklassiges Trinkwasser. (1,2,3)

Frau North war die Gattin eines CIA Agenten. Das Ehepaar reiste 1950 nach Thailand. Robert G. North leitete die ‘Far East Film Co‘. Diese Firma vertrieb Filme. Nach dem Tod des Herrn North 1954, zweckdienliche Agenten wurden selten alt, katapultierte sich Maxine in die Rolle einer ausserordentlich erfolgreichen Geschäftsfrau. Neben der Herstellung von Polaris Trinkwasser, gründete sie in Sankamphaeng, Chiang Mai, Siam Celadon und stellte mit traditionellen Thai Mustern dekoriertes Geschirr her. Bereits Mitte der 60er Jahre gehörte ihr das Nipa Lodge Hotel im ehemaligen Fischerdorf Pattaya. Sie gründete die ’American Chamber of Commerce’ und den ‘Foreign Correspondents Club’. Maxine North verstarb mit 83 Jahren im Oktober 2003 in Pattaya.
Ich trank nicht nur ihr Wasser, ich war einer der frühen Gäste in ihrem Hotel. Der legendäre Kurt Wachtveitl war ihr Manager – danach leitete er das Oriental Bangkok. Ich investierte in ihr Geschirr. Eis traute ich, anders als die Eingeborenen, bis heute nicht.

Siam Celadon, Teller und Deckel

Siam Celadon, Teller und Deckel


Freund Dong trinkt täglich ein Fläschchen Scotch mit viel Eis und wenig Wasser. Blicke in seinen fast leeren Eisbehälter zeigten, entweder war der Behälter schmutzig oder das Eis enthielt Fremdstoffe.
Ich kaufte Eiswürfel verschiedener Anbieter und liess die Würfel schmelzen. Einige Wasserproben schienen sauber. Andere zeigten ohne Vergrösserungsglas oder Mikroskop Schmutzspuren im Glas: tote Insekten, Papier, Gras und Stoffe, die eindeutig schwerer als Wasser waren.
Gegenwärtig gibt es zwei Eiswürfelverkaufsstellen im Dorf. Khun Poo in ihrem ‘Tante Emma Laden‘ füllt ihr frisch gekauftes Eis in Säcke zu einem Kilogramm ab und lagert sie im Tiefkühler. Sie verkauft die Säcke zu fünf Baht.
Die zweite Verkaufsstelle lagert das Eis in einer grossen Kühlbox. Darin suhlen sich Bierflaschen, Getränke aller Art und vielleicht einige verpackte Fische, Tintenfische oder Frösche. Das verschmutzte, wesentlich wärmere Eis, der Schmelzpunkt nagt dauernd, kostet nur drei Baht. Geiz ist geil, erspare dir mit natürlich aromatisiertem Eis den Erwerb von teuren Abführmitteln.
Wir erzeugen unser Eis selbst, aus Wasseraufbereitung mit Umkehrosmose. Ich überwache die Wasserqualität und wechsle regelmässig die Filter.
Einst installierte ich in einem Haus ein drei Filter System in Kunststoff-Behältern mit Schraubbefestigung. Während 18 Monaten floss Wasser. Zahlreiche Nachbarn bedienten sich täglich gratis. Kein Mensch las die Bedienungsanleitung oder pflegte die einfache Anlage! Solange Flüssigkeit aus dem Hahn tröpfelte, gab es buntes Gammel-Eis.

(1) http://articles.latimes.com/2003/oct/16/local/me-passings16.2
(2) http://www.fr-ray.org/northstarlibrary/history.html
(3) https://groups.google.com/forum/#!msg/alt.obituaries/VBZPrgXg2Bc/ATnUJBr_G9MJ

Dazu eine Dokumentation: “El Ultimo Hielero”, der letzte Eismann. Er hackt Eis am Chimborazo, dem höchsten Berg Ecuadors, 6268 m.
(d) http://vimeo.com/66703353
(Englische Untertitel) http://vimeo.com/66507747

Fröhliches Thailand nach Ärgernis Demokratie

General Prayuth Chan-ocha sprach am Freitag auf allen TV-Kanälen von einer „Rückkehr zu einer glücklichen, aufrechten und moralischen Gesellschaft“, die keine Korruption dulde.
Ausgangssperren wurden am 6. Juni für vier weitere Touristengebiete, die Provinzen Krabi und Phang Nga, sowie um die Städte Hua Hin in Prachuap Khiri Khan und Cha-am in Phetchaburi aufgehoben. Keine Beschränkungen mehr gab es bereits in Phuket, Pattaya und auf Koh Samui.
Freunde unbeschränkter, schweinischer Besäufnisse und des Einverleibens illegaler Drogen dürfen aufatmen. Haad Rin Beach und die Full Moon Party wurden von der Ausgangssperre befreit.
Für den übrigen Teil des Landes gilt die nächtliche Ausgangssperre zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens nach wie vor, speziell für Bangkok und Chiang Mai.

General Prayuth Chan-ocha sagte, die Konflikte in der thailändischen Gesellschaft erreichten einen Punkt, an dem Wahlen diese nicht mehr lösen würden, weil die Bürger ihren Glauben an das gesamte System verloren hätten.
Gesetze wurden nicht beachtet, und das Land war von korrupten Personen, die populistische Programme auflegten, regelrecht paralysiert,
„Wir wollen alle glücklich machen, die in Thailand leben“, sagte Herr Prayuth Chan-ocha.

Dieses Glück gilt für Thais weltweit. Hunderte Putschgegner im Lande wurden befragt und einvernommen. Beschenkt mit einem Maulkorb, durften sie die Sitzungen nach einigen Tagen verlassen. Die Generäle sind damit nicht zufrieden. Sie suchen weltweit nach bösartigen Aufwieglern und im Dunkeln agierenden Maulwürfen gegen das Heimatland und riefen sie zu Anhörungen auf.
Der nationale Rat für Frieden und Gesetz NCPO sucht nach Ji Ungpakorn, Junya Yimprasert, Jakrapob Penkair and Chatwadee Amornrapat.

Ungpakorn, seinerzeit Professor an der Chulalongkorn Universität und Amornrapat leben in England. Sie werden den Aufgeboten kaum Folge leisten. Jakrakpob Penkair hat seinen Wohnsitz im benachbarten Cambodia.

Joe Gordon, mittlerweile U.S. Staatsbürger, verurteilter Übersetzer eines Blogs von “The King Never Smiles”, erhielt eine Einladung der Armee.
Junya Yimprasert verliess das Land 2010 und erhielt Asyl in Finnland. Die Polizei stellte 2013 einen Haftbefehl aus. Grund: der Inhalt eines ihrer Bücher.

Der Film durfte neulich in Chiang Mai nicht gezeigt werden. http://en.khaosod.co.th/detail.php?newsid=1402317749

Der Film durfte neulich in Chiang Mai nicht gezeigt werden. http://en.khaosod.co.th/detail.php?newsid=1402317749

Sechs Monate genehmigte, geduldete Demonstrationen und Terror brachten Tourismus und Wirtschaft in Bedrängnis. Dutzende kleinere Betriebe der Reisebranche mussten mangels zahlender Gäste aufgeben.
Der Präsident der Transportunternehmer, Yoo Jienyuenyongpong erklärte, 30 Prozent der Laster, immerhin 300’000 Fahrzeuge, ständen unbenutzt auf Parkplätzen.

Gratis-Angebote einschließlich Transport und Unterkunft sollen für ausländische und einheimische Touristen angeboten werden, um den geschwächten Inlandstourismussektor wieder zu beleben. Der ADT-Präsident, Association of Domestic Travel, Yutthachai Soonthornrattnavate erklärte, sein Verband beantrage einen Fonds in Höhe von 300 Millionen Baht. Jeder Beamte, der im September den Ruhestand antritt, soll 10‘000 Baht erhalten, um das Geld in Reisen zu investieren. Etwa 30.000 Beamte würden von dieser Regelung begünstigt.

Ministerien und Verwaltungen werden gründlich reorganisiert. Die Leitung der AOT wurde ausgetauscht.
(q) http://www.bangkokpost.com/news/local/413949/sita-quits-aot-chairmanship
Es folgte das Board of Investment (BOI)
(q) http://www.bangkokpost.com/most-recent/414107/prayuth-chairs-boi-board
Für Laien wie mich, ist es erstaunlich, über welche Fachkräfte diese Armee verfügt.

Um das Land vollends zu befrieden, werden sämtliche Waffen, registrierte und nicht registrierte, von der Armee eingesammelt. In kleineren Ortschaften mussten offenbar sogar Polizeibeamte ihre Schiessprügel abgeben. Schweren Herzens müsste ich mich demnächst von meiner über vierzigjährigen Freundin mit Rostflecken, DIANA, trennen.

Alle diese Kleinigkeiten werden mehr als kompensiert durch ein Lied, auf das wir alle warteten:
คืนความสุขให้ประเทศไทย, Khün Khwam Suk hai Prathet Thai = Thailand das Glück zurückbringen.
General Prayuth Chan-ocha persönlich hat mit seinem Text die alte Melodie aufgewertet.
(lied) http://www.youtube.com/watch?v=wT6qWjrCYhI
Quellen:
(q) http://www.bangkokpost.com/
(q) http://en.khaosod.co.th/index.php
(g) http://www.wochenblitz.com/index.php
(q) http://passauwatchingthailand.com/

„Returning Happiness to the People“
[Khaosod English’s Unofficial Translation]
Lyrics by Gen. Prayuth Chan-ocha
Melody by Wichian Tantipimolpan

The day the nation, the King, and the mass of people live without danger
We offer to guard and protect you with our hearts
This is our promise
Today the nation is facing menacing danger
The flames are rising
Let us be the ones who step in, before it is too late
To bring back love, how long will it take?
Please, will you wait? We will move beyond disputes
We will do what we promised. We are asking for a little more time.
And the beautiful land will return
We will do with sincerity
All we ask of you is to trust and have faith in us
The land will be good soon
Let us return happiness to you, the people
Today, we will be tired [because of our mission], we know
We offer to fight the danger
Lives of soldiers will not surrender
This is our promise
Today the nation is facing menacing danger.
The flames are rising
Let us be the ones who step in, before it is too late
The land will be good soon
Happiness will return to Thailand