Die Wintersonne bringt kaum Licht ins Dunkel

Da ist wieder einmal eine Geschichte, welche Lachmuskeln erregen könnte. Über die eigene Dummheit zu stolpern und darüber zu schreiben, muss schwer geübt werden.

Mein erster Beitrag im Oktober betraf Dicks Tochter. (1) Es sah aus, als ob sie endlich einen vertrauenswürdigen Partner getroffen hätte. Gegenwärtig ist sie ehrbare Lebensgefährtin mit Kopftuch und tiefschwarzem Ganzkörperkondom, denn ihr neuester Partner verehrt Allah. Es gibt keine Hunde, Schweinereien und Unreinheiten in seinem Haus! Meine Begeisterung über das neue Mitglied der Koran Kaste hielt sich in Grenzen. Die Hochzeitsfeier fand ohne unsere Anwesenheit statt.

Dick hatte zuvor ein ernsthaftes Gespräch mit dem ausserordentlich netten Herrn. Er schien durchaus ehrbare Absichten zu haben. Er investierte beachtliche Summen in seine Zukunft. Er besorgte ein Geschäftslokal für seine neue Frau. Er kaufte für sie ein neues Motorrad und einen neuen Wagen, nachdem sie ihr Fahrzeug während Jahren ohne jegliche Wartung zu Schrott gefahren hatte.

Mitte Januar erreichten Dick bittere Tatsachen. Der angeblich nette Kerl, neuester Beischläfer und Gatte der Tochter, entpuppte sich als professioneller Hochstapler. Der blühende Familienbetrieb im Tourismusgeschäft in Nordthailand existiert nicht. Der Eindruck erweckende Blechscherz, der am Salon in PhonPhat präsentierte Wagen, war gemietet. Das Moped wird monatlich mit tausend Baht abgestottert.

Das ganze Lügengebilde geriet schnell ins Rutschen. Die Frau besetzte das Haus eines Bruders im Dorf, zusammen mit Ehemann, Sohn Goon und ihrem Vater (2) in PhonPhat. Sie verscheuchte gnadenlos ihren krebskranken Bruder. Sie verkaufte Goons Lego Sammlung, wie der kleine Enkel traurig mitteilte. Danach wurde die Bande kriminell. Als pikantes Detail erwähne ich, dass der Vater der Tochter mit einer anderen Frau, ebenfalls Mowgli zeugte, der bereits 2012 in unser Haus einbrach. (3)

Eine Fenster-Scheibe unseres Hauses wurde mühsam ausgebaut. Darauf folgte die Entfernung des Schutzgitters aus rostfreiem Stahl. Die Gauner brachten sogar Zement und Farbe für die Wiederherstellung. Töchterchen wollte die Grundstücks-Dokumente. Ohne sämtliche Wertsachen zu klauen, verabschiedete sich die Bande vom Tatort.

Danach erhielt Dick Anrufe, ihre Tochter verkaufe Goldringe und Diamanten. Nach unserem Wissen waren es kaum Schätze aus Dicks Sammlung. Die Verbrecher mussten zusätzlich weitere Bürger beraubt haben. Nachher begann das feine Töchterchen, in Phitsanulok, mit selbstgebastelten Vollmachten, Dicks Grundbesitz zu verkaufen. Als ehemalige Bankangestellte kannte sie diesen Geschäftsbereich.
Die um Hilfe gerufene Polizei sagte: „Familiengeschichten gehen uns grundsätzlich nichts an.“
Die Beamten der Grundstücksämter in Phitsanulok und HangDong fanden: „Sobald wir etwas umgeschrieben haben, sind Änderungen unmöglich.“ Ein teures Haus in der Stadt Phitsanulok wechselte den Besitzer für lumpige 800‘000.00 Baht!

Dick sah ihren gesamten Besitz in PhonPhat in Gefahr. Sie wollte für Rettungsmassnahmen schnellstens zurück in den Norden. Es gab nur ein Problem, Air Asia akzeptierte ihre Kreditkarten im Internet nicht. Am nächsten Morgen telefonierte sie mit Angestellten der Firma. Die Gesellschaft gestattete die Benutzung einer fremden, meiner Karte. Das Passwort wurde nicht abgefragt. Jeder könnte diese Karte stehlen und auf meine Rechnung Flüge buchen.

Die Polizei um Hilfe zu ersuchen, war sinnlos. In Familientragödien mischen sich die Beamten nicht ein. Dagegen hätten sie sich gerne an unserem Besitz an Möbeln aus verbotenem, teuren Holz, Hua Li und Teak, und kulturell bedeutenden Werken, Gemälden und alten Bronzen, bereichert.
Das Grundstücksamt in Hang Dong erwies sich ebenfalls als reines Finanzinstitut. Dieselben Damen und Herren, welche vor wenigen Tagen 200‘000.00 Baht vom kriminellen Töchterchen kassierten, offerierten Dick zum selben Preis neue Papiere für vier Häuser.
Der kleine Unterschied ist, die Dokumente für die Gauner konnten in wenigen Stunden hergestellt werden. Dick darf einen Monat lang warten. Vielleicht wird währen dieser Zeit das eine oder andere Haus verkauft! So funktioniert der thailändische Unrechtsstaat. Gibt es mehr Sicherheiten unter den netten Generälen Prayut und dem Uhrenfan Prawit?

Die beweihräucherten und bewunderten Buddhas im Hause entwickelten unbekannte Energien. Mimi, unser Schosshündchen, zerfetzte die Schuhe der Einbrecherin und biss sie in den Arsch. Der Hund überlebte den Biss!
Nach ihrer Siegesfeier in Phitsanulok konnte sie die nächtlichen Freuden-Tänze nicht mehr abbrechen und beenden. Sie musste im psychiatrischen Krankenhaus in Chiang Mai ruhig gestellt werden. In Phitsanulok gibt es solche Einrichtungen nicht.

(1) https://hinterindien.com/2017/10/03/gerede-vermutungen-wo-liegt-die-wahrheit/
(2) https://hinterindien.com/2012/04/16/ipenis/
(3) https://hinterindien.com/2012/07/14/via-mala/

Tücken thailändischer Polizeiarbeit – Oster-Eiersuche im LOS

Während amtlich verordneten Feiertagen wie Songkran, gibt es ausserordentliche Verkehrs-Kontrollen. Sie sind an fest installierte Stützpunkte gebunden. Die Beamten benötigen ordentliche Mahlzeiten und jederzeit sanitäre Einrichtungen. Jeder Ortskundige kennt diese Fallen und verhält sich, wenn nicht total bekifft oder berauscht, entsprechend. Patrouillen mit Dienst-Fahrzeugen, wie wir sie aus Europa und den USA kennen, gibt es selten bis gar nicht.

Im Distrikt Prawet, einem von fünfzig Stadtteilen in Bangkok, haben einige Ordnungshüter ein kleines Problem. Ende März entdeckten und konfiszierten Beamte unter der Leitung von Polizei Maj. Gen. Surachet Hakpan 76 Kilogramm Marihuana. Der Fund wurde zwecks Analyse in die Gerichtsmedizin transportiert.
Nur 37 Kilogramm der Droge fanden später den Weg zurück in das Hauptquartier in Prawet. Darauf wurde Pol. Col. Thongchai Wilaiprom für dreissig Tage auf einen inaktiven Posten versetzt. Während dieser Zeit soll nach dem verlorenen Marihuana gesucht werden.
Nach meiner Vorstellung überlebte das fehlende aromatische Kraut die Verbindung mit dem Luftsauerstoff nicht. Ob dafür einige Scheine die Besitzer wechselten, können wir schlecht ausschliessen. (1)

Im Esszimmer hörte ich Variationen von Puccinis Komposition: Carnaval de Venecia, ausgeführt von Studenten des Konservatoriums Tchaikovsky und dem Philharmonischen Orchester von Moskau – mit dem Dirigenten Yuri Simonov. (2)
Trotz der virtuosen Geigenklänge bemerkte ich, dass die Schiebetüre an der Veranda bewegt wurde. Ohne mir mit Spirituosen Mut einzuflössen, raste ich im fünften Gang ins Wohnzimmer. Ein Junge, gegen zehn Jahre alt, schlich sich schnell auf die Veranda. Er trug keine sichtbare Beute bei sich. Ein weiterer, einige Jahre älterer Jugendlicher, spielte draussen mit seinem Smartphone. Vor dem Haus stand eine neuwertige, blaue Yamaha. Es war keine Nähmaschine. Ich sprach zu den Burschen:
„Das ist nicht euer Haus. Macht es wie die Spinnen: Zieht Fäden!“ Das heisst auf abendländisch: „Entfernt euch.“
Die Knaben zogen sich zum Moped zurück. Vermutlich wollten sie einen Besuch machen und irrten sich bloss in der Hausnummer. Möglicherweise waren es Spione für eine spätere Diebestour.

Als Dick zurück kam, erzählte ich vom unerwünschten Besuch. Ich schlug vor, die Türen in Zukunft zu verriegeln. Sie hört bedeutend schlechter als ich und würde Eindringlinge nicht bemerken, sofern die Diebe ihr nicht die Getränke wegsaufen.
Wir hielten eine kurze Siesta im Schlafzimmer. Danach prüfte ich die Eingangstüre. Sie war wie üblich, nicht gesichert.
Wir wollten mit dem Kochen beginnen, als uns der Anruf einer Nachbarin störte. Der Ortsvorsteher sei mit zwei Kollegen hier. Die Herren hätten eine dringende Mitteilung. Dick verschwand erneut, ohne die Türe zu sichern.
Die Vorsitzenden erzählten:
„Liebe Nachbarn,
wir fordern euch auf, Häuser und Fahrzeuge abzuschliessen und damit zu schützen. Letzte Nacht wurden aus unserer nächsten Umgebung acht Fahrzeuge gestohlen. Es ist vermutlich eine Gruppe von elf Personen aus Pattani am Werk.“
In Satun lassen die Einfältigen die Zündschlüssel stecken, um nicht danach suchen zu müssen.
Einen Tag später erhielten wir die Mitteilung:
„Vier Fahrzeuge wurden bereits gefunden. Vier Diebe wurden festgenommen, zusätzlich einer im Feuergefecht erschossen!“
Frohe Ostern, die besten Wünsche zum Neuen Jahr – Songkran und allen Menschen ein Wohlgefallen.

(1) http://www.bangkokpost.com/news/crime/1232200/prawet-police-chief-lost-drugs
(2) https://www.youtube.com/watch?v=n-ykqFce8Ds

Warm anziehen: Es gibt keinen Hustensirup im Süden

Chumphon:
Die Polizei beschlagnahmte 54.000 Flaschen Hustensirup von einem Lastwagen. Sie sollten in die südlichen Provinzen transportierte werden. Viele Menschen mischen den Saft mit Kratomblättern, um sich zu berauschen.
Apinant Kuenoon, gebürtig in der Provinz Trang, wurde am Donnerstag um 23.00 Uhr in Chumphon mit der Ladung seines 10-Rad-Lkw angehalten.
Er wollte 3‘200 Liter flüssige Hustenmittel, ohne eine spezielle Lizenz, in die Provinz Nakhon Si Thammarat liefern. Die Ladung wurde deshalb beschlagnahmt, sagte Pol Col Wachara Thipmongkol, ein stellvertretender Kommandeur des Betäubungsmittel-Unterdrückungsbüros, am Samstag.
Der Fahrer sagte, eine Frau, die als „Jae Jim“ identifiziert wurde, stellte ihn für 13.000 Baht an, um die Ladung von Sap Sawang im Bang Bon Bezirk von Bangkok zu transportieren.
Nach der Verhaftung telefonierte die Frau angeblich mit einem Offizier des Verhaftungsteams. Sie bot 450.000 Baht an. Ihr wurde empfohlen, das Geld auf das Konto eines Offiziers zu überweisen. Die Summe wurde beschlagnahmt.

Der Beamte, Col Wachara sagte, die Medizin würde zu Preisen verkauft, die 4-6 mal höher sind als die Marktpreise in Bangkok. Er schätzte den Wert der beschlagnahmten Ladung auf 500.000 Baht, meinte aber, der Verkaufspreis im Süden wäre Millionen von Baht.
Die Polizei verzeigte den Lkw-Fahrer wegen illegalem Besitz von unerlaubter Medizin und Bestechung. Sie fahndet nach der Frau hinter der Sendung.

Nach einem Artikel der Bangkok Post verfasst.
http://www.bangkokpost.com/news/crime/1221078/cough-syrup-bound-for-drug-users-seized
Die Zeitung zeigt ebenfalls ein sortentypisches Bild: Mindestens acht uniformierte Beamte mit polierten Stiefeln stehen neben dem ertappten Sünder, hinter einer eindrücklichen Ausstellung. Die Schilder zeigen, dass vier verschiedene Abteilungen von Ordnungskräften mitwirkten.

Mutprobe: Betreten sie in Satun eine Apotheke und verlangen sie eine Flasche Hustensirup!

Rückblick mit trüben Aussichten

Ein ereignisreiches Jahr endet demnächst. Im Januar bezahlte ich ein Haus, eine der lausigsten Bruchbuden Südthailands. Wir sind immer noch am Reparieren. Die Häuser hier sind alle defekt. Das ist der zeitgemässe, profitgenerierende Baustil. Die meisten Bewohner bemerken es nicht. Die Klos stinken wegen Montagefehlern schlimmer als öffentliche Toiletten. Die gefliesten Böden sind voller Farbkleckse. Die Wände haben Löcher wie reifer Emmentaler Käse, damit Insekten vor schweren Regenfällen Schutz finden. Insekten müssen in Thailand geschützt werden, denn im Isan landen sie öfters gebraten in Töpfen und Tellern. Ab Mai gelangen solche niedlichen Tiere neben Mehlwürmern aus Biomehl, ebenfalls in der Schweiz in den Handel.
Einige Nachbarn haben Handwerker als Dauergäste. Für sie gilt, bei Regen darf nicht gearbeitet werden. So bekleckste denn ein Spezialhandwerker eine weisse Decke von sechzehn Quadratmetern, unter Dach notabene, in rekordverdächtigen drei Tagen mit tiefschwarzer Farbe. Damit die Farbe des Nachts besser ins Auge fällt, wurden vier elektrische Leuchtkörper installiert.

Im Mai reisten wir mit bloss drei Übernachtungen zur sterbenden Mutter nach Chiang Mai zurück. Die Frau lebt immer noch. Während drei Monaten plagten mich nach der Ankunft Darmgrippen und damit ein wunder Hintern, (kein Wunder-Hintern), während die Todkranke zwanzig Kilogramm zulegte.
Für die Rückreise nahmen wir uns im vollgepackten Wagen mehr Zeit. Wir verbrachten sechs Nächte in Hotelzimmern. Dennoch war nicht eitel Freude angesagt. In den sechs luxuriösen Unterkünften erlaubten nur zwei die Wonnen einer Darmentleerung für Rollstuhlfahrer.

Eine der traurigsten Herbergen war das fünf-Sterne Haus mit dem klangvollen Namen Mida Dhavarati. Die Empfangshalle mit der Rezeption wirkten beeindruckend. Das Zimmer allerdings, wies allerhöchstens drei Sterne Komfort auf. Die Rezeption verbannte uns in ein sogenanntes Behinderten-Zimmer. Das WC war trotz falsch montierten Chromstahlstangen für mich unerreichbar. Der Spiegel des Badezimmers war zu hoch montiert. Der Behinderte war offenbar der Architekt.
Direkten Zugang zum lebenserhaltenden Kipp-Schalter, der Bar, gab es für mich nicht. Die übersüssten Cocktails, auf gefälschten Alkohol verzichtete der Barkeeper freiwillig, waren schlicht ungeniessbar.

Das Karussell um die nicht mehr vorhandene Erbschaft dreht sich in Chiang Mai munter weiter. Die allfälligen Erben können nicht rechnen und bemerkten nicht, dass Bargeld und Grundbesitz längst verloren sind. Aber die Kinder der Alten versuchen dauernd, Mütterchen umzubringen. Sie wollen und müssen endlich erben.
Während Dicks kurzen Abwesenheiten brachten sie Speisen, welche die Kranke gierig verschlang. Danach gab es Blutungen in Darm und Nieren. In einigen Fällen folgten Spitalaufenthalte.
Vor wenigen Wochen besuchte eine Lady aus dem Süden Mütterchen und brachte Heilmittel. Die Alte schluckte gedankenlos. Danach folgten unkontrollierten Darmentleerungen mit Blut, Krankenhaus.
Die Ärzte entfernten das Giftgemisch aus dem Magen. Die Patientin erholte sich und sollte entlassen werden. Die Rechnung von achttausend Baht, konnte Töchterchen nicht begleichen. Sie kam ja nur, um zu kassieren. Sie bezahlte zweitausend Baht und nahm den nächsten Bus Richtung Phitsanulok. Die Gendarmen hätten sie in Chiang Mai einlochen können. Familienangelegenheiten interessieren jedoch die Ordnungshüter kaum.
Wiederum investierte ich zehn preisgünstige Flaschen Wein in eine alte Frau. Mir bleibt nur eines übrig, teureren Wein zu konsumieren. Das ist schwierig in Satun. Längere Reisen in ein luxuriöses Leben, erlauben meine Arme und die Hotelausstattungen nicht mehr. festtagssuessigkeiten-von-dick

Hektische Hühner- und Hunde-Halter im Advent

Als junger Mensch dachte ich, wenn Hennen Eier legen und ausbrüten, sei das gelebte Brutalität. Das Internet dagegen sagt: Brutalität ist eine Einstellung oder ein Verhalten, das von Rücksichtslosigkeit, Grausamkeit und Gewalttätigkeit geprägt ist. Abscheuliche Brutalität lernte ich bei den ach so sanften und scheuen Buddhisten wie nie zuvor kennen. Diebstahl, Ehebruch, Korruption, Lüge, Mord und übelste Verleumdung gehörten bereits im Dorf des Nordens zur praktizierten täglichen Vollkommenheit.
Diese lieben Lebewesen lagen offenbar immer gerade dann mit Grippe, Malaria oder Dengue-Fieber darnieder, wenn in friedlich wirkenden Tempeln von scheinheiligen Gelbröcken über die Lehre Buddhas, menschliche Sanftmut und verborgene Tugenden gesprochen wurde.

Während sich Menschen im Abendland in der Adventszeit bei Kerzenlicht und sanfter Musik auf Weihnachten einstimmen, verspüren wir in der südlichen Wärme bei oft regnerischem Wetter – mit dem eintönigen Chanten der Mönche und den Gebetsrufen der Muezzin – keinen Hauch von Feststimmung. Tief in meinem Magen regt sich ein religiöses Bedürfnis nach duftendem Gebäck, Dresdener Stollen und Nürnberger Lebkuchen. Stimmung gibt es trotzdem, wenn auch mit anderen Vorzeichen. Im Umkreis von wenigen hundert Metern übertrafen sich die Ereignisse:

Ein Hund drang in ein bewohntes Grundstück ein und biss elf Hennen tot, ohne eine einzige zu verspeisen.
Der geschockte Hühnerhalter erkundigte sich nach dem Hundebesitzer. Da der Hund offenbar niemandem gehörte, ergriff er seine Flinte und erschoss das Tier. Der empörte, wütende Hundebesitzer nahm darauf seinen Schiessprügel. Er sandte den Hühnerhalter diskussionslos ins Nibbana.
Die Polizei nahm den Mörder nicht fest, mit der Begründung, Hunde hätten ein Anrecht auf Leben! Da könnten wohl einige Scheinchen den Besitzer gewechselt haben. Über den Munitionsverschleiss weiss ich, wie über sämtliche Nummern und Zahlen in Thailand, nichts Genaueres.
Frohe Weihnachten! Sie geniessen wohl eher Gans oder Truthahn, als Hörnli mit Apfelmus und Hackfleisch.

Unendlicher Gier und Korruption ausgeliefert

Da ist er. Der lange erwartete Bericht der Rubrik Unglücksfälle und Verbrechen. Reise-Blogs gibt es bekanntlich wie Sand am Meer.

Spirulina, Arthrospira, ist eine Gattung der Cyanobakterien. Sie ist ebenfalls als Blaualge bekannt. Spirulina wächst in alkalischen Salzseen mit pH-Werten zwischen neun und elf. Spirulina wird in Aquakulturen bei Wassertemperaturen von bis zu 37 Grad Celsius produziert. Die Wachstumsrate hängt wesentlich von der zur Verfügung gestellten Menge an Kohlenstoffdioxid, CO2, ab.
Marktschreierische Gesundheitsapostel priesen diese Algen als universales Heilmittel an und förderten damit den Absatz eines Nischenprodukts mit leeren Versprechungen.
Spirulina Tabletten sind ein veganes Naturprodukt ohne Zusatzstoffe. Jede Tablette enthält 500mg Spirulina Platensis Pulver aus zertifiziert biologischem Anbau.
Die pseudo-religiösen Verzehrer von Spirulina Pillen glauben wohl, die edel geformten Tabletten gedeihen an gepflegten Sträuchern wie Brom- oder Johannisbeeren.
Jährlich werden ungefähr 3000 Tonnen Rohmasse der Spirulina platensis aus kommerziellem Anbau als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Spirulina ist in Europa als Pulver oder Tabletten erhältlich. Spirulina wird in Bio-Lebensmitteln als Zutat in Nudeln, Fruchtriegeln, Getränkepulvern und Schönheitsmitteln angeboten.

Ein reicher Thai versuchte in seinem Resort in Chiang Mai zusätzlich zur Gästebetreuung Spirulina zu produzieren. Monatelange Experimente brachten wegen unfähigem Personal nur Misserfolge. Dann fand der ältere Unternehmer in unserem Dorf einen studierten Pharmakologen als Giftmischer und einen aufmerksamen Betreuer der Teiche. Die Flüssigkeit erfordert dauernde Überwachung. Sogar während der Nacht prüfte der Angestellte seine Kulturen spätestens alle drei Stunden.
Die Algen gediehen und wurden geerntet. Der Ertrag pro Becken waren 25 Kilogramm Trockensubstanz. Der Erlös ist wesentlich höher als bei Garnelen.

Der Manager des Gastbetriebes erschrak, als er bemerkte, die Algenproduktion ist rentabler, als der ganze Rest des Unternehmens. Er rief die Polizei an und erzählte den Beamten, der Betreuer der Spirulina Teiche sei Drogenabhängig.
Als der Mann morgens um fünf mit seiner Arbeit beginnen wollte, erfuhr er vom baldigen Besuch der Polizei. Er verliess den Ort sogleich und meldete sich in Hang Dong bei den Ordnungshütern zum Drogentest. Das Resultat war negativ. Währenddessen erschienen im Resort zehn Polizisten. Sie warteten während Stunden vergeblich auf den angeblichen Delinquenten.
Der Eigentümer des Resorts rief wiederholt an und bat seinen Arbeiter, die Tätigkeit wieder aufzunehmen. Der lehnte entschieden ab. Am Tag darauf kippte der Inhalt der Teiche zu Jauche. Darin könnte der Unternehmer seinen Hotelmanager ersäufen.

Dieses Jahr ist für uns seit März von Drogengeschichten gesättigt. Sie erinnern sich vielleicht. Die Übeltäterin, Lügnerin und Diebin wurde im Sommer zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Denken sie, die sitzt noch? Nein, die Frau lebt in einem Nachbardorf als Mia Noi, als Nebenfrau eines Polizisten!
Für Dick dagegen fanden die üblen Beschuldigungen noch kein Ende. Erst kürzlich überprüfte der Dorfobmann in Phonphat die Dokumente betreffend Grundbesitz erneut. Wir wissen, das Land und eventuelle Gebäude wurden nicht mit Drogen-Baht, sondern mit harten Schweizer Franken erworben. Bankbelege vorhanden.

https://hinterindien.com/2016/03/29/drogen-gluecksspiele-luegen-sex/
https://hinterindien.com/2016/03/26/wie-mir-der-zufall-als-unfall-getarnt-den-griffel-aus-der-hand-schlug/

https://de.wikipedia.org/wiki/Spirulina
https://www.test.de/Algenpraeparate-Die-gruene-Gefahr-4196341-0/

Smartphones an Hohlköpfen

Es ist vollbracht. Smartphones sind intelligenter als die Benutzer – zumindest in der Region, in der ich mich gegenwärtig aufhalte. Seit Monaten finde ich wenig schmeichelhafte Worte für die Menschen in meiner Umgebung. Entweder sind die Leute wirklich am Verblöden, oder meine Kriterien wurden härter.
Dicks Sohn erwählte unglücklicherweise eine Diebin, Spielerin, Lügnerin, Nutte und Drogenabhängige zur Gefährtin. Diese Frau wurde kürzlich zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der jüngere Mann hat offenbar eine spezielle Begabung, denkbefreit die schlimmsten Weiber aufzugabeln.

Er hatte neulich Damenbesuch in seiner relativ einsamen Hütte im Dorf. Trotz der anwesenden Frau fühlte er sich müde und schlief. Verabreichte sie ihm etwa ein Pülverchen in Speise oder Trank? Als er erwachte, war die Frau weg, ebenso Dicks Moped.
Sohnemann wartete zwei Tage, bis er Dick endlich mitteilte, ihr Moped sei leider verschwunden. Sie benötigte einige Überredungskünste, bis der Kerl endlich erzählte, was geschah.
Er lernte die Frau vor einigen Wochen über Line am Smartphone kennen. Sie besuchte ihn. Er kannte bloss ihren Nicknamen und hatte angeblich eine Telefonnummer, die nach dem Verschwinden niemand beantwortete.

Weil es Dicks Moped war, das verschwand, musste sie – anstatt ihre Mutter zu betreuen, auf der Polizeiwache eine Anzeige erstatten.
Der zuständige Beamte für Internetkriminalität und Geschlechtsverkehr war sehr beschäftigt. Dick stand geduldig in einer Schlange und hörte während des Wartens witzige Geschichten betrogener Opfer.
Da war ein neunundsechzig jähriger Lustgreis. Er lernte über Line eine liebes- und lebenslustige Frau, wie er sagte, unter zwanzig Jahren kennen. Sie techtelten und mechtelten. Saft- und kraftlos lieh er ihr danach seinen Wagen. Beide, Frau und noch jüngeres Automobil, wurden nicht mehr gesehen.
Eine stattliche zweiundsechzig jährige Frau lernte über Line einen heissen Liebhaber um die Dreissig kennen. Nach lustvollen Nächten verschwand der junge Mann samt ihrem Fahrzeug.
Eine weitere Schönheit um die Dreissig vermisste nach liebevollen Wochen ihren Freund samt ihrem Tablett Computer inklusive Line. Sie darf Buddha dankbar sein, dass sie weder Auto noch Moped besitzt. Nach dem Saft-Entzug, sind sie alle nicht nur Hohlköpfe, sondern Hohlkörper.

Line ist ein von der thailändischen Regierung nicht geliebter Instant-Messaging-Dienst des japanischen Unternehmens Line Corporation. Die Gesellschaft gehört zur koreanischen Naver Corporation. Mitte 2014 hatte der Dienst über 400 Millionen registrierte Kunden unter den Betriebssystemen Android, iOS, Blackberry, Windows Phone 8, Win 10 Mobile, Firefox OS, Windows, OS X.
Die meisten Thais wissen nicht, was ein Betriebssystem ist. Aber Line kennen sie umso besser. Viele Smartphone-Besitzer betrachten Filme, fotografieren, telefonieren und benutzen Line als einzige Anwendungen der eigentlich vielseitig nutzbaren Geräte.
2014 besassen 67 Millionen Einwohner 96 Millionen registrierte mobile Telefone. 24 Millionen benutzten Line. (2)

Dick erhält neben freien Anrufen über Line täglich ungefähr hundertzwanzig Nachrichten mit Bildern. Das Netz leidet unter der meist sinnlosen Kommunikations-Flut. Die Speicher der Telefone sollten beinahe täglich vom Massen-Müll befreit werden!

Vorsichtige Mediziner hegen den Verdacht, die Mikrowellenstrahlung könnte sich negativ auf das Hirn auswirken. Zumindest in Nordthailand hätte ich wenig bedenken. Drogen und Lao Khao zerstörten eventuelle Überbleibsel bereits.

https://de.wikipedia.org/wiki/Line_(Instant_Messaging)
(2) http://www.slideshare.net/alrat/thailands-mobile-market-information-2014-39075136