Wege zur Erleuchtung

Die Pfade buddhistischer Tugenden bleiben trotz Mengen reich dekorierter Tempel in Thailand schwierige Gratwanderungen. Die Mehrzahl organisierter Gruppen barfüssiger, in safranfarbige Tücher gewickelte Reiseleiter taugt wenig oder gar nichts. Entweder kennen sie die strikten Anleitungen nicht, oder sie vergassen die massgeblichen Regeln landesüblich nach drei Wochen.
Der Abt unseres kleinen Dorftempels im Norden spezialisierte sich, stahl Leichen oder Teile Verstorbener. Damit praktizierte er im Geheimen schwarze Magie, fertigte spezielle Amulette, bis er beim Fleddern erwischt wurde.
Die Einheimischen suchen zudem weder Tugend noch Erleuchtung. Sie dürsten alle, alle nach Baht-Scheinen! Das ist gelebte Schein-Religion. Wenn endlich reicher Geldsegen unerwartet eintrifft, teilt man nicht gerne. Mann oder Frau kaufen zu Discountpreisen angebotenes Karma bei geldgierigen Gelbröcken, wie man Fahrzeuge, Elektronik, Mia Noi (Zweit- und Drittfrauen), Smartphones und vergiftete Suppen erwirbt.

Die eingeschlagenen Wege zwecks Erreichung buddhistischer Erleuchtung funktioniert selten. Es fehlen die Musen, die Musse und vor allem die benötigte Portion Hirn. Anstatt den Pfad mit der Kraft des Geistes zu suchen, werden vor allem Muskeln eingesetzt. Dies gilt für sämtliche Tätigkeiten in Hinterindien.
bulb philips
Der Krafteinsatz am Gewinde der Energiesparlampe, oder der Energieeinsatz am Gewinde der Kraftsparlampe war falsch. Diese Lampe wird kaum noch Helligkeit abgeben. Zur Erleuchtung führt sie schon gar nicht.
Alkohol brennt zwar. Er führt leider nur in Ausnahmefällen zur Erleuchtung des Geistes. Die Anwendung zum Antrieb von Motorfahrzeugen dagegen scheint gewährleistet.
Trotz vereinigter Anstrengungen von Polizei und Armee sind die Todesfälle im Strassenverkehr, während der Feiertage wie Neujahr und Songkran, in den letzten zwei Jahren extrem angestiegen. Muss dieser Anstieg dem Teufel im Alkohol der Treibstoffe zugeschrieben werden, oder ist allein der Promillepegel der Piloten dafür verantwortlich?
Krematorien und Sargfabriken feiern Hochkonjuktur. (1)

(1) http://www.thaivisa.com/forum/topic/718430-massive-songkran-festival-travel-spurs-coffin-business/

Karl Tellenbach

Fairness zu fairen Lesern. Ich bedaure, dass ich mich grosszügig über Anekdoten und Witze betreffend Kari, obwohl ich ihn erwähnte, hinwegsetzte. Sie sind im Internet gut versteckt. Den wenigsten Nichtbernern dürften die Zoten bekannt sein.
Deshalb widme ich dem Coiffeurmeister, der sein Geschäft an der Neuengasse, in der Nähe des Waisenhausplatzes betrieb, gerne einige Zeilen.

Nach der Arbeit, Haare schneiden erzeugt Durst, war Kari beim Studium der Weine in verschiedenen Gasthäusern anzutreffen. Ihm erging es ähnlich wie mir neulich in Satun. Als er hinfiel, gelang es ihm nicht, wieder aufzustehen. Internet und Smartphone gab es noch nicht. Zwei freundliche Polizisten waren gerne behilflich.
„Wie kamen sie in diese Lage?“ wollten die Freunde und Helfer wissen.
„Drei Italiener sind schuld daran“, seufzte Kari.
„Namen?“ fragten die Beamten.
„Asti, Barbera und Chianti“, antwortete Kari.

Am Tag darauf, rasierte er froh gelaunt einen Kunden. Eine kleine Unaufmerksamkeit und Kari verletzte schneidig das Kinn seines nun blutenden Opfers.
Der Mann räusperte sich und sagte unfreundlich: „Dällebach, das kommt vom Saufen!“
Kari antwortete: „Sie haben recht. Das gibt eine trockene und spröde Haut!“

Letztwillige Verfügung von Karl Tellenbach, kremiert in Bern am 12. August 1931:
«Alle, die mich auf dem letzten Gang begleiten, sollen nur während der Predigt und der Versenkung der Urne besinnlich sein. Danach ist Gemütlichkeit und Humor an der Reihe. Ich habe bei Frau Jenni in der »Grünegg« ein Säli reserviert und im Voraus ein Zvieri mit Hamme (1) und natürlich einen rechten Tropfen Roten bezahlt. Da denkt alle an mich zurück, indem ihr bei Frohsinn und Geselligkeit meine Geschichten auffrischt. Zum Abschluss des Mahls, das wünsche ich mir ausdrücklich, singt für mich noch einmal ‹Wie die Blümlein draussen zittern›. Ich werde mein liebstes Lied hören.»
KARL DÄLLENBACH

(1) Hinterteil der Schweine, genannt Schinken, vermutlich mit Züpfe, Zopf.

Im Osten nichts Neues

Es tut mir leid. Ich wartete in Thailand vergeblich auf positive Ereignisse, um meine Berichte ausgewogener zu gestalten. Fehlanzeige. Es ist Mai, der fünfte Monat des Jahres. Dennoch las ich einen Bericht, dass die Staatskasse in den ersten sechs Monaten einen Fehlbetrag von sechshundert Milliarden „erwirtschaftete“!

In Pattaya herrscht wieder Fallobstzeit. Wöchentlich stürzen zwei bis drei ausländische Gäste aus Fenstern und Balkonen ihrer Unterkünfte in die Tiefen. Das ist eine abgründige Tradition. Sind alle diese Menschen bekifft, betrunken, verlangen böse Geister Menschenopfer, oder sind die Fälle durch architektonische Besonderheiten begünstigt?

Im gleichen Städtchen machte ein Tourist aus Deutschland schlechte Erfahrungen. Als er sich zu frühesten Morgenstunden ein Bier genehmigen wollte, attackierten ihn zwei Ladyboys und boten ihm ihre Liebesdienste an. Er verzichtete grosszügig auf das eindeutige Angebot für einen flotten Dreier. Darauf massierten die sensiblen abgewiesenen Triebtäter sein Gesicht in der Weise, dass das zarte Bein des Riechkolbens brach. Der Herr verlor dabei etwas Blut im überempfindlichen Kopfbereich. Durch zahllose alkoholische Getränke in der tropischen Hitze litt die Haut und wurde spröde. ((1) Kari Dällebach.) Die ungestümen Streicheleinheiten führten zu ausgiebigem Bodenkontakt. Die geldgierigen Einheimischen, vielleicht waren es burmesische Gastarbeiter – wie oft in ähnlichen Fällen, erleichterten ihr Opfer um viertausend Baht und machten sich davon. (2)
Der Verletzte wurde im Krankenhaus verarztet. Er machte darauf eine Anzeige. Oh Wunder, die Polizei fand die beiden Liebesdiener und verhörte sie. Nach einer Busse von eintausend Baht wurden sie in die grenzenlose Freiheit Pattayas entlassen.

Wesentlich grausamer erging es in Hua Hin einem älteren Ehepaar mit Sohn, dreiundvierzig, aus England. Vier angetrunkene Täter im Alter zwischen zwanzig bis zweiunddreissig Jahren, schlugen die fremden Gäste brutal zusammen. Als die Opfer wehrlos am Boden lagen, wurden deren Köpfe mit den Füssen getreten. Schlimm waren die Zuschauer, die teilnahmslos – wie an der Glotze, die Tat verfolgten. Das Geschehen wurde von einer Überwachungs-Kamera aufgezeichnet. Der Polizei gelang es einige Tage danach, die Täter zu verhaften. Die brutalen Bilder verbreiteten sich rasch im Internet.
Die Gesetzeshüter suchen nun fieberhaft nach denjenigen, die das Video veröffentlichten, denn diese barbarischen Bilder hätten der angeschlagenen Tourismusindustrie des Landes enormen Schaden zugefügt. (3)

Irgendwie erinnert das an zahlreiche Unglücksfälle und Verbrechen. Die Untaten konnten nicht verhindert werden. Das Vernichten von Beweismitteln dagegen ist wesentlich einfacher und offenbar einträglicher. (Janepob Veeraporn, Vorayuth Yoovidhya, Orachon „Praewa“ Thephasadin na Ayudhya.) Gegen solchen Dummfug kämpfen sogar studierte Forensiker vergeblich.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Tellenbach
(2) http://www.blick.ch/news/ausland/dreier-abgelehnt-dann-gabs-pruegel-in-pattaya-lutz-ist-das-ladyboy-opfer-id4966319.html
(*) http://www.blick.ch/news/ausland/aggressive-transsexuelle-auf-iphone-klautour-ladyboy-alarm-in-pattaya-id4963468.html
(3) http://www.bangkokpost.com/news/general/954489/hua-hin-clip-leak-caused-more-harm

Nackte Zahlen zu Songkran

Nackte Zahlen provozieren. Urteilen sie selbst. Ein Farang zog während der Wasserschlacht in Chiang Mai sein nasses T-Shirt aus. Er wurde gebüsst. Hundert Baht zugunsten der Braunen!
Welch ein armseliges Theater.
Neunzigtausend Beamte kontrollieren landesweit den Strassenverkehr. In vier Tagen wurden fünfundsechzigtausend Motorfahrzeuglenker aus dem Verkehr entfernt. Delikt: FIAZ! Fiaz bedeutet auf Neuhelvetisch: Fahren in angetrunkenem Zustand.
Täglich sterben nach Statistik gegenwärtig 67.8 Personen durch Verkehrsunfälle. Nach derselben Statistik verunfallten rund zweitausendsiebenhundertachtzig Personen. Die Spitäler meldeten dagegen 18‘800 behandelte Verletzte. Wer lügt?

Kleptomanewitsch wurde scheinbar wieder eingebuchtet. Sein Haus ist leer. Weib und Kinder sind weg. Frisch angepflanztes Gemüse vertrocknet.
Die Ordnungshüter fingen die Drogendelinquentin erneut. Diesmal wurde die Kaution auf 400‘000 Baht erhöht. Ihre Familie bedrängt uns, wir sollen bezahlen. Weshalb? Wozu? Verführten wir die Hirnamputierte zu Drogen, Glücksspiel, Kriminalität und ungeschütztem Sex?
Weil kein Geld fliesst, die Ordnungshüter dagegen dringend Songkran Teegeld benötigen, bissen sie sich erneut in den Verleumdungen der Angeklagten fest, dass die Liegenschaften von Dick mit Drogengeldern finanziert wurden. Glücklicherweise habe ich gescannte Kopien der Grundstücksurkunden in meinem PC. Anstelle von Teegeld wurden sie sogleich nach Hang Dong übermittelt.

Ein Bekannter machte Schluss. Er setzte seine Leber mit genügend Lao Khao ausser Betrieb und verstarb elendiglich weit entfernt in einem Krankenhaus, Seine Mutter, eine ehemalige reichlich bezahlte Gastgeberin, angeblich ohne Familie, keine Kinder, war am Sterbebett. Der Sohn beschuldigte sie in seinen letzten Atemzügen:
„Du hast dich nie um deine Kinder gekümmert!“
Tatsächlich zeugte sie mit einem Kerl drei oder vier Kinder. Darauf verliessen beide den Ort und überliessen ihre Nachkommen ihrem Schicksal. Nach dreissig Jahren fanden die Kinder das entartete Weib. Sie änderte sich nie. Sie lebt im Dorf im Norden. Vor wenigen Tagen betrog sie Dick erneut.

Willkür

Der Bericht, veröffentlicht am 1. April, ist kein Aprilscherz, sondern erlebte Wirklichkeit. Mehr über Unfälle und Verbrechen und die Unfähigkeit der Beamten, findet ihr täglich in den Gazetten.

Die Fröhlichkeit im Lande, verbreitet von einer glorreichen Armee, ist unbeschreiblich, denn die Sicherheit ist zunehmend. Mit einem Dekret vom 30. März ist es Soldaten möglich, Häuser ohne Durchsuchungsbeschluss zu durchsuchen, Gegenstände zu beschlagnahmen und Zivilsten ohne Haftbefehl zu verhaften.

Wie in Spaghetti-Western von Sergio Leone, erschienen zwei Tage nach der Verhaftung fünf ausgesprochen vertrauenserweckende Charakterdarsteller, Verbrechervisagen, am Gefängnis in Hang Dong. Sie hinterlegten die verlangte Kaution von 100‘000 Baht. Die Delinquentin war frei. Den Autoschlüssel behielten die Gesetzes- und Schlüsselhüter.
Die Befreier benötigten dringend 100‘000 Baht, die sie umgehend einem Kredithai, zwanzig Prozent pro Tag? zurückzahlen mussten. Sie machten sich auf zum Gästehaus und knackten die ausgetauschten Sicherheitsschlösser. Dann öffneten sie die Wagentüre wie professionelle Gangster. Doch Toyotas Sicherheitstechnologie verhinderte das Starten des Motors.
Nachbarn kamen, um die unbekannten Eindringlinge zu grüssen. Sie riefen die Polizei. Als die Nachbarn fragten, was sie da machen, erklärten die Gauner, sie seien Spezialisten der Polizei. Einer der Herumstehenden sagte: „Die habe ich vor zwei Minuten angerufen.“
Sekunden später verschwanden die aufgeschreckten Banditen mit ihrem eigenen Fahrzeug. Während die Spezialisten, der Ladyboysoldat als Anführer, mit unserem Wagen beschäftigt waren, räumte der Rest der Bande die Küche aus. Der Kühlschrank wurde für den Transport bereits an den Eingang geschoben.

Bekannte erzählten den ermittelnden Beamten, die Liegenschaften seien von mir erworben worden, bevor ich Dick kannte. Zur Bestätigung der Aussagen spendierte ein besonders freundlicher Idiot, selbst Staatsdiener und aktiver Backschischempfänger, den Beamten Teegeld.

Während die Delinquentin ihre Freiheit genoss, bedrängte uns die Polizei. Die Beamten stützten sich auf deren Aussagen. Sie rochen Vermögen, Bargeld, das sie gerne teilen wollten.
Ab Dienstag wurde unsere Lage denkbar schlecht. Die Beamten erklärten Dick, sie würden ihren Besitz beschlagnahmen und Haftbefehle ausstellen lassen. Sogar mein Telefon klingelte mehrmals, ohne dass einer der mutigen Schutzmänner ein Wort sagte.
Wir organisierten Flüge. Nach Mitternacht erstellte ich eine Liste über den Erwerb der Grundstücke und deren vorherigen Eigentümer. Ich wusste, die Braunen wären durch Ermittlungen beim Grundstücksamt überfordert.

Dick beeindruckte in Hang Dong durch ihr kompromissloses Auftreten. Die Familienangehörigen als Drogenkonsumenten traten gemeinsam zur Ablieferung von Urin auf. Alle Befunde waren negativ. Protokolle über die Einvernahmen und über das Diebesgut erhielt sie nicht. Dagegen ein mündliches Angebot, man könnte die Aussagen der Delinquentin für 300‘000 Baht ändern. Unverständlich, warum? Wir könnten doch die bösartige Frau wegen Verleumdung verklagen. Leider nur, mit der Unterstützung der Braunen. Aber, da sind noch andere, mir bekannte höhere Mächte im Spiel. Wenn ich könnte, würde ich lieber verreisen.
Das Teegeld wurde unaufgefordert zurück bezahlt.

Am Tag nach dem vereinbarten, nicht wahrgenommenen Gerichtstermin, erschien die Delinquentin bei der Polizei und verlangte von Dick Geld, weil Dick ihren Wagen verkaufte. Die Delinquentin mit vernebeltem Gehirn leistete einst bloss eine Anzahlung von 18‘000 Baht. Danach benutzte sie den Wagen 10 Monate lang. In dieser Zeit legte das Fahrzeug 160‘000 Kilometer zurück. Warum wurde dieses Weib nicht wieder festgenommen? Sind hinterlegte Kautionen Freibriefe für Gauner?

Nun erwarte ich Ratschläge der Spezialisten. In Chiang Mai hatte ich im Oktober genau zwei Möglichkeiten. Sofort abhauen, ohne Rücksicht auf Verluste, oder langsam unter bestialischen Schmerzen verrecken. Ich hätte mich aufhängen können. Dann wäre weniger Spam im Netz. Aber lebend konnte ich wenige Leser für anspruchslose Selbstbefriedigung stimulieren, denn die Ereignisse sind für schadenfrohe Blog-Voyeure ein gefundenes Fressen.

Hundeleben

Von Montag ab 21 Uhr hatten wir kein Internet auf Langkawi. Mittlerweile sind wir in Kuah. Morgen reisen wir mit der Fähre zurück nach Satun, Thailand.

Tiere in Hinterindien führen meist ein übles Leben. Junge Hündchen werden als Massenware billig gehandelt. Sobald Tiere grösser werden oder gar ausgewachsen sind, fallen sie manchen Besitzern zur Last. Sie fressen, koten und bellen zu viel. Die Köter lernen nichts. Sie verbringen ihre Zeit in engen Käfigen, oder betteln auf den Strassen, wie vernachlässigte Kinder. Nur wenige Besitzer bringen ihre unerwünschten Objekte, wie Hunde und Katzen, in einen Tempel. (1) Der Normalfall ist das Aussetzen. Die einstigen bellenden und heulenden Haustiere streunen, verwildern und ernähren sich von Abfall. Gelegentliche Hühnchen und Ratten werden nicht verschmäht. Kehrichtsäcke werden aufgerissen. Der Inhalt wird dann zusätzlich durch Fahrzeuge, Stürme, Wasser und Wind in den Siedlungen verteilt.

Unmittelbare Nachbarn halten und quälen ihr Schosstier dauernd in der Küche, wo es ebenfalls seine Notdurft verrichtet. Stuhl- und Tischbeine sind fast die einzigen Möglichkeiten, um Markierungen zu hinterlassen. Der Raum riecht fürchterlich. Der Gestank wirkt auf normalempfindliche Nasen als Brechmittel. Die einzige Luftverbesserung schafft das gelegentliche deckenschwärzende Frittieren toter Fische. Sie müssen nicht einmal frisch sein. Offenbar schmeckt es den Hundehaltern trotzdem.

Andere Nachbarn zogen von Satun nach Hat Yai. Ihr gutmütiger Hund blieb einsam zurück. Wenige Einwohner füttern das Tier. Eine Frau in Klong Khut kocht Frühstück für die Hundemeute. Mittlerweile hat sie täglich über zwanzig vierbeinige Gäste. Der Vorteil ist, die gesättigten Tiere spielen kaum mit Abfall. Die Strasse bleibt sauber.

Weit schlimmer ist, wenn Kinder weder Aufmerksamkeit, Betreuung noch Liebe erhalten. In einer unübersichtlichen Kurve in unserer Strasse steht zur Erhöhung der Sicherheit ein Spiegel. Eines Tages wies der Spiegel ein Loch auf. Wir dachten, stürmische Winde hätten ihn durch krachende Äste beschädigt.
Beim Giessen unseres Gartens hörte Dick dann komische Schlaggeräusche. Sie schaute nach und sah, wie ein kleiner Junge mit einer langen Stange auf den Verkehrs-Spiegel einschlug. Sie ging hin und erklärte dem Knaben, warum das kein Spass sei, dass er solche Hilfsmittel nicht zerstören sollte. Der Schelm hörte der gut gemeinten Schelte absolut verständnislos zu. Danach brachte ihn Dick nach Hause. Unterwegs demonstrierte der kleine Drecksack seine Schlag-Kraft, indem er als Dreingabe mit seiner Stange einige Papaya-Stauden der Nachbarn köpfte.
Zu Hause erwarteten ihn die Grosseltern. Grossvater hat irgend einen Doktortitel, geht jedoch keiner Beschäftigung nach. Die Grosseltern verprügelten das Kind zu zweit kommentarlos. Der Kleine gab trotz der Schmerzen keinen Laut von sich. Der Alte schickt den Sechsjährigen zwecks Abhärtung ins Boxtrainig. Bübchen übt daneben fleissig Vandalismus. Gelegentlich verbeult er mit seinen Stangen entlang der Hauptstrasse Automobile.
In wenigen Jahren wird er Drogen verkaufen. Wer keine Drogen kauft, wird er mit seiner Stangen-Technik zu erpressen versuchen. Kung Fu pur. Das Fernsehen übermittelt solche Botschaften bereits Kleinkindern. Wir kennen diese Bösen-Buben-Spielchen von PhonPhat. Das ist die beste Vorbildung zum Offizier – Armee oder Polizei. Schulzeugnisse bleiben Nebensache.
Gleichzeitig breitete sich eine neue Seuche aus – Plastikkinder.
https://wahnsinnausdemwok.wordpress.com/2016/02/24/die-luk-thep-wochos-gehen-weiter/

(1) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/phuket/72424

Alleine in China leben sechzig Millionen Kinder, um die sich kaum einer kümmert.
The Star, Malaysia, 26. Feb.20, Leaving no child behind, ATP

Mehr Geschichten aus über 6‘003 Nächten in Hinterindien

2. Teil

Durch das kalte Wetter in Nordthailand bedingt, schneite es offenbar einer Bewohnerin durch die Nasenlöcher direkt ins Hirn. Anders kann ich mir den Unfug nicht erklären.
Valentinstag: Eine Masseuse aus Chiang Mai kaufte sich neue bunte Röcke, liess sich die Haare färben und pflegen. Sie steckte schwere Goldringe auf die Finger. Danach missbrauchte sie ein Smartphone für Fotos. Diese Bilder sandte sie mit Line, angeblich konnte sie weder lesen noch schreiben – lernte es anscheinend in Windeseile – an Dick – mit den Vermerk: „For my lovely!“ Damit war ich gemeint.
Besagte liebeshungrige Dame lebt bereits mit zwei Kerlen zusammen. Anscheinend ist sie dabei, ihre Sammlung zu ergänzen. Die kleine Frau hat auffällig geformte Brüste. Sie erinnern nicht an Silicon Valley, sondern an ägyptische Bieramiden – Pyramiden – Khêops, Khufu, mindestens eine davon. (1) Dick wurde von den Dorfhexen per Line vor der Frau, inbegriffen ihre Pläne mit dem Farang, gewarnt. Schade, dass viele Weiber meine Qualitäten erst kurz vor dem Ableben entdecken.

Vor einem Jahr dachten wir, das Verhältnis zu den Dorfbewohnern des Südens sei einfacher und besser als im Norden. Aber wir leben immer noch in Thailand, wie uns erneut bestätigt wurde.
Eine gewaltige Portion von Polizistengattin vermietet unter wesentlichen finanziellen Einbussen ein Haus an einen Farang. Der Farang gestattete sich einige Freiheiten mit einer einheimischen Freundin seiner Wahl. Die strengen moralischen Prinzipien der Hauseignerin wurden dadurch arg strapaziert. Sie wollte den Mieter möglichst rasch loswerden und die Liegenschaft verkaufen. Anstatt einer registriert gesandten Kündigung, wurde während Monaten erfolglos diskutiert. Der Mieter versteht kein Thai.
Die ehrbare Gattin des dekorierten Polizeioffiziers begab sich letzte Woche mit Dolmetschern zum Farang und erzählte ihm:
Das Haus sei bereits verkauft. Ich, Low, hätte es für meine Frau gekauft. Es sei bereits mein zweites Haus in Satun. (Ich besitze in Thailand keine Liegenschaften und bin nicht verheiratet.)
Nach der Frage des Mieters, wann die Eigentumsübertragung sei, antwortete sie, das sei nicht seine Angelegenheit und gehe ihn nichts an. Später rief sie dann den Mieter an und teilte dem Mann mit: Nach Rücksprache mit Dick könne er bleiben, bei einer 3x höheren Miete von 15‘000 Baht. Peinlich ist nur, dass sie uns erst nach ihren Lügengeschichten darüber informierte.

General und Staatspräsident, Prayuth Chan-o-cha, gibt den Thais viel Fröhlichkeit und noch mehr Glücksgefühle zurück. Er ist der grosse Reformator. Die an Schwachsinn grenzende Fernsehunterhaltung verbesserte er bisher noch nicht.
Aber er hob eine Polizei-Verordnung auf. Er strich die Posten der Befrager und Ermittler. Diese Tätigkeit der Spezialisten brachte den betreffenden Offizieren ein zusätzliches Einkommen von ungefähr 20‘000 Baht im Monat.
Polizeioberst Chan Chaisawasdi vom Polizeirevier Thian Thalae reichte eine Petition an den nationalen Rat für Ruhe und Ordnung, NCPO, ein. Er wandte sich gegen die Abschaffung. Chaisawasdi war selbst als Ermittler tätig. Neu sollen laut NPCO-Befehl stattdessen Vizeinspektoren oder Kommandeure Ermittler werden.
Der Polizeioberst bereute offenbar seinen Vorstoss. Sein Gewissen quälte ihn. Er schlug sich vor Kummer die Zähne aus, verletzte sich dabei das Kinn. Darauf erhängte er sich in seinem Haus. Die ermittelnde Polizei konnte keine Fremdeinwirkung feststellen und geht von Selbstmord aus. (2) Den Ausdruck „Fremdeinwirkung“ finde ich gut getroffen. Es gibt eindrückliche Bilder von Treffern der Selbstkasteiung. (3,4) Da ist immer etwas los im LOS!

(1) https://en.wikipedia.org/wiki/Khufu
(2) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/bangkok/72335
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Kasteiung
(4) http://forum.thailandtip.info/index.php?topic=11760.msg1204488#msg1204488

Geschichten aus mehr als 6‘000 Nächten in Hinterindien

1. Teil

Wer kennt sie nicht, die wunderbaren Geschichten aus „Tausendundeine Nacht“. Arabische Träume wie „Aladins Wunderlampe“ oder „Ali Baba und die vierzig Räuber“. (1)

Als ich mit den Aufzeichnungen exotischen Lebens begann, schrieb ich Märchen, Schnurren, Schwänke und grinste selbst zufrieden darüber. Da bestand doch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Reisberg, durch den man sich ins Schlaraffenland frisst.
Mittlerweile futterte ich genügend Reis samt Beilagen. Das Schlaraffenland ist immer noch unerreichbar fern. Ich stecke vollgefressen mitten in einem Berg von Betrug, Lügen und Skandalen fest. Ich habe eigentlich genug, bin übersättigt von all den Feen und Märchen. Davon laufen, flüchten kann ich nicht.

Als wir in der Schule in das klassische Griechenland und dessen Götterwelt eingeführt wurden, war ich vernarrt in „Die schönsten Sagen des klassischen Altertums“. Eine Sammlung antiker Mythen des deutschen Schriftstellers Gustav Schwab. (2)

„Himmel und Erde waren geschaffen: das Meer wogte in seinen Ufern, und die Fische spielten darin; in den Lüften sangen beflügelt die Vögel; der Erdboden wimmelte von Tieren. Aber noch fehlte es an dem Geschöpfe, dessen Leib so beschaffen war, daß der Geist in ihm Wohnung machen und von ihm aus die Erdenwelt beherrschen konnte. Da betrat Prometheus die Erde, ein Sprößling des alten Göttergeschlechtes, das Zeus entthront hatte, ein Sohn des erdgebornen Uranossohnes Iapetos, kluger Erfindung voll. Dieser wußte wohl, daß im Erdboden der Same des Himmels schlummre; darum nahm er vom Tone, befeuchtete denselben mit dem Wasser des Flusses, knetete ihn und formte daraus ein Gebilde nach dem Ebenbilde der Götter, der Herren der Welt. Diesen seinen Erdenkloß zu beleben, entlehnte er allenthalben von den Tierseelen gute und böse Eigenschaften und schloß sie in die Brust des Menschen ein. Unter den Himmlischen hatte er eine Freundin, Athene, die Göttin der Weisheit. Diese bewunderte die Schöpfung des Titanensohnes und blies dem halbbeseelten Bilde den Geist, den göttlichen Atem ein.“

Ich verschlang die Bücher. Doch die Übersättigung mit den Göttern, es gibt zu viele im Olymp, danach war derart, dass ich die schlechteste Prüfungs-Arbeit meines jungen Lebens schrieb.

Gegenwärtig geht es mir ähnlich. In der Küche können wir von Reis auf Kartoffeln oder Teigwaren wechseln. Hinterindien ist nicht nur voller Geister und Götter. Die belasten mich nicht. Aber die Ausreden, Flunkereien und Lügen, täglich neu erfunden und aufgetischt, gehen mir allmählich auf den Wecker. Sie wiegen schwerer, als die gesamte Götterwelt aus dem Olymp.

Der Nachbarschaft blieb es nicht verborgen, dass wir ein weiteres Tischblatt suchen. Ausgerechnet ein Ordnungshüter sollte uns dazu verhelfen. Wir kennen sie aus Chiang Mai bestens, die auf Holz spezialisierten, uniformierten Wegelagerer.
Der unbekannte Kerl soll im Besitze eines grossformatigen Holzstückes mit dem mir unbekannten Namen Hlumpha sein. Der Preis scheint mit 15‘000 Baht angemessen. Aus Erfahrung möchte ich mir aber das edle Stück erst ansehen.
Das sei unmöglich, wurde mitgeteilt. Das Objekt befinde sich in neunzig Kilometern Entfernung im Dschungel. Es müsse erst mit einem Elefanten, (warum nicht zwei?) zur Strasse transportiert werden. Dann funktionierten meine vom Alkohol nur teilweise betäubten Gehirnwindungen. Ich fragte mich, wie sägten die Arbeiter dort ein einziges Blatt von annähernd zwei auf einen Metern Grösse. So ein Riesenbaum von mindestens hundert Jahren liefert weit mehr Holz. Wo blieb der bescheidene Rest?
Dick erhielt Bilder. Schlechter kann selbst ein preisgünstiges Smartphone nicht fotografieren. Das Holz, praktisch farblos, erdige Grautöne, wies grosse Risse auf und war mit Schmutz, Kieseln, Blättern und Aststücken bedeckt. Wieder fragte ich nach dem Namen. „Ist es Hua Li?“
„Ja, ja, Hlumpha ist Huali.“
Mit Hua Li, Rosenholz, englisch Brazilian Tulipwood, wird die Holzart Dalbergia decipularis aus der Gruppe der Palisanderhölzer bezeichnet. Dieses seltene Holz wird üblicherweise nach Gewicht gehandelt. Der Preis liegt gegenwärtig bei etwa dreihundert Dollar pro Kilogramm! Neunzig Prozent der alten Bäume sind hohl. So hohl wie die Lügen der Händler. Ausgerechnet der Polizist erzählte, aus Furcht vor den Ordnungshütern, wurde das Brett vor vier Jahren eingegraben.

Die Basler haben einen Spruch für unglaubwürdige Geschichten:
„Verzell du das em Fährimaa!“ Der Fährimann steuerte früher seine Fähre über den Rhein. (3)

Fortsetzung folgt

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Tausendundeine_Nacht
(2)
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_sch%C3%B6nsten_Sagen_des_klassischen_Altertums
(Hörbuch) https://www.youtube.com/watch?v=Sy0AJLt7ZQo
(Holzfällerteller nach Otto) https://wordpress.com/read/post/id/732973/36950
(3) http://www.srf.ch/sendungen/hoerspiel/verzell-du-das-em-faehrimaa-3

Visionen aus Singapur

Ein lieber Freund sandte mir eine interessante Seite der Straits Times. Der Dekan der LKY, Lee Kuan Yew Schule, einem Institut der NUS, National University of Singapore, Kishore Mahbubani, verfasste einen Artikel über: The road to a car-less Singapore. „Der Weg zum automobillosen Singapur“.

Leider ist bereits der Titel irreführend. Der Autor meinte, im Jahre 2050 werden Singapurs Einwohner keine privaten Wagen mehr besitzen.
Er schreibt: Trotzdem werden Fahrzeuge die Strassen beleben. Aber diese Fahrzeuge sind vollautomatische Einheiten, welche wir mit Smartphones abrufen. Im MIT, Massachusetts Institute of Technology, USA, wurde berechnet, auf diese Weise würden von unseren 900‘000 Fahrzeugen 600‘000 unnötig.
Das gäbe Platz für Parks, Jogger und Radfahrer und sogar klimatisierte Spazierwege. Die erste Hürde ist, wir müssen die grenzenlose Verehrung eigener Verkehrsmittel beenden. In der Theorie sind Wagen Instrumente wie Kühlschränke oder Waschmaschinen. Wir beten weder unsere Haartrockner noch Waschmaschinen an. Aber viele Einwohner stehen am Sonntag früh auf, um ihre Wagen zu verhätscheln und zu polieren.
Der Traum Wageneigentümer zu sein, ist ein amerikanischer Traum. Da ist mehr als genügend Land vorhanden für Zweit- und Dritt-Wagen. Singapur dagegen ist klein und eng.

Ein weiterer Schritt zu einer wagenlosen Gesellschaft ist die Errichtung einer Amtsstelle, welche das ganze Transportsystem organisiert und überwacht. Singapur hat Erfahrungen. Private Grundstücke wurden durch das HDB, Housing & Development Board, enteignet. HDB errichtete in Singapur die sichersten und saubersten Eigentumswohnungen mit dem höchsten Grad von Wohneigentum der Welt. (1)
Wir fördern mit dem EDB, Economic Developmemt Board, die ökonomische Entwicklung der Stadt. EDB ermöglichte einer kleinen Stadt mit fünf Millionen Einwohnern mehr Fremdkapital und grössere Investitionen, als Indonesien mit 250 Millionen Menschen. …

Die Vorzüge der Entwicklung des besten Systems öffentlicher Transporte der Welt sind klar. Damit erreichen wir die höchste Mobilitätsrate. Staus würden ausgeschlossen. Wir werden nie mehr irgendwo verspätet ankommen. Die ökonomische Effizienz wird noch stärker.
Aber diese materiellen Gewinne sind vernachlässigbar im Vergleich mit spirituellen Werten. Die Verehrung materieller Dinge wie Automobile macht uns unglücklich, denn irgendwer wird immer einen grösseren oder schnelleren Wagen besitzen.

Wenn das PTB, Public Transport Board, so erfolgreich wie HDB und EDB arbeitet, haben wir eine sauberere und grünere Stadt. Wir würden die meist bewunderte Stadt der Welt!
Wenn das kleine Singapur der gesamten Menschheit damit den Weg in die Zukunft ebnet, werden wir die glücklichsten Leute der Welt.

Der Herr Dekan vergass, weniger Fahrzeuge bedeuten nicht nur weniger Lärm und Abgase. Weniger Fahrzeuge bedeuten auch weniger Arbeitsplätze in Produktion und Unterhalt. In Zukunft werden die meisten Arbeitsplätze, nicht nur im Fahrzeugbau, durch Roboter wegrationalisiert. Die effektive landwirtschaftliche Produktion, in Singapur kein Thema, wird durch Nahrungsmittelgiganten wie Monsanto, Nestlé und andere, zum Nischenprodukt für Liebhaber und Wohlhabende. Lebensmittel für die breite Bevölkerung werden zukünftig in Chemie-Fabriken aus Bakterien und Mikro-Pilzen erzeugt. Nestlé übt bereits mit Astronautennahrung. Der Umweg über die Agro-Chemie entfällt in Zukunft.

Der Fahrzeugpark in Singapur brachte dem Land reiche Fiskalabgaben. Diese Einnahmen müssen irgendwie kompensiert werden. Tausende Bus- und Taxifahrer werden arbeitslos und zahlen dann keine Steuern mehr. Diese kleinen Probleme können Generalstabsmässig gelöst werden. Die Administration der Löwenstadt verfügt über einschlägige Erfahrungen.

Die ungesunde Entwicklung, Ball-Spieler, sei es Fussball oder Tennis, Schauspieler in Film und Fernsehen, Musiker und Sänger, sind finanziell meist weit besser gestellt als Arbeiter, Bauern, Intellektuelle – Architekten, Ärzte und Ingenieure – wird sich nicht verändern.
Die sportlichen Kapazitäten, oft Analphabeten aus wirtschaftlichen Randgebieten, werden auf ihre Träume, wie Frauen, Ferraris, Lamborghinis, Maseratis und Porsches kaum verzichten. Die Herren Staatspräsidenten auf ihre Nobelkarossen aus Deutschland ebenfalls nicht. Die Superreichen lassen ihre Spielzeuge im Ausland registrieren.

In meinen zwei Wohnorten in Thailand leben sämtliche Nachbarn, meist Staatsangestellte in Verwaltungen oder bei den Ordnungsdiensten – Armee und Polizei – wie reiche Film-, Fussball-, oder Tennis-Grössen, jedoch in unbezahlten Häusern, mit unbezahlten Zweit- und Dritt-Wagen und Frauen, Mia Noi. Die unbezahlten Mopeds unerzogener Kinder zählen nicht. Hauptsache: Der (Baht)Schein strahlt!

In dreissig Jahren werden Menschen in Singapur vermutlich Dämme gegen steigende Meerespegel bauen oder die Orchard Road wird zum Khlong umfunktioniert – mit dem PTB als staatlicher Bootvermittler.

(t) http://www.straitstimes.com/opinion/the-road-to-a-car-less-singapore
(1) https://en.wikipedia.org/wiki/Housing_and_Development_Board

Ein Moped

Unsere Mietobjekte (der gehobenen Preisklasse) waren stets mit Fahrzeugen ausgestattet. Zum ersten Haus in Satun gehörten ein verbeulter, ungepflegter Kleinlaster, ein Moped, ähnlicher Zustand, zusätzlich mit defekter Kupplung. Versteckt hinter dem Haus stand ein unbrauchbares Fahrrad aus stahlfreiem Rost.
Vor dem neuen Haus steht ein besseres Moped. Die Schlüsselübergabe erfolgte ohne Nachfrage. Nach einem Service, das Öl fehlte fast vollständig, zusätzlichem Reifenwechsel, tuckerte die Maschine befriedigend.

Über achtzig Prozent der Verkehrsunfälle werden durch Mopedfahrer verursacht. Drängeln, Links-, und Rechts-Überholen sind selbstverständlich. Das Benutzen der falschen Strassenseite ist Standard.
Helmtragpflicht ist unbekannt. Die Nummernschilder sind teilweise selbst gebastelt, im besten Falle gestohlen. Deshalb sind Fahrbewilligungen und Versicherungen unnötig.

Dick benutzte dieses Moped, ohne Nummernschilder, ohne Versicherung – für lokale Markt-Besuche. In die Stadt wagte sie sich damit nicht. Heute nun erklärte sie, das Moped gehöre nicht zum Haus und müsse demnächst an den rechtmässigen Besitzer zurückgegeben werden. Ich nahm an, die Eigentümerin sei unsere Vermieterin.
Der Halter des Fahrzeuges ist von Beruf Ordnungshüter – einer Elite der Nation. Vor zwei Jahren stand eine Ehescheidung an. Er wollte verhindern, dass sein Fahrzeug in die Liste teilbarer Güter aufgenommen wird. Er übergab die Maschine einem uniformierten Kollegen. Der stellte das Moped vor das unbenutzte Haus seiner Gattin.
Die Scheidung wurde ausgesprochen. Die Exfrau fand einen neuen Betreuer und Ernährer. Nun möchte der Polizist das gerettete Fahrzeug zurück.