Brutales Ende der Reis Enten

6. August 2012

Den Aufsatz “Partydrogen“ wollte ich nachträglich mit einer Fotografie der zurückgekehrten Enten schmücken. Die braunen Tiere leben im braunen Wasser, auf braunen Dämmen, im noch braunen Reisfeld. Um endlich ein bescheidenes Lob für eine aussergewöhnliche Aufnahme einzuheimsen, benötigte ich gutes Licht mit etwas Kontrast in den Brauntönen. Deshalb wartete ich geduldig auf eine günstige Gelegenheit.

Bevor ich mich zum Reisfeld aufmachte, nahm ich die Kamera, formatierte den Speicher und hobelte die Linse mit einem selten benutzten, schön gefalteten, trockenen Taschentuch. Ein altes Erinnerungsstück, reine Leinenqualität mit gestickter Initiale. Ein Geschenk meiner, vor etwa fünfunddreissig Jahren verstorbenen, Grossmutter. Diese Taschentücher würde ich gerne weiter vererben. Die überleben noch manche Kamera. Aber, wer will im Zeitalter von Kleenex, noch anständiges, griffiges Tuch?

Am Reisfeld fehlten dann die Enten. Ich stellte unangenehme Fragen wie: „Wer hat sie aufgefressen?“ In der guten alten Zeit schnitt einer die Grasnarbe am Wegrand mit einer Machete oder einer Sense. Heute dagegen benutzen bequeme einheimische Spezialisten Herbizide, die sogenannte Chemiekeule. Ob Rückstände in den Reis gelangen, interessiert keine Sau. Ob die Enten überleben, desgleichen. Einige starben schnell. Andere zuckten länger.
Sollte einer im Dorf nach dem Genuss von Gaeng Ped, das ist Entencurry, die Schraube ins Nibbana drehen, erhöht sich der Intelligenzquotient im ganzen Lande.

In Enten wurden Antikörper des Hühnergrippe Virus nachgewiesen. Sie erkrankten selbst nicht. Trotzdem wurden sie gnadenlos verfolgt. Eventuell tragen sie die Substanz seit tausend Jahren in sich.