Unbefriedigendes Treiben und Wirken im LOS – land of smiles

Gemäss einem Artikel im Blick, der Bild-Zeitung der Schweiz, gehören die Pflegeberufe zu den undankbarsten Tätigkeiten im Spektrum des Erwerbslebens.
Ganz so böse scheint die Situation nicht zu sein. Im Jahresbericht 2018 einer schweizerischen Pflegeeinrichtung werden verdiente Mitarbeiter erwähnt. Da wurden drei Menschen mit je 30 Dienstjahren geehrt. Vier weitere brachten es auf 25 Jahre. 5 Mitarbeiter arbeiteten bereits 20 Jahre an derselben Stelle. 15 Dienstjahre hatten sieben Angestellte hinter sich. Auf stolze 10 Jahre durften 9 Mitarbeiter zurückblicken. Zusätzliche neun wertvolle Arbeiter wechselten ihre Stelle seit fünf Jahren nicht. Daraus könnte man an dieser Stelle auf sehr angenehme Betriebsverhältnisse schließen, sofern die Leute nicht unter Drogen ihre Pflichten erfüllt haben.
Weniger erfreuliche Zustände traf ich während fast zehn Monaten in einer Klinik in Chiang Mai an. Ich kannte keine Mitarbeiter mit 5 Dienstjahren, weil das Krankenhaus erst vor knapp fünf Jahren eröffnet wurde.
Es gab zwei Typen von Pflegerinnen. Die practical Nurses, teilweise schlecht ausgebildete Pflegehelferinnen, meist unmotiviert und ohne jeglichen Schulsack, dafür geöltes Mundwerk. Diese hirnlosen Weiber kamen ins Zimmer, stülpten sterile Latexhandschuhe über und tratschten dann für eine Viertelstunde mit Kolleginnen. Sie schmissen die nicht benötigten Handschuhe in den Müll und verließen danach das Zimmer.
Besser gestellt, zumindest in der Bezahlung, waren die ausgebildeten, registered Nurses, welche teilweise Pillen, sowie Augen-Tropfen verwechselten und Injektionen vergaßen. Ein kleiner Unterschied war, sie alle trugen Make-up und weiße Uniformen. Die Ausgebildeten aber trugen zusätzlich ein Häubchen als Schmuck im gefärbten Haar.

Beim Spital Eintritt verlangte Dick eine spezielle Matratze für dekubitusgefährdete Paraplegiker. Ich kriegte ein Bett mit einer koreanischen Luftmatratze. Die Hilfs-Pflegerinnen setzten den Regler der Luftpumpe auf Volllast. Die Matratze wurde härter als Granit. Meine operierten Wunden heilten nicht. Nach einigen Wochen fragte ich Dick nach der Einstellung der Luftpumpe. Die Anzeige war am Anschlag: 400. Volllast. Wir reduzierten den Druck auf 300. Die Matratze wurde weicher. Die Wunden heilten.
Aber wir rechneten nicht mit den Pflegerinnen. Sie stellten den Regler regelmäßig zurück auf 400. Weil die Matratze überbläht war, gab es ein Leck. Sofern ich links lag, rechte Körperseite auf der Matratze, stopfte ich mit meinem Körper das Leck. Drehte ich auf die linke Seite, entwich die Luft. Der Körper geriet danach auf der schiefen Unterlage langsam ins Rutschen. Die Wanderung stoppte, wenn ich mit der Nase das Bett-Geländer berührte. Freundlich formulierte Beschwerden bewirkten nichts. Es dauerte Tage, bis Dick das Leck fand.

Volle Leistung gaben die Pflegerinnen auch im Kühlschrank. Für das Frühstück lagerten wir Aufschnitt, Schinken und ähnliches  Gemüse. Das speziell nicht ausgebildete Personal setze die Kälte-Regelung im Kühlschrank auf volle Leistung. Das Resultat war: tief gekühlter Aufschnitt – knackig im Biss, ohne Aroma. Diese Übung wurde mindestens monatlich wiederholt.
Dazwischen stahlen die Damen teures Verbandsmaterial.
Durchschnittlich einmal jeden Monat vergassen die Pflegerinnen, mir die Alarmklingel zu geben. Dann benutzte ich das Handy, rief das Krankenhaus an und bat die Dame in der Zentrale freundlich, doch eine Nurse zu Low in Zimmer A521 zu senden.

Aller guten Dinge sind drei, wie ein altes Sprichwort sagt. Pro Tag waren nur zweimal zwei Verbände zu wechseln. Warum nicht drei, fragten sich hinterlistige Hilfs-Pflegerinnen. Sie zogen meinen empfindlichen, gelähmten Körper über die Bettlaken – oder war es Schmirgeltuch, bis die Haut auf Schulterhöhe riss. Diese Behandlungen kosteten Nerven und Schmerz und pro Woche über hunderttausend Baht.

Von den Ärzten vermisste ich eine kleine neurologische Sensibilitätsprüfung am Oberkörper. Ich machte das mit Dick. Das ging ganz leidlich, bis Dick das Eis zur Kälte-Prüfung auffraß.

Am 18. Oktober wurde mein Rückflug ins Land glaubwürdiger Medizin, in die Alpen – oder  wenigstens in die Nähe der Alpen, durch einen dummen, unbedachten Ruck eines Spital-Angestellten verunmöglicht.Der nächste Beitrag könnte heissen: Erlebnisse im Lan Na Krematorium, – oder: Filterlos ins Nirvana.

Fortsetzung: Harte Zeiten fuer Weicheier

Freude bereitete mir mein Zustand nicht. Aber ich konnte  Ziele setzen. Die Finger mussten biegsam  werden. Die Arme sollten stark genug sein, um im Rollstuhl zu sitzen. Das linke Bein wies Kontraktionen auf. Mit einem Sarong und einer Wasserflasche bauten Dick und ich eine automatische Zugmaschine.
Mit Dicks Hilfe versuchte ich die Finger zu bewegen, denn  ich wollte wieder im Rollstuhl sitzen. Der, wie Buddha immerzu lächelnde Chef der Rehabilitationsklinik, sandte darauf abwechselnd zwei Damen, um die Arme und Hände zu trainieren.  Dieser Herr Doktor wirkte als Reizfigur auf mich. Seine Fratze war einer Türe der Volkswagen-Generation  meiner Kindheit ähnlich und flüsterte: „Kick mich! “

Der Übermut wich einem Tiefdruckgebiet, als ich endlich im Rollstuhl saß und bemerkte, dass ich mich wie ein Tetraplegiker bewegte.
In Panik informierte ich telefonisch die Versicherung. Ich kannte behinderte Einheimische, denn ich arbeitete vor 20 Jahren als Freiwilliger in einem Behindertenzentrum in Chiang Mai. Junge Rollstuhlfahrer konnten mit viel Glück eine Arbeit als Losverkäufer ergattern. Die Anderen waren den Launen  und der Willkuer  Angehöriger ausgeliefert.
DWW
Ich fragte mich vor wenigen Monaten, Bekannte erwähnten es, ob man mir in der Schweiz wirklich besser helfen könnte. Die Faktoren Zufälle und Zuverlässigkeit spielen eine große Rolle. In Chiang Mai bin ich auf Dick angewiesen. Sollte sie aus irgendwelchen Gründen ausfallen, sitze ich mit meinen Wunden hilflos in der Tinte.

Meistens liege ich im Bangkok Hospital, selten gepeinigt von frischen Pflegehelferinnen aus dem Dschungel. Dabei achte ich darauf, dass keine neuen Druck-Geschwüre entstehen. Der Sensemann streikt und lässt sich nicht sehen.

Bilder von Druck-Geschwüren googeln Sie unter den Stichworten:
Decubitus, Dekubitus

Micropore Windows

Jetzt ist mir endlich ein Licht aufgegangen. Ich schrieb früher: „Low erzählt Geschichten aus Südostasien.“
Das ist wahr geworden. Ich tippe nicht mehr. Ich erzähle mühsam. Wenn über dem Zimmer die Bohrhämmer die Wände erzittern lassen, versteht mein Fingerphone chinesisch.
Sofern sie meine Berichte aus dem Krankenhaus gelesen haben, werden sie sich sicher Gedanken gemacht haben, der arme Kerl ist in einem drittklassigen Krankenhaus abgestiegen. Dies entspricht nicht den Tatsachen.

Das Krankenhaus wurde vor fünf Jahren eröffnet. Es ist vielleicht nicht das beste, aber wohl das teuerste Krankenhaus in Chiang Mai.
Die Katarakt-Operation kostete zweieinhalb mal so viel, wie in der eigentlich teuren Schweiz. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 80’000 Baht. Die eigentlichen Kosten übertrafen 160’000 Baht.
„Deine Sehschwäche ist die Ursache falscher Ernährung,“ erklärte ein aufgeklärter Mensch. „Anstelle von Wachteleiern solltest du Straußeneier fressen. Das erspart jegliche Seh-Prothesen.“

Mit der Ärztin und der Chirurgin bin ich außerordentlich zufrieden. Ein besonderer Glücksfall ist, dass sich Dick nicht vom sinkenden Dampfer schweigend verabschiedete, sondern sich um mich kümmert. Wer sonst würde Tee und Speisen zubereiten? Danach füttert sie gekonnt das Raubtier.
Dies sollten doch die Pflegerinnen übernehmen, denken sie. Nicht hierzulande. Diese Arbeiten übernimmt die Familie. Die uniformierten Pflegerinnen verpflegen sich und schlucken meine Ricola und Toblerone. Bei seltenem Hustenreiz ist die Dose leer.

Wenn die Herren immer noch mit Bohrmaschinen arbeiten, zeigt das nur, dass vor 5 Jahren zu viel Zement verarbeitet wurde. Die Patientenzimmer müssen alle paar Wochen renoviert werden. Ähnlich patiniert sehen nach kürzester Zeit auch Mietwohnungen aus. Die Farbschichten sind mittlerweile fast dicker, als die Wände selbst. Hoffentlich warten Thais ihre Flugzeuge nicht wie ihre Gebäude.

Eine Fensterscheibe hatte einen Riss in einer Ecke. Die Aussicht ist wenig spektakulär: etwas Kies, damit das Regenwasser abfließen kann. Weiter oben gedeiht Grünzeug, darüber ist je nach Wetter blauer bis grauer Himmel.
Der Riss wurde repariert. Fachgerecht, wie in einem kranken Haus üblich, benutzten die Spezialisten Micropore-tape von 3M (Scotch).
Negativ für ein Krankenzimmer würde ich die Fungus-spuren in der Ecke beurteilen. Fungus fanden wir auch im Badezimmer, in der Kochnische und nicht auszuschließen, in der Klimaanlage.
Gibt es eine App für die allgemeine Anwendung von Micropore, speziell für Fenster, Micropore Windows?
In mir schlummert eine geniale Idee, etwas für sparsame Schotten. Mit Hilfe von 3M Klebern ließen sich verschmutzte Pampers einfach umkehren und wiederverwenden. Auslöser meines Tatendranges war die Mitteilung der Versicherung, dass Pampers, Windeln, nicht bezahlt würden.

Denkbefreit Einkaufen

Wie schön ist das Leben, gedankenlos durch Wälder von Regalen zu schlendern, während die auf Kundenfang spezialisierten Manager die Anwesenden von oben her mit kühler Luft berieseln lassen. Kälte wirkt sich positiv auf das Einkaufsverhalten aus. Das zeigen die Umsätze der Geschäfte in Europa im Monat Dezember. Oder macht christliches Gedankengut den Griff zum Geldbeutel einfacher?
Im heissen Hinterindien verhindern Gäste aus China öfters schnelle Kaufentscheidungen. Sie dringen in Scharen, es sind Busladungen, in Warenhäuser ein. Mit Ellenbogen und Knien verschaffen sie sich Zugang zu den Angeboten. Im Rollstuhl sitzt man eine Reihe tiefer. Der Kopf ist dauernd brutaler Massage durch schwingende Beutel und halbgefüllte Taschen ausgesetzt. Kopfschmerzen durch zweifelhafte Cocktails in einer ruhigen Bar sind weitaus erträglicher.

Ich sah im Februar in Kuah nicht hinter die Kulissen in den Schnaps- und Weinläden und ahnte nichts Böses. Mit Erleichterung bemerkten wir, dass keine uniformierten Beamten mit ihren Laptops neben den Kassen sassen und freudig in Reisepässen fahndeten. Die Umsätze der Händler gingen so gewaltig zurück, dass sogar die malaysische Regierung ihre Massnahmen überdenken musste. Man fand die ideale Lösung des Problems. Schnüffler in Zivil promenieren mit Smartphones als Touristen getarnt zwecks Überwachung durch die Flaschenregale.

Ich entdeckte kleine Unterschiede. Während ich die Plörre San Miguel in Thailand fast nicht schlucken kann, mag ich dieses Bier in Malaysia. Der Unterschied ist, in Thailand wird das Gebräu im Biergürtel am Mae Nam Chao Phraya, hergestellt. Auf Langkawi stammt es aus den Philippinen.
KitKat in Thailand wird aus Malaysia importiert. In Kuah sah ich KitKat aus Deutschland. Der Unterschied könnte sein, dass in Deutschland anstelle von Palmöl Milchfette verwendet werden. Ich kaufte kein KitKat und kann deshalb meine Vermutung nicht bestätigen.

In Hinterindien schlagen Chinesen selbst bei in China gefertigten Gütern zu. Deren Begründung ist, das sei spezielle Exportqualität. Schweizer machten vor vielen Jahren ähnliche Erfahrungen in Italien, von wo sie exportierten Emmentaler und Greyerzer nach Hause schleppten.

Als Heimwerker stiess ich auf verschiedene Problemchen. Metallbohrer bestehen aus HSS, High Speed Steel. Die Werkzeuge eignen sich zum Bohren von Metallen, wie Eisen, Stahl, Kupfer, Messing und Aluminium. Sie lassen sich ebenfalls für Bohrungen in Kunststoff einsetzen. HSS Bohrer werden in Thailand meist im Zollsystem angeboten.
Steinbohrer bestehen aus Werkzeug-, Karbon- oder Chrom-Nickel-Molybdän Stahl. Zusätzlich sitzt an der Spitze des Bohrers eine angelötete Hartmetallplatte. Sie ist besonders verschleißfest. Selbst Stoffe wie Beton, Naturstein, Fliesen oder Granit können damit bearbeitet werden. Dazu wird der Bohrer in eine Schlagbohrmaschine eingespannt. Steinbohrer haben hier metrische Dimensionen.
Für heikle Durchführungen in Wänden kam es vor, dass wir beide Bohrerarten kombiniert einsetzten. Thais hätten den nächst grösseren Durchmesser oder einen schwereren Hammer gewählt. Löcher findet man weder in metrischen noch in zoll Dimensionen in den Angeboten der Grossverteiler.

Ersatzteile

Ersatzteile, für was auch immer im Haushalt, sucht man in Satun vergeblich. Es fing mit einer schief hängenden Glasablage im Badezimmer an. Es fehlte nur ein Schräubchen. Wir verschwendeten Tage mit der Suche. Von einer Verkaufsstelle wurden wir an die nächste verwiesen, mit dem Hinweis:
„Die haben die Schraube bestimmt im Lager.“ Möglicherweise war das Schräubchen vorrätig. Die Angestellten waren bloss zu faul zum Durchstöbern. Wozu sollten sie Augen, Finger und Hirn für einen einzigen Baht anstrengen?
In Chiang Mai gibt es Herren mit Drehbänken. Die können zwar keine Zeichnungen lesen, aber kopieren geht meistens. Das Problem: Chiang Mai ist nur 1700 Kilometer entfernt. Wir kauften dann eine neue Ablage aus Kunststoff in Satun. Die Belastung durch ein Schnapsglas mit zwei Zahnbürsten und einer mittleren Tube Paste lässt sie bereits durchhängen. Hätte ich zusätzlich ein künstliches Gebiss, würde das Tablar splittern und krachen.

Wir haben eine Zimmerantenne, Made in Europe, mit eingebautem Verstärker. Der Verstärker benötigt zwölf Volt Gleichstrom. Wir benutzten in Satun Netzgeräte aus China, Garantie zwei Wochen. Nach einem Jahr gaben die billigen Geräte den Geist auf. Es waren keine Geister eingebaut, sondern ein saftender Elektrolytkondensator, wie mein Verstand bewaffnet mit Multimeter eruierte. In Chiang Mai gibt es Elektronenkonditoren, ich meinte das Schimpfwort Elektrolytkondensator, bei Amorn. In Satun werden solche Bauteile aus strategischen Gründen im Handel nicht angeboten. Was tut der unkluge Elektronikexperte? Er kauft ein neues Speise-Gerät, operiert den gesunden Elektronenkonditor hinaus und lötet ihn in die defekte Platine. Ich wählte den Thai Weg – weg, schmiss die defekte Einheit in Nachbars Garten und verkabelte das neue Gerät erfolgreich mit der alten Antenne.

Unser neuer Umkehr-Osmose Wasserfilter war nicht perfekt. Eine Verbindungsmutter war beschädigt. Die Verbindung tropfte leicht. Der Schaden liess sich mit einigen Zentimetern Teflonband beheben. Der Lieferant war kulant. Er schrieb, senden sie das Gerät portofrei zurück. Sie erhalten ein Neues. Sollten wir wegen einer Kunststoff-Mutter von drei Gramm vierzehn Kilogramm Material verpacken und nach Bangkok senden? Diese Muttern erhalte ich in Chiang Mai ohne grossen Aufwand.

Den neuesten Ersatzteil suche ich bestimmt vergeblich. Wir haben ein Digitalthermometer aus der Schweiz. Es misst Innen- und Aussentemperaturen. Bei der Aussenanzeige fehlen bei der zweiten Ziffer zwei horizontale Balken, der Mittlere und der Oberste. Kennen sie einen Lieferanten für horizontale LED Anzeigebalken? Wenn ja, wie montiere ich sie?
Die fehlenden LED Balken blockierten meine Augen nicht. Wir besuchten an trockenen Abenden das GoHo Restaurant. Ergänzende Dekorationen in der Nähe waren für Neu-Jahrs-Feste angebracht. Der benachbarte Tempel ist für das kommende Frühlingsfest vorbereitet
Im GoHo speisen wir zu unschlagbaren Preisen. Für zwei Platten, fein geschnittene Ente, weder Schnabel noch Flossen, an würziger Sauce, zusätzlich knackige Nudeln mit Fleisch und Gemüse, begleitet von einer Flasche Bier, verlangte die Chefin zweihundert zwanzig Baht. Letztes Mal verspiesen wir einen Dreigänger: Suppe mit Hackfleischbällchen, Gemüse und Tofu. Dick musste danach unbedingt Tintenfisch essen – der Drucker funktionierte nicht mehr. Gegen den penetranten Geruch bestellte ich süss-saures Schwein. Zusammen mit dem Bier lag die Rechnung unter dreihundert Baht. Ersatz war auf meinem Konto wohlfeil am Lager.

Die geheime Sehnsucht, betrogen zu werden

Am 11. Dezenber sandte mir ein Freund aus der Schweiz folgende Nachricht:
Eine Vorliebe für Schweizer Uhren kommt nicht immer gut an. (1)
Der stellvertretende Regierungschef Thailands hat Probleme. Er trat mit einer Schweizer Luxusuhr auf, die er nicht als Teil seines Vermögens deklariert hatte.

Der feine Herr wurde darauf von einigen bösartigen Menschen genau beobachtet. Bis letzte Woche wurden zwanzig Armbanduhren im Wert von 34 Millionen Baht gesichtet und fotografiert. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass noch weitere Sammlerstücke entdeckt werden.
Dazu las ich, das bescheidene Einkommen des Uhrenfreundes ist lediglich 850‘000.00 Baht.* Der muss hart gespart haben. Ein durchschnittlicher Thai erarbeitet sich 300 Baht pro Tag. Das ergibt im Jahr 109‘000 Baht.
Aber es gibt noch Wunder. Das Vermögen, des die Uhrenbranche unterstützenden Thais, nahm in den letzten drei Jahren um 30 Millionen Baht zu, die Zeitmesser nicht inbegriffen. Heute, am 16. Januar, las ich:
Der Präsident der Nationalen Anti Corruption Commission (NACC), Pol. General Watcharapol Prasarnrajkit, sagte, dass es nicht die Aufgabe der Behörde sei, den Regierungsvertreter aus dem Dienst zu suspendieren, weil er teure Uhren besitzt, ohne sie zu melden.

Solche Verhaltensstrickmuster könnten vom einfachen, schlecht geschulten Volk nachgeahmt werden! Bei Ordnungshütern sind sie längst dienstüblich.

Ergänzung für Uhrenliebhaber: Am 17. Januar 2018 wurde die vierundzwanzigste (24) Uhr gezählt. Der Tag ist knapp 7 Stunden alt. 13 00. Die grenzenlose Frechheit: Nummer 25!

* Die Angabe ist falsch. Der Herr hat zwei Einkommen. Eines als General, ein zusätzliches als Regierungsmitglied.

(1)
https://www.nzz.ch/amp/international/verhaengnisvolle-luxusuhr-ld.1337888?__twitter_impression=true
.

Leiden und Freuden eines teiggenössischen Teigessers

Schleckten sie in der Vorweihnachtszeit ebenfalls zahlreiche Teigschüsseln ihrer Mutter aus? In Satun gibt es ausgenommen von Butter, Mehl, Rosinen und Zucker wenig Ingredienzien zum Backen und Trölen.
Zusätzlich kann ich keine Handarbeiten verrichten. Als ich Dick die Herstellung von Weihnachtsgebäck mit Backformen wie Sterne, Monde und so weiter – zu erklären versuchte, kaufte sie eine unnötige italienische Keksmaschine. Meine Lust dagegen konzentrierte sich auf Lichtjahre entfernte Anis-Chräbeli bis zu den Zimtsternen in den Milchstrassen. (1)

Die schmerzenden Arme und zitternde Finger schränken mich ein. Nofretitte, die mir für wenige Monate Linderung verschaffte, leidet in Chiang Mai unter der Kälte. Sie wagt sich nicht zu husten, weil sie dann Ihre virtuelle Reizwäsche ernsthaft fäkalisieren könnte.

Schreiben war einige Tage unmöglich. Ich beschäftigte mich mit dem Berechnen von Rezepturen. In der Schweiz heisst es in der Anleitung zu „Schinken im Teig“: Man nehme einen Schinken von 1,5 Kilogramm. (2) In Satun kann ich diesen Schinken weder nehmen, bezahlen, noch stehlen. Es gibt ihn nicht.
Bei Makro wurden zwei Schinklein „Bücher Bangkok“ von 700 Gramm angeboten. Wenn in ihrer Schule die Relativitätstheorie erklärt wurde, wissen sie: ein kleinerer Schinken erfordert weniger Teig, als ein dicker Happen. Ich versuchte, mit den Lehrsätzen von Pythagoras und des spezifischen Gewichts, Schinken-Umfänge zu ermitteln und daraus erforderliche Teigmengen zu berechnen.
Sie überlegen zu Recht, der Vollpfosten hätte den Umfang einfach mit einer Schnur bestimmen können. Mir hätte aber immer noch der Umfang eines schweizerischen Qualitäts-Alpen-Schinkens gefehlt.

Aber zu Weihnachten gab es erfolgreich:
Satun-Halal Schinken im Teig!
(1) https://ww2.bettybossi.ch/de/Rezept/ShowRezept/BB_BKXX060801_0374A-40-de
(2) https://ww2.bettybossi.ch/de/Rezept/ShowRezept/BB_JBXX060101_0014A-40-de

Der Hamme stammte nicht von einem mit Alpenrosen und Edelweiss gefütterten Bergschwein. Besseres finden Suchende in Thailand unter glücklichen Umständen in Bangkok.