Ein Zeitgemäss aromatisierter, schiefhängender Haussegen

Warum die Luftfeuchtigkeit in Satun geringer ist als in Chiang Mai begreift man rasch. Der Wind bläst zu neunundneunzig Prozent vom Südchinesischen Meer Richtung Andamanensee. Die hundert Kilometer über Land fressen allfällig hohe Feuchtigkeit weg. Die gemessene Feuchtigkeit im Haus liegt zwischen angenehmen fünfzig bis sechzig Prozent. Es fehlt nur noch ein Kohlekraftwerk im Raum Songkhla. Dann würden sich die Feinstaubwerte den Werten in Chiang Mai automatisch angleichen. Von der Andamanensee dagegen stammen unsere frischen Fische und Meeresfrüchte.

Dick bemerkte das Preisgefälle für getrocknete Garnelen. In Satun kostet ein Kilogramm ungefähr hundertvierzig Baht, während man in Chiang Mai fast das Zehnfache bezahlt. Sie kaufte getrocknete Goong und sandte sie per Post gewinnbringend in den Norden. Der Nachschub in Satun war beschränkt und stotterte.
Die Volksbefreiungsarmee ging unzimperlich mit den alteingesessenen Fischerfamilien um. Die uniformierten Würdenträger behaupteten, die Meerestiere würden durch die Fischer dezimiert. Sie beschlagnahmten Boote. Sie zerstörten einfache Garnelentrockner. Diese Fischer liefern ihre bescheidenen Erträge nicht in industrielle Tierfutterfabriken.
Menschen in Thailand, inklusive Buddhisten, haben bekanntlich nie genug. Dick überlegte kurz, wenn sie die Dinger selbst trocknen würde, könnte sie noch mehr Baht generieren. Sie übersah das kleine Problem beim Trocknen. Von einem Kilogramm verdunsten siebenhundertfünfzig Gramm unter Abgabe von Garnelendampf.

Ich war gegen eine Fischfabrik mit Geruchsbelästigung im Wohnhaus. Sie liess meine Einwände nicht gelten und brachte von Märkten Kiloweise Goong ins Haus. Wir sind nicht verheiratet. Meine Empfehlungen sind unverbindlich. Ich konnte sie dazu überreden, wenigstens die Kocherei vor dem Haus auszuüben.
Davonlaufen kann ich als Rollstuhlfahrer nicht. Hie und da mag ich einen bunt gemischten Crevetten-Cocktail mit schönen grossen Tieren. Dick brachte zwecks hoher Rendite, nur Kleinzeug ins Haus. Es roch so gewaltig, dass ich längere Zeit auf die Delikatessen verzichten kann. Sie gab zu, dass unsere Kühlboxe für Getränke während Reisen und sogar das Auto streng nach Goong riechen. Sie zeigte die Einsicht, dass bei einem Verkaufspreis von tausend Baht, kein grosses Geschäft winkt. Aber die Qualität, meinte Dick, sei unübertrefflich. Der Geruch auch, erwiderte ich.

Tip: Bei einem Todesfall liesse sich allfälliger Leichengeruch mit Garnelengeschmack oder Sambal Belacang, Malaysia – Singapur, ausmerzen. „When toasting belacan, be sure to open the windows and turn on the range hood or kitchen exhaust fan. The scent can be a little funky if trapped in the house. I usually toast my belacanin the summer when I can open the windows. A little peppermint and eucalyptus oil in a small candle lamp diffuser helps freshen up the place very effectively after the toasting.”

https://www.malaysianchinesekitchen.com/sambal-belacan/

Der Landvermesser

Betrügerische Beamte bereicherten seit Jahren meine Erfahrungen im Gastland. Mehrere Bekannte verloren durch einfältige Gutgläubigkeit gepaart mit chronischer Bierseeligkeit – Besitz und Leben. Bereits 2009 musste Dick fluchtartig verreisen, um Teile ihres Besitzes zu retten. Sie erhielt eine gesalzene Rechnung für eine Neuvermessung. Sie sah gleich, dass die Grössenangabe des Grundstücks nicht stimmte. Nach zähen Nachforschungen unter Beihilfe eines befreundeten Staatsanwalts, ergab sich folgende Situation:

Ein Landvermesser, verheiratetet, Kinder, mehrere Mia Noi in verschiedenen Ortschaften, logierte zwecks Vermessung einige Nächte im Dorf und fand dort sofort eine feurige Geliebte, die offensichtlich arm wie eine Kirchenmaus war. Das ist in der betreffenden Region der übliche Standard. Der Unterschied besteht darin, dass es weit und breit keine Kirchen gibt.
Dieser Staatsdiener und Landvermesser hatte offenbar Zugang zu offiziellen Siegeln und Dokumenten. Er verschrieb Teile von Dicks Land sofort an acht verschiedene Familienmitglieder seiner neuesten Eroberung. Von den wollüstig erregenden und stimulierenden Fähigkeiten solch einer ausserordentlich begabten Virtuosin vaginaler Sonderleistungen können wir nur träumen. Oder war der Mann bloss ein einfältig unerfahrener, hinterindischer Liebeskasper, der bis dato an vorzeitiger Ejakulation litt?

Für mich war alles Unverständlich. Ein Grundstücksamt ist doch ursprünglich eine vereidigte Amtsstelle und kein Selbstbedienungsladen. Offenbar nicht in Korruptistan. Auf alle Fälle gab es ein paar Trittbrettfahrer, die sich für genügend Tea Money jeder Partei erkenntlich zeigen wollten. Einige nach Besitz strebende Mitglieder buckliger Verwandtschaft warteten ebenfalls auf ein grosses Stück des Kuchens und hielten sogar vor Morddrohungen mit bezahlten Killern nicht zurück. Ein freundlicher, schlecht bezahlter Profi rief mich an und erklärte, dass er für 10 000 Baht keine Kugel riskieren würde. Er dachte sich, vielleicht würde ich ein Mehrfaches für die Eliminierung der Auftraggeber bezahlen. Zu Beginn des Jahres hätte es meine Gesundheit noch erlaubt, das Gastland problemlos zu verlassen.
Dick entschied sich, ihren Besitz von 150 ha, einem armen, aber fleissigen, verheirateten Onkel mit drei Kindern zu schenken. Vielleicht überleben wir es. Weitere Recherchen gab es aus gesundheitlichen Gründen, wie akute Bleivergiftung, Schädelbruch und Verkehrsunfälle, damals nicht.
In den nächsten Tagen empfahl es sich für uns, sogar im Grossraum Chiang Mai besondere Vorsicht walten zu lassen. Lieber an einer Schweinegrippe sterben, als an angewandter Missgunst oder an einem angedrohten Gewaltverbrechen. Ich bereitete mich darauf vor, wenig willkommene Besucher mit Cocktails willkommen zu heissen. Die mussten ja nicht aus dem Hause Raffles in Singapur stammen. Feurige Flaschenabfüllungen von Tankstellen hätten ebenfalls Überraschungsmomente auslösen können.

Dieser Beitrag wurde meinem Artikel
http://forum.thailandtip.info/index.php?topic=1225.msg64351#msg64351
vom 2. Juli 2009 entnommen, um F. Kafka gekürzt und neu bearbeitet.

Die verzwickt verzweifelte Flucht vor einer unerkannten unbekannten Krankheit

Mehrheitlich hatte ich aussergewöhnlich gute Ärzte. Ihnen verdanke ich als Paraplegiker Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Die Herren Professoren G.Riva und sein Nachfolger H. Keller vom Tiefenauspital Bern nahmen sich immer Zeit für meine Anliegen.
Nach erfolgter Physiotherapie besuchte ich Herrn Keller öfters in seinen Arbeitsräumen. Einmal hatte er ein Treffen mit anderen Medizinern. Trotzdem durfte ich mein Anliegen vorbringen:
„Zeitweise habe ich Gefühlsstörungen in meiner linken Hand.“
Einer der Mediziner klaubte in seinem Geldbeutel und sagte zu mir:
„Halten Sie ihre Hand auf den Rücken.“ Dann legte er eine Münze darauf und fragte:
„Was ist es?“
„Ein Zwanziger!“
Grinsend zeigte er das „Zwänzgi“. Die Anwesenden, ganz in weiss, schmunzelten. Meine Sitzung war beendet.

Einige Monate darauf besuchte ich Doktor Keller und meldete mich erneut wegen dieser Hand. Diesmal überwies er mich an die Neurologen des Inselspitals. Es gab einige Untersuchungen. Darunter eine sehr schmerzhafte Serie mit elektrischen Stimulationsimpulsen in die Hand. Wegen der in Kinderschuhen steckenden neuen Digital-Technologie waren nur Serien mit 32, 64 oder 128 Impulsen möglich. Die Signale wurden am Kopf und am Rücken erfasst. Die Spezialisten entdeckten mit verschiedenen Methoden keine verräterischen Symptome.

Während Jahren konnte ich danach trotzdem beinahe ungestört hochsensible Arbeiten verrichten. Ich spielte mit unberührbaren Ionenquellen. Demontieren, Reinigen, Zusammensetzen und im Gerät erneut anschliessen benötigten fünf Tage höchster Aufmerksamkeit. Die Quelle arbeitete im Ultra-Hochvakuum. Die Maschine musste entsprechend dicht sein.
In den USA benötigte ein Texaner im Labor eines Nachts unbedingt frischen Prärieduft, (green green grass of home 1). Ungeachtet des offenen Quellenraums, riss er ein Fenster auf. Wir schlossen das Gerät und starteten die Vakuumpumpen.
Bei 10E-4 Torr (Zehn hoch minus vier Torr), stand die Anzeige still. Mein Freund sagte: „Da ist sicher ein Insekt im Quellenraum.“ Nach dem er die gefriergetrocknete Präriefliege entfernte hatte, wanderte der Zeiger gegen 10E-8 Torr. Anstatt Uran-Isotope zu messen, ermittelten wir den Dampfdruck einer Fliege.
Das Laden von Substanzen wie Strontium oder Uran im Nanogramm-Bereich ohne Schlottern und Zittern führte ich problemlos aus. Heutzutage gehört das Verspeisen von Kuller-Erbsen zu den unmöglichen Tätigkeiten.

Gegen Ende des Jahrtausends wurden die Wintermonate in Europa problematisch. Vor allem die Schmerzen in den Handgelenken wurden unerträglich. Meine Tätigkeiten wurden eingeschränkt. Reparaturen, inklusive Lötarbeiten, erledigte ich meist rasch. Bundesordner, gefüllt mit Zeichnungen und Informationen, konnte ich den Gestellen nicht mehr entnehmen.

Anstatt mehr oder weniger nutzlos herumzusitzen, versuchte ich mein Glück mit einer Reise nach Chiang Mai. Das milde Wetter wirkte innerhalb weniger Tage. Da ich nur noch zu fünfzig Prozent arbeitete, dachte ich daran, in Zukunft einige kalte Wintermonate in Thailand zu verbringen und in der warmen Periode mein Pensum in der Schweiz entsprechend zu erhöhen.

Soweit kam es nicht mehr. Ich wurde in Bern im Rollstuhl von einem Auto angefahren. Ende der Berufstätigkeit. Ende der Selbständigkeit, erstmaliges Übernachten in der Badewanne und ähnliche Spässe waren vorprogrammiert.
Ich überlebte in Thailand. Viel Physiotherapie im Spital, Massagen zu Hause, Köchinnen, Raumpflegerinnen, Schamlippenvirtuosinnen beziehungsweise Seniorenentsafterinnen, halfen mir, das Beste aus der verzwickten Situation zu holen. Fast Alles war erträglich.
2005 lernte ich Dick kennen. Sie zog für bloss einen Tag zu mir. Wir kannten keine Langweile.
Nach unserer abenteuerlichen Rund-Reise in Borneo, schlug die Kälte in Chiang Mai im Januar 2014 unbarmherzig zu. Anstatt mich in den nächsten Flieger nach Singapur zu setzen, legte ich mich ins warme Bett und litt wie selten zuvor. Meine Armmuskulatur schmolz dahin, wie Butter an der Sonne.
Da waren sie wieder, die Gefühlsstörungen in der linken Hand. Diesmal sehr ausgeprägt. Die Temperaturempfindlichkeit war gestört, die Hand schien in einer Art Schlafzustand mit ausgeprägtem Zittern, vor allem bei oder nach Anstrengungen.
Die rechte Hand zittert wacker mit. Die Kraft in den Armen pfiff weg, wie die Luft in einem defekten Reifen. Dafür spreizt sich der Gesellschaftsfinger, wie bei englischen Tee-Tanten üblich, weit ab. (2) Zum Ausgleich wandert der kleine Finger der linken Hand langsam unter den Ringfinger.

Nun suche ich nur eines, etwas mehr Kraft im rechten Arm. Sobald ich die Transfers vom WC in den Rollstuhl schaffe, könnten wir wieder reisen. Überschwemmungen und Kraftmangel behindern unseren Wegzug nach Satun. Es wird kalt in Chiang Mai. Am 31. Oktober war es am frühen Morgen draussen nur 16 °C. Meine Gelenke reagierten. Kennen sie ein Mittel wie: Dr. Armstrong macht ihren Arm strong? Mein Schwiegervater, Zahnarzt in Singapur, hiess Armstrong. Der erste Mensch auf dem Mond war ein Armstrong. Der grosse Trompeter aus New Orleans hiess Louis Armstrong.

Low Armweak, Chiang Mai

(1) https://www.youtube.com/watch?v=nYjBpgz2lus
(2) http://blogs.faz.net/stuetzen/2009/08/06/der-gesellschaftsfinger-lob-eines-aussterbenden-distinktionsmerkmals-590/

Visionen aus Singapur

Ein lieber Freund sandte mir eine interessante Seite der Straits Times. Der Dekan der LKY, Lee Kuan Yew Schule, einem Institut der NUS, National University of Singapore, Kishore Mahbubani, verfasste einen Artikel über: The road to a car-less Singapore. „Der Weg zum automobillosen Singapur“.

Leider ist bereits der Titel irreführend. Der Autor meinte, im Jahre 2050 werden Singapurs Einwohner keine privaten Wagen mehr besitzen.
Er schreibt: Trotzdem werden Fahrzeuge die Strassen beleben. Aber diese Fahrzeuge sind vollautomatische Einheiten, welche wir mit Smartphones abrufen. Im MIT, Massachusetts Institute of Technology, USA, wurde berechnet, auf diese Weise würden von unseren 900‘000 Fahrzeugen 600‘000 unnötig.
Das gäbe Platz für Parks, Jogger und Radfahrer und sogar klimatisierte Spazierwege. Die erste Hürde ist, wir müssen die grenzenlose Verehrung eigener Verkehrsmittel beenden. In der Theorie sind Wagen Instrumente wie Kühlschränke oder Waschmaschinen. Wir beten weder unsere Haartrockner noch Waschmaschinen an. Aber viele Einwohner stehen am Sonntag früh auf, um ihre Wagen zu verhätscheln und zu polieren.
Der Traum Wageneigentümer zu sein, ist ein amerikanischer Traum. Da ist mehr als genügend Land vorhanden für Zweit- und Dritt-Wagen. Singapur dagegen ist klein und eng.

Ein weiterer Schritt zu einer wagenlosen Gesellschaft ist die Errichtung einer Amtsstelle, welche das ganze Transportsystem organisiert und überwacht. Singapur hat Erfahrungen. Private Grundstücke wurden durch das HDB, Housing & Development Board, enteignet. HDB errichtete in Singapur die sichersten und saubersten Eigentumswohnungen mit dem höchsten Grad von Wohneigentum der Welt. (1)
Wir fördern mit dem EDB, Economic Developmemt Board, die ökonomische Entwicklung der Stadt. EDB ermöglichte einer kleinen Stadt mit fünf Millionen Einwohnern mehr Fremdkapital und grössere Investitionen, als Indonesien mit 250 Millionen Menschen. …

Die Vorzüge der Entwicklung des besten Systems öffentlicher Transporte der Welt sind klar. Damit erreichen wir die höchste Mobilitätsrate. Staus würden ausgeschlossen. Wir werden nie mehr irgendwo verspätet ankommen. Die ökonomische Effizienz wird noch stärker.
Aber diese materiellen Gewinne sind vernachlässigbar im Vergleich mit spirituellen Werten. Die Verehrung materieller Dinge wie Automobile macht uns unglücklich, denn irgendwer wird immer einen grösseren oder schnelleren Wagen besitzen.

Wenn das PTB, Public Transport Board, so erfolgreich wie HDB und EDB arbeitet, haben wir eine sauberere und grünere Stadt. Wir würden die meist bewunderte Stadt der Welt!
Wenn das kleine Singapur der gesamten Menschheit damit den Weg in die Zukunft ebnet, werden wir die glücklichsten Leute der Welt.

Der Herr Dekan vergass, weniger Fahrzeuge bedeuten nicht nur weniger Lärm und Abgase. Weniger Fahrzeuge bedeuten auch weniger Arbeitsplätze in Produktion und Unterhalt. In Zukunft werden die meisten Arbeitsplätze, nicht nur im Fahrzeugbau, durch Roboter wegrationalisiert. Die effektive landwirtschaftliche Produktion, in Singapur kein Thema, wird durch Nahrungsmittelgiganten wie Monsanto, Nestlé und andere, zum Nischenprodukt für Liebhaber und Wohlhabende. Lebensmittel für die breite Bevölkerung werden zukünftig in Chemie-Fabriken aus Bakterien und Mikro-Pilzen erzeugt. Nestlé übt bereits mit Astronautennahrung. Der Umweg über die Agro-Chemie entfällt in Zukunft.

Der Fahrzeugpark in Singapur brachte dem Land reiche Fiskalabgaben. Diese Einnahmen müssen irgendwie kompensiert werden. Tausende Bus- und Taxifahrer werden arbeitslos und zahlen dann keine Steuern mehr. Diese kleinen Probleme können Generalstabsmässig gelöst werden. Die Administration der Löwenstadt verfügt über einschlägige Erfahrungen.

Die ungesunde Entwicklung, Ball-Spieler, sei es Fussball oder Tennis, Schauspieler in Film und Fernsehen, Musiker und Sänger, sind finanziell meist weit besser gestellt als Arbeiter, Bauern, Intellektuelle – Architekten, Ärzte und Ingenieure – wird sich nicht verändern.
Die sportlichen Kapazitäten, oft Analphabeten aus wirtschaftlichen Randgebieten, werden auf ihre Träume, wie Frauen, Ferraris, Lamborghinis, Maseratis und Porsches kaum verzichten. Die Herren Staatspräsidenten auf ihre Nobelkarossen aus Deutschland ebenfalls nicht. Die Superreichen lassen ihre Spielzeuge im Ausland registrieren.

In meinen zwei Wohnorten in Thailand leben sämtliche Nachbarn, meist Staatsangestellte in Verwaltungen oder bei den Ordnungsdiensten – Armee und Polizei – wie reiche Film-, Fussball-, oder Tennis-Grössen, jedoch in unbezahlten Häusern, mit unbezahlten Zweit- und Dritt-Wagen und Frauen, Mia Noi. Die unbezahlten Mopeds unerzogener Kinder zählen nicht. Hauptsache: Der (Baht)Schein strahlt!

In dreissig Jahren werden Menschen in Singapur vermutlich Dämme gegen steigende Meerespegel bauen oder die Orchard Road wird zum Khlong umfunktioniert – mit dem PTB als staatlicher Bootvermittler.

(t) http://www.straitstimes.com/opinion/the-road-to-a-car-less-singapore
(1) https://en.wikipedia.org/wiki/Housing_and_Development_Board

Lebens- und Wohnräume

Die Häuser der Einheimischen sind meist klein und stehen dichtgedrängt in der Landschaft. Grosszügige Gebäude in Parklandschaften können sich nur wenige Auserwählte leisten. Diese Bauten sind dank den Seifen-Opern der Thai Fernsehunkultur längst Allgemeingut. Man färbt sich die Haare, lässt sich von Laien masslos lebensfährliches Botox spritzen und gehört damit in der miesesten Hütte zur besseren Gesellschaft und ist ohne jegliche Flugerfahrungen Mitglied des Jet-Sets. Wenn das nicht genügt, frisiert man sich seinen Auspuff oder denjenigen des Motorrads. Das entspricht dann echter hinter-indischer Lebensqualität. Je bescheidener der Verstand, desto intelligenter das Smartphone.

Nach meinen Aufenthalten in verschiedenen Wohnungen des Elternhauses im Grossraum von Bern, verbrachte ich fast sieben Jahre im Spital. Dann verhalf mir mein Arbeitgeber zu einer ausserordentlich gelegenen Wohnung in einem Neubau. Atemberaubende Blicke auf die Aare, die Altstadt und das Münster waren im Mietpreis inbegriffen. Fast zehn Jahre lang, befürchtete ich einen Rausschmiss durch den Vermieter.
Wir feierten Feste, ich hatte Freundinnen und wir belästigten möglicherweise die andern Hausbewohner mit Lärm. Danach lebte ich in Helvetien auf einem Grundstück von knapp vierhundert Quadratmetern, etwas ausserhalb der Bundesstadt, Während eines Vierteljahrhunderts genoss ich die Aussicht auf grüne Wälder und Voralpen. Mit den Kindern pflanzten wir im Garten erfolgreich Rebstöcke und Feigen. Ich fühlte mich wohl und geborgen, bis mir die Kälte Probleme bereitete.
In Chiang Mai baute ich ein wesentlich geräumigeres Haus in einem paradiesischen Garten, bis mich auch hier die winterliche Kälte vertrieb.
Wir suchten im Süden, in Satun, eine Wohnung. Es war nicht einfach. Die preisgünstigsten Häuser kosten fünfmal mehr als im Dorf in Nordthailand. Die Fenster sind von besserer Qualität. Die Pfuscharbeit ist ähnlich unbescheiden.
Die kürzesten Abstände zu den benachbarten Gebäuden des neuen Hauses sind grösser als in Herrenschwanden. Die Gartenfläche ist leider dank viel Beton mit Fliesen, wesentlich kleiner.

Als Problem entpuppte sich das Einrichten des Hauses. Möbelhäuser wie in Chiang Mai gibt es nicht. Schreiner wie Sudaluk fehlen. Der angebotene Schrott entspricht ungefähr dem Design der fünfziger Jahre in Europa, ohne jegliche Qualitätsansprüche gefertigt. Fehlende oder vermurkste Schrauben, verlorene Gummifüsse, Rost, Schimmel, zerkratzte Lackschichten sind in den Preisen inbegriffen.

Wir beschlossen, einen einfachen Tisch für den Fernseher selbst zu bauen. tischblatt Wir fanden ein rohes, solides Holzbrett, Tropenholz – der Arbeiter nannte den Namen Gummibaum – 50 x 130 x 5 Zentimeter zu ungefähr vierzig Franken. Ein Chromstahlverarbeiter schweisste zum gleichen Preis vier Tischbeine aus rostfreiem Stahl. chromstahl Das ganze Unternehmen, inklusive dem Herstellen der Zeichnungen und Pläne, dauerte nur sagenhafte vierundzwanzig Stunden. Danach lieferte der smarte HD Internet-Fernseher erste Bilder über YouTube. Wir bestaunten erstmals die beinahe unglaubliche Qualität von Dicks Videoaufnahmen im Jahre 2012 in Singapur. (1, 2)

(1) https://www.youtube.com/watch?v=Voxzckv7_fk
(2) https://www.youtube.com/watch?v=A2Ap_4Vo0_o

Gruss aus Suphan Buri

Endlich sind wir unterwegs in unser Winterquartier. Eine vergleichbare Distanz in Europa entspricht ungefähr dem Weg von Bern nach Istanbul. Unsere Abreise wurde immer wieder verzögert. Geldgier lässt gedankenlose Zeitgenossen jährlich in Sumatra Urwald abbrennen. Die Produktion von Palmöl zwecks Ernährung und als Biodiesel verspricht Kapitalgewinne. Menschen und Tiere ersticken. Der Himmel über Sumatra ist immer noch von Rauch bedeckt. Die Luftverschmutzung erreichte Singapur. Sie überdeckte die gesamte malaysische Halbinsel bis Südthailand und traf sogar die Insel Phuket. Die Lage verbesserte sich. Aber das Problem ist leider immer noch aktuell.Suphan Buri

Die Grösse des Objekts: Links unten, neben der Schrift, ist ein Mensch!

In Chiang Mai hatten wir bereits anfangs Oktober einen ersten Kälteeinbruch. Die Temperaturen fielen des Nachts auf sechzehn Grad Celsius. Ich leide immer noch darunter. Die Gelenkschmerzen sind zeitweise unerträglich.
Zusätzlich riskierte ich fliegend eine dicke Lippe. Durch Baumängel bedingt, stürzte ich vor einigen Wochen, im erst vor einem Jahr erstellten Kad Farang, auf meine Fresshöhle. Ich reparierte meine wüsten Verletzungen nach Western Manier, unter jeweiligem Genuss je einer halben Flasche Bourbon, in zwei mutigen Eingriffen. Die Knochen im Gesichtsbereich erhielten einen wüsten Schlag. Blutergüsse im Wangenbereich zeigten sich. Das Brillen-Gestell war ruiniert. Ein Rippchen brach. In der Schweiz würde der Liegenschafts-Besitzer haften. In Thailand gilt: Betreten auf eigene Gefahr. Vielleicht verliere ich als Spätfolge noch einige Zähne. Aus Vorsicht, zur Schonung des Kauapparates geniesse ich BeBe-Diät: Bier und Brei. kad Unfall2

Vor der Operation mit Dr. Bourbon.

Zurzeit sind wir in Suphan Buri. Heute noch reisen wir in die Gegend von Hua Hin. Die Temperaturen dort sind mild. Sie liegen gegenwärtig zwischen 25 und 28 °C. Die Nächte von November bis Februar sind in Hua Hin wie in Chiang Mai für mich zu kalt.

Sternstunden

Es gibt schwere Sekunden im Leben. Sie zerstören sämtliche Glücksgefühle. Das ganze Wohlbefinden landet in einem stinkigen Abfalleimer. Der Kopf ist wirr. Der Magen weist jegliche Nahrung zurück. Man sucht verzweifelt einen Strick und einen starken Haken.
Wenige Stunden später spendet ein banales Email Balsam fürs Herz und Desinfektionslösung zur allgemeinen Wundbehandlung.

Vor einigen Jahren brachte ich einem Freund in Singapur zwei Bändchen der „Geschichten aus Hinterindien“. Das Taschenbuch behielt er. Die gebundene Ausgabe schenkte er als ehemaliger Mitarbeiter der Nationalbibliothek.
Heute erhielt ich eine Bestätigung:
We acknowledge receipt of the following publication(s), which were sent to us as gifts.
1 copy of Geschichten aus Hinterindien
They will be a useful addition to our collection.

Nach Singapur machte ich als ehemaliger Berner – Schüler, Mitarbeiter an der Universität und Steuerzahler einen Besuch in der Stadt- und Universitätsbibliothek an der Münstergasse.
Die waren mit einem Umbau beschäftigt. Ich erinnere mich, dass ich Mühe hatte, einen Eingang zu finden. Dennoch gelang es mir, die „Geschichten aus Hinterindien“ einer Bibliothekarin in die Hand zu legen.
Wenige Monate später erhielt ich den Bescheid, das Buch entspreche nicht den strengen Bedingungen, um in die Sammlung aufgenommen werden zu können. Seither versuchte ich vergeblich, die Qualität der Inhalte und der Schrift-Sprache zu verbessern.
Die Taschenbuchausgaben fanden ihren Weg hauptsächlich als Literatur in gehobenere Bedürfnisanstalten zwecks Förderung der Press-Freiheit. Seit Anbeginn hatte ich die Idee, den Text direkt auf Rollen zu drucken.

http://www.ub.unibe.ch/content/index_ger.html
http://www.nlb.gov.sg/