Songkran – Thai Neujahr

Schweissige Glückwünsche zum Thai Neujahr. Im Haus in Satun sind es bloss 33 °C, in Chiang Mai wurden es 43 °C.
Vor einem Jahr gab es in Chiang Mai eine Schlagzeile. Das Wasser im Stadtgraben sei ausgetauscht und könne bedenkenlos zum Füllen von Eimern, Wasserpistolen und Wasserkanonen verwendet werden. Eine Touristin aus China las diese Mitteilung offenbar nicht. Sie verrichtete ihr grosses Geschäft in den Wassergraben. Sie hatte keine Ahnung davon, dass der Scheissdreck übers Ohr ins Auge gelangen könnte.

Es ist heiss Mitte April. Darum wandelte sich das einst beschauliche Familienfest gegenseitiger Segnungen mit geweihtem Wasser zu öffentlichen Wasserschlachten, sofern man nicht zuvor im Verkehr abgeschlachtet wird.
Thais sind geborene Rennfahrer. Bekannte von Dick reisten zwecks Songkran von Satun nach Khon Kaen. Auf der Strasse sind das 1431 Kilometer. Sie reisten um Mitternacht ab und trafen am Nachmittag kurz nach vier Uhr in Khon Kaen ein!
Ein Problem der Verkehrsteilnehmer ist der masslose Konsum von alkoholischen Getränken. Seit dem ersten Kontrolltag am 11. April sollen mehr als 113`960 Trunkenbolde erwischt worden sein. Gegen 3`000 Fahrzeuge wurden beschlagnahmt.
(Stand 15. April 09 00.) Die Sargschreiner haben Hochkonjunktur dank grosser Distanzen, zu hohen Geschwindigkeiten und grenzenloser Selbstüberschätzung.
Zum Schutz der Menschen vor Wasserschäden machen die Behörden Razzien in Spielzeugfabriken welche Wasserpistolen verkaufen.
Piknet Tapuang, ein Beamter des Verbraucherschutzes erzählte Medien wie TV und Presse, nach einer Razzia in Bang Pli, die Hochleistungsgewehre könnten Blindheit verursachen. Er stellte fest, dass Wasser in Ohren von Menschen gelangen und das Wasser durch den Kopf ins Auge wandern könnte. Der Spezialist hätte Augenarzt studieren sollen und mit seinen neuen Erkenntnissen die verblödete Menschheit retten können. Ich weiss jetzt endlich, wo alle die Wasserleichen herkommen.

Ergänzung:
In sechs Tagen wurden 220`507 alkoholisierte Verkehrsteilnehmer angehalten. 13`964 Fahrzeuge wurden beschlagnahmt. Beteiligt waren 147`971 Motorradfahrer und 56`674 Automobilisten, darunter Busfahrer des öffentlichen Verkehrs! Trotz aufwändiger Massnahmen starben 418 Menschen auf Thailands Strassen. Vertrauen sie den Nummern nicht. Meine Addition geht nicht auf.

Thomas Schmid veröffentlichte in der Thailand Tip Zeitung vom Mai 2018 andere Zahlen, von Frau Oberst Sirichan Ngathong, Pressesprecherin der Junta. Vom 11. bis zum 17. April seien 480`512 betrunkene Verkehrsteilnehmer erwischt worden. Darunter waren 280`631 Moped und Motorradfahrer. 37`779 hatten keinen Führerschein!

Tücken thailändischer Polizeiarbeit – Oster-Eiersuche im LOS

Während amtlich verordneten Feiertagen wie Songkran, gibt es ausserordentliche Verkehrs-Kontrollen. Sie sind an fest installierte Stützpunkte gebunden. Die Beamten benötigen ordentliche Mahlzeiten und jederzeit sanitäre Einrichtungen. Jeder Ortskundige kennt diese Fallen und verhält sich, wenn nicht total bekifft oder berauscht, entsprechend. Patrouillen mit Dienst-Fahrzeugen, wie wir sie aus Europa und den USA kennen, gibt es selten bis gar nicht.

Im Distrikt Prawet, einem von fünfzig Stadtteilen in Bangkok, haben einige Ordnungshüter ein kleines Problem. Ende März entdeckten und konfiszierten Beamte unter der Leitung von Polizei Maj. Gen. Surachet Hakpan 76 Kilogramm Marihuana. Der Fund wurde zwecks Analyse in die Gerichtsmedizin transportiert.
Nur 37 Kilogramm der Droge fanden später den Weg zurück in das Hauptquartier in Prawet. Darauf wurde Pol. Col. Thongchai Wilaiprom für dreissig Tage auf einen inaktiven Posten versetzt. Während dieser Zeit soll nach dem verlorenen Marihuana gesucht werden.
Nach meiner Vorstellung überlebte das fehlende aromatische Kraut die Verbindung mit dem Luftsauerstoff nicht. Ob dafür einige Scheine die Besitzer wechselten, können wir schlecht ausschliessen. (1)

Im Esszimmer hörte ich Variationen von Puccinis Komposition: Carnaval de Venecia, ausgeführt von Studenten des Konservatoriums Tchaikovsky und dem Philharmonischen Orchester von Moskau – mit dem Dirigenten Yuri Simonov. (2)
Trotz der virtuosen Geigenklänge bemerkte ich, dass die Schiebetüre an der Veranda bewegt wurde. Ohne mir mit Spirituosen Mut einzuflössen, raste ich im fünften Gang ins Wohnzimmer. Ein Junge, gegen zehn Jahre alt, schlich sich schnell auf die Veranda. Er trug keine sichtbare Beute bei sich. Ein weiterer, einige Jahre älterer Jugendlicher, spielte draussen mit seinem Smartphone. Vor dem Haus stand eine neuwertige, blaue Yamaha. Es war keine Nähmaschine. Ich sprach zu den Burschen:
„Das ist nicht euer Haus. Macht es wie die Spinnen: Zieht Fäden!“ Das heisst auf abendländisch: „Entfernt euch.“
Die Knaben zogen sich zum Moped zurück. Vermutlich wollten sie einen Besuch machen und irrten sich bloss in der Hausnummer. Möglicherweise waren es Spione für eine spätere Diebestour.

Als Dick zurück kam, erzählte ich vom unerwünschten Besuch. Ich schlug vor, die Türen in Zukunft zu verriegeln. Sie hört bedeutend schlechter als ich und würde Eindringlinge nicht bemerken, sofern die Diebe ihr nicht die Getränke wegsaufen.
Wir hielten eine kurze Siesta im Schlafzimmer. Danach prüfte ich die Eingangstüre. Sie war wie üblich, nicht gesichert.
Wir wollten mit dem Kochen beginnen, als uns der Anruf einer Nachbarin störte. Der Ortsvorsteher sei mit zwei Kollegen hier. Die Herren hätten eine dringende Mitteilung. Dick verschwand erneut, ohne die Türe zu sichern.
Die Vorsitzenden erzählten:
„Liebe Nachbarn,
wir fordern euch auf, Häuser und Fahrzeuge abzuschliessen und damit zu schützen. Letzte Nacht wurden aus unserer nächsten Umgebung acht Fahrzeuge gestohlen. Es ist vermutlich eine Gruppe von elf Personen aus Pattani am Werk.“
In Satun lassen die Einfältigen die Zündschlüssel stecken, um nicht danach suchen zu müssen.
Einen Tag später erhielten wir die Mitteilung:
„Vier Fahrzeuge wurden bereits gefunden. Vier Diebe wurden festgenommen, zusätzlich einer im Feuergefecht erschossen!“
Frohe Ostern, die besten Wünsche zum Neuen Jahr – Songkran und allen Menschen ein Wohlgefallen.

(1) http://www.bangkokpost.com/news/crime/1232200/prawet-police-chief-lost-drugs
(2) https://www.youtube.com/watch?v=n-ykqFce8Ds

Vom Dürrluft Eisi, von südlichen Winden, Ventilatoren, Viagra, Brot und Turbo-Broilern

Ein Stück Heimat pfiff mir wenigstens in einigen finsteren Nächten um die Ohren. Es heulte und krachte wie in windigen Gotthelf-Szenen mir Dürrluft Eisi. Das Schlafzimmer-Fenster war nur im Millimeter Bereich geöffnet. Trotzdem standen die Vorhänge waagrecht, als wären sie mit Viagra gewaschen worden. Der deutliche Unterschied zur Schweiz war, der Wind war nicht eisig-kalt, sondern es wehte und blies ein warm-trockener Sturm während Tagen aus Nordosten.

Ein Problem wurde gelöst. Unser Brot war noch immer geniessbar, aber eindeutig weniger gut. Der sichtbare Mangel war, der Teig ging nicht mehr so üppig und rasch auf, wie anfänglich.
Der Fehler lag im Messsystem. Anfänglich mass ich die Flüssigkeiten ebenfalls mit der Waage. Dick erstand einen in Asien gefertigten und geeichten Messbecher und benutzte diesen. Die paar Prozent Fehler der Ablesegenauigkeit machten sich im Teig und in der Qualität bemerkbar.

Das chinesische Frühlingsfest, Mondneujahr, war angesagt. In Satun werden Feste kaum gefeiert wie im Norden. An Loi Krathong erleuchten in den Nachtstunden Kerzen nur selten die Gewässer. Umzüge und Paraden erlebte ich bisher keine. Auch Songkran wird, ausser einer bemerkenswerten Häufung der Verkehrsunfälle und dem gelegentlichen Genuss hochprozentiger Destillate, kaum zelebriert.
Aber am Neujahrsfest der Chinesen geben sich sogar Thais spendefreudig und verteilen Geschenke.
Möbel- und Elektrogeräte-Verkäufer verteilen nicht nur Ramsch an ihre Kundschaft. So erhält Dick jeweilen Einladungen, doch bitte einen Kühlschrank, einen Turbo Broiler, einen Ventilator oder ein anderes Apparätchen abzuholen.
Der Möbel-Spezialist, welcher uns den mit Schimmel befallenen Nachttisch lieferte, wollte Dick ein Sofa im Wert von 8‘500 Baht schenken. Da im kleinen Haus bereits ein Sofa steht, verzichtete Dick auf das echte Kunstleder. Wir erhielten statt dessen einen Werkzeugschrank, der bereits auf meiner Einkaufsliste vorgemerkt war.
Was ist denn ein Turbo Broiler? Das ist ein ultra-modernes Kochgerät, das in der Küche, weil selten benutzt, unnötig viel Platz beansprucht. Die Wärmequelle befindet sich, wie in der Natur, oben. Das erlaubt naturnahes Kochen. Die Hitze wird durch ein Gebläse ins Gargut gewirbelt. Ob das Gegarte nachher nur gut oder gar besser ist, weiss ich nicht.

Ebenfalls auf dem Dorf-Markt war die Spendefreudigkeit so bemerkenswert, dass zusätzliche Lebensmittel verdarben. Unser Hühnerlieferant von eigenen, freilebenden Qualitäts-Tieren, wollte Dick mit einem riesigen Flugapparat beschenken. Für unseren Kleinsthaushalt genügte die Hälfte. Wir zehrten vier Tage lang delikates Huhn, erst aus dem Backofen, später als Salat. Es lagen zusätzlich noch Meeresfrüchte im Kühl-Schrank. Heute wurden wieder vier Tierlein gratis an die Haustüre geliefert. krabbler
In Chiang Mai könnten wir dank Mowglis leistungsfähigem Verdauungsapparat Lebensmittel weit besser verwerten.

Wege zur Erleuchtung

Die Pfade buddhistischer Tugenden bleiben trotz Mengen reich dekorierter Tempel in Thailand schwierige Gratwanderungen. Die Mehrzahl organisierter Gruppen barfüssiger, in safranfarbige Tücher gewickelte Reiseleiter taugt wenig oder gar nichts. Entweder kennen sie die strikten Anleitungen nicht, oder sie vergassen die massgeblichen Regeln landesüblich nach drei Wochen.
Der Abt unseres kleinen Dorftempels im Norden spezialisierte sich, stahl Leichen oder Teile Verstorbener. Damit praktizierte er im Geheimen schwarze Magie, fertigte spezielle Amulette, bis er beim Fleddern erwischt wurde.
Die Einheimischen suchen zudem weder Tugend noch Erleuchtung. Sie dürsten alle, alle nach Baht-Scheinen! Das ist gelebte Schein-Religion. Wenn endlich reicher Geldsegen unerwartet eintrifft, teilt man nicht gerne. Mann oder Frau kaufen zu Discountpreisen angebotenes Karma bei geldgierigen Gelbröcken, wie man Fahrzeuge, Elektronik, Mia Noi (Zweit- und Drittfrauen), Smartphones und vergiftete Suppen erwirbt.

Die eingeschlagenen Wege zwecks Erreichung buddhistischer Erleuchtung funktioniert selten. Es fehlen die Musen, die Musse und vor allem die benötigte Portion Hirn. Anstatt den Pfad mit der Kraft des Geistes zu suchen, werden vor allem Muskeln eingesetzt. Dies gilt für sämtliche Tätigkeiten in Hinterindien.
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Der Krafteinsatz am Gewinde der Energiesparlampe, oder der Energieeinsatz am Gewinde der Kraftsparlampe war falsch. Diese Lampe wird kaum noch Helligkeit abgeben. Zur Erleuchtung führt sie schon gar nicht.
Alkohol brennt zwar. Er führt leider nur in Ausnahmefällen zur Erleuchtung des Geistes. Die Anwendung zum Antrieb von Motorfahrzeugen dagegen scheint gewährleistet.
Trotz vereinigter Anstrengungen von Polizei und Armee sind die Todesfälle im Strassenverkehr, während der Feiertage wie Neujahr und Songkran, in den letzten zwei Jahren extrem angestiegen. Muss dieser Anstieg dem Teufel im Alkohol der Treibstoffe zugeschrieben werden, oder ist allein der Promillepegel der Piloten dafür verantwortlich?
Krematorien und Sargfabriken feiern Hochkonjuktur. (1)

(1) http://www.thaivisa.com/forum/topic/718430-massive-songkran-festival-travel-spurs-coffin-business/

Die Fallsucht

Nach meinem Sturz mit der erschwerten Suche nach Bergungspersonal, gab es Stimmen, die Bedenken äusserten und Ratschläge erteilten. Es gibt jedoch im Leben keine Tätigkeiten, welche völlig gefahrlos sind. Viele Menschen sterben im Bett. Während des Tippens könnten PCs tödliche Stromschläge austeilen. Beim Telefonieren explodierten schon Geräte am Ohr. Da geniessen Schwerhörige gewisse Vorteile. In Pattaya starb ein Landsmann während des Verzehrs einer Suppe.
Ein anderer Schweizer beendete sein Leben an Songkran-Tagen bei einem Verkehrsunfall. Während Songkran dürfte das Unfall-Risiko auf den Strassen wesentlich höher sein, als Bar- oder Restaurant-Besuche mit Cocktails oder Suppen schlürfen. Denken sie an all die Unfälle und Verletzungen beim Sport. Meine Paraplegie holte ich mir in einer Turnhalle beim Korbballspiel.

Wir machten uns Gedanken, um meine Befindlichkeit zu verbessern. Leider fand sich in der kurzen Zeit niemand, um Stellvertreter von Dick zu spielen. Es gibt in Satun eine amtliche Stelle für Hilfeleistungen, bloss fünf Minuten von hier. Die verfügen sogar über Ambulanzen. Das Problem ist, bei Dicks Versuchen wurde kein einziger Anruf entgegen genommen. Möglicherweise ist die Telefonnummer falsch oder dieser Geschäftszweig wird erst in Zukunft betrieben.

In der Nähe wohnt eine Krankenpflegerin. Sie ist keine Spezialistin für Ophthalmologie oder Urologie, bloss zuständig für die Messungen von Temperaturen, gefahrloses, elegantes balancieren randvoller Nachttöpfe und schleppen von Getränken und Futter, wie das bei Airlines der gehobeneren Klassen üblich ist. Von solchen und ähnlichen Tätigkeiten wäre die Dame verschont geblieben. Sie stellte ihre Forderung und verlangte 600 Baht pro Stunde Anwesenheit. Der erforderlich durchschnittliche Aufwand beträgt ungefähr eine Stunde im Tag. Leider sind die Zeiten variabel. Eine genaue Planung ist schlecht möglich. Die Lady wollte ein Einkommen von 150‘000 Baht im Monat zusammengekratzen. Dies in einem Land, wo der von der Regierung vorgeschriebene Minimallohn bei dreihundert Baht pro Tag liegt. Für den Lohn der Pflegerin hätte ich in Chiang Mai ein halbes Dutzend Freudenmädchen anstellen können. Mit Freuden wäre ich mindestens jede Stunde einmal hinfällig geworden.

Songkran in Satun

Im ganzen Königreich wurden Verkehrskontrollen zwecks Anhebung der Sicherheit während der Festtage durchgeführt. Am heiligen Freitag, dem Tag mit dem obligaten Freitagsgebet, errichteten Polizisten eine Sperre an der Satun Thani Strasse in der Nähe der Buket Bu Nga Moschee. Am Morgen gegen zehn Uhr, der Alkoholverkauf war erst nach elf Uhr gestattet, durfte Dick bereits ins Röhrchen blasen. Verschiedene Kopftuchträgerinnen wurden freundlich zum Test aufgefordert…..

Songkran in Satun war knochentrocken. Landesübliche Wassergüsse, wie sie in Phuket, Krung Thep, Bad Thaya oder Chiang Mai zelebriert werden, suchten wir vergeblich. Hätten nicht die vereinigten himmlischen Heerscharen einige Schweissperlen vergossen, wäre Songkran trocken – wie Suppenpulver im Beutel – geblieben.

Sämtliche Nachbarn zogen in die Ferne, mindestens Hat Yai musste es sein. Beliebte Reiseziele waren Krabi und der Grossraum Bangkok. Eintausendachthundert Kilometer in zwei Tagen schafften hinterindiens Lenker leicht, verbunden mit einem nächtlichen Fressgelage, an dem wohl kaum Kamillentee angeboten wurde.
Für die Rückreise galt das Motto auf der unsichtbaren, jedoch riechbaren Fahne: „Still going strong“.

http://en.wikipedia.org/wiki/Johnnie_Walker

Reisen in der Provinz Satun

Satun bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Das Strassennetz ist gepflegt und gut ausgebaut. Die Hotellerie hat noch nicht den hohen Standard wie auf Langkawi, Malaysia.
Feinschmeckerlokale fehlen. Die Menschen legen eher Wert auf deftige Kost, gut gefüllte Teller, möglichst kräftig gezuckert. Qualität ist Nebensache.
In Satun kann man sich die Mägen preisgünstig füllen. Neulich hatten wir ein Abendessen bestehend aus gebratenem Reis mit Garnelen, Ente mit fünf Gewürzen und Moo Manao, das ist Schwein mit Limetten und einer Spur Chili, dazu eine Flasche Singha und eine Flasche Wasser. Alles zusammen kostete 280 Baht, acht Franken.
Für den Preis dürfen wir nicht verlangen, dass die Enten die Nacht in Marinade verbrachten. Schmackhaft war es trotzdem. Der einzige Missstand für mich war, je nach Windrichtung roch man den Inhalt der Mülltonne. Es waren keine Veilchen. Trotzdem war die Fressbude voll von Einheimischen.
Grössere Abschreiber an Verpflegung und Unterkunft sind auf Ko Tarutao an der Tagesordnung. Mobiltelefone funktionieren noch nicht.

Wir brachten von Chiang Mai Empfänger für DVB, Digital Video Broadcasting, nach Satun. (1) Die Armee verteilte Gutscheine für die Geräte an die Einwohner, damit sie die Ansprachen des Generals Prayuth Chan-ocha in bester Qualität empfangen, sehen und verstehen können. Digital Video Broadcasting funktioniert in Satun noch nicht.

Wir haben eine Satellitenschüssel und empfangen über dreihundert Kanäle.
Sie sind alle in Thai. Das Parlament, die Armee, die Polizei, grössere Firmen und bekannte Universitäten verbreiten eigene Programme. Internationale Angebote wie BBC oder Discovery Channel, suchte ich vergeblich.

Demnächst feiern wir Thai Neujahr, das berühmt berüchtigte Fest mit den beliebten Wassergüssen. Da wird gefeiert, gegessen, getrunken und gefahren. Thais reisen gerne, fahren ins Blaue – mit Blaufahrern. Dann kracht es öfters. Das Resultat ist ein Schlachtfeld auf den Strassen mit hunderten von Toten und tausenden von Verletzten.
In der guten alten Zeit bliesen Experten im Norden Fahrer von Motorrädern mit Wasserstrahlen aus Hochdruckpumpen von ihren Vehikeln. Die hatten Glück und verpassten den Eintritt ins Nibbana, wenn die nachfolgenden Lastkraftwagen die gefällten Fahrer nicht überrollten.
Das Strassenverkehrsamt von Satun ist in unserer Nähe. Zusammen mit den grossen Markenvertretungen bietet es zur Hebung der Verkehrssicherheit für Songkran gratis Überprüfungen der Fahrzeuge, Motorräder und Automobile, an. An Motorrädern werden defekte Lampen ersetzt und Ölwechsel zum Nulltarif angeboten. Die Benutzer des Angebotes erhalten zusätzlich gratis einen Helm.
Gestern warteten die Mechaniker und Techniker vergeblich auf Kundschaft.
Dann verdarb ein imposanter Wolkenbruch jegliche Geschäftstätigkeit.
Mit Helmen lockt man offenbar keine toten Hunde von der Strasse. Für die Damen genügen im Süden dekorative Kopftücher vollauf.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Video_Broadcasting
(1) https://www.broadcast.ch/portal.aspx?pid=220

Unser gestriger unerwünschter Begleiter, Herr Nagel. Herr Nagel, unser Begleiter