Trojanische Pferde im Fischtrog

Trotz oder wegen des grassierenden Irrsinns erfreuten wir uns in Lanna Land an den beiden Teichen im Garten und ihren Bewohnern, Pflanzen und Tieren. Hie und da bereicherte ein frischer Fisch unsere Speisekarte.
In Satun errichtete man ausserhalb des Wohnzimmers einen L-förmigen Trog, der eigentlich als Zierbecken mit Springbrunnen und Lichteffekten dienen sollte. Das Gebilde leckte und soff mehr Wasser, als die Wasserpumpe liefern konnte. Reparieren wollte es keiner. Der Trog war deshalb mit Kitsch aus Ton und Kunststoff gefüllt, ein veritables südthailändisches Krempelarium.
Zur Reduktion der nachmittäglichen Hitzeeinstrahlung ins Wohnzimmer wäre ein mit Wasser gefüllter Trog weit wirksamer gewesen, als die ausserordentliche Sammlung von pseudo-exotischem Kitsch.
Ich beharrte bei der Vermieterin auf einer Reparatur und drohte, bei der nächsten Rechnung in Zahlungsverzug zu geraten. Meine Aussage bekräftigten wir dadurch, indem wir fleissig Mietshäuser in der Umgebung besichtigten.
Gezwungenermassen investierte sie in Zeit, Zement und Silikon. Das Werk wurde zusehends dichter, von GPM, Gallonen pro Minute auf LPS, Liter pro Stunde.

Eines Tages begeisterte ich meine Mitbewohner zu einer biologischen Exkursion zum Flussgebiet des Affenfelsens. Wir packten Säcke, Eimer und Töpfe in den Wagen. leider vergassen wir Werkzeuge wie Pickel und Schaufeln. in wenigen Minuten reisten wir an den Ta Li Klai. Die Landschaft hatte sich dramatisch verändert. ta li klai Der Fluss wird von hier an in ein enges Betonkorsett gezwängt. Trotzdem fanden wir im Morast schöne, einheimische Pflanzen. Drei Personen arbeiteten zu Hause dann während Tagen. Mowgli wusch Sand. Sogar die Vermieterin zeigte ihr Interesse und wirkte mit. Der Trog wurde systematisch begrünt. Die Königin der Seerosen, Buah Luang ist vetreten. Ein kleines, extrem wachstumsfreudiges gelbes Röschen bildet täglich Blätter und Blüten. Schilf gedeiht. Als Sauerstofflieferanten dienen wenige Triebe Wasserpest. Dick brachte eine schwimmende Pflanze mit hübschen blauen Blüten. Neugierig fragte ich nach dem Namen: „Wasserorchidee!“ Trog
Es war die berüchtigte Wasser-Hyazinthe. Einst aus Brasilien importiert, verstopft das Unkraut nun im ganzen Land die Gewässer. Sie verdoppelt ihren Lebensraum innerhalb von zwei Wochen. Ein halbvoller Teich ist vierzehn Tage später zugewachsen. Dann sterben die erdrückten, vom Licht abgeschotteten Wasserpflanzen, ebenso die Fische an Sauerstoff-Mangel. Ich sah im März am Mae Tha Chin, Provinz Nakhon Pathom, wie eine grüne Flut unzähliger Wasser- Hyazinthen die gesamte Oberfläche besetzte und stundenlang Richtung Meer strömte. (1)
(1) https://hinterindien.com/2015/03/03/wahrnehmungsunfahigkeiten/

Fortsetzung folgt

La-Ngou, Pak Bara und Thale Ban

Wir erkundeten in den vergangenen Tagen unsere nähere Umgebung. Eine knappe Stunde nördlich liegt Langu. Unsere GPS Geräte fanden den Ort nicht. La-Ngou dagegen wurde akzeptiert. Das Dorf liegt in reizvoller Landschaft. Interessanter gestaltete sich der Ausflug, als wir vom Ort aus das Meer anpeilten. Der Hügel des Ko Petra Marine National Park lieferte perfekte Ansichtskarten. ko petra park Wir wählten danach die Strassen Richtung Pak Bara. Dort steht die Anlegestelle der Schiffe für Ausflüge auf die umgebenden Inseln, wie Ko Tarutao. Der Sandstrand von Pak Bara mit wundervoller Aussicht auf die Inseln ist durch Fressbuden fast total versaut. Gepflegte Gastronomie und gehobene Resorts sucht man in der näheren und weiteren Umgebung vergebens. Ich möchte Ferientage nicht unbedingt in engen Folterkammern verbringen und mich mit Hilfe eines Schuhlöffels in Kleinst-Badezimmer quetschen. Wir sahen Häuser, da versperrten geöffnete Türen den Zugang zum WC-Sitz. Ich hatte die Absicht, Stunden oder Tage in der Region zu verbringen. Nach einem kleinen Imbiss wählten wir den Toyota.
Auf der Rückreise stoppten wir am Wat Khao Nom Photiyan mit dem markanten Felsen und dem in den Himmel ragenden Kamin des Krematoriums. Wer am Strand von Pak Bara die ewige Ruhe vergeblich sucht, findet sie vielleicht hier. Wat Kao Nom
Sehr nahe liegt der Nationalpark Thale Ban. Vom Haus aus sehen wir die benachbarten Hügel. Die Grenze zu Malaysia lässt sich in einer halben Stunde erreichen. Vor der Grenze bei Wang Prachan erschweren beidseitig der Strasse kilometerlange Marktstände die Fahrt, wie wenn im Nachbarland weder Kleider noch Nahrungsmittel angeboten würden.
Wir schafften eine Schleife durch Menschengetümmel mit Verkehrssalat und fanden 1500 Meter danach einen Eingang zum Nationalpark.
Am 27. Oktober 1980 wurde Thale Ban als 20. Nationalpark Thailands eröffnet. Das Gebiet umfasst 196 km². 1906 wurde der Anbau von Kautschuk in Südthailand eingeführt. Es schien das Ende der Regenwälder. Reste ausgedehnter Monokulturen bestehen noch heute. Im Park sollen vielerlei Säugetiere gesehen worden sein: Asiatische Elefanten und eine Tiger-Art, Schabrackentapire, Malaienbären (Ursus malayanus), Makaken, Zibetkatzen und Stachelschweine. Durch das bergige Terrain lassen sich die Beobachtungen nur schwer überprüfen. Häufig zu sehen sind allerdings südliche Brillenlanguren (Trachypithecus obscurus), Weißhandgibbon (Hylobates lar) und Kleinkantschil (Tragulus javanicus). Einfach zu entdecken ist der Bellende Laubfrosch (Hyla gratiosa).
In Thale Ban wurden über 210 Vogelarten gesichtet. Der sehr seltene Rhinozerosvogel (Buceros rhinoceros), Wanderfalken (Falco peregrinus) und auch Binsenrallen (Heliopais personata). Greifvogelarten des Nationalparks sind: Dreifarbenweih (Aviceda leuphotes), Kiefernteesa (Butastur indicus) und Schopfwespenbussarde (Pernis ptilorhynchus).

Diese Tierarten sahen wir nicht. Dick hörte am See angeblich einen der bellenden Frösche. Ich entdeckte dagegen grössere Ansammlungen von Orang Basikal, Radfahrer, im Schutzgebiet des Parkes.
Sie, respektive deren Begleitfahrzeuge, fielen bereits auf dem Weg nach Wang Prachan unangenehm auf. Neben bunten Gruppen von vier bis fünf Fahrern auf schicken Rennrädern, schlichen Kleinlaster und blockierten die Strasse. Im Geleitzug befand sich sogar ein Ambulanzfahrzeug.
Nationalparking Thale Ban Radler