Frittierter Transformator

Hier im milden Süden Thailands können die Einwohner kaum genug Kalorien zu sich nehmen. Deshalb wird alles stark gezuckert. Die Speisen, Fleisch jeder Art, Gemüse aller Gattungen, verschiedene Meeresfrüchte, werden in Fett und Oel schwimmend zubereitet. Damit all das Zeug richtig trieft und kräftigen Palmöl-Geschmack verbreitet, wird es zusätzlich paniert.
Eine weitere bekannte Zubereitungsart, besteht in den als Benzpyren-Schleudern konzipierten einheimischen, mit Holzkohle befeuerten, Grillgeräten. Die Holzkohle wird verbotenerweise aus Mangrovenholz hergestellt, während die See die ungeschützten Küstenlandschaften zernagt.
In Sonderangeboten verkaufen Grossmärkte in China gefertigte Elektrogrillgeräte, Stromfresser der Hochleistungs-Sonderklasse. Der Hit des Tages war: Beim Erwerb von zwei Geräten wird ein Drittes geschenkt.

Ich erklärte Dick, dass sie ihr Bügeleisen mit 2400 Watt Leistung und den Staubsauger mit 1600 Watt nicht an dieselben Steckdosen anschliessen könne. Die Sicherung würde die Stromlieferung sogleich unterbrechen. In diesem Land kennt man vor allem Wat, gleich Tempel. Der Ingenieur James Watt dagegen ist unbekannt.
Unsere Waschmaschine arbeitet an einer zusätzlichen Kabeldose mit Sicherung. Sie schaltet Ströme über 10 Ampere aus. Weil die Spannung am Netz zwischen 220 und 240 Volt schwankt, ist es möglich, dass die Sicherung beim sechzig Grad Waschprogramm und hoher Spannung ausschaltet. Das ist unangenehm, aber eher preisgünstig. Ein kurzer Blick auf mein Messgerät zeigt, ob die Spannung eher zu hoch ist.
In PhonPhat schwankte die Spannung zwischen 180 bis 240 Volt, mit zwei bis drei Totalausfällen pro Woche.

Ich sass in Satun im Raum, wo der Bügeltisch steht und betrachtete die Pflanzen im Garten. Einzelne Blätter erreichten eine Höhe von zweieinhalb Metern. Zahlreiche Schachteln sind dort gelagert, um Garantieausfälle zu verpacken und zurück zu senden. Dann roch ich es: Nachbarn frittierten einen Transformator. Von meinem Arbeitsort in Bern, war mir der Geruch vertraut. Schnell schaltete ich meine eigenen Elektronik-Einheiten aus. Es war eindeutig, der Gestank war importiert.

Noch am selben Abend lieferte mir Dick die Geschichte. Nachbarn benutzten eine Batterie von Grillgeräten. Die Isolationen der Leitungen in der Decke brannten. Die ganze Strom-Verteilerbox fing Feuer. Da musste zuvor ein sogenannter Fachmann, ein tüchtiger Spezialist, die Sicherungen überlistet haben, ganz ähnlich, wie die ihre Mopeds und andere Motoren frisieren.
Einzig den Grillgeräten passierte nichts. Die wurden nicht einmal heiss genug, um das Grillgut zu garen. Da war der Herr Professor Paul Scherrer an der ETH in Zürich vor sechzig Jahren wesentlich erfolgreicher. Mit zwei Kabeln, Bananensteckern und Krokodilklemmen, erhitzte er erfolgreich Würste an der Steckdose.
1-1510039421-18 Technisch ausgereifte, familienfreundliche Lösung!

https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Scherrer

Schreiberlinge, Schriftsteller und Physiker könnten ungeniessbaren Käse erzeugen

Wenn ich mir selten genug Blogs über Thailand, Bangkok und Chiang Mai ansehe, fällt mir auf, viele junge Menschen fühlen sich als Entdecker und erste Abenteurer in Thailand.
Wenn morgens in den Hotelzimmern die Wecker lärmen, die Gäste zum Frühstücksbuffet rufen und danach die angeforderten Wagen mit Fahrern vor der Tür warten, ist das keine Glanzleistung, sondern ein Sieg der Zuvilisation über das Chaos. Was immer sie anstellen, sie wandern auf ausgelatschten Trampelpfaden oder ersaufen unbemerkt im Hochwasser. In den benachbarten Provinzen wurden fünfzehn Wasserleichen geborgen. Es giesst munter weiter.
Fragen sie sich selbst ernsthaft, ob es bei den Mengen von Grossraumflugzeugen noch Raum für Individual-Tourismus gibt.

Manchmal lese ich in der tropischen Umgebung Bücher. Die Verkäuferin eines Werkes über Astrophysik von Stephen Hawking war tief beeindruckt von meiner Wahl. Sie nannte mich fortan Professor. (1) Hawkings schwarze Löcher wurden im Lauf der Zeit grau und grauer. Der Spass wich Skepsis. Die Gefahr wuchs, dass ich in ein undefinierbares Loch fallen könnte. Ich wechselte die Literatur von Stephen Hawking zu Stephen King. (2) King brachte mit seinen amerikanischen Geschichten neue Farbkleckse in mein Leben. Er zeigte Wege, Schranken zu überwinden, denn ich lebe in einer von Generälen kontrollierten, zensierten Welt. Durch deren Massnahmen wird sogar das Verhalten beim Einkaufen beeinflusst. Speziell im Süden fühle ich den Druck. In sieben Monaten Abwesenheit traten bei Grossverteilern in Satun wesentliche Änderungen auf.

Damit komme ich zum Käse. Italienischen Grana Padano gibt es nicht mehr. (3) Der eine General mit Frau, besuchte Herrn Trump im Weissen Haus. Gammeliger Parmesan stammt ebenfalls aus Wisconsin in den USA. Ein weiteres Produkt liegt mir schwer auf dem Magen. In Chiang Mai genoss ich gelegentlich Gorgonzola, Gorgonzola dolce – bloss sechs Wochen alt, je nach Angebot. Hier werden die Eingeborenen mit Schimmelkäse „Danablu Classic“ aus Dänemark schleichend vergiftet. Kein Vergleich mit delikaten Aromen von französischen oder italienischen Schimmelkäsen.
Sofern sie Schimmelkäse nicht mögen – erfreuen sie sich am Pimmelkäse aus lokaler Produktion.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Hawking
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_King
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Grana_Padano
(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Parmesan

Gedanken zu Würsten: Philosophie zwischen zwei Zipfeln

Üblicherweise verspeisen Menschen Nahrungsmittel mehr oder weniger Gedankenlos. Einheimische werden bei der Fütterung durch Fernseher oder Smartphones abgelenkt.
Farang dagegen versuchen beim Kauen tiefsinnige Gespräche zu führen, oder sie studieren Börsenkurse und Intelligenzblatt. Nur selten wird die Qualität der Speisen erwähnt.
Der einzige Thai, der seine Beurteilung des Futters lautstark in die Umgebung krähte, war der kleine Goon. Der sagte jedem: „Du kannst nicht Pasta kochen. Ich mag Nudeln und Spaghetti von Ta-Taa!“

In Chiang Mai war es relativ einfach, hervorragenden Wurstwaren zu kaufen – unter Meidung einer Anzahl von Anbietern.
Mit Salami aus Italien hatten wir nie Probleme. Die Ware aus Bangkok schmeckte mir nicht. In Satun gibt es keine Importware.
Zum frisch gebackenen Brot wäre eine Auswahl an Charcuterie willkommen gewesen. In Satun lagen im Gestell bloss zwei Stück Salami aus Bangkok. „PEPPERONI“ stand auf dem ein Kilogramm schweren fünfzehn Zöller. Haltbar bis nächsten Februar. Ich rechnete und überlegte, fünfundsiebzig Gramm pro Woche sollten machbar sein.
Zusätzlich war das Würstchen, wie in Italien, mit Salamigarn bewickelt. Zu Hause sah ich, die Schnur war nur auf die Kunststoffhülle gedruckt.
Ich schnitt die Wurst an. Ein fast aufdringlicher Paprikaduft verbreitete sich. Das Fleisch wies zahlreiche Pfefferkörner auf und war rot vom Peperoni. Ich biss vorsichtig ein Stücklein ab und kaute. Geschmacklos langweilig war das Fleisch nicht, aber nicht vergleichbar mit italienischen, spanischen oder ungarischen Würsten.
Als annähend achtzig Prozent des Anschnitts verspiesen waren, meldete mein Magen: „Nichts für mich!“ Die nächste halbe Stunde sass ich hustend, spuckend, teilweise atemlos würgend im Badezimmer.

Am Tag darauf wiederholte ich den Selbst-Versuch. Auf ein Stück leicht gebuttertes Roggenbrot legte ich eine dünne Scheiben Salami. Extrem langsam kaute ich am Sandwich. Der Magen liess sich vorerst überlisten. Aber den ganzen Nachmittag lang, rülpste ich unangenehme Paprika-Schwaden.

Wir sahen uns das Angebot an Brüh- und Bratwürsten an. Alle diese Spezialitäten waren dank Zusatzstoffen dreissig Tage haltbar. MSG – Mononatriumglutamat – C5H8NNaO4 – und Zucker ergänzten die undefinierbaren Mischungen. Möglicherweise fanden einige Tropfen Formalin den Weg in den Wurstteig. Schwächliche Individuen geben ihren Geist sofort auf. Starke Persönlichkeiten werden dagegen lebenslänglich unsterblich. Nichts für unseren besch..eidenen Einkaufskorb.
In der Schweiz empfahlen einst versierte Metzgermeister, frische Würste nicht länger als fünfzehn Stunden zu lagern.

Zu unserer „Multione“ Küchenmaschine gehörte als Zubehör ein Fleischwolf. Dick war nicht zu faul, das Gerät zu benutzen. Inspiriert wurden wir vom Koch Sandro Zinggeler, Schweizer LandLiebe TV, Staffel 4, Sendung 2. (1,2) Wir erzeugten erstklassige Schweins-Bratwürste ohne chemische Zusätze. Mein durch deutsch-thailändische Salami (Original Deutsches Rezept) gefolterter Magen vergab meine Sünden und verdaute die hausgemachten Bratwürste.

(1) https://www.schweizerfleisch.ch/gastronomie/la-cuisine-des-jeunes/portraits/2014-sandro-zinggeler.html
(2) https://www.youtube.com/watch?v=L2fj98LqpjI

Bananen und Geissfüsse

Nicht jeder kennt Geissfüsse. Vor allem, weil die Bezeichnung für verschiedene Gegenstände verwendet wird. Wenn Botaniker Geissfuss erwähnen, sprechen sie von der Pflanzenart Aegopodium podagraria, Giersch genannt.
Der Geißfuß kann ein messerartiges Gerät mit einer V-förmigen Schneide sein. Sie werden für Linol- als auch für Holzschnitte verwendet. Sogar Zahnärzte benutzen Geissfüsse.
Der Geißfuß ist ein 1981 Meter hoher Grasgipfel in den Allgäuer Alpen.
Den Geissfuss, den ich meine, ist ein Brecheisen. Die mörderischen Stahlstangen sind etwa neunzig Zentimeter lang. In Thailand werden sie häufig im Garten zum Graben missbraucht.

Während sieben Monaten wollte in Satun kein Nachbar den Briefkasten leeren. Das sei zu persönlich, fremde Post rühre man nicht an. Jeder Umschlag könnte, besonders im Süden, theoretisch Briefbomben enthalten. Die eigenen Briefkästen sind uninteressant. Sie werden selten geleert Damit wurde unsere Sendungen Naturgewalten und Regenfällen ausgesetzt. Irgend eine Mitteilung guckte freudig aus dem Schlitz in die heile Welt und leitete Regen-Wasser in den Behälter. Während Tagen trocknete ich die Briefe, bevor ich sie erfolgreich öffnete.

Ganz anders ist das Verhältnis der Thais zu Früchten und Gemüsen. Sobald das Zeug genussreif ist, wird geerntet. Dabei spielt es keine Rolle, ob im eigenen Garten oder in fremden Gelände mit berstendem Briefkasten. Während unserer Abwesenheit gab es zweimal reife Bananen. Da wurde jeweils schnell zugegriffen.
Im August holte sich der Abnehmer nicht nur reife Bananen. Er langte ebenfalls bei den jungen Stauden zu. Offenbar benutzte die Person zum Graben einen Geissfuss und beschädigte unsere Wasserleitung. Zweihundert Kubikmeter Wasser ergänzten die reichlichen Niederschläge, bevor ein mu-Tiger Angestellter der Wasserversorgung den Hahn schloss.

Gesammelte Leckerbissen über 1700 Kilometer

Am Ende einer harten Tagestrecke freuen wir uns stets auf das Abendessen. Wir fanden auf dem langen Weg nur zwei herausragende Küchen. Die eine befindet sich in Nakhon Sawan. Die Thai Küche ist wieder grossartig, seitdem der letzte Koch gefeuert wurde.
Die zweite Station, die ich sofort wieder aufsuchen würde, ist in Nakhon Pathom, das chinesische Restaurant des Mida Dhavarati Hotels.

Es gab auch weniger delikate Speisen. Eine Speisekarte reizte meinen Appetit mit Nudeln und gebratenem Schweinefleisch an einer braunen Sauce.
Die Preise für Schweinefleisch sind im Keller. Zuletzt bezahlten wir um vierzig Baht für ein Kilogramm. Gute Nudeln kosten fast das Vierfache. Ein Fläschchen Betadine, Inhalt dreissig Milliliter, kostet in Satun nun vierundvierzig Baht. In Chiang Mai waren es noch achtunddreissig Baht.
Wie reagierten die Köche beim Erzeugen des Nudelgerichts? Mir wurde eine Schüssel mittlerer Grösse hingestellt. Aus einem undefinierbaren Sud winkte mir ein Berg, ein thailändisches Matterhorn von Schweinefleisch entgegen. Nach emsigem Graben fand ich darunter versteckt einige teure Nudeln. Die braune Sosse war eine klare Suppe. Nur der Sherry zum Verfeinern fehlte.

Preisgünstig assen wir in Thung Song. Für Schweinssuppe, Huhn mit Reis, und Meeresfrüchte Salat legte Dick in der Nähe des Parks hundertvierzig Baht auf den Tisch. Die Suppe war einmalig gut.

Zurück in Satun gibt es wieder frisches Brot. Weil Dick mit ihrem verletzten Arm Mühe beim Kneten bekundete, kaufte ich im April eine Küchenmaschine von Kenwood.
Der Schaden an der Schulter wurde entgegen meinen Vorstellungen in Chiang Mai nicht behoben, obwohl die Versicherung Kostengutsprache erteilte. Aber die Dame Kenwood in Satun werkelt problemlos und ohne zu meckern.
Leider gibt es zum Brot weder gute Wurst, Schinken noch Käse. Der Grana Padano aus Italien ist nicht mehr im Angebot. Der sogenannte „italienische“ Käse wird aus Wisconsin, USA, importiert. Die Shitake Pilze sind aus Chinas Pilzzuchten! Wahre Lebenskünstler in den Tropen züchten Käse und Pilze in ihrem Schuhwerk.

Glückspilze

Thais sammeln alles, was sich zu Geld machen lässt. Ebenfalls Pilze. Sie sind meist ahnungslos, dass es auch giftige Pilze gibt. Das spielt keine Rolle, denn sie wollen das gesammelte bunte Zeug nicht verspeisen, sondern verkaufen. Ein Teil des Erlöses dient zum Erwerb einer fetten Ratte oder einer schwabbeligen Kröte. Krötenfleisch hilft gegen Warzen, auch Feigwarzen. (1,2,3) Die grösste Heilwirkung entfaltet sich beim zusätzlichen Genuss von Lao Khao. Das Geld sollte dafür reichen. Pilze werden auf den Märkten als Hohlmasse verkauft. Ein Liter entspricht ungefähr 600 Gramm. Die Preise liegen zwischen 200 und 300 Baht.

Ich sass auf der Veranda beim hausgemachten Maracuja-Sirup, verdünnt mit etwas gebranntem Wachholder gegen das Einnicken. Da kam er, der Farang, der nicht zu meinen Freunden zählt.
Es gab kein Entrinnen. Wollte er sich wieder auf meine Kosten betrinken?
„Ich hab kein Bier im Haus“, begrüsste ich den üblen Gast.
„Ich weiss, ich weiss. Aber Schmerzen in den Gelenken“, antwortete er.
„Ich hab dir etwas mitgebracht“. Er schwenkte eine zerknüllte Tüte in der Hand. Er öffnete den Sack. Ein einziger, mächtiger Pilz plumpste auf die täglich frisch verdreckte Glasplatte des Tisches.
„Dieser Pilz ist so giftig, da merkst du nicht einmal, wie du stirbst!“ sagte er.
Arbeitet er für Exit, fragte ich mich? Erfahrungen dürfte er keine haben.
„Wieviel?“
„Du willst Dir doch Deine letzte Mahlzeit etwas kosten lassen. Mitnehmen kannst Du ohnehin nichts. Tausend Baht finde ich angemessen, “ meinte er grinsend.
Ich gab dem elenden Schurken den Tausender. Er verzog sich schleunigst.

Ich wusch und schnetzelte den Pilz, gab ihn die Pfanne und kochte ihn nach Grossmutters Rezept. Sie bereitete die Pilze, die Grossvater und ich sammelten, zu schmackhaften Mahlzeiten. Mein Killer-Pilz war schwammig zäh. Für den Tausender hätten wir selbst in einer lausigen Kneipe weit besser gespiesen.
Auf die Wirkung des Giftes warte ich heute noch. Ich frage mich, ob ich den Dreckskerl mit einer Axt oder einem Schraubenschlüssel, beide undesinfiziert, erschlagen soll.

(1) http://www.geschlechtskrankheiten.de/feigwarzen/
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Condylomata_acuminata
(3) https://www.dred.com/de/feigwarzen-mann.html

Hühnerhaut und Schäfer-Hund

Als ich in Thailand Häuser baute und renovierte, liess ich auch einen Grill, wie ich ihn in Bern hatte, fertigen. Ich legte Wert auf seitliche Befeuerung. Die Kohlen glühten in Körben, damit kein Fett in die Glut tropft und ungesundes Benzoapyren entsteht. Elektro-Motoren für den Drehspiess brachte ich aus der Schweiz mit.
Schweinelenden und Halsstücke gelangen hervorragend. Hühner blieben trotz heftiger Bemühungen bloss Gummiadler. Es war kein Vergleich mit Tieren vom Bauern in der Schweiz. Preislich waren die Poulets in Thailand günstig. Aber der Hochgenuss beim Verzehr fehlte mir. Einheimische reklamierten nie.

Wir fanden später eine Geflügelfarm auf dem Lande. Die Tiere haben Auslauf und fressen nicht bloss Trockenfutter aus Fischmehl. Geschlachtet wird nach sechs Monaten oder später. Die Hühner sind wesentlich teurer, als Angebote in Grossmärkten. Die Eier kosten drei Mal mehr, als industrielle Produkte mit Fischgeschmack und Antibiotika.

Weil die Familie die Schäfer-Hündin vorwiegend mit Hühnern und Hühnerknochen fütterte, stellte ich Ermittlungen über die Billig-Fleischproduktion an.
Die beinahe fleischlosen Dschungelkreuzungen aus dem Dorf, die sich dauernd mit Motorfahrzeugen duellierten und unter die Räder gerieten, schmeckten besser als die günstigen Angebote von Carrefour und Tesco. Manchmal waren die Kadaver so flach, man hätte sie als Briefmarken verwenden können.

Hühnerproduktionsanlagen erzeugen 25‘000 bis 30‘000 Tiere pro Halle. Vom Ei bis zum schlachtreifen Huhn dauert es, je nach Produzent, 30 bis maximal 45 Tage. Die Vögel wachsen so schnell, dass sich kein tragfähiges Knochenskelett entwickeln kann. Das Federkleid ist entsprechend mangelhaft. 25‘000 Hühner vegetieren auf 2‘700 Quadratmetern! Diese Kreaturen leben nicht unbedingt glücklich.
Der Netto Profit für den Erzeuger beträgt angeblich ein Baht pro Tier. Die Europäer können sich glücklich schätzen ohne Fernflüge, preisgünstiges Thai Fleisch nicht nur im Bett, sondern ebenso aus der Pfanne zu geniessen, denn 41 Prozent der Produktion wird exportiert.

Ein Sohn von Dick fütterte MiMi mit gegrilltem Geflügel. Anfänglich gab es bei uns für das Hündchen Huhn mit Nudeln, weil das Fleisch gratis ins Haus gebracht wurde. Ich ertrug dessen Gestank nicht. Seit die Hündin Schweinefleisch mit Knochen verspeist, beisst sie nicht mehr in das Grillgut. Anfänglich hatte sie Mühe, von den weichen Hühnerknochen auf die gröberen Knochen zu wechseln. Nun verzichtet sie meist freiwillig auf das Trockenfutter. Trotzdem hat sie Fleisch am Knochen. Mit acht Monaten wiegt sie 30 Kilogramm – sofern die Waage der Tierärztin zuverlässig ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Benzo(a)pyren
https://www.theguardian.com/global-development/2016/aug/01/thai-chicken-farm-workers-slept-on-the-floor-next-to-28000-birds

Die verzwickt verzweifelte Flucht vor einer unerkannten unbekannten Krankheit

Mehrheitlich hatte ich aussergewöhnlich gute Ärzte. Ihnen verdanke ich als Paraplegiker Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Die Herren Professoren G.Riva und sein Nachfolger H. Keller vom Tiefenauspital Bern nahmen sich immer Zeit für meine Anliegen.
Nach erfolgter Physiotherapie besuchte ich Herrn Keller öfters in seinen Arbeitsräumen. Einmal hatte er ein Treffen mit anderen Medizinern. Trotzdem durfte ich mein Anliegen vorbringen:
„Zeitweise habe ich Gefühlsstörungen in meiner linken Hand.“
Einer der Mediziner klaubte in seinem Geldbeutel und sagte zu mir:
„Halten Sie ihre Hand auf den Rücken.“ Dann legte er eine Münze darauf und fragte:
„Was ist es?“
„Ein Zwanziger!“
Grinsend zeigte er das „Zwänzgi“. Die Anwesenden, ganz in weiss, schmunzelten. Meine Sitzung war beendet.

Einige Monate darauf besuchte ich Doktor Keller und meldete mich erneut wegen dieser Hand. Diesmal überwies er mich an die Neurologen des Inselspitals. Es gab einige Untersuchungen. Darunter eine sehr schmerzhafte Serie mit elektrischen Stimulationsimpulsen in die Hand. Wegen der in Kinderschuhen steckenden neuen Digital-Technologie waren nur Serien mit 32, 64 oder 128 Impulsen möglich. Die Signale wurden am Kopf und am Rücken erfasst. Die Spezialisten entdeckten mit verschiedenen Methoden keine verräterischen Symptome.

Während Jahren konnte ich danach trotzdem beinahe ungestört hochsensible Arbeiten verrichten. Ich spielte mit unberührbaren Ionenquellen. Demontieren, Reinigen, Zusammensetzen und im Gerät erneut anschliessen benötigten fünf Tage höchster Aufmerksamkeit. Die Quelle arbeitete im Ultra-Hochvakuum. Die Maschine musste entsprechend dicht sein.
In den USA benötigte ein Texaner im Labor eines Nachts unbedingt frischen Prärieduft, (green green grass of home 1). Ungeachtet des offenen Quellenraums, riss er ein Fenster auf. Wir schlossen das Gerät und starteten die Vakuumpumpen.
Bei 10E-4 Torr (Zehn hoch minus vier Torr), stand die Anzeige still. Mein Freund sagte: „Da ist sicher ein Insekt im Quellenraum.“ Nach dem er die gefriergetrocknete Präriefliege entfernte hatte, wanderte der Zeiger gegen 10E-8 Torr. Anstatt Uran-Isotope zu messen, ermittelten wir den Dampfdruck einer Fliege.
Das Laden von Substanzen wie Strontium oder Uran im Nanogramm-Bereich ohne Schlottern und Zittern führte ich problemlos aus. Heutzutage gehört das Verspeisen von Kuller-Erbsen zu den unmöglichen Tätigkeiten.

Gegen Ende des Jahrtausends wurden die Wintermonate in Europa problematisch. Vor allem die Schmerzen in den Handgelenken wurden unerträglich. Meine Tätigkeiten wurden eingeschränkt. Reparaturen, inklusive Lötarbeiten, erledigte ich meist rasch. Bundesordner, gefüllt mit Zeichnungen und Informationen, konnte ich den Gestellen nicht mehr entnehmen.

Anstatt mehr oder weniger nutzlos herumzusitzen, versuchte ich mein Glück mit einer Reise nach Chiang Mai. Das milde Wetter wirkte innerhalb weniger Tage. Da ich nur noch zu fünfzig Prozent arbeitete, dachte ich daran, in Zukunft einige kalte Wintermonate in Thailand zu verbringen und in der warmen Periode mein Pensum in der Schweiz entsprechend zu erhöhen.

Soweit kam es nicht mehr. Ich wurde in Bern im Rollstuhl von einem Auto angefahren. Ende der Berufstätigkeit. Ende der Selbständigkeit, erstmaliges Übernachten in der Badewanne und ähnliche Spässe waren vorprogrammiert.
Ich überlebte in Thailand. Viel Physiotherapie im Spital, Massagen zu Hause, Köchinnen, Raumpflegerinnen, Schamlippenvirtuosinnen beziehungsweise Seniorenentsafterinnen, halfen mir, das Beste aus der verzwickten Situation zu holen. Fast Alles war erträglich.
2005 lernte ich Dick kennen. Sie zog für bloss einen Tag zu mir. Wir kannten keine Langweile.
Nach unserer abenteuerlichen Rund-Reise in Borneo, schlug die Kälte in Chiang Mai im Januar 2014 unbarmherzig zu. Anstatt mich in den nächsten Flieger nach Singapur zu setzen, legte ich mich ins warme Bett und litt wie selten zuvor. Meine Armmuskulatur schmolz dahin, wie Butter an der Sonne.
Da waren sie wieder, die Gefühlsstörungen in der linken Hand. Diesmal sehr ausgeprägt. Die Temperaturempfindlichkeit war gestört, die Hand schien in einer Art Schlafzustand mit ausgeprägtem Zittern, vor allem bei oder nach Anstrengungen.
Die rechte Hand zittert wacker mit. Die Kraft in den Armen pfiff weg, wie die Luft in einem defekten Reifen. Dafür spreizt sich der Gesellschaftsfinger, wie bei englischen Tee-Tanten üblich, weit ab. (2) Zum Ausgleich wandert der kleine Finger der linken Hand langsam unter den Ringfinger.

Nun suche ich nur eines, etwas mehr Kraft im rechten Arm. Sobald ich die Transfers vom WC in den Rollstuhl schaffe, könnten wir wieder reisen. Überschwemmungen und Kraftmangel behindern unseren Wegzug nach Satun. Es wird kalt in Chiang Mai. Am 31. Oktober war es am frühen Morgen draussen nur 16 °C. Meine Gelenke reagierten. Kennen sie ein Mittel wie: Dr. Armstrong macht ihren Arm strong? Mein Schwiegervater, Zahnarzt in Singapur, hiess Armstrong. Der erste Mensch auf dem Mond war ein Armstrong. Der grosse Trompeter aus New Orleans hiess Louis Armstrong.

Low Armweak, Chiang Mai

(1) https://www.youtube.com/watch?v=nYjBpgz2lus
(2) http://blogs.faz.net/stuetzen/2009/08/06/der-gesellschaftsfinger-lob-eines-aussterbenden-distinktionsmerkmals-590/

Wunder-Plunder-Welt

In diesen Wochen ist ganz Thailand exotisches Wunderland. Schauen sie sich die filigranen Werke, Phra Meru Mas, zur Kremation seiner Majestät, auf Sanam Luang an.

Ein Wunder war, als der ganze Vorstand der Staatsbahnen gefeuert wurde. Als oberster Eisenbahner dient nun ein Admiral. Diese Wahl war weitblickend. Bedenken sie, Zentralthailand ist wieder einmal am Absaufen. Die Eisenbahnen leiden mit. Aber qualifizierte Seeleute sorgen für den nötigen Auftrieb. Nur die Meteorologen, wie üblich mit Blindheit geschlagen, sahen das drohende Unheil nicht voraus.

Umesh Pandey von der Bangkok Post erzählte erstaunten Lesern weitere erstaunliche Geschichten von Generälen und schwindendem Volkvermögen.
Herr Innenminister Anupong Paojinda, einer von General Prayuts nahen vertrauten Verbündeten, erzeugte erneut Schlagzeilen durch leichtsinnige Entscheidungen. Es ging um handliche Geschwindigkeitsmessgeräte. Man bestellte diskussionslos 849 Geräte für 573 Millionen Baht.
Es wurde gemunkelt, der Stück-Preis für grössere Mengen liege je nach Ausstattung zwischen tausend bis viertausend Dollar.
Mein etwas älterer, unter Umständen dementer PC, errechnete einen Stückpreis von 19‘151 Dollar. (Tageskurs 24.10.2017).

Es ist nicht das erste Mal, dass über den General geredet wird. Vor ungefähr zehn Jahren kaufte der hohe Offizier einen Ballon, Blimp, für 340 Millionen Baht, um die Aufständischen im Süden besser zu überwachen. (1) Während zehn Jahren arbeitete das Luftschiff nie. Zu Beginn leckte das teure Helium-Gas aus der beschädigten Hülle. Einmal gab es einen milden Absturz. Vor einem Monat wurde der Blimp ersatzlos ausser Dienst gestellt.

Als Armeechef war General Anupong in den 300 Millionen Skandal mit dem GT200 verwickelt.
Werbebroschüren versprachen, GT200 sei in der Lage wie Munition, Sprengstoff, Drogen, Gold, Elfenbein, Geld, Tabak und Leichen in Entfernungen bis zu siebenhundert Metern aufzuspüren. (2) Nur Betrüger und Gauner konnte der GT200 nicht entlarven.
Der Bombendetektor bestand aus einem Kunststoffgriff, an dem eine ausziehbare, bewegliche Antenne befestigt war. Batterien benötigte das teure Gerät, zu bloss 22‘000 £, keine. Die statische Elektrizität der Benutzer genüge vollkommen. Der ungetarnte Schwindel enthielt keine Elektronik.
Gary Bolton, der Chef der Firma, wurde in England am 20. August 2013 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Ein lohnendes Geschäft: Bolton ergaunerte 45 Millionen £.

Letzte Zahlen aus dem Jahre 2016 zeigen, die Thai Regierung verschwendete zwischen 2006 und 2010 1‘400‘000‘000 Baht für den Ankauf von 1‘358 Einheiten GT200.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Prallluftschiff
(2) https://en.wikipedia.org/wiki/GT200

Thai PBS TV erstellte Feeds für die geplanten Liveübertragungen der Kremation seiner Majestät König Rama 9.
(v) https://www.youtube.com/user/ThaiPBS/videos?view=2&shelf_id=32&live_view=502&sort=dd

ANCIEN CULTE MAORIE

Wenn ich mich in nicht allzu ferner Zukunft von dieser Welt verabschiede, die Löffel abgebe – oder wie Berner sagen, den Schirm zu tue, gibt es einige Gegenstände, die in Chiang Mai und Thailand kaum Beachtung finden. Ich möchte verhindern, dass diese Güter im Kehricht landen, kremiert werden. Deshalb wende mich gerne an meine Leser.
Wozu dient die letzte Ölung? Sie verhindert das Quietschen des Schirms beim Schliessen!

Abzugeben:
ANCIEN CULTE MAORIE, Paul Gauguin, Paris VIII 1951, Pierre Berès, La Palme
Das Büchlein ist in gutem Zustand.

PICASSO, Frank Elgar, Robert Maillard, 1956, Droemer
In Bern zeigte vor vielen Jahren niemand Interesse an den zwei Büchern oder an der Bibliothek.

Reisszeug KERN, Aarau, Neuwertiger Zustand. (Vor kurzer Zeit zeichneten Spezialisten Geräte und Maschinen mit Bleistift am Reissbrett.)
Möglicherweise haben Sie andere Wünsche.

Liebe Leser,
bedaure, vergessen Sie meinen Beitrag.
Im Internet werden beide Bücher günstig angeboten. In der guten alten Zeit, vor PC und Smartphone, war mindestens Gauguin teure Mangelware. 23.10.2017 12 00