Kleptomanewitsch auf Urlaub

Es gibt Gemeinsamkeiten. Ich verreise gerne. Kleptomanewitsch auch. In der Wahl der Unterkünfte ist er bescheidener. Wie bei luxuriösen Häusern üblich, warten am Eingang uniformierte Angestellte auf Gäste. Er kennt die Betriebsleiter und die Beschäftigten. Das Haus ist gut geschützt vor Dieben, Einbrechern und anderem Gesindel. Die Türen sind aus Blech. Das vermindert die Brandgefahr radikal. Die Fenster sind vergittert. Reklamen in einschlägigen Reiseführern suchen qualifizierte Backpacker vergeblich. Er verreiste ohne Gepäck und lange Vorankündigung. Die bevorzugte Destination des Herrn Nachbarn ist regelmässig das Gefängnis in Hang Dong.

Die Auslegung der Entfaltung und Tätigkeiten der Einheimischen und des Rechts im Besonderen in Hinterindien sind breit gefächert.
Da erschlägt und frisst einer weltweit geschützte Tiere. Nichts geschieht. Warum? Weder Beschützer noch Frevler kannten die Opfer. Im Nachhinein bewirken Organisationen wie der WWF gar nichts. Im Dorf ist der WWF als Tierschutzorganisation bestimmt unbekannt. Da wird gedankenlos alles umgebracht, was läuft, kriecht oder fliegt.

Der Angriff mit einem Messer auf eine Nachbarin unter Zeugen galt als reine Unterhaltungsnummer und wurde nicht geahndet. Die D A CH Kuscheljustiz hätte die Demonstration der Selbstverteidigung nach verbalem Angriff unterstützt, sofern das ‘Gebrauchs-Werkzeug mit Klinge‘ vorher desinfiziert worden wäre.
Ganz anders beurteilt wurde die Situation beim Dorf-Obmann. Das herzliche Schulterklopfen unter Gleichgesinnten löste annähernd eine Woche freie Unterkunft in Hang Dong aus.Reiscut

Low und alte Weiber klatschen gerne. Kleptomanewitsch‘s Mutter traf die Grossmutter von Khun Dei. Aus diesem ABF Gipfeltreffen, Alte Busen-Freundinnen, stammen wie von anderen Gipfeltreffen, eine Menge unglaubwürdiger Informationen:
„Mein ärmster Sohn ist innerhalb eines Jahres zum vierten Mal im Gefängnis! (Schluchzg) Er kostete mich eine Stange guten Geldes! (Krächzg!)
Erst bereinigte er die Strassen von diesen dämlichen, verkehrsbehindernden Kehrichtkübeln. (August 2012) Das kostete mich fünfzehntausend Baht
. (Damals waren es noch hunderttausend.)
Dem Ärmsten wird im Dorf weder Lao Khao, noch Bier ausgeschenkt. Es wird getuschelt, wegen offener Rechnungen und Schlägereien. Wir sind eine ehrbare Familie, haben nirgendwo keine Schulden und meiden Tätlichkeiten!
Deshalb fuhr der Durstige nach schweisstreibender Arbeit mit dem Kleinlaster in die Gegend von Wat Sala. (1) Dort ist er angesehener Kunde. Mein Sohn genehmigte sich ein Bierchen, vielleicht zwei. Freunde gönnten ihm in geselliger Runde einige Tropfen Lao Khao. Dann reiste er glückselig mit einem Motorrad nach Hause. Die besoffenen Dreckskerle beschuldigten ihn des Diebstahls.
(Die Nummer mit dem Moped war nicht neu. Monate zuvor besuchte er eine Kneipe zu Fuss.)
Danach verbrachte er eine Woche in Hang Dong. Die Kaution betrug vierzigtausend Baht. (Seufzg)
Als die Fahrer vor wenigen Wochen Bauschutt anlieferten, entdeckte der gewitzte Sohn auf dem Gelände ein gebrauchsfähiges Dach. Er wollte es mieten und holte es in der Dämmerung ab, bevor irgendwelche herum lungernde Halunken das gute Blech stahlen.
Wir bezahlten den Unternehmer nach einer Nacht Gefängnis. Ein reines Missverständnis. (Keuch)
Und nun dieser missratene Besuch beim Dorf-Obmann. Dabei wollte mein Sohn bloss die Angelegenheit mit dem Foto des Messers klären. In zwei Tagen wissen wir, wie hoch die Kaution ausfällt.“
(Auch das war eine Lüge. Bereits am Tag darauf versteckte sich der Kerl auf seinem Gelände.)

Der Chronist hofft, dass nach dem Zwangsurlaub des Nachbarn für drei Wochen relative Ruhe herrscht. Als Farang lernte ich: zuschauen, Schnauze halten und singen:
Dona nobis pacem!
(http://www.youtube.com/watch?v=ROYbZuHoGIY)
(http://www.youtube.com/watch?v=OSdGW_HBrLE)

(1) http://wp.me/p2ljyL-10Y