Merkwürdige Leuchtkäfer

Unsere Nächte werden je nach Jahreszeit durch bunt leuchtende Käfer bereichert.
Vor fünfzehn Jahren waren es Myriaden. Mit zunehmender Überbauung, dem Betonieren sämtlicher Grünflächen und dem rücksichtslosen Einsatz von Chemie, verschwanden die spektakulären abendlichen Darbietungen fast gänzlich.
Die Käfer selbst sind wenig sensationelle Tiere, wie der kleine Leuchtkäfer, Lamprohiza splendidula, oder die Kurzflügel-Leuchtkäfer, Phosphaenus hemipterus. Ich konnte sie an unseren Mückengittern näher beobachten.
Die Technik der Erzeugung von Licht durch Lebewesen wird Biolumineszenz genannt. Die Biolumineszenz ist menschlichen Technologien weit überlegen. Sie erreicht Wirkungsgrade von über fünfundneunzig Prozent.
Die Lichtsignale sind unterschiedlich. Bei einigen Arten besitzen nur die Weibchen Leuchtorgane. Manche Käfer blinken. Andere senden Dauerlicht aus. Die Signale sind je nach Art verschieden. Sie unterscheiden sich in Farbe, Länge und Rhythmus. Bei Pteroptyx gelasina und Pteroptyx similis – synchronisieren die Käfer in der Umgebung ihre Blinksignale. Ganze Busch- oder Baumreihen blinken dann im gleichen Takt.
In Nordamerika ahmen Weibchen aus der Gattung Photuris die Blinksignale von Photinus-Weibchen nach. Damit locken sie Photinus-Männchen an, um sie zu verspeisen. Dieses Verhalten erinnert mich irgendwie an die Soi Cowboy in Bangkok. Dort liegt die Fleischeslust nicht nur in Form von Steaks auf Tellern.
Ebenfalls in Amerika leben die Federleuchtkäfer. Die Weibchen sind flügellos. Ihre Leuchtorgane sind in seitliche Reihen am Hinterleib angeordnet. Sie senden gelbes oder grünes Licht aus. Am Kopf befindet sich zusätzlich ein rotes Licht.

Letzte Woche beobachtete ich aktive Käfer ums Haus herum. Wir lagen im Bett, als ein blinkender Gegenstand in der Nähe des Fensters durch die Luft schnurrte. Von links nach rechts und wieder zurück. War das Objekt drinnen oder draussen im Garten? Das fast weisse Licht blinkte so intensiv hell, das konnte kein Käfer sein. Es musste eine Drohne eines Geheimdienstes oder Spanners sein, die uns im Schlafzimmer ausspionierte.
Hier gedeihen weder Weintrauben noch Feigenbäume mit entsprechendem Laubwerk. Deshalb wollte ich Dick in den Garten senden, um ein frisches Bananenblatt zu pflücken. Den Drecks-Spionen wollte ich keine Blössen zeigen. Glücklicherweise ging der feindlichen Drohne dann das Licht aus – oder sie schaltete auf Infrarot. Das letzte Licht ging mir erst beim Verfassen des Berichts auf.

Die Kommentare enthalten mehr Sprengkraft als der Bericht!

https://de.wikipedia.org/wiki/Infrarotstrahlung

3 Gedanken zu „Merkwürdige Leuchtkäfer

  1. Lieber Low,
    wenn man aufgrund des letzten Satzes mal MAVs
    (Micro Aerial Vehicles) googelt, werden uns noch
    viele Lichter aufgehen.

    Ob Bananenblätter in Übergrösse demnächst noch
    ausreichen? Wie wunderbar und romantisch sind die
    Glühwürmchen im Vergleich zu Wesen dieser Art..

      • Danke für die Kommentare und Links.
        Es gibt voluminöse Insekten in Thailand. Flugmaschinen in dieser Grösse existieren sicherlich. Auf die Abmessungen von Stechmücken lassen sich die Apparate kaum verkleinern. Aber stechen oder kratzen könnten grössere Geräte ebenfalls.
        Sofern im Kratzfüsschen einige Viren von Dengue, Ebola, oder HIV enthalten wären, können wir uns die Gefahren ausmalen.
        Seit Jahren wird gemunkelt, es gäbe Forschungsstellen, welche nichts anderes als tödliche Viren erzeugen. In Verbindung mit Mikro-Drohnen zur Verbreitung dieser Seuchen, fehlen dann nur noch geistesgestörte Generäle und Politiker, um die Menschheit auszulöschen.
        Im Vergleich dazu waren einst die Höhlenbewohner, ohne Internet, mit ihren schweren Keulen als Totschläger, harmlose, freundliche und gesellige Wesen.

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