Fäkalismen

von Low, Experte für Fäkologie, Obstipation und Laxativa ( Scheiss-Wissenschaften, Verstopfungen und Abfuhrmittel); Mitglied der Vereinigungen Plumpsklo e.V. und Donnerbalken i.R., praktischer Schittologe SDO ( Sans Diplome Officielle ).

Fäkalismen: von Low, Experte für Fäkologie, Obstipation und Laxativa ( Scheiss-Wissenschaften), Verstopfungen und Abführmittel); Mitglied der Vereinigungen Plumpsklo e.V. und Donnerbalken i.R., praktischer Schittologe SDO ( Sans Diplome Officielle ).

Aphorismen sind prägnante, geistreiche Sinnsprüche, welche Erkenntnisse oder Lebensweisheiten vermitteln, wie: „Auch im Orchester des Lebens dringt das Blech am meisten durch“.

Fäkalismen sind das eklige Gegenteil. Realistisch erklärt bedeutet dies, ich interpretiere den obigen Spruch: „Eine Posaune genügt für ein ganzes Orchester. Man darf die Streicher durch Arschgeigen ersetzen“.

Eigentlich lebe ich in den Tropen, im Norden von Thailand, in der Nähe von Chiang Mai. Dank der Klima-Erwärmung wird es Gegenwärt des Nachts 12 °C kalt. Das ist krass, weil es im April knapp bis 44 °C warm wird. Daher empfahl ich meinen Pflegerinnen, zwecks Erledigung ihrer Notdurft – zur Zeit, Teelichter in die WC-Schüssel zu stellen, um delikate Körperstellen warm zu halten.

Gegenwärtig liege ich tief im Dung, im Morast, weil ich meine Verdauungs-Rückstände nicht ausscheiden kann. Die Regierung, Spezialisten im Gerne-raus,  im Generals-Rang, verwalten strategisch Medikamente und deren Verteilung (gewinnbringend). 

Bereits in Satun,  war es vor 5 Jahren schwierig, Stuhlzäpfchen zu erwerben. Wir mussten die Darm-Bomben in Chiang Mai bestellen. Selbst diese Apotheken durften nur 2 Schachteln lagern! Aus diesem Grund wurden die Raritäten als Einzelstücke verkauft. Beim Erwerb der Schachteln musste der Inhalt abgezählt werden, oder man wurde rein hinterlistig betrogen.

Zur Zeit führen Apotheken im Raum Hangdong die entsprechenden Medikamente nicht und können sie auch nicht bestellen. Dick telefonierte und fand eine Apotheke in der Stadt. Sie verschwendete einen Nachmittag umsonst. Diese Apotheke hatte nur Pillen, keine Zäpfchen am Lager.  Leider wurde ich davon nicht in Kenntnis gesetzt.  Vier Tage danach wurde ich, Scheiss-Schwanger, Informiert – als ich meinen Darm entleeren wollte oder musste.

Das bedeutete Einlauf, auf gut Englisch: Enema. Für mich –  Pampers. Ende der 50er Jahre bereiteten Krankenschwestern in Bern, das sind heute diplomierte Pflegerinnen, einen Cocktail aus Wasser,  Seife, Kaffeesatz und anderen Köstlichkeiten. Die Oberschwester Greti hielt einen Kübel mit der Substantz, mindestens einen Liter, in zwei Metern Höhe über dem Patienten auf – ab ging die Fahrt. Das historische Darmrohr war Allgemeingut. Leider werde ich im Entwicklungsland noch einige Generale dank 30 oder 130 ml Enema überleben.

Willst du lange große Mengen scheißen, solltest du in delikate Schweinehintern beissen.

Auf eine positive Zukunft!

Anfangs Dezember trafen sich in Chiang Mai in einer amerikanischen pseudo Kaffeebar zufällig zwei ehemalige Schulkollegen. Beide sahen aus wie erfolgreiche Geschäftsleute, Gigolos oder Dressman. Sie tauschten ihre Erfahrungen aus. Beiden ging es erst blendend. Der Eine litt unter einer Pechsträhne.

Vor einigen Monaten fuhr sein minderjähriger Sohn den neuen Maserati zu Schrott. Die gestiefelten Ordnungshüter verlangten für den Persilschein entsprechend Tea-Money.

Seine reizende Thai-Gattin verabschiedete sich, ungefragt nach gefühlten zwanzig Jahren Ehe, mit dem Buchhalter seiner Firma.

Danach brachen unfreundliche Männchen in sein Haus ein, stahlen alles Wertvolle und zündeten als Opfergabe an die Schutzheiligen der Gauner und Verbrecher die Villa an.

Der einst vertrauenswürdige Buchhalter riss bei der Verabschiedung ein riesiges Loch in die Kasse. Die blühende Firma machte darauf Konkurs.

Der Herr Kollege fragte: „Hast du denn nichts Positives zu berichten?“ Der vom Unglück Verfolgte antwortete: „Doch, – gestern, der Corona Test!“


Mit den besten Wünschen zum Jahreswechsel, 

Low.

Anmerkung: Im Dezember traten einige Dutzend Thailänder/innen von Tachileck, Burma, schwarz über die grüne Grenze. Sie brachten Corona ins Land und verteilten die Seuche über Chiang Mai, teils mit dem Flugzeug bis nach Bangkok.

Hunde sind ergebene Freunde. Eingeborene dagegen flattern wie Schmetterlinge.

Die weltweite Seuche grassiert weiter. Einschließen und meiden von Kontakten werden weiterhin empfohlen. Aber viele Menschen sind unzufrieden und wollen sich in Gruppen ballen. Deshalb werden Städte oft Ballungszentren genannt, wo in sportlichen Gruppen Balance-Sex betrieben wird. Einige meinen, Einsamkeit schade der Gesundheit. Man benötige lebenswichtige Kontakte wie  Vitamine. 

In Europa vernahm ich immer wieder, wie treu Hunde seien. Anders als in Hinterindien in den Reisdörfern, wo die unerzogenen, pelzigen Kläffer in Strassen-Mitte duftige  Kegel setzen und dir höchstens für Häppchen nachlaufen. Die oft schlitzohrige Damenwelt ist für Treue und Sesshaftigkeit weniger bekannt. Sie gleichen flatterhaften Schmetterlingen, welche in Eile von Blüte zu Blüten wechseln. Hier schweigt des Sängers Höflichkeit. . .

Dazu eine wahre, unglaubliche Geschichte eines guten Menschen aus unserem Dorf.  Echte Schriftsteller könnten ein mehrbändiges Epos darüber schreiben, ähnlich dem stillen Don.  Der stille Don, russisch Тихий Дон, ist das Hauptwerk des Schriftstellers Michail Alexandrowitsch Scholochow, * 24. Mai 1905 auf dem Gehöft Kruschilin, Station Wjoschenskaja, heute Oblast Rostow; † 21. Februar 1984 in Wjoschenskaja. Scholochow begann das gewaltige, vierbändige Werk 1928 und schloss es erst 1940 ab.

Mitten in den Reisfeldern, etwas abgelegen, in der Nähe eines munter plätschernden Baches, steht ein neueres, schmuckes Haus. Dort arbeitet ein fleissigiger Mann und lebt mit Sohn und Tochter zusammen. Nur selten ist die Mutter anzutreffen. Auf den ersten Blick eine intakte, alltägliche Familie. Nach seiner Ausbildung arbeitete der junge Mann als Postbeamter. Er hauste bescheiden mit seinen Eltern in einem Nachbardorf. Er teilte seinen Lohn mit der ganzen Familie. Die Leute vegetierten eher schlecht als recht. Doch seine drei Geschwister erhielten fundierte Ausbildungen.  Zwei davon arbeiteten als Staatsbeamte im Beamtenstaat. Ein Bruder studierte Medizin und praktizierte in Bangkok.

Auf der Post begegnete er vor fast dreissig Jahren einer bezaubernden Angestellten, die ihm flugs den Kopf verdrehte. Die Liebe seines Lebens. Er heiratete die schönste Frau, die er sich vorstellen konnte. Er war der glücklichste Postbeamte der ganzen Welt. Man wagt sich kaum vorzustellen, wie lustvoll er infolge dessen die Briefmarken befeuchtete! Hier im Dorf kauften sich die jungen Eheleute ein Häuschen und bissen sich mit ihren kargen Löhnen daran fast die Zähne aus. Sie quittierte den mager bezahlten Postdienst und bildete sich zur Friseuse weiter.

Er dagegen liess sich vom Chef skrupellos ausbeuten, verfasste bemerkenswerte Vorträge für dienstliche Kolloquien in ausgesuchten Nobelherbergen der Postoberen und verzichtete dabei regelmässig auf fünfzig Prozent seiner Gratifikationen zu Gunsten eines gnädigen Vorgesetzten, denn der hätte sich weit gewinnbringender bedienen können.

Seine Frau machte als Friseuse das grosse Geld. Aber sie war stets zu müde um sich um ihre Kinder und den Haushalt zu kümmern. Als gefragter Gast zahlreicher glanzvoller Parties gewann sie unzählige Trophäen, wie den vergoldeten Kochlöffel in einem Packet Instant Nudeln, ein Set gezinkter Spielkarten, das leere Schnapsglas mit speziellem Gruss an die Leber, die gläserne Som Tam Schüssel mit programmiertem Sprung, das silberne Karaoke Mikrophon mit falschen Diamanten, eine Ehrenurkunde mit Prädikat und Schleife als regionale Klatschtante von nationaler Bedeutung und als Zugabe die leidigen Fettpolster in der Hüftgegend. Diese bedeutungsvolle nächtliche Sozialarbeit forderte die dauernde Abwesenheit von der Familie.

Deshalb erledigte der Postbeamte vor und nach seinem Job während Jahren die Pflichten des Haushalts und sorgte für die Kinder und deren Ausbildung. Als seine betagten Eltern starben, fand er heraus, dass die einen riesigen Grundbesitz besassen, den niemand je erwähnte. Auf einem kleinen Teil dieses Grundstücks erstellte er danach sein neues Haus. Mehrere Rai seines Landes möchte der mittlerweile selbständig Erwerbende verkaufen und den Erlös daraus mit seinen Geschwistern teilen.

Mit den umfassenden häuslichen Pflichten, wie kochen, waschen, bügeln, reinemachen, Kindererziehung nebst beruflicher Tätigkeit im neuen Schönheitssalon, fühlte er sich schlicht ausgenutzt. Er war die eigentliche Frau im Hause, während die seine nur durch Abwesenheit mit Fremdenverkehr glänzte. Er litt unter dem Arbeitsdruck und einer spürbar wachsenden Vereinsamung.  Kläffenden Köter fehlten offenbar. Männerbeziehungen brachten ihm Abwechslung, Freundschaften und in wenigen Fällen eine lange nicht mehr verspürte Liebe.

Trotz allem liess er sich auf Wunsch der Kinder nicht scheiden. Die Mutter besucht die Familie einige Tage im Jahr.  Dann spielen sie zu viert die Seifen-Oper: „Intakte Familie.“ Die Mutter führte ihre  minderjährige Tochter in ihre hohe Gesellschaft des Karaoke singenden Proletarier-Adels ein. Wenige Monate darauf trat das Mädchen der nicht existierenden Vereinigung: „Schwangere Bräute ohne Väter“ bei.

Der alte Herr liess für das törichte Töchterchen einen Coffee-shop, Tea-Room oder wie sie es immer nennen möchten, errichten. Sie zeigte kein Interesse für das hübsche Werk. Die junge Frau, ihr Kind und ihr Bruder warten noch heute auf ihr Erbe. Dieser  Mann schenkte mir in seinem Garten den eindrücklichsten Gottesdienst meines Lebens. Er organisierte die Veranstaltung zu Ehren seiner verstorbenen Eltern. Als es mir vor 10 Jahren sehr schlecht ging, ich lag im Chiang Mai RAM Hospital, versprach er, als Künstler würde er bei meinem Ableben für die Blumengedecke besorgt sein. Deine Blumen sind eine Ehre für mich, aber ich möchte nun nicht mehr zu lange warten. Danke!

Der Meister beim Verschönern junger Damen

Ich begann mit diesen Aufzeichnungen im Januar 2010.  Die damaligen Kommentare waren alle auf Abwegen.  Bedaure, Scholochow produzierte in kürzerer Zeit mehr Literatur! Das Rinnsal im Reisfeld ist jedoch nicht mit dem Don zu vergleichen.

Quantenmechanik und Bodhisattva

Die Bodhisattva Geschichte war nicht einfach zum Schreiben. Bei schwer verständlichen Texten bat ich selten einen Freund um Sichtung des Materials. Seine berechtigte Frage darauf war: „Findest Du in diesem Denken wirklich endgültige Wahrheit?“ Meine Antwort: „Die bescheidene Erklärung ist bloss die Einführung für weitere Geschichten. Es schadet kaum, wenn ich im Hopfenacker pflüge und etwas Hintergrund vermittle. Ob die Kwan Yin ein oder eine Bodhisattva ist, oder gar eine Göttin, interessiert mich wenig. Solche Gedanken überlasse ich anderen. Ich bin nicht Missionar. Die Wahrheit liegt in der Schönheit.“  Überragende Werke finden wir auch in der Christlichen Kunst. Ob sie dem wirklichen Geschehen entsprechen, wissen wir nicht.

In der Schule durfte mein Jahrgang noch die griechischen Götter, die den Olymp bewohnten und vermüllten, auswendig lernen. Beeinflussten solche Faktoren lebenslänglich meine Transpiration?

Als ich jung war, las ich Arbeiten von Werner Heisenberg. Er war einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts. Er formulierte bereits 1927 eine der fundamentalen Aussagen der Quantenmechanik als Unschärferelation. Ort und Impuls als Messgrößen eines Teilchens können gleichzeitig nicht beliebig genau bestimmt werden. Meine berufliche Tätigkeit war das Fechten gegen Ungenauigkeiten von Maschinen und Menschen.  Zum Schluss war ich ein Verlierer. Aufwand und Sorgfalt wurden nur von Wenigen verstanden.  Nur Unverzagte glaubten die Nummern, die in der Neuzeit schlussendlich ein Computer ausspuckte.

Vielleicht ist es vermessen, eine Unschärferelation auf Bodhisattvas anzuwenden. Mir gefällt die Idee. Zum Glauben gibt es von Heisenberg eine wunderschöne, beinahe unglaubliche Geschichte:

„In der Nähe unseres Ferienhauses in Tisvilde wohnt ein Mann, der hat über der Eingangstür seines Hauses ein Hufeisen angebracht, das nach einem alten Volksglauben Glück bringen soll. Als ein Bekannter Niels Bohr fragte: «Aber bist du denn so abergläubisch? Glaubst du wirklich, daß das Hufeisen dir Glück bringt?», antwortete er: «Natürlich nicht; aber man sagt doch, daß es auch dann hilft, wenn man nicht daran glaubt.» “
Werner Heisenberg: Der Teil und das Ganze.

http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Heisenberg

http://de.wikipedia.org/wiki/Niels_Bohr

Ansichtssachen und Betrachtungsweisen

Der Professor der Weltweisheit, die gab es damals noch, Christoph Meiners sass  im 18. Jahrhundert in seiner Studierstube in Göttingen, las Zeitungen, so genannte Intelligenzblätter, konsultierte Bücher und verfasste danach gescheite Bücher über die weite Welt. Der Herr berichtete über Hinterindien, ohne die Länder je besucht zu haben. 

Ich liege meist in meiner kleinen Zelle. Lesen kann ich nicht, weil meine Finger nicht mehr blättern können. Reisen erlaubt mir mein schlechter Zustand nicht. Daher betrachte ich die nähere Umgebung intensiv mit einem Auge.

Ich entdeckte, dass Dunkelheit nicht einfach schwarz ist. Dunkelheit ist graues Rauschen. Sie verstehen diese Aussage, wenn sie begreifen, dass in einem dunklen Raum ein Foto ohne Kunstlicht, je dunkler, desto verrauschter wird. Der Rauschgrad steigt mit zunehmender Dunkelheit.  Darf ich ihnen, anstelle von Pixeln, meine Skala vorstellen:

  1. (Absolute Dunkelheit:  Große Berg-Kristalle)  Dumm Karl heute* nicht vorhanden.
  2. Größte Dunkelheit: Meersalz Kristalle
  3. Weniger Dunkelheit:    Kochsalz, Zucker.
  4. Wenig Licht:                   Pfeffer gemahlen
  5. Mehr Licht:                     Mehl

Das Rauschen ist dynamisch. Die Punkte, hell- und dunkelgrau, wechseln dauernd Helligkeit und Position. Selten blitzt irgenwo ein heller Stern auf. Wird es heller, gibt es wellenförmigen Bewegungen im Rauschen. Sind es Blätter der Bäume, welche die Lichtstrahlen beeinflussen Aber auch ohne Wind treten diese Effekte auf. Ist es reine Einbildung oder Realität? Selten gibt es kurzzeitig schöne Strahlenmuster an der Decke. Sofern ich nicht direkt an die Decke starre, sondern weiter in den Raum blicke, bestimmten Ecken und Säulen mit ihren  Strukturen die Dimensionen, durch Licht und Schatten. Mit zunehmender Lichtintensität vergrößern sich die Pünktchen zu Punkten und zu Formen, welche  die halbe Deckenbreite einnehmen. Sie weben, beben und schweben, in leichten Pastellfarben, wie liebestrunkene Schmetterlinge. Ist das noch Rauschen? Könnten es nicht meine eigenen, an die Decke gespiegelten, Schwingungen sein? 

Wenn ich beim Betrachten des Rauschens das Zyklopen-Auge schließe, sehe ich oft Mandelbrot-Mengen,  Apfelmännchen, Fraktale.
Leider kann ich ihnen wegen meinen Behinderungen weder Formeln noch Links anbieten. Aber ich zeige ihnen zwei Bilder. Bereits 1970  begann ich im Personal Computer  Mandelbrotmengen zu berechnen. Das war damals nicht interessant, weil bloss 3 bit,  das heißt acht Farben, zur Verfügung standen. Jahre später waren es 8 Bit, = 1 Byte. Das waren 256 Farben. Ich ließ meinen PC stundenlang rechnen, bis er überhitzt abstürzte. Dann versuchte ich eines meiner Ölgemälde mit Fraktalen zu verzieren. Ich zeigte solche Bilder an einer Ausstellung in Meikirch, Bern. Die Objekte waren sauteuer, denn es ging zahlreicher Rauch auf. Das Verheizen von Computern war relativ kostspielig. Rein rechnerisch kostete mich ein Bild einige tausend Franken. Der Verkaufserlös der Kunstwerke blieb bei 0 CHF, US$, THB. Mit diesem Vermögen finanzierte ich fortan Alkohl-Exzesse und Drogen-Trips.


*Dumm Karl heute: So versteht das Smartphone das Wort Dunkelheit. 

Museen in Hinterindien nach 1970

Unsere Kwan Yin ist krank. Diagnose: Lochfraß, verursacht durch die Luftverschmutzung, besonders in den Wintermonaten. Dazu kommt die falsche Pflege. Ich beschrieb die Misshandlung durch die Haushälterin mit Möbelpflege-Mitteln. Als ich einige Fotos benötigte, musste erst das bräunliche Geschmier weg. Sorgfältig entfernte Dick die Rückstände der Möbelpflege. Anstatt die Figur im gereinigten Zustand zu belassen, behandelte sie die Kwan Yin ohne jegliche Nachfrage, dafür in Windeseile, mit farblosem Kokosöl. Als ich endlich im Rollstuhl saß, roch ich die Kokosnuss. Ich dachte daran, dass das Öl bald ranzig stinken würde. Das Öl glänzte und spiegelte derart, dass es nicht möglich war, eine durchschnittliche Fotografie zu klicken. Nach einigem Suchen fand ich glücklicherweise im Archiv eine Aufnahme mit echter Kamera von 2005.
Um langfristig zu überleben, braucht die Göttin einen sauberen Platz mit gereinigter Luft und ausgebildetem Personal. Gibt es vielleicht in einem Museum einen Ort für sie?
In Hinterindien besuchte ich mehrere Museen. Die Qualität der Wartung und der Sicherheit gegen Beschädigung und Diebstahl führte zu Zweifeln meinerseits. Die Helfer waren kaum ausgebildet. Sie verkauften zur Einkommensverbesserung teilweise seltene Exponate. In Thailand, Bangkok, fand man die besten gestohlenen Artefakte aus ganz Hinterindien seit 1985 in River City. Angkor Wat war Zentnerweise vertreten. Angeblich von Generalissimus Chiang Kai-Shek stammte ein wunderschöner Buddha.

Eine der trübsten Erfahrungen machte ich auf der Insel Penang, einst „Prince of Wales Island“ genannt. Sir Thomas Stamford Raffles wurde am 6. Juli auf einem Schiff 1781 vor der Küste von Jamaica geboren. Nach der Schule war er mit 14 Jahren in London Angestellter der Britischen Ostindien Kompanie. Raffles wurde 1805 als Sekretär des Gouverneurs auf die Insel Penang versetzt.  Danach war er Gouverneur von Java und Bencoolen, Benkulu. Derselbe Raffles gründete am 6. Februar 1819 den Handelsposten Singapur. 

1972 hatte ich die Gelegenheit von Songkhla nach Penang zu fliegen. Nach der Ankunft besuchte ich keine Bordelle, aber einen der letzten Opium-Den in der Chulia Strasse. Vor dem luxuriösen Laden lag ein zugedröhnter, zahlungsunfähiger chinesischer Kuli in seinen Exkrementen auf der Straße.  Im sehr gepflegten Eingang traf ich einen netten, gesprächigen  Herrn.  Er war Direktor der Einwanderungsbehörde. Er empfahl mir ein besseres Hotel anstelle dessen, wo mein bescheidenes Gepäck lagerte.  Er ließ meinen Koffer In die neue Bleibe transportieren. Er bat um meinen Pass und erlaubte mir, anstelle von drei Tagen, zwei Wochen auf der Insel zu bleiben.

Atemberaubend hübsch gestylte Hostessen in Cheongsam aus Seide gehüllt, übernahmen die Vorbereitung der Pfeife und fügten akrobatisch Chandu-Kügelchen hinzu. Nach der ersten Pfeife verließ ich den verruchten, für mich glücksbringenden Ort. Fortan logierte ich im Hotel Eastern & Oriental, wie seinerzeit Sommerset Maugham. Er schrieb Bücher wie: Der Menschen Hörigkeit, Silbermond und Kupfermünze, Auf Messers Schneide.

George-Town Penang. Pfahlbau-Siedlung 1972. Ort: gegenüber dem Festland.

Ich rollte zum Museum in George Town und sah mich um. An einer Wand entdeckte ich eine Land-Karte der Insel Penang, damals „Prince of Wales Island“, vermessen im Auftrag von Stamford Raffles.

Ich war begeistert. Dann sah ich die Ameisen, welche das kostbare Werk ohne jegliches Nachdenken über Kartographie auffrassen. Entsetzt informierte ich gleich einen der herumstehenden Angestellten. Er zuckte mit den Schultern. Seine Aufgabe war, die Besucher zu überwachen. Schädlinge zu bekämpfen, gehörte nicht zu seinen Pflichten.

Ich hoffte insgeheim, die Landkarte sei bloß eine Kopie. Das Original sei in Sicherheit im britischen Museum in London. Ich war einmal in diesem Museum. Grossartig! Die Landkarte sah ich nicht. Dagegen beeindruckte mich auf dem WC das Papier. Jedes Blatt war bedruckt mit: Eigentum der Königin. Ich wagte es kaum, meinen Hintern zu polieren. Danke Majestät!

Literatur: The lost heritage. Reality of Artifact smuggling in South East Asia. Masayuki Nagashima. Post Books, 2002

Eine Göttin der Barmherzigkeit, Bodhisattva Kwan Yin

Im Februar 2010 arbeitete ich an Aufsätzen über Kuan Yin, weil eine chinesische Bronze  Anfang des Jahrhunderts per Schiff von China nach Australien reiste. Eigentlich war sie verkauft. Aus irgend einem unbekannten Grund lehnten die Beamten die Einfuhr ab. Nach langen Irrwegen landete die total verschmutzte und armselige Figur 2005 bei uns. Wir staunten, als wir nach tagelangem sorgfältigen und vorsichtigen Putzen auf die goldverzierte Bronze stießen. Sie ist echt. Ich testete. Sie hält eine kleine Flasche in einer Hand. Ich füllte die Flasche mit Reiswein. Die Reaktion: Typisch Frau. Noch während der Rückgabe goss Sie den Wein auf Ihre Füße. Kein LGBT!   Wäre es ein Mann, hätte er in Ausnahmefällen mit der Flüssigkeit seine Unterwäsche von Spermaflecken gereinigt. Meistens aber hätten Männer ihre Lebern befeuchtet. Was hält Kwan Yin in ihrer Hand? Es ist keine Teekanne. Betrachten Sie bitte die Abbildung.

Ganz links auf dem Tisch steht in einer Sake-Schale das Gefäß der Guan Im. Es ist eine schlichte, formschöne Vase. Das Risiko, das unersetzbare Kunstwerk mit dem gewölbten Boden auf dem Tisch zu stellen, wollte ich nicht eingehen. Der mittlere Behälter ist eine Flasche aus Japan mit 1,8 Litern gutem Reiswein, Sake. Ganz rechts steht eine handgefertigte Sake-Flasche. An buddhistischen Feiertagen in Thailand, müsste wegen der Ähnlichkeit der Gegenstände, die Göttin ihr formschönes Gefäß den Kulturbanausen von Ordnungskräften ausliefern.

Bodhisattva Kwan Yin, technische Daten :

  1. Bronze
  2. Leichter Lochfraß (Eine Ursache ist die Luftverschmutzung. Schwefeldioxid in der Menge von vier Millionen Tonnen in Deutschland. Spiegel 1972. China und Thailand haben größere Probleme.)
  3. Höhe 127 cm
  4. Sockel 8-eckig, nicht unbedingt regelmäßig 
  5. mittlere Diagonale 40 cm
  6. große Diagonale     43cm
  7. Die Zahl 8 (ba), bedeutet ebenfalls reich. Sie ist die wichtigste Glückszahl in China.

Am Rücken der Figur befindet sich eine Art Punze. Ich bin nicht in der Lage, die Schriftzeichen zu entziffern. Mein chinesisches Wörterbuch hilft mir nicht, weil ich nicht blättern kann. Würde mir bitte eine Leserin oder ein Leser helfen?

Meine Notizen von 2 0 1 0:

Tin Kuan Yin, tie guan yin, auch Te Kwan Yin, Tie Guanyin und Ti Kuan Yin bezeichnet eine Varietät der Teepflanze Camellia sinensis aus der Küstenprovinz Fujian. Die gewonnenen Teeblätter und das damit gebrühte Getränk könnten ebenfalls gemeint sein. Das war eine Erklärung auf Abwegen. Dennoch empfehle ich, ein Tässchen zu den folgenden, nicht immer leicht verständlichen Erklärungen zu geniessen. Das Getränk könnte zur Erleuchtung führen, wenn es die Worte nicht vermögen.

Guanyin, Kuan-yin ist im MahayanaBuddhismus ein Bodhisattva. Sie wird im Volksglauben als Göttin verehrt. Guānyīn ist die chinesische Variante des Bodhisattva Avalokiteshvara. In Japan ist sie unter dem Namen Kannon, in Vietnam als Quan Am oder Quan The Am Bo Tat bekannt. Ein älterer Name ist Guanzizai, japanisch Kanjizai. In Thailand wird sie als Guan Im hochverehrt.

Im Mahayana-Buddhismus werden Bodhisattvas als nach höchster Erkenntnis strebende Wesen angesehen. Sie suchen auf dem Wege der Tugendvollkommenheit, Sanskrit: paramita, die Buddhaschaft. Der Kern der Bodhisattva-Philosophie ist der Gedanke, nicht selbstsüchtig für sich allein Erleuchtung zu erlangen und damit in das Nirwana einzugehen, sondern zuvor anderen Wesen zu helfen, sich aus dem endlosen Kreislauf der ReinkarnationenSamsara, zu befreien.

Es wird unterschieden zwischen irdischen und überirdischen Bodhisattvas. Die einen sind im Weltleben stehende Menschen, die durch ihre Güte, maitri, und ihr Mitgefühl, karuna, gefordert – ihre Verdienste zum Wohle aller Wesen, von Menschen und Tieren, einsetzen. Die anderen sind überirdische, transzendente Charaktere, die in gleicher Weise beistehen und auf den Pfad der Befreiung führen.

Avalokiteshvara, auch Lokeshvara, Guanyin, Kannon oder Guan Im ist ein transzendenter Bodhisattva. Die chinesische Tang-Dynastie618 bis 907, zeichnete sich durch Toleranz aus. Viele Religionen begegneten sich damals intensiv. In der Volksfrömmigkeit bestand ein grosses Bedürfnis nach einer Gottheit mit femininen Attributen

Das Lotos-Sutra aus dem MahayanaBuddhismus wurde mehrfach ins Chinesische übersetzt. Eine bedeutende Übersetzung von Kumarajiva stammt aus dem Jahr 406. Der Name des Bodhisattvas Avalokiteshvara wurde aus dem Sanskrit in den chinesischen Namen Guānshìyīn übersetzt. Durch die Vermischung dieser und anderer religiöser Ideen entstand im Laufe der Zeit die „Göttin“ Guanyin.

Im 9. und 10. Jahrhundert wurde Guanyin im Nordwesten Chinas häufiger als weibliches Wesen dargestellt. Ab dem 12. Jahrhundert wurden in den religiösen Zentren alte Geschichten von Göttinnen und Helden vermehrt mit Guanyin in Verbindung gebracht. Heute wird sie verehrt als die Göttin der Barmherzigkeit, der Frauen und Kinder, der Gnade und des Mitgefühls. Zu viele Worte ergeben vielfach wenig Sinn. Ich befragte öfters Menschen in Thailand zur Person von Guan Im. Sie erklärten mir kurz und bündig: „Guan Im ist ein Buddha.“

Besten dank für die Hilfe an die Herren Dei und Maen Ravekchom, sowie Ton. Die neuen Fotos lieferte Frau Duangrat Pongsungnern.

Jubiläumsklagen

Kwan Yin. Vergrößern sie das Bild. Dann sehen sie den wundervoll geschmückten Umhang.

In Jerusalem steht eine berühmte Klagemauer. Vor dem Jom-Kippur-Krieg hatte ich kurz Gelegenheit, betende und klagende Menschen an der Mauer zu beobachten. Einige dunkel gekleidete Menschen führten komische Bewegungen und Zuckungen aus. Klagten sie über Rheumatismus? Die Mauern im Haus in Chiang Mai sind mit bunten Bildern geschmückt und geben keinen Anlass zu Beschwerden. Höchstens, dass die Ecken nicht genau neunzig Grad sind und die Wände, wie der Turm in Pisa, schief stehen. In kalten Winternächten isolieren die Mäuerchen von bloss neun Zentimetern nicht gut genug. Üblicherweise benutze ich meinen Blog Hinterindien zu Beschwerden und Klagen. 


Menschen aus dem Dorf helfen uns bei der Bewältigung verschiedener Tätigkeiten. Diese  Gaukler und Komödianten kosten mich ohne Nebenkosten fast 3000 Baht  täglich. Über vierzehn Stunden im Tag verbringe ich auf drei Quadratmetern  Bett-Fläche. Diesen Platz teile ich am Morgen für zwei Stunden mit der Körperpflegerin. Nachmittags verbringe ich zwei  bis drei Stunden zu zweit für Fitness. Oft,  wenn Kühlung oder Heizung gefragt sind, besucht mich Dick in der Nacht. Mein Lebensbereich vergrößert sich im Sitzen während vier Stunden auf ganze zehn Quadratmeter. Die größte Distanz sind einige Besuche im Badezimmer. Der Weg ist immerhin etwa 15 Meter lang. Leider muss ich mich schieben lassen. Mir fehlt der Pfupf. Die Haut an Händen und Fingern erträgt die Belastung nicht. Einige Nerven sind abgestorben, andere liegen blank. Weil ich keine größere Abwechslungen habe, rege ich mich über Mitarbeiter auf. 
Eine Reizperson ist ausgerechnet Dicks Haushaltshilfe, zu welcher ich kaum Kontakt pflege. Sie liefert mir praktisch jede Woche ein Aha-Erlebnis. Einmal erwischte ich sie in der Küche, als sie mit Stahlwolle mühsam die Teflon Beschichtung aus einer Bratpfanne entfernte. 

Eine Woche darauf arbeitete sie mit dem Staubsauger im Badezimmer. Weil sie keine Brille trägt, obwohl sie kaum sehen kann, saugte sie eine Pfütze in die Maschine. Tags darauf stank es im Haus, weil Hitze, Dreck und Feuchtigkeit schlecht zusammen passen.  Die Frauen konnten das Gerät nicht retten. Nach einigen Tagen musste Dick einen neuen Sauger beschaffen. Weil die hübsche Putzfrau sehr vergesslich ist, muss ich sie wöchentlich darauf aufmerksam machen, den Staubsauger nicht im Bad zu benutzen. 

Eine Woche später polierte sie eine große Bronze, eine Guan Im, Kwan Yin, Göttin der Barmherzigkeit, mit speziell für Teakholz geeigneter Flüssigkeit.
Ende Oktober wurde das Dorf durch eine unfähige Amtsperson, wasserscheuer Schleusenwärter, überflutet. Die Räume der Haushaltshilfe standen im dreckigen Wasser. Unser Haus steht mindestens einen Meter über Straßenniveau. Wir hatten keine Pfützen in der Wohnung. Als ich einen Tag später vom Frühstück in mein Zimmer zurück wollte, stank es im Zimmer so stark, dass ich zu husten begann. Ich wollte wissen, warum. Es stellte sich heraus, dass die Raumpflegerin den Boden gründlich mit Bleichmittel reinigte. Es vernichtet Flecken und Bakterien auf Textilien. Die Spezialistin benutzte schon früher Säure, um auf Kacheln der Veranda die Glasur zu entfernen.

Sieben Tage danach, Dick wärmte für mich eine Hühnersuppe, schmiss die Raumpflegerin die warme Suppe diskussionslos weg. Es war mein Frühstück. Ihre zwei linken Hände werden durch ein unermüdliches Mundwerk ergänzt. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit besteht aus Konferenzen, Diskussionen,  Monologen, Neuigkeiten und alltäglichen Tratsch. Wenn sie spricht, kann Dick kein Brot herstellen oder es ist ungeniessbar.
Sie und die meisten Menschen in Thailand können sich nicht in Probleme anderer  Mitglieder der Gesellschaft oder sogar Behinderter versetzen. In der Schule wurden sie zu Kadavergehorsam  gedrillt, aber nie zum selbstständigen Denken und Handeln erzogen.

Ich versuchte der Frau zu erklären, dass sie meine Zahnbürste, Rasierer und Kamm in meiner Griffweite aufbewahren sollte. Diese Dinge stellt sie wöchentlich mehrmals auf der Ablage hinten an die Wand. Wegen Lähmungen in den Fingern kann ich Pinzette, Nagelfeile und Nagelschere  nicht gebrauchen. Diese Dinge liegen jedoch am vorderen Rand der Ablage. Das ist ihre Sicht der Dinge und nur die zählt.

Ich bin überzeugt, dass unsere Mitarbeiter nur das Beste für mich wollen. Ohne Mitgefühl,  Mitdenken und Nachempfinden ist dies schlecht möglich. Ich gestehe, dass ich die Nöte und Bedürfnisse Schwerbehinderter erst richtig kenne, seit dem ich selbst total Abhängig von Drittpersonen bin.

Jubiläum

Am 21. Oktober 2019 verließ ich das Bangkok Hospital in Chiang Mai nach10 Monaten.  Die Killer Ambulanz lieferte mich mit frischen blutenden Wunden am Hintern vor mein Haus nach Porn Phat.

Ohne ausgebildetes Fachpersonal überlebte ich ein Jahr ohne weitere Infektionen. Bereits im Januar heilte meine Verletzung an der Schulter. Im Dorf sind alle kleinen Grundstücke zu betoniert. Topfpflanzen bringen etwas Farbe in die teilweise trist-graue Umgebung. Um unser Haus gedeiht Gras, wachsen Bäume, Blumen und Sträucher. Trotzdem wollte Dick wie die  Nachbarn, zusätzlich Töpfe haben. Ich war dagegen, weil Töpfe gegossen werden müssen. In der Erde haben Pflanzen größere Überlebenschancen. Dick meinte, der Vorstand meiner Transfer Truppe sei unterbeschäftigt und könne Töpfe gießen. Sie entschied, sie giesse die Töpfe vor dem Haus. Der Mann dagegen sei für das Grünzeug hinter dem Haus verantwortlich.

Am 12. Januar entdeckte die Chefin in Töpfen verdorrtes, einst grün – als braunes und graues Zeug. Dick erhob laut klagend ihre Stimme. Ihre Geisterbeschwörung war erfolglos, das  Chlorophyll kam nicht zurück. Dagegen verließ mein Helfer den Platz augenblicklich. Ich bezahlte die teure Zeche , indem ich beispielsweise den Eismann in meinem Bett hatte. Mein Verhältnis zu Topfpflanzen veränderte sich von gleichgültig zu aggressiv, als sich auch die Schulter durch die neuen, ungeübten Helfer wieder öffnete. Krampfhaft suchte ich nach anderen Lösungen.

Nach Tagen fand ich im Internet bei Ali Baba ein Wundermittel: 
Antigravitations Salbe,  Phantasie Preis, hergestellt in einem geheimen Labor in China. Es war ein zwei Komponenten Medikament. Auf der Packung stand: 死亡風險
Lebensgefahr!

Ich musste genau vier Quadratzentimeter Haare am Kopf opfern. Dort wurde ein Tröpfchen von dem Gemisch aufgetragen. Auf der Brust und auf beiden Füßen braucht er es ebenfalls ein Tröpfchen der Wundermedizin. Ich wollte meine Eier nicht hängen lassen. Deshalb fragte ich die Waschfrau, ob sie einen Spritzer auf meinen Sack geben könnte. Nach einigen Minuten quetschte die Waschkatze, 44 Jahre jung / 44 kg leicht, ihr zartes Händchen unter meinen Hintern und bewegte mich, absolut schwerelos, zum Bettrand. In Sitzposition zog sie mich in den Rollstuhl. Sie brauchte nur noch meine Beine herunter zu klappen und ich saß ohne jegliche Anstrengung im Rollstuhl. Fehlende Schwerkraft verhinderte, dass ich den Rollstuhl antreiben konnte. Ich musste die Frau bitten, mich zum Esstisch zu schieben. Am Vortag ass ich ein prickelndes Thai Gericht. Es wirkte etwa wie Sauerkraut mit Berner Platte und zum Dessert Schlagrahm mit Meringue.Unter fürchterlichen Geräuschen gab ich aus meinem Hintern eine stinkende Gaswolke ab. Das Gebläse war so stark, dass ich aus dem Rollstuhl über den Tisch flog und mit den Füßen einige Bordeauxgläser,  handgemacht in Tschechien, auf den Fußboden wischte. Offenbar wirbelte mein Raketenantrieb Staub auf. Ich nieste. Das führte dazu, dass ich mit dem Rücken in ein Gemälde an der Wand knallte. Bei der  unfreiwilligen Flug-Demonstration verlor ich mein Lendentuch. Ganz langsam näherte ich mich dem Boden. Der Hodensack segelte wie ein Fallschirm zwischen den Schenkeln. Die aufmerksame Körperpflegerin rettete mich, indem sie schnell den Rollstuhl unter den Hintern schob. 

Das Bild blieb dank Schwerelosigkeit unbeschädigt.

Nun seid ihr auch darüber aufgeklärt, wie spektakulär die Chinesen die Rückseite des Mondes eroberten.


Gerne würde ich meine Beschwerden über das Jubiläumsjahr fortsetzen. Daran hindert mich das Mikrowellen produzierende Kommunikationsgerät, das dumme Smartphone. Die Hochfrequenzelektronik versteht meine niederfrequente Sprache nicht mehr. Ich diktiere bis die Zunge verkrampft, danach lösche icn neunzig Prozent. Die Aufsätze werden zu Streich-Konzerten.

BH zu mieten gesucht

Anfang des Jahrhunderts erwarb ich im Dorf ein kleines Haus. Auf 50 Quadratmetern fanden 3-Zimmer, eine Küche und ein Badezimmer Platz. Das Bad war so eng, dass man nicht vom WC fallen konnte. Im Schlafzimmer hatten nur das Bett und der Rollstuhl Platz. Aber es genügte meinen bescheidenen Ansprüchen vollkommen. Ich hatte einen Garten von etwa 12 Quadratmetern mit Gras, einem Pomelo-, einem Granatapfel-Baum und zwei Rosenstöcken. Die Fassade war äußerst langweilig.
Vom Rollstuhl aus konnte ich die Wände nicht bemalen. Ich fand einen Tempelmaler, welcher mir zur Hand gehen würde. Er hatte weder Ideen oder Phantasie. Ich lieferte die Skizzen. Er vergrößerte und malte.Mit dem Resultat war ich relativ zufrieden. Ein Jahr später erhielt ich einen damals seltenen Telefonanschluss. Monteure kamen und beschädigten unter lautem Gelächter einige Ziegel auf dem Dach. Sie wollten eine Verbindungsdose auf einer der Damen montieren. Ich verwies die Herren auf einen Platz ganz links an eine der tragenden Säulen. Danach wollten sie in einem Nippel der Dame ein Loch bohren, um die Leitung ins Haus zu führen. Ich gab den beiden ein Trinkgeld, verlangte ihr Material und entließ sie. Ein Freund bohrte für mich das Loch auf der linken Seite. Meine Damen wurden nicht mit einer chinesischen Bohrmaschine vergewaltigt. Nur zwei Jahre später wurde das Haus von Baumaschinen zerstört.

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