Hinterhältige Anschläge

Während Deutschland seit Tagen vor unvorhersehbaren Aktivitäten geistig verwirrter Muslime zittert, leidet unsere thailändische, dem Volk frohe Botschaften bringende Militärregierung, an folgenschweren Problemen mit Terror. Am 7. August soll über eine neue, eher das Militär als eine allfällige Demokratie begünstigende, Verfassung abgestimmt werden. Allgemeine Diskussionen über das Macht-Werk sind nicht gestattet. Was geschah, ist beinahe unvorstellbar.

Zwei achtjährige Mädchen in der Provinz Kamphaeng Phet freuten sich über die neuen, rosafarbenen Papierfetzen im Aushang in der Nähe des Verwaltungsgebäudes. Schwupps, liessen sie die Papiere mitgehen. Die jungen Ladies wussten nicht, dass die hübschen Papiere landeswichtige Wählerlisten waren.
Weil der Polizeichef über das Verschwinden der Listen keine Meldung an höhere Amtsstellen einleitete, verlor er seinen Posten. Nach den unbekannten, verfassungsfeindlichen Tätern wurde gefahndet. Gegen die ertappten, die neue Verfassung gefährdenden Mädchen, wurde Anzeige erstattet! (1)

Die Polizei hat nun ein grösseres Problem. Auch in der Provinz Phichit verschwanden Mengen rosaroter Listen. Polizei Lt. Col. Banchob Uthayo, mit Ermittlern und Fahndern der Yanyao Polizei Station, sowie Chatchawan Suksawat, der Vorsteher von Yanyao inspizierten den Tatort genau. Die feigen Attentäter waren Makaken, Affen. Sie zeigten reges Interesse am amtlichen Wahl-Material. Sollen diensteifrige Ordnungshüter diese Bösewichte nun einfangen, anzeigen und danach zur Strafe bis zum Tode mit Bananen füttern? (2)

100.000 Polizisten sorgen für Sicherheit während der Volksabstimmung über den Verfassungsentwurf. Zusätzlich gilt ein landesweites Alkoholverbot! Wer SIAM LIBRE feiern möchte, sollte sich Rum, Sang Som oder Vergleichbares, frühzeitig besorgen.

(1) https://de.nachrichten.yahoo.com/thail%C3%A4ndische-polizei-zeigt-schulm%C3%A4dchen-drakonischem-milit%C3%A4rgesetz-132104232.html
(1) http://www.blick.ch/news/ausland/weil-sie-ein-rosa-plakat-herunterrissen-thailaendische-polizei-zeigt-maedchen-8-an-id5299928.html
(2) http://www.bangkokpost.com/news/politics/1043613/macaques-sow-poll-strife

Naturwissenschaftliche Arbeiten vor 1800

Erlauben sie einige Gedanken über meine beiden Informationslieferanten. Beide lebten in einer für uns komplett fremden Welt.
Monsieur Poivre reiste monatelang in windgetriebenen Nussschalen der Küste Afrikas entlang, um das Kap der guten Hoffnung, entdeckt 1488 vom Portugiesen Bartolomeu Diaz, nach Indien, Hinterindien und weiter bis nach China. Die Ernährung, die Trinkwasserversorgung an Bord, waren meist äusserst bescheiden. Ärztliche Versorgung gab es kaum. Stellen sie sich nur eine Amputation um 1745 am Arm vor. Wie wurde narkotisiert? Hoffentlich hatten die Herren Chirurgen und Bader, ordentlich scharfe Messer und sterile Sägen!

Unterkünfte in den tropischen Gebieten hatten keine Klimaanlagen. Der Komfort von Kühlschränken fehlte. Tropische Fieber und Magen-Darm-Probleme erwarteten fremde Eindringlinge wie heute. Motorgetriebene Verkehrsmittel gab es weder in Europa noch in Übersee. Das Telefon schlummerte geduldig seiner Erfindung entgegen.
Ich denke nicht, dass Missionar Poivre einen Dolmetscher hatte. Folglich musste er die Sprachen der Eingeborenen der bereisten Länder erlernen. Was war sein Antrieb, die damalige Welt zu bereisen? War er ein Eiferer des Glaubens, der sich mit der Bibel in der Hand von Hostien ernährte – oder doch eher ein alles verzehrender Abenteurer?

Ein anderer Typ war wohl Christoph Meiners, Professor der Weltweisheit in Göttingen. Christoph sass von Büchern, den Vermittlern des Wissens, umgeben in seiner Studierstube. An trüben Tagen benötigte er Kerzenlicht für seine Arbeit. Meiners übersetzte und zitierte eine dreissigjährige Schrift und war damit top aktuell. In unserer Zeit wäre er chancenlos. Bei heutigen Nachrichten und Publikationen geht es um Minuten und nicht um Jahrzehnte.
Würde ich eine wissenschaftliche Arbeit über Zellular-Telefonie vor dreissig Jahren veröffentlichen, würde das bedruckte Papier höchstens zum Verpacken von Wurstbrot für Familienausflüge Verwendung finden.

1978 beispielsweise wurde in der Schweiz das Natel, Nationale Autotelefon, eingeführt. 1983 wogen die modernsten Funk-Geräte in einem Koffer immer noch 12 Kilogramm. Bereits zehn Jahre später folgte die digitale Datenübermittlung. Wo stehen wir heute? Mit 150 Gramm Elektronik inklusive Stromversorgung, kommunizieren wir weltweit mit Bildern, Daten, Filmen und Sprache. In den klugen Maschinchen sind Fotoapparate und sogar GPS, globale Navigationssatellitensysteme zur Positionsbestimmung, eingebaut. Die meisten Benutzer sind durch die hochintelligenten Telefone geistig überfordert. Die Analphabeten Hinterindiens nutzen Smartphones bloss als Fotoalben und für Pornofilme – mittlerweile eine eigene Industrie. Für reine Telefonie genügen Geräte in der Grösse einer Armbanduhr.
Aber – sind unsere Geistes-Blitze so eminent wichtig, dass wir diese grossartige Technik unbedingt nutzen müssen, um unsere Freunde damit zu beglücken. Dick erhält täglich hundertzwanzig meist nutzlose Line-Nachrichten mit Bild. Mowgli wurden bereits vor Jahren innerhalb vierundzwanzig Stunden über dreihundert Mails zugestellt.
Unsere Körper sind dauernd technischen Frequenzen von fünfzig Hertz, Wechselstrom, bis in den Gigahertz-Bereich, Mikrowellen, ausgesetzt. Die Auswirkungen sind unbekannt. Wir wissen nur, Intelligenz vermittelt diese Strahlung leider nicht.

1798 durfte sich Meiners unbescheiden Professor der Weltweisheit nennen. Es war eine relativ schlichte, unerforschte Welt. Alle undenkbaren technischen Errungenschaften standen der Menschheit noch bevor: Elektrischer Strom, Glühlampen, Radio, Fernsehen, motorisierter Bahn-, Luft-, Schiff- und Strassenverkehr und vor allem weltweite Kommunikation.

Nur eines hat sich kaum verändert: für Mord- und Totschlag genügen immer noch Mentalität und Methoden der Steinzeit. Dabei vermodern wir Menschen, wie weggeworfenes Obst, mit der Zeit rein selbsttätig. Wozu also gedankenloser Aufwand an Kraft, Stahl, Pulver und Blei?

Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit

Wie war es vor dem Jahr 1796 in Hinterindien? Ein Schreibtisch-Korrespondent berichtete:

Seite 281 und folgende (1)

Von allen bisher angeführten Ländern unterschied sich nach Poivre’s Erzählung wenigstens noch vor einem Menschenalter das Ländchen Cancar, das auf den Charten Ponthiamas genannt wird, und zwischen Siam und Cambodia liegt.
Vor etwa funfzig Jahren, sagt der eben genannte reisende Philosoph, liess sich ein Chinesischer Kaufmann Kiang-tse mit einem kleinen Häuflein von Landsleuten in Ponthiamas nieder, und vermochte die benachbarten Fürsten dahin, dass sie ihn beschützten, oder wenigstens in Ruhe liessen, bis er seine Niederlassung mit Gräben umzogen, und mit Wällen gegen einen plötzlichen Angriff gesichert hatte. Er theilte jedem Fleissigen, der sich zu ihm, und den seinigen gesellen wollte, Ländereyen aus, ohne sich das Eigenthum vorzubehalten, oder Abgaben zu fordern. Zugleich gab er denen, die ihm angehörten, das Beyspiel der Arbeitsamkeit und Sparsamkeit, und öffnete den Hafen von Ponthiamas allen Nationen ohne Unterschied, ohne Zoll zu verlangen, oder den Handel einzuschränken, oder Erpressungen auszuüben. Diese Weisheit und Milde machten sein kleines Gebiet bald zu einem Zufluchtsort von Unglücklichen aus allen Reichen in Hinterindien. In kurzer Zeit wurden von den aus allen Gegenden zuströmenden Menschen die dicken Wälder, mit welchen man umgeben war, niedergehauen. Die fetten Thäler wurden von Dornen und anderem Unkraut, welches sie bedeckte, gereinigt. Man zog Canäle, säete und pflanzte Reis, und andere nützliche Pflanzen, und Gewächse; und machte das Ländchen Ponthiamas zum Fruchtboden eines grossen Theils von Hinterindien, aus welchem die Malayen, die Siamer, und Cochinchinesen in Zeiten der Noth Reis und andere Nothwendigkeiten des Lebens hohlen.
– Dies Betragen des Kiang-tse, in dessen Fussstapfen sein Sohn getreten seyn soll, ist so idealisch, so sehr über die Denk- und Sinnesart aller südlichen, und östlichen Asiaten erhaben, dass ich nicht umhin kann, es noch viel mehr verschönert zu halten, als die Gemählde, welche derselbige Schriftsteller von China und Cochinchina geliefert hat. Das Wahre, was bey den Nachrichten von Ponthiamas zum Grund liegt, besteht vermuthlich darin: dass der Chinesische Kaufmann das verödete Ponthiamas mit Hülfe seiner Landsleute in kurzer Zeit nach Chinesischer Art anbaute, und eine nicht geringe Zahl von Flüchtlingen aus den benachbarten Gegenden herbeylockte, über welche er sanfter regierte, als die Tyrannen, welchen sie entronnen waren: und zwar auch deswegen sanfter regierte, weil er sonst fürchten musste, dass seine Unterthanen ihre ehemaligen Oberherren herbeirufen, und dem kleinen, wenig befestigten Reiche ein Ende machen möchten. In jedem Fall ist es ein tröstender Gedanke, dass es in Hinterindien wenigstens einen kleinen Fleck gibt, wo glückliche Menschen wohnen. Auch ist das Ländchen Ponthiamas ein erfreuliches Beyspiel: wie leicht die Wildnisse in Hinterindien in blühende Paradiese umgeschaffen werden könnten, wenn sie von fleissigen Menschen besetzt, und von gerechten, oder nur leidlichen Regenten beherrscht würden.

Anmerkung: Ponthiamas war, ist Hà Tiên in Vietnam.

Die Arbeit von Pierre Poivre wurde 1768 in Yverdon ohne Nennung des Autors veröffentlicht. Poivre ist einer der weniger bekannten Reisenden und Entdecker. Er war Missionar in China, Cochinchina und Macau, später Verwalter von Mauritius und Réunion und Mitglied des Ordens vom heiligen Geist, Ordre du Saint-Esprit.
1745 reiste er als Mitglied der Französischen Ostindienkompanie nach Indien. Poivre wurde in einer Seeschlacht gegen die Briten verwundet. Eine Kanonenkugel zertrümmerte sein Handgelenk. Ein Teil seines rechten Arms wurde amputiert. (2)
Christoph Meiners, Professor der Weltweisheit, übersetzte den Text aus dem Französischen, ohne Angst vor tropischen Krankheiten oder verirrten feindlichen Geschossen. (3)
Die Reiseberichte von Pierre Poivre
p poivre
(1) https://books.google.co.th/books?id=WWFgAAAAcAAJ
(2) http://www.pierre-poivre.fr/doc-67-8-mois-c
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Meiners

Reis – die Verarbeitung

Nach dem Schnitt des Reises wird er gedroschen. Die Deckspelzen bleiben am Reiskorn. Die Körner werden auf einen Wassergehalt von 14 bis 16 Prozent getrocknet. Dieses Zwischenprodukt wird Roh-Reis oder Paddy genannt.

In Reismühlen werden die Spelzen entfernt. Sie machen einen Fünftel des ursprünglichen Gewichts aus. Die eigentliche Reisfrucht besteht aus Mehlkörper, Keimling und umgebendem Silberhäutchen. Dieser Reis wird geschälter Reis, brauner Reis oder auch Cargo-Reis genannt, weil der Reis meist in dieser Form exportiert wird. Als Natur- oder Vollkorn-Reis kommt er teilweise zum Verbrauch in den Handel.

Durch Schleifen werden die Silberhäutchen vom Korn entfernt. Das Produkt wird danach geschliffener oder weisser Reis bezeichnet. Er ist haltbarer als der fetthaltigere geschälte Reis, verlor aber leider den größten Teil der Mineralstoffe und Vitamine.
Der nach dem Schleifen rauhe, viel Stärke abgebende, klebrig kochende Reis wird durch Polieren geglättet. Dies geschieht trocken – oder mit Wasser – durch Reibung der Reiskörner aneinander. Das Ergebnis ist polierter Reis.

Um Vitamin- und Mineralstoffverluste zu verhindern, wird Roh-Reis zunächst kurz in Wasser eingeweicht und anschliessend mit Heissdampf behandelt, wodurch die sich lösenden Inhaltsstoffe nach innen in den Mehlkörper diffundieren.
Nach dem Trocknen wird der Reis bis zum Polieren weiterverarbeitet. Im so hergestellten Parboiled-Reis, von partially boiled, teilgegartem Reis, bleiben etwa 80 Prozent der Vitamine und Mineralstoffe des gewöhnlichen geschälten Reises erhalten. Schnellkochender Reis ist vorgekochter und wieder getrockneter Reis.

Bei der Lagerung kann der Reis von Reiskäfern, Sitophilus oryzae, befallen werden. Sie gehören zur Familie der Rüsselkäfer. Die Larven der Käfer wachsen in den Reiskörnern heran und fressen sie von innen auf. Die Käfer vermehren sich ebenfalls im verpackten Reis weiter.
Bei Rüsselkäferbefall befinden sich nicht nur die ausgewachsenen Käfer im Reis. Es gibt Reiskörner mit punktförmigen Frassspuren und von innen ausgehöhlte Körner. Dadurch wird der Befall mit anderen Schädlingen und Mikroben möglich. In Japan wird empfohlen, befallenen Reis aus hygienischen Gründen zu vernichten. fastfood
Anbaugebiete

China, Indien und weitere Länder Südostasiens – sind die Hauptanbaugebiete für Reis. Bedeutende Reisproduzenten arbeiten in den USA und in Norditalien (Poebene).
Im Nordosten des Piemont in den Provinzen Biella und Vercelli, mit geschützten Ursprungsbezeichnungen, gedeiht der „Riso di Barraggia Biellese e Vercellese“.

Reis wird ebenfalls im Maggia-Delta und in der Magadinoebene, Locarno und Umgebung, in der Schweiz angebaut. Dieser Trockenreis ist der am nördlichsten wachsende Reis der Welt. Wann wird die Schweiz neben Uhren Reis nach Thailand exportieren?
Weitere europäische Reiserzeuger sind Portugal, Spanien und Frankreich.

Einige wenige Reissorten – weltweit gibt es über 100.000 !

Arborio ist eine Sorte, die vor allem in der Po-Ebene Italiens angebaut wird. Sie zeichnet sich durch ein kurzes, gedrungenes, ovales Korn aus. Sie wird vorzugsweise in Risotto verwendet.

Basmati bedeutet auf Hindi „Duft“. Es handelt sich um einen besonders aromatischen, langkörnigen Reis. Er stammt ursprünglich aus Afghanistan. Er wird am Fuss des Himalaya angebaut und ist die typische Begleitung zu einer Vielzahl von orientalischen Gerichten.
Von den vermarkteten Basmati-Sorten sind lediglich 15 von den indischen und pakistanischen Behörden nach dem Code of Practice on Basmati zugelassen. Sie dürften maximal 7 Prozent Fremdreis enthalten. Die Basmati-Körner müssen mindestens 6,5 Millimeter lang sein.

Der Jasmin-Reis, Duftreis oder Siam-Reis, ist eine ausgezeichnete Qualität. Jasmin-Reis wird hauptsächlich im Norden Thailands, in Laos, Vietnam und Italien angepflanzt. Man nennt ihn Duftreis, weil er beim Kochen angenehm nach Jasmin riecht, und im Gegensatz zu vielen anderen Sorten, durch spezielle Anbaumethoden ein wenig Eigengeschmack hat. Beim Reis aus Thailand ist die Golden – beziehungsweise die AAA-Qualität – die beste und teuerste. Der Bruchreis mit beschädigten Körnern, d.h. gebrochener Reis, ist eine preisgünstigere, schlechtere Qualität.

Durch Kenntnisse über Reis, Anbaugebiete und Sorten, wird die Auswahl nicht einfacher. Wir hatten schlecht lagerbaren, verkäferten Reis aus eigenem Anbau.
Bereits beim Kochen kann man dem Reis persönliche Noten geben. Anstelle von Salz verwenden wir manchmal Bouillon. Eine gehackte Tomate, gelbes Kurkuma-Pulver, Gewürznelken, oder zerkleinertes Grünzeug bringen neue Geschmacksrichtungen und frische Farben ins Gericht.
Am Schluss des Kochvorgangs verzaubern ein Stücklein Butter, vielleicht ein Spritzer Weisswein oder Reiswein wie Shao Xing die Speise. Sie machen damit aus einem einfachen Reis ein Gourmet-Essen.

Die wenigsten Thais können Reis in einem üblichen Kochtopf zubereiten. Sie alle besitzen Reiskocher oder kaufen gekochten Reis in Beuteln an den belebten Strassen. Die Aromen sind Diesel, Moped oder Tuk-tuk.

Mehr Reis-Geschichten

Meine Oberarme und Hände sind wieder schmerzhaft, die Finger unstabil. Deshalb kopierte ich erneut aus der alten Beschreibung. Ich korrigierte und ergänzte.

Reis hat zwei Wildformen: Oryza rufipogon, einjähriger, klassischer Wildreis und mehrjährigen Oryza nivara . Beide lassen sich untereinander und mit domestiziertem Reis kreuzen.
Die nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung wichtigsten Unterarten von Oryza sativa sind:
Oryza sativa ssp. indica, Langkornreis wie Patna-Reis, Basmati-Reis
Oryza sativa ssp. japonica, Langkornreis, auch Klebreis sowie Risotto-Reis
Oryza sativa ssp. javanica, Mittelkornreis
Oryza sativa var. glutinosa wird in China oder Thailand angebaut.

Die Kulturreispflanze bildet bis zu 30 Halme aus. Sie werden 50 bis 160 cm hoch und tragen schmale überhängende Rispen. An ihnen sitzen 80 bis 100 einblütige Ährchen. Eine Pflanze erzeugt bis zu 3000 Früchte.
Ein Kilogramm Reis hat je nach Korngrösse etwa 30 000 bis 60 000 Körner.
Die Frucht besteht wie bei andern Getreidearten aus Keimling, Mehlkörper, Aleuron- oder Wabenschicht, Samenschale und Fruchtwand. Beim Reis werden die drei letzteren Silberhäutchen genannt.

Wild gewachsener Reis wurde in Höhlen von Yuchan und in Xianrendong im Jangtse-Tal gefunden. Wilder Reis wurde vermutlich vor 8000 Jahren gesammelt.
Vermutlich domestizierter Reis wurde bereits in der Lijiacun-Kultur am Gelben Fluss, 7000–6000 v. Chr., in Hunan in der Yuchanyan-Kultur, 9000–8000 v. Chr., genutzt.
Seit 400 v. Chr. wird Reis in Mesopotamien angebaut. Bereits die Römer kannten Reis. Vermutlich wurde er aus Ägypten importiert. Die Mauren brachten Reis nach Europa. Mit den Türken gelangte der Reis in den Balkan. Australien erreichte der Reis im 19. Jahrhundert
Reis wird seit dem späten 17. Jahrhundert in Nordamerika gepflanzt. Sklavenarbeit ermöglichte den grossflächigen Anbau trotz Gelbfieber und Malaria. Reis wird seither in einigen traditionellen amerikanischen Reis-Gerichten, Cajun- und Kreolen-Küche, wie rote Bohnen mit Reis, Jambalaya und Gumbo, zubereitet. (1)

Achtzig Prozent der Weltreisernten werden im Nassreisanbau erzeugt. Pro Kilogramm Reis werden einige Kubikmeter fliessendes Wasser benötigt. Fliesst das Wasser zu schnell, werden Bodenbestandteile und Nährstoffe abgeschwemmt. Fliesst es zu träge, bilden sich Algen.
Im Tiefland kann Nassreisanbau mit Bewässerung über Brunnen zu sinkendem Grundwasserspiegel führen. Die chinesische Regierung verbot rund um Peking den Reisanbau, weil sich der Grundwasserspiegel bis zu drei Metern senkte.

In Indonesien und Malaysia ist der wachsende Reis Padi, der gedroschene Reis Gabah, der geschälte Reis heißt Beras, der gekochte Reis heißt Nasi. Gebratener Reis ist Nasi Goreng.
Das Verrichten der Notdurft hiess ganz vornehm: „Ich habe Reis von mir gegeben.“

Nassreisanbau ist sehr arbeitsintensiv, ermöglicht aber sehr viel höhere Erträge als das Streusaatverfahren. Die Arbeitsgänge sind:
Die Aussaat in ein relativ trockenes Pflanzfeld. Es zeigt sich, dass der Reis keine echte Wasserpflanze ist. Direkt ins Wasser gesät, keimt er kaum.
Die Durchmischung des Bodens auf dem Reisfeld mit Wasser, meist mit Pflügen hinter Motoren oder Wasserbüffeln.
Das Umsetzen der Setzlinge vom Pflanzfeld in das Reisfeld per Hand. Seltener mit Setzmaschinen.
Die Bewässerung der Felder während der Wachstums- und Reifezeit. Probleme entstehen, wenn der Wasserspiegel während der Regenzeit zu stark ansteigt – oder wenn der Monsunregen zu gering ausfällt.

In den Bewässerungsgräben der Reisfelder gediehen in einigen Regionen Kleinfische und Krustentiere. Sie waren oft die einzige Proteinquelle der Bauern.
Durch Pestizideinsatz wurden diese Lebewesen leider weitgehend ausgerottet.
Nach etwa vier bis sechs Monaten werden die Felder trockengelegt. Die Ernte erfolgte mit Hand-Sicheln oder Sichelringen,
Die Bündelung der Pflanzen und Abtransport oder Dreschen vor Ort.
Das Stroh wird leider meist auf den Feldern verbrannt. Das führt in der Region Chiang Mai zu intensiver Luftverschmutzung mit Ascheregen.reis phonphat
Reis-dreschen am Dorfrand von Phonphat, 2002

Man berechnete vor einigen Jahren, dass der Nassreisanbau 17 Prozent des Methans in der Erdatmosphäre erzeugt. Das sind jährlich etwa 60 Millionen Tonnen. Dies entspricht ungefähr dem Wert von etwa 300 Millionen Tonnen Kohlenstoff, beziehungsweise 1,1 Milliarden Tonnen CO2.
Methan ist nach CO2 das wichtigste anthropogene Treibhausgas. Durch die Wässerung des Bodens entsteht ein fast sauerstofffreier Lebensraum für anaerobe Archaea, das sind Methanbildner. Die Methanerzeugung lässt sich etwas reduzieren, sofern man die Böden austrocknen lässt.

(1) Jambalaya: https://www.youtube.com/watch?v=-4o86juvMEE

Reis

Sehr wahrscheinlich hat die Tastatur einen Virus, meine Finger funktionieren nicht richtig oder umgekehrt. Auf dem Bildschirm erscheinen nur selten die Buchstaben, die ich anschlagen wollte. Deshalb grub ich eine alte Geschichte, # 1283 vom 09. November 2010, aus. (1)

Wir ernähren uns nicht nur von Brot, Kartoffeln, Pasta und Polenta. Unsere bescheidenen Reisvorräte in beiden Häusern gingen zur Neige. Wir hatten die Qual der Wahl, neuen Reis zu besorgen.
Als ich die Geschichte verfasste, erhielt man in Thailand noch echten Duftreis. Der Reis duftet schon lange nicht mehr, obwohl die Verpackungen mit “Hom Mali“ das Gegenteil behaupten. Bei sinkender Qualität stiegen nur die Preise. Wheelchair ticket
Rollstuhl-Ticket für die Bahnfahrt – zusätzlich zum üblichen Fahrschein.

Ich erinnerte ich mich an meine erste Bahnfahrt zu Beginn der siebziger Jahre von Bangkok nach Butterworth, Malaysia. Der Express dieselte in den frühen Morgenstunden mit knapp vierzig Kilometern pro Stunde im Süden Thailands durch Reisfelder, deren grün ich nie vergass. In Penang sagte ich mir, diese relativ unangenehme, vor allem lange Bahnreise, mache ich nie wieder.
Der Kluge reist im Zuge; der Gescheite nutzt den Flieger für die Weite.
Dennoch bestätigten zwei weitere Bahnreisen meine frühere Beobachtung. Es gibt im Norden viele Reisfelder. Die Intensität der Farben ist aber, ähnlich den Lichteffekten in der Provence, nicht vergleichbar. Unvergessliche Farbkleckser im Süden wie im Norden dagegen waren die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Reisfeldern. Schon deren Hüte sind beachtenswert. Getragen werden Spitz-Hüte, die in der Seitenansicht einem Dreieck ähneln. Sie sind von China über Vietnam bis nach Indonesien verbreitet. Weiter beobachtete ich grosse geflochtene, sombreroartige schattenspendende Kopfbedeckungen.
Den Thai-Superhut mit eingebauter Klimatisierung sah ich im Reisfeld eher selten. Dagegen tragen ihn die Frauen auf den schwimmenden Märkten öfters. Ein geflochtenes Gestell auf dem Kopf trägt einen wundervoll geformten Schattenspender. Das entstehende Luftkissen zwischen Hut und Kopf wirkt äusserst angenehm. Dieser Hut wurde in den Weingärten des Lavaux getestet und eindeutig als Sieger beurteilt.
Ich hatte verschiedentlich die Gelegenheit, die faszinierenden Arbeiten in den Reisfeldern von Indonesien bis Thailand zu beobachten, vom Setzen der Pflanzen bis zur Ernte und dem Dreschen. Wenige Bilder, diese Diapositive wurden leider mit etwa 15 000 anderen entsorgt, sind nur noch im Kopf vorhanden:
Im Vordergrund ein kleiner Bauer mit zwei mächtigen Wasserbüffeln an der Leine im Schlamm, auf einem schmalen Damm trippeln einige Frauen in Sarong Kebaya und Kinder als Farbtupfer in Einerkolonne, im Hintergrund grüsst statisch die kolossale Tempelanlage von Borobodur.
Während in den ersten Jahren hier am Dorfrand noch von Hand gedroschen wurde, benutzten die Leute bald Maschinen für die harte Arbeit.

Reis wird aus der Reispflanze, Oryza sativa, gewonnen. Das deutsche Wort Reis stammt aus dem mittellateinischen risum, das dem lateinischen oriza entspricht.
Im chinesischen Mandarin wird Reis dào oder mifàn genannt. Das erste Wort ist die botanische Bezeichnung. Das zweite bezeichnet den Reis als Nahrungsmittel.
Die Wichtigkeit von Reis im täglichen Leben in China läßt sich aus dem Gruss:
„Che fan la ma,“ essen reis, Vergangenheit la, Frageform ma, erahnen. Etwas verständlicher, weg vom chinesischen Telegrammstil : „Hast du Reis gegessen?“

(1) Geschichten aus Hinterindien, Thailand TIP Forum

Systematischer Wahnsinn

Kennen sie Bacardi Gold? Ein besserer Rum der Firma, produziert auf einer der karibischen Zuckerrohrinseln, Puerto Rico. Diesen Gold-Schnaps gibt es in Thailand nicht. Dafür auf Langkawi, zu 360 Baht die Flasche. Der Inhalt eignet sich für „Cuba Libre“ oder zum Verdünnen von Kokoswasser. Im LOS stammen die masslos überteuerten Destillate von Bacardi aus Indien.
Umso besser kennt man hier: „… still going strong“! Johnnie Walker ist das Schmiermittel der Nation, wenigstens bei Angehörigen der gehobenen Institutionen. Meine erste Begleiterin im Dorf pflegte sämtliche Schwierigkeiten, oft vorbeugend, mit Black Label zu lösen. Sie verkaufte die Flaschen angeblich zollfrei zum Selbstkostenpreis. Sie erkennen die Sensibilität und Herzensgüte der Thais. Einfache Bürger begnügen sich mit preisgünstigerem Lao Khao als Torkelwasser.

Dicks Bruder trinkt als professioneller Fahrzeuglenker gar nicht. Trotzdem ist er ein Überlebenskünstler, denn wie gelangt ein geistig Invalider, ein Schwachsinniger, an einen Führerschein? Unsere Erlebnisse und Erfahrungen sind nicht besonders schmeichelhaft. Eventuell legte sein Erzeuger seine eigenen Gonaden in Spiritus ein.
Er war es, der seiner schwer kranken Mutter vor wenigen Tagen gegrillte Hühnerkrallen schenken wollte. Er war es, der die Patientin, sie konnte weder Nahrung noch Flüssigkeiten zu sich nehmen, nach einem Tag aus finanziellen Gründen aus dem Krankenhaus abholte! Er war es, der unsere Axt „verlor“ und gegen unbrauchbares Werkzeug austauschte.
Vom finanziellen Standpunkt aus betrachtet, hat er eigentlich Recht. Warum nicht gleich die Axt, Glasscherben, Rattengift, Strychnin oder Zyankali anwenden?

Wir haben für die unzurechnungsfähige Kranke einen lückenlosen Pflege- und Überwachungs-Dienst organisiert. Am Montag war der Bruder zu spät, um seine Schicht pünktlich zu übernehmen. Er verpflegte sich am Sonntag mit Tintenfischen. Sie waren entweder nicht ganz frisch oder enthielten wie üblich, einen Spritzer Formalin. Einen Tag später verspürte er übles Bauchgrimmen und ging deshalb ins Krankenhaus, meldete er bei Dienstantritt. Dick war danach unterwegs, um dringende Geschäfte zu erledigen.
Ich tippte an meinen Geschichten und blickte zuweilen zeitweise in den grünen Garten. Da sah ich einen Geist zwischen den Baumstämmen. Es war Dicks Mutter. Ohne Gehhilfe oder Begleitung, schwebte sie rasch von Baum zu Baum. Schön, wie sie sich verabschiedete. Ich vergass meine Einbildung, bis ich sie wieder sah. Sie pflückte Blätter von Bäumen und Sträuchern. Sie steckte das Grünzeug in den Mund. Essen Geister Chlorophyll?

Ich telefonierte Dick, weil ich selbst nicht eingreifen konnte. Mit dem Rollstuhl im nassen Gras auf feucht-erdigem Grund kommt man etwa so rasch vorwärts, wie auf einer Eisbahn.
Dick kehrte notfallmässig zurück und sah, es war keine Aufsicht für Mutter anwesend. Der bedauernswerte Kranke mit den bösartigen kalamarischen Magenschmerzen verdrückte sich klammheimlich, ohne jemanden zu benachrichtigen. Kurz nach seinem Spitalbesuch musste er im Dorf unbedingt eine gesüsste Nudelsuppe verfuttern. Für Notfälle stehen in der Küche des Hauses, wo Dicks Mutter wohnt, Beutel mit MaMa und WaiWai Nudel-Suppen. Heisses Wasser genügt!

Der Mann weiss genau, dass die Mutter nur frisch zubereitete Speisen des Hauses essen sollte. Dennoch brachte er vom Markt fürs Abendessen einen Beutel mit undefinierbarem Zeug, das er selbst nicht schlucken wollte – für die geliebte Mutter. Wir benötigen dringend solide Fussballschuhe, um solche Intelligenzbestien in den Hintern zu treten.

Mütterchen futtert gedankenlos alles, was ihr angeboten wird. Wenn sie danach im Brechmodus rotiert, kann sie keine Medikamente schlucken. Für die benötigte Spritze bleibt nur die Fahrt mit Kotztüten ins Krankenhaus. Aber soweit denkt hier niemand.

https://de.wikipedia.org/wiki/Cuba_Libre