Unkontrollierbaren Einflüssen ausgeliefert

Grimmigerweise wusste ich genau, was mir bevorstand. Die längste Etappe der Reise, weil es unterwegs keine empfehlenswerten Unterkünfte gab.
Die beiden Betonklötze in Tak, sprich Daag, hatten ihre beste Zeit vor zwanzig Jahren.

Danach folgte Lampang mit abgewirtschafteter Gastronomie.
Ich sass am Ende meiner Kräfte im Auto im gepflegten Garten, lauschte den Vögeln, während Dick mit dem Empfang verhandelte. Für Dick waren die Backstein-Wege vom Parkplatz zum Bungalow und von dort zum Restaurant zu schwierig für einen durch Dengue Fieber und Beinbruch erschöpften Rollstuhlfahrer. Ob die Beschaffenheit der Wege von unkontrollierten, betrunkenen Arbeitern oder durch Natureinflüsse geschaffen wurde, weiss keiner. Dick liess sich eine untaugliche Karte mit einem anderen Hotel ohne GPS Nummer aufdrängen. Aus Zufall fanden wir ganz in der Nähe eine behindertenfreundliche Unterkunft mit Rampen, leider ohne Verpflegung. Ich war glücklich, dass die Folter des Fahrens für heute zu Ende war.
Die Zukunft in PhonPhat versprach wenig Gutes. Die Alte, die uns vor einem Jahr unter Flüchen und Verwünschungen verliess, verpestete allein durch ihr erneutes Dasein den Frieden des Ortes. Dicks Tochter schrieb damals auf Facebook wenig Erfreuliches über ihre eigene Mutter. Die beiden bösartigen Weiber hatten die Absicht, uns beide des Landes verweisen zu lassen. Die junge Frau schlug Goons Schäferhund einen Zahn aus und beschuldigte Dicks Haushälterin der Tierquälerei. Die Entlassung der unschuldigen Frau war gaunermässig geplant, denn ihr fehlen war die Grundlage des Einbruchs in unser Haus danach. Mit aufmerksamer Haushälterin wäre ein primitiver Einbruch schlecht möglich gewesen.
Die junge Moslem-Familie bot viel Unterhaltung für unser geklautes Geld. Goon verlor seinen Platz in der Schule. Seine Spielsachen, Geschenke von mir, wurde verkauft. Goon verspürte den Segen und die Kraft Allahs, als ihm sein neuer Vater, Berater in Glaubens- und Ernährungs-fragen, in Phitsanoluk mit Hilfe eines eisernen Bettgestells mehrere neue Zähne ausschlug.
Goon lebt jetzt mit Bruder, Hund, weniger Zähnen bei seinen Grosseltern. Seine Mutter bezahlte die Schulgelder bereits in PhonPhat nicht mehr. Wer bezahlt denn jetzt? Grossmutter Dick. Wenn aber dereinst die missratene Tochter, die Lügnerin, Diebin, Einbrecherin auf ihre ausgebeutete Mutter zugehen wird, ist alles vergessen, denn – sie ist ja meine Tochter — während der pseudoarabische Prinz ohne mit Anstand zu Fragen, im grössten Sessel Platz nimmt und sich eine Ejakulation über die Dummheit der Weiber in seine Genitalien lacht. Mahlzeiten und Taschengeld scheinen für die Zukunft gesichert.

Das Delikt Hausfriedensbruch existiert in Thailand nicht. Ohne Ankündigung wie Telefon, Postkarte an Dick, reiste der Dorfobmann mit Mutter und weiteren neun Begleitpersonen nach Phonphat und wollte die Alte abliefern. Zugleich verlangte er Unterkunft und Verpflegung für seine Begleitung. Die Haushälterin nahm Dicks Mutter entgegen. Mit der Bemerkung: „Für Unterkunft und Verpflegung gibt es spezialisierte Betriebe in HangDong,“ sandte sie die Reisegruppe weg.
Dicks Mutter mochte die Haushälterin nicht und verreiste bald darauf zurück in ihr Haus. Da konnte sie schalten und walten wie es ihr gefiel. Der Vorsteher musste Verweise erteilen, wenn die Alte Nachbarn belästigte. Dieser Obmann reiste nur zu gerne nach Chiang Mai. Er sammelte erneut ein Begleitteam und als er einen Grund fand, brachte er die ungehorsame Seniorin in den Norden. Diesmal, ohne resolute Haushälterin, flegelten sich die unerwünschten Besucher in die Küche und richteten sich, wie landesüblich, in den Zimmern ein. Mowgli, gab lieber sein Kopfkissen her, als seine oder gar unsere Interessen zu verteidigen. Man darf sich fragen, wie viel Beteiligung beim Einbruch seiner Halbschwester vorhanden war. Der sonst absolut Interesselose stieg wegen PC-Spielen bereits vor sechs Jahren in unser Haus ein, weil sein eigener Computer krank war. Er verseuchte Dicks und meine Maschine gedankenlos mit heruntergeladenen Viren. Mein Vertrauen liegt knapp unter dem Nullpunkt. Wir erreichten unser Domizil mit der speziellen Nachbarschaft gegen Mittag. Ich musste mich auf reduzierte Pflegeleistungen und ausfallende Mahlzeiten einstellen. Mae diktierte das Geschehen sogleich und unmissverständlich!

Wie Goon Onkels Besucherin sabotierte

Ende August berichtete ich, wie Goons Onkel, Dicks Moped, an eine angeblich per Smartphone gefundene „Dame“ verlor. (1) Seine erlogenen Erklärungen dazu entsprachen nicht einmal der halben Wahrheit. Grösseres Ausmisten brachten nicht nur trübe, sondern belustigende Tatsachen ans Licht. Trotz seines mehrjährigen dösens in Tempeln, im Fachjargon Meditation genannt, standesgemäss in gelben Roben, scheint der Mann den Begriff Lüge nicht zu kennen! Er war der Einzige der Verwandtschaft, dem ich vertraute. Nun verstehe ich, warum Buddha zuweilen den Kopf verliert. BuddhaPhan
Zur Zeit des Besuchs der zweifelhaften Line-Unbekannten, hatte Onkel eigentlich eine wichtigere Aufgabe. Er hatte bereits einen Besucher. Goon lebte bei seinem Onkel, weil die Mutter öfters nicht in der Lage ist, speziell während Schulferien, Kinder zu betreuen, oder zu verköstigen. Goons Bruder lebte allein in einem Internat in Chiang Mai. Bei Schulschluss zog der einsame Kleine es vor, wieder zu den Grosseltern nach Nan zu ziehen. Sie haben nicht nur Zeit für ihn, sondern etwas Liebe übrig, die seine Mutter nur für Bewunderer und Verehrer verschwendet.
Der kleine Goon freute sich gar nicht über den unerwarteten Frauenbesuch, mit dem er nun seinen Onkel teilen sollte. Schon bei seiner Mutter musste er dauernd widerwärtige Kerle vertreiben. Beim Onkel waren es neuerdings Weiber. Sogleich begann er mit gezielter Sabotage. Er setzte gezielt ihr Smartphone unter Wasser. Madame zeigte wenig Freude daran.
Dann besetzte er für zwei Stunden das Badezimmer. Erst verrichtete er ausgiebig die Notdurft, flüssig, fest und gasförmig. Danach putzte er die Zähne, ja, er polierte sie auf Hochglanz. Er legte Wert auf Körperpflege, duschte, wusch sich die Haare.
Draussen vor der Tür rief eine Frauenstimme:
„Bitte, öffne die Türe, ich muss dringend ….“
Goon entdeckte einen dunklen Fleck auf seinem rechten Fuss. Er duschte erneut und wusch sich zur Sicherheit die Haare noch einmal. Vor der Türe wechselte die Stimme von freundlichem Bitten auf hassvolles Schimpfen. Goon freute sich am Sieg und liess das Wasser fröhlich rauschen, bis es draussen endgültig still wurde.

(1) https://hinterindien.com/2016/08/31/smartphones-an-hohlkoepfen/

Thai-Massage

Die traditionelle Thai-Massage ist eigentlich ein System von Massage-Techniken. Thai-Massagen bestehen aus passiven, dem Yoga entnommenen Streckpositionen und Dehnbewegungen, Gelenkmobilisationen und Druckpunktmassagen.
Nach ayurvedischer Lehre durchziehen zehn ausgewählte Energielinien, den Körper als energetisches Netz. Sie werden über sanfte Dehnung und mit rhythmischem Druck von Handballen, Daumen, Knien, Ellenbogen und Füßen bearbeitet.
Thai-Massagen finden meist auf Bodenmatten statt. Sie zeichnen sich durch dynamische kraftvolle Aspekte aus.
Klassische Massage-Routinen für Patienten ohne besondere Beschwerden bestehen aus mindestens 77 einzelnen Behandlungstechniken und benötigen wenigstens 1½ Stunden. Individualisierte Behandlungen können bis zu vier Stunden dauern.

Mit Massagen besteht dasselbe Problem wie bei der Thai Küche. Es gibt ein riesiges Angebot. Leider hat es zu wenige fähige Könner und Spezialisten. In Bangkok sind die grössten Massage-Salons in Wirklichkeit Bordelle!
Im Norden sind nur etwa zehn Prozent der Anbieter fähig, klassische Thai-Massagen durchzuführen. Die meisten Damen bieten angenehme Gefälligkeitsmassagen an, zur Freude und Ergötzung zahlreicher Touristen.
Einer der Gründe der Schund-Massagen liegt in der Ausbildung. Im Distrikt werden drei wöchige Massage Kurse mit Abschluss-Diplom, Plastikkärtchen mit Namen, Geburtsdatum und Bild, angeboten. Lehrmaterial wird nicht abgegeben. Notizen machen die Auszubildenden üblicherweise keine. Man lernte leider in der Schule nie richtig lesen und schreiben.

Die ayurvedischen Wurzeln bleiben unerwähnt. Wie viele der siebenundsiebzig Behandlungstechniken vergessen wurden, ist mir unbekannt.
Gute Therapeutinnen lernen auch in Thailand mehrere Jahre bei grossen Meistern. Wenn wir die Anforderungen in der Schweiz zur Erlangung eines Diploms im Gesundheitswesen vergleichen, kann ein dreiwöchiger Kurs nur Schwachsinnigen ein mildes Lächeln entlocken. Aber in den kurzen Ferien will man nicht nur Lächeln, sondern vor allem Abenteuer erleben und Baht-Scheine verteilen.

In schwierigen Zeiten hatte ich immer wieder das Glück, gut ausgebildete Personen zu finden. Oft brauchte es mehrere Anläufe. Es kam vor, dass Kneterinnen nach wenigen Minuten entlöhnt und entlassen wurden.

Die grössten Probleme in letzter Zeit waren meine Arme und die Gelenke.
Nach intensiver Suche fand ich die benötigte Hilfe. Ich war sogar fähig, alleine in die Schweiz zu reisen.
Als ich danach wieder nach Chiang Mai kam, kontaktieren wir die erfolgreiche Heilerin sogleich. Doch die Dame wollte mehr aus mir heraus holen, als kräftigere Arme und weniger schmerzende Gelenke.
Sie war erfolgreich in der Behandlung von Hemiplegien, halbseitig gelähmten Patienten nach Schlaganfällen. Mindestens zwei von ihnen lernten durch ihre erfolgreichen Bemühungen wieder gehen. Genau das war ihr Ziel mit mir.
Sie begann mit ihren Experimenten. Wenn sie meinen Füssen oder Unterschenkeln Schmerzen zufügte, lösten diese Impulse spastische Krämpfe in den Beinen aus. Sie sah ihren Erfolg. Ich bemerkte den Unsinn. Sie kannte den Unterschied zwischen Hemiplegie und Paraplegie nicht.
Als die Haut meiner Unterschenkel und Füsse von ihren Fingernägeln verletzt und durchlöchert war, verboten wir weitere Tests. Sie musste sich mit dem Rest meines alternden Körpers begnügen.

Wenn in Satun während sechs Monaten die Gelenk-Schmerzen unerträglich wurden, erinnerte ich mich an die starke Frau in Chiang Mai. Es gab zwar Masseusen in Satun. Doch keine konnte helfen. Alle – diplomierte Dutzendware, waren trainiert für alltags Gäste und schnelles Geld aus Malaysia. Das Lockern der Beinmuskulatur beherrschte Dick besser und billiger.

Zurück in Chiang Mai, telefonierte Dick dem hilfreichen, überirdischen Wesen. Sie kam, sah und experimentierte. Von vier Stunden Behandlung verplemperte sie drei Stunden auf Füsse und Unterschenkel. Ich schrie vor Schmerzen und bat sie, aufzuhören. Sie lächelte nur und machte unverdrossen weiter. Mein linker Fuss war von Fingernägeln durchbohrt. Unsere sechs Monate alten Empfehlungen waren vergessen. Ich wollte nichts mehr von ihr wissen.
Sie telefonierte täglich. Nach zwei Wochen kam sie wieder. Dick sagte ihr, sie müsste die Behandlung von Füssen und Unterschenkeln beenden. Ich erzählte dasselbe.
Sie hörte uns nicht zu. Sie verletzte die Haut des rechten Unterschenkels beidseitig. Die Verletzungen könnten lebensgefährlich sein! Denn sie behandelt Patientinnen mit Gelbsucht, Ikterus, eventuell Hepatitis und nicht ausgeschlossen, Kunden mit HIV. Mit ihren spitzigen, schmutzigen Fingernägeln, Lan Na Krallen, könnte sie mich problemlos anstecken. Es gäbe durchaus angenehmere Wege, sich Infektionen zu holen.
Besorgte Leser empfahlen für diese Art Massage: „Im Minimum einen Gummi darum, also Gummistiefel.“

Ein Nachbar in Bremgarten bei Bern, Direktor einer Brauerei, wurde von seiner Katze am Arm gekratzt. Er starb daran.

http://www.netdoktor.de/symptome/gelbsucht/

Verdauungsstörungen

In diesem schönen Lande sind Krankheiten, besonders Verdauungsprobleme im Zunehmen begriffen. In den vergangenen Monaten erlebten wir mehrere Todesfälle durch Lebensmittelvergiftungen. Dicks Mutter erholte sich bis heute nicht von ihrer todbringenden Suppe. Dicks Schwester beachtete beim Kauf das Schild an der Garküche nicht: EXIT. Zehn Personen aus unserem Bekanntenkreis, darunter ein zwei jähriges Kind, leiden neu an Krebs.

Während vier Tagen zwischen Satun und Chiang Mai wurde ich zweimal verseucht.
In Phetchaburi wählte Dick die falschen Nahrungsmittellieferanten. Es war glücklicherweise ein kurzes Leiden. Nach zwanzig Stunden fühlte ich mich wieder gut.
In der Provinz Nakhon Sawan bestellten wir zwei Tage darauf eine Hühnersuppe. War es ein verwesendes, verdurstetes Huhn, war es schlechtes Wasser? Der Wassermangel in der Gegend war beeindruckend. Vertrocknende Bananenstauden – sogar Palmen liessen ihre Wedel traurig hängen. Meinem Wedel erging es nach der toxischen Suppe ähnlich.

Als wir bei MAKRO in Chiang Mai mit Kühlbox einkauften, war es sehr heiss, über vierzig Grad im Schatten. Leider gab es nur wenige schattige Plätze. Beim Wegfahren liess uns der Fahrer eines Kleinlasters bequem einsteigen, bevor er in die Lücke preschte. Ich verbrannte mir fast die Hände, als ich mich in den Wagen hisste.
Auf der Ladefläche seines Fahrzeugs lagen ungeschützt fünfzig Kilogramm tote Hühner von TESCO LOTUS in der Hitze. Sie sollten offenbar gebräunt werden. Eine neue Thai Spezialität: Huhn mit Sonnenbrand.
Der Mann wollte zusätzlich etwas preisgünstigeres Schweinefleisch als bei TESCO erstehen. Bei fünfzig Kilogramm ergibt die Ersparnis von einem halben Baht pro Kilogramm schlussendlich eine billige Dose Bier. Die Einkäufe, nicht das Bier, waren für die Kinder einer Schule bestimmt. Hoffentlich besorgte er auch genügend Papier, um die Rückstände nach der zu erwartenden Scheisserei zu beseitigen.
Der kleine Goon und seine Schulkameraden erkrankten durchschnittlich alle drei Monate an Lebensmittelvergiftungen. Es gab Todesfälle unter den Kindern.

Verderbendes Huhn und Schweinefleisch sind nur die Spitze eines riesigen Lebensmittel-Skandals.
Eine Vereinigung, das Thai- Pesticide Alert Network (Thai-PAN), liess in England Früchte und Gemüse untersuchen. (1,2,) Die Produkte, mit offiziellem Qualitätszertifikat einer Amtsstelle, stammten aus Märkten von Bangkok, Chiang Mai und Ubon Ratchathani. Die Hälfte der untersuchten Proben wiesen gefährliche Mengen giftiger Rückstände auf.
Sogar ein Viertel der Proben mit der Ursprungsbezeichnung „ORGANISCH“, das bedeutet frei von Chemie, wurden beanstandet. Einen Unterschied von Produkten aus teuren Einkaufszentren oder preisgünstigeren Märkten gab es nicht.
Hundert Prozent des Chilis wies Rückstände auf. Basilikum und die langen Thai-Bohnen brachten es auf fast siebzig Prozent.

Anstatt, dass die Amtsstelle für Agrarprodukte und Lebensmittelstandards, mit ACFS-Generalsekretärin Dujduan Sasanawin, endlich entschieden gegen die Giftmischer in der Nahrungsmittelproduktion vorgeht und für unbedenkliche Lebensmittel sorgt, verbreitet sie Lügen und griff die Ergebnisse der Untersuchungen von Thai-Pesticide Alert Network an.
Die Behörde für Agrarprodukte und Lebensmittelstandards (ACFS) erklärte den Genuss von Obst und Gemüse für gesundheitlich unbedenklich. (3) Seit Jahren zeichnet sich dieses Amt durch absolute Untätigkeit und Unfähigkeit aus.

(1) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/bangkok/74143-pestizide-in-obst-und-gemuese.html?utm_source=Wochenblitz+Clean+All&utm_campaign=bd9ae3fea3-Aktuelle+Nachrichten+aus+Thailand&utm_medium=email&utm_term=0_34a48916ce-bd9ae3fea3-286912533
(2) http://www.bangkokpost.com/learning/learning-from-news/959425/pesticides-in-fruits-vegetables-govt-quality-mark-fails-test
(3) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/bangkok/74208-obst-und-gemuese-unbedenklich.html

Bequemlichkeit, Gedankenlosigkeit und Dummheit

Es scheint beinahe unmöglich, alle diese Eigenschaften in einer einzigen Person zu kombinieren.
Aber mit diesen drei Eigenschaften werden potente Stinkbomben erzeugt. Im Nebeneffekt wird oft zusätzlich, ohne böse Absichten, gemordet.
Gekochte Speisen an Strassenständen und motorisierten Küchen sind spottbillig. Das führt dazu, nicht selbst am heimischen Herd zu stehen, dabei kostbare Zeit fürs Tratschen und Zocken zu vertrödeln, sondern fertige Mahlzeiten in Plastikbeuteln zu kaufen und damit die Familie zu verpflegen. Sofern die Erzeuger bekannt sind und als Verpackung ungebrauchte Beutel benutzt werden, ist das in Ordnung. Lag vorher verdorbenes Fleisch im Beutel, wie Kakerlaken, Maden, Mäuse, Ratten oder Schlangen, erwischte der Käufer in der Lotterie des Lebens Hinterindiens schlechtes Karma.
Die Verpflegung in Kindergärten und Schulen im LOS schien nicht optimal zu sein. Der kleine Goon verbrachte nach seinen Mahlzeiten im Kindergarten durchschnittlich alle drei Monate einige Tage im Spital. Jeden Monat legten Lebensmittelvergiftungen im Land der Freien ganze Schulklassen flach. Seit der Militärregierung verbesserte sich offensichtlich die Situation. Zeitungen berichten jedenfalls nicht mehr über jeden kümmerlichen Scheissdreck in Schulzimmern und Höfen.

Diese Woche vernahm ich von drei Todesfällen Erwachsener. Sie alle verspeisten Reissuppe. Dicks Mutter kämpft in einem Privatspital seit einer Woche ums Überleben. Magen, Darm, Leber und Nieren sind schwer betroffen. Im kleinen Krankenhaus in Hang Dong hatte es kein Bett für sie. Dadurch stiegen ihre Überlebenschancen. Dicks Schwester vergiftete mit einem eingekauften delikaten Süppchen ihren Mann und ihre Mutter. Der Mann, Amerikaner ohne jegliche Abwehrstoffe gegen verdorbene Thai-Suppen, kaut vermutlich bereits im Nibbana Gummi. Die Ärzte konnten ihn trotz reichlichem Dollar Guthaben nicht retten.

Reis-Suppen mit Huhn, Schwein oder getürkten Elefanten werden von Knorr als Pulver in Beuteln für wenige Baht angeboten. Mit etwas Wasser aufkochen und nach kurzer Zeit ist das bekömmliche Süppchen bereit. Die meisten fünfzehnjährigen Schulmädchen sind mit der Zubereitung überfordert.
Sie verstehen die illustrierten Instruktionen auf der Verpackung nicht. Das verdeutlicht brutal die Qualitäten der teuren Schulen und die Intelligenzquotienten der jungen Damen.

Wir blieben von den Entgleisungen der Nahrungslieferanten in den letzten Wochen trotz aller Vorsicht nicht verschont. Es ist gegenwärtig Mode im Land, Fleisch, vor allem Fisch und Garnelen, durch die Verwendung von Formalin haltbarer zu machen.
Dick fand auf dem Markt in Klong Khut einen ausserordentlich frisch aussehenden Fisch. Ich staunte über die Struktur des gebratenen Fleisches im Teller. Vom Fisch ass ich nur wenig. Mir schmeckten die gekochten, leicht bebutterten Kartoffeln mit – im Süden seltener Petersilie besser.
Stunden danach quälten mich Bauchgrimmen und Krämpfe. Der Kot roch verdächtig nach einer Substanz, die ich von meiner Zeit in einem Institut für Pathologie her kannte. Die Präparatoren legten ihre Fundstücke in Formalin. Wie gut Formalin wirkt, bestätigten mir bestens erhaltene, eingelegte Föten. Sie hätten bereits damals Altersrenten erhalten. (1)

Ein Offizier in der Nachbarschaft wurde zum Dienst nach Koh Lipe entsandt. Dort fing er riesige Garnelen. Er schenkte uns ungefähr ein Kilogramm der schönen Tiere. Mich interessierte, wie das Fleisch auf dem stundenlangen Weg frisch gehalten wurde. Er grinste und sagte: „Die Boote der Marine haben Kühlschränke“.
Nach dem Genuss der Garnelen, wir spülten mit einem Fläschchen Chardonnay, Lagerung im Fass aus Eichenholz, konnte ich meinen Darm rauschen hören. Erneut der fatale Gestank des Kotes.
Dass mit den Garnelen etwas nicht stimmte, zeigte ein Besuch der Schwiegermutter des Offiziers. Der Gast aus Hat Yai hatte einen gesunden Appetit und langte kräftig zu. Sie klappte kurz nach der Mahlzeit zusammen. Gegenwärtig liegt sie in einem Krankenhaus in Bangkok.

In Thailand spricht der gehobene Mittelstand nicht über unangenehme Dinge des Lebens wie Urin, Fürze oder Fäkalien. Lässt ein fahrlässiger Flatulenzler hörbar Gas ab, schickt der Gastgeber den Hund aus dem Raum. (2) Deshalb lautete die Diagnose des Leidens der Mutter über Line nicht auf Dünnschiss, sondern vornehmer auf Herzattacke.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Formaldehyd
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Flatulenz

Hundeleben

Von Montag ab 21 Uhr hatten wir kein Internet auf Langkawi. Mittlerweile sind wir in Kuah. Morgen reisen wir mit der Fähre zurück nach Satun, Thailand.

Tiere in Hinterindien führen meist ein übles Leben. Junge Hündchen werden als Massenware billig gehandelt. Sobald Tiere grösser werden oder gar ausgewachsen sind, fallen sie manchen Besitzern zur Last. Sie fressen, koten und bellen zu viel. Die Köter lernen nichts. Sie verbringen ihre Zeit in engen Käfigen, oder betteln auf den Strassen, wie vernachlässigte Kinder. Nur wenige Besitzer bringen ihre unerwünschten Objekte, wie Hunde und Katzen, in einen Tempel. (1) Der Normalfall ist das Aussetzen. Die einstigen bellenden und heulenden Haustiere streunen, verwildern und ernähren sich von Abfall. Gelegentliche Hühnchen und Ratten werden nicht verschmäht. Kehrichtsäcke werden aufgerissen. Der Inhalt wird dann zusätzlich durch Fahrzeuge, Stürme, Wasser und Wind in den Siedlungen verteilt.

Unmittelbare Nachbarn halten und quälen ihr Schosstier dauernd in der Küche, wo es ebenfalls seine Notdurft verrichtet. Stuhl- und Tischbeine sind fast die einzigen Möglichkeiten, um Markierungen zu hinterlassen. Der Raum riecht fürchterlich. Der Gestank wirkt auf normalempfindliche Nasen als Brechmittel. Die einzige Luftverbesserung schafft das gelegentliche deckenschwärzende Frittieren toter Fische. Sie müssen nicht einmal frisch sein. Offenbar schmeckt es den Hundehaltern trotzdem.

Andere Nachbarn zogen von Satun nach Hat Yai. Ihr gutmütiger Hund blieb einsam zurück. Wenige Einwohner füttern das Tier. Eine Frau in Klong Khut kocht Frühstück für die Hundemeute. Mittlerweile hat sie täglich über zwanzig vierbeinige Gäste. Der Vorteil ist, die gesättigten Tiere spielen kaum mit Abfall. Die Strasse bleibt sauber.

Weit schlimmer ist, wenn Kinder weder Aufmerksamkeit, Betreuung noch Liebe erhalten. In einer unübersichtlichen Kurve in unserer Strasse steht zur Erhöhung der Sicherheit ein Spiegel. Eines Tages wies der Spiegel ein Loch auf. Wir dachten, stürmische Winde hätten ihn durch krachende Äste beschädigt.
Beim Giessen unseres Gartens hörte Dick dann komische Schlaggeräusche. Sie schaute nach und sah, wie ein kleiner Junge mit einer langen Stange auf den Verkehrs-Spiegel einschlug. Sie ging hin und erklärte dem Knaben, warum das kein Spass sei, dass er solche Hilfsmittel nicht zerstören sollte. Der Schelm hörte der gut gemeinten Schelte absolut verständnislos zu. Danach brachte ihn Dick nach Hause. Unterwegs demonstrierte der kleine Drecksack seine Schlag-Kraft, indem er als Dreingabe mit seiner Stange einige Papaya-Stauden der Nachbarn köpfte.
Zu Hause erwarteten ihn die Grosseltern. Grossvater hat irgend einen Doktortitel, geht jedoch keiner Beschäftigung nach. Die Grosseltern verprügelten das Kind zu zweit kommentarlos. Der Kleine gab trotz der Schmerzen keinen Laut von sich. Der Alte schickt den Sechsjährigen zwecks Abhärtung ins Boxtrainig. Bübchen übt daneben fleissig Vandalismus. Gelegentlich verbeult er mit seinen Stangen entlang der Hauptstrasse Automobile.
In wenigen Jahren wird er Drogen verkaufen. Wer keine Drogen kauft, wird er mit seiner Stangen-Technik zu erpressen versuchen. Kung Fu pur. Das Fernsehen übermittelt solche Botschaften bereits Kleinkindern. Wir kennen diese Bösen-Buben-Spielchen von PhonPhat. Das ist die beste Vorbildung zum Offizier – Armee oder Polizei. Schulzeugnisse bleiben Nebensache.
Gleichzeitig breitete sich eine neue Seuche aus – Plastikkinder.
https://wahnsinnausdemwok.wordpress.com/2016/02/24/die-luk-thep-wochos-gehen-weiter/

(1) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/phuket/72424

Alleine in China leben sechzig Millionen Kinder, um die sich kaum einer kümmert.
The Star, Malaysia, 26. Feb.20, Leaving no child behind, ATP

Geschichten aus mehr als 6‘000 Nächten in Hinterindien

1. Teil

Wer kennt sie nicht, die wunderbaren Geschichten aus „Tausendundeine Nacht“. Arabische Träume wie „Aladins Wunderlampe“ oder „Ali Baba und die vierzig Räuber“. (1)

Als ich mit den Aufzeichnungen exotischen Lebens begann, schrieb ich Märchen, Schnurren, Schwänke und grinste selbst zufrieden darüber. Da bestand doch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Reisberg, durch den man sich ins Schlaraffenland frisst.
Mittlerweile futterte ich genügend Reis samt Beilagen. Das Schlaraffenland ist immer noch unerreichbar fern. Ich stecke vollgefressen mitten in einem Berg von Betrug, Lügen und Skandalen fest. Ich habe eigentlich genug, bin übersättigt von all den Feen und Märchen. Davon laufen, flüchten kann ich nicht.

Als wir in der Schule in das klassische Griechenland und dessen Götterwelt eingeführt wurden, war ich vernarrt in „Die schönsten Sagen des klassischen Altertums“. Eine Sammlung antiker Mythen des deutschen Schriftstellers Gustav Schwab. (2)

„Himmel und Erde waren geschaffen: das Meer wogte in seinen Ufern, und die Fische spielten darin; in den Lüften sangen beflügelt die Vögel; der Erdboden wimmelte von Tieren. Aber noch fehlte es an dem Geschöpfe, dessen Leib so beschaffen war, daß der Geist in ihm Wohnung machen und von ihm aus die Erdenwelt beherrschen konnte. Da betrat Prometheus die Erde, ein Sprößling des alten Göttergeschlechtes, das Zeus entthront hatte, ein Sohn des erdgebornen Uranossohnes Iapetos, kluger Erfindung voll. Dieser wußte wohl, daß im Erdboden der Same des Himmels schlummre; darum nahm er vom Tone, befeuchtete denselben mit dem Wasser des Flusses, knetete ihn und formte daraus ein Gebilde nach dem Ebenbilde der Götter, der Herren der Welt. Diesen seinen Erdenkloß zu beleben, entlehnte er allenthalben von den Tierseelen gute und böse Eigenschaften und schloß sie in die Brust des Menschen ein. Unter den Himmlischen hatte er eine Freundin, Athene, die Göttin der Weisheit. Diese bewunderte die Schöpfung des Titanensohnes und blies dem halbbeseelten Bilde den Geist, den göttlichen Atem ein.“

Ich verschlang die Bücher. Doch die Übersättigung mit den Göttern, es gibt zu viele im Olymp, danach war derart, dass ich die schlechteste Prüfungs-Arbeit meines jungen Lebens schrieb.

Gegenwärtig geht es mir ähnlich. In der Küche können wir von Reis auf Kartoffeln oder Teigwaren wechseln. Hinterindien ist nicht nur voller Geister und Götter. Die belasten mich nicht. Aber die Ausreden, Flunkereien und Lügen, täglich neu erfunden und aufgetischt, gehen mir allmählich auf den Wecker. Sie wiegen schwerer, als die gesamte Götterwelt aus dem Olymp.

Der Nachbarschaft blieb es nicht verborgen, dass wir ein weiteres Tischblatt suchen. Ausgerechnet ein Ordnungshüter sollte uns dazu verhelfen. Wir kennen sie aus Chiang Mai bestens, die auf Holz spezialisierten, uniformierten Wegelagerer.
Der unbekannte Kerl soll im Besitze eines grossformatigen Holzstückes mit dem mir unbekannten Namen Hlumpha sein. Der Preis scheint mit 15‘000 Baht angemessen. Aus Erfahrung möchte ich mir aber das edle Stück erst ansehen.
Das sei unmöglich, wurde mitgeteilt. Das Objekt befinde sich in neunzig Kilometern Entfernung im Dschungel. Es müsse erst mit einem Elefanten, (warum nicht zwei?) zur Strasse transportiert werden. Dann funktionierten meine vom Alkohol nur teilweise betäubten Gehirnwindungen. Ich fragte mich, wie sägten die Arbeiter dort ein einziges Blatt von annähernd zwei auf einen Metern Grösse. So ein Riesenbaum von mindestens hundert Jahren liefert weit mehr Holz. Wo blieb der bescheidene Rest?
Dick erhielt Bilder. Schlechter kann selbst ein preisgünstiges Smartphone nicht fotografieren. Das Holz, praktisch farblos, erdige Grautöne, wies grosse Risse auf und war mit Schmutz, Kieseln, Blättern und Aststücken bedeckt. Wieder fragte ich nach dem Namen. „Ist es Hua Li?“
„Ja, ja, Hlumpha ist Huali.“
Mit Hua Li, Rosenholz, englisch Brazilian Tulipwood, wird die Holzart Dalbergia decipularis aus der Gruppe der Palisanderhölzer bezeichnet. Dieses seltene Holz wird üblicherweise nach Gewicht gehandelt. Der Preis liegt gegenwärtig bei etwa dreihundert Dollar pro Kilogramm! Neunzig Prozent der alten Bäume sind hohl. So hohl wie die Lügen der Händler. Ausgerechnet der Polizist erzählte, aus Furcht vor den Ordnungshütern, wurde das Brett vor vier Jahren eingegraben.

Die Basler haben einen Spruch für unglaubwürdige Geschichten:
„Verzell du das em Fährimaa!“ Der Fährimann steuerte früher seine Fähre über den Rhein. (3)

Fortsetzung folgt

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Tausendundeine_Nacht
(2)
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_sch%C3%B6nsten_Sagen_des_klassischen_Altertums
(Hörbuch) https://www.youtube.com/watch?v=Sy0AJLt7ZQo
(Holzfällerteller nach Otto) https://wordpress.com/read/post/id/732973/36950
(3) http://www.srf.ch/sendungen/hoerspiel/verzell-du-das-em-faehrimaa-3