Tamarinden

Die kleineren Früchte werden in Märkten und von Grossverteilern angeboten. Ein uralt ehrwürdiger Baum vor einem Haus lieferte die grösseren Schoten.
Das Bild erinnert an Eigenschaften der gesellschaftlichen Strukturen in Thailand. Als Feigling schreibe ich nur * * *. Ich freue mich auf ihren Kommentar!
Es gibt süsse und saure Tamarinden. Sie sind zwischen 5 bis 20 cm lang, zimtfarben bis braun. Der Querschnitt ist rundlich. In den Hülsen liegen Samen. Sie werden von einer bräunlichen bis schwarzroten Pulpa, dem Fruchtmark, eingehüllt.
Die Kerne der Tamarinde werden teilweise gekocht oder geröstet und zu Mus gestampft. Es ist als Tamarindenkonzentrat und Tamarindenmark erhältlich. Es verleiht Currys eine dunkle Färbung und den pikanten herbsauren Geschmack.
In gewissen Regionen von Thailand, wie Chiang Dao und Maeung Khong, werden die Hülsen in kleine Stücke gebrochen, mit Tabak vermengt. Zum Rauchen wickelt man das exotische Gemisch in geschnittene Bananenblätter. Der Zusatz der Tamarinde-Hülsen führt oft zu starkem Hustenreiz. In Chiang Mai genügt gegenwärtig die mit Feinstaub übersättigte Luft. In Satun ist die Luft noch sauber. Geraucht werden geschmuggelte, zollfreie Glimmstengel aus Langkawi. Ich freue mich jetzt schon auf das indonesische Lungenbrot mit Gewürznelken!

Leiden und Freuden eines teiggenössischen Teigessers

Schleckten sie in der Vorweihnachtszeit ebenfalls zahlreiche Teigschüsseln ihrer Mutter aus? In Satun gibt es ausgenommen von Butter, Mehl, Rosinen und Zucker wenig Ingredienzien zum Backen und Trölen.
Zusätzlich kann ich keine Handarbeiten verrichten. Als ich Dick die Herstellung von Weihnachtsgebäck mit Backformen wie Sterne, Monde und so weiter – zu erklären versuchte, kaufte sie eine unnötige italienische Keksmaschine. Meine Lust dagegen konzentrierte sich auf Lichtjahre entfernte Anis-Chräbeli bis zu den Zimtsternen in den Milchstrassen. (1)

Die schmerzenden Arme und zitternde Finger schränken mich ein. Nofretitte, die mir für wenige Monate Linderung verschaffte, leidet in Chiang Mai unter der Kälte. Sie wagt sich nicht zu husten, weil sie dann Ihre virtuelle Reizwäsche ernsthaft fäkalisieren könnte.

Schreiben war einige Tage unmöglich. Ich beschäftigte mich mit dem Berechnen von Rezepturen. In der Schweiz heisst es in der Anleitung zu „Schinken im Teig“: Man nehme einen Schinken von 1,5 Kilogramm. (2) In Satun kann ich diesen Schinken weder nehmen, bezahlen, noch stehlen. Es gibt ihn nicht.
Bei Makro wurden zwei Schinklein „Bücher Bangkok“ von 700 Gramm angeboten. Wenn in ihrer Schule die Relativitätstheorie erklärt wurde, wissen sie: ein kleinerer Schinken erfordert weniger Teig, als ein dicker Happen. Ich versuchte, mit den Lehrsätzen von Pythagoras und des spezifischen Gewichts, Schinken-Umfänge zu ermitteln und daraus erforderliche Teigmengen zu berechnen.
Sie überlegen zu Recht, der Vollpfosten hätte den Umfang einfach mit einer Schnur bestimmen können. Mir hätte aber immer noch der Umfang eines schweizerischen Qualitäts-Alpen-Schinkens gefehlt.

Aber zu Weihnachten gab es erfolgreich:
Satun-Halal Schinken im Teig!
(1) https://ww2.bettybossi.ch/de/Rezept/ShowRezept/BB_BKXX060801_0374A-40-de
(2) https://ww2.bettybossi.ch/de/Rezept/ShowRezept/BB_JBXX060101_0014A-40-de

Der Hamme stammte nicht von einem mit Alpenrosen und Edelweiss gefütterten Bergschwein. Besseres finden Suchende in Thailand unter glücklichen Umständen in Bangkok.

Jahreswechsel

Geschätzte Leserinnen und Leser,
bloggen ohne Leser wäre so sinnvoll, wie Wasser ins Meer giessen. Ich danke für die langjährige Aufmerksamkeit und die Kommentare.
In Zukunft werde ich wohl weniger tippen, denn meine Finger streiken häufiger, als mir angenehm ist. Die Finger treiben ihr Unwesen nicht nur an den Tastaturen. Sie dekorieren die ganze Küche mit Suppen. Dazu benötigen sie www nicht.

Ihnen übermittle ich die besten Wünsche zum Jahreswechsel!
Low, Satun, Thailand

Feiertags-Vorbereitungen

Für uns ist praktisch jeder Tag ein Feiertag. Wir stecken dauernd in Fest-Vorbereitungen. Dick flocht streng nach alter Emmentaler-Bauernfrau-Tradition am Samstag eine schöne Anken-Züpfe.* Das ganze Haus duftete nach Hefe- und Butter.
Ich dagegen war der Handwerker und werkelte an einem formschönen Kerzenständer. Nicht nur meine Hände, sogar der Mund wurden tatkräftig eingesetzt. Dick wünschte sich mehrere Ständer. Bereits nach dem getesteten Prototypen fehlten weitere Kapazitäten der Leber zwecks Flaschen-Aussaugen. Mein Kopf brannte wie eine alte Glühbirne – kein neuartiges, kaltes LED Zeug – beduselt wie vom billigen Glühwein von Europas Weihnachtsmärkten.
Die Kerzenständer können sie an Hand der Abbildung kopieren. Für den Zopf folgt das Rezept. Weil wir bloss zu zweit sind, genügt die 250 Gramm Version, sonst müssten wir mit gefrässigen Ameisen teilen. Ich bin zu alt, um rabiaten Tieren Zopf aus dem Rachen zu reissen.

Kleiner Berner Butter-Zopf (Satun Version)

Zutaten

250 g Weissmehl
150 g Milch
30 g ungesalzene Butter
10 g Trockenhefe
½ EL Salz
1 TL Zucker
1 Ei biologisch, vom Bauern aus Bodenhaltung. Hühner-Ei geht auch.

In die zimmerwarme Milch Zucker und Hefe geben. Später die restlichen Zutaten beifügen. Die Maschine während zwanzig Minuten langsam kneten lassen.
Die Teigschüssel mit feuchtem Tuch bedecken und eine Stunde warten. Die Hefe arbeitet. Danach den Teig halbieren. Zwei lange Würste rollen. Beide Würste übers Kreuz legen – zum Zopf flechten.

Das Eigelb separieren. Mit Flachpinsel – Modelle Gauguin oder Van Gogh – den Zopf künstlerisch bearbeiten. Mindestens zwanzig Minuten warten.
Danach in den kalten Ofen schieben. Ungefähr fünfunddreissig Minuten bei 180 °C, später 160 °C backen. Diese Werte gelten für unseren kleinen House Worth Backofen.

*Anken-Züpfe = Butter-Zopf
Flechten: https://www.youtube.com/watch?v=AOMrlBe-u3U

Frittierter Transformator

Hier im milden Süden Thailands können die Einwohner kaum genug Kalorien zu sich nehmen. Deshalb wird alles stark gezuckert. Die Speisen, Fleisch jeder Art, Gemüse aller Gattungen, verschiedene Meeresfrüchte, werden in Fett und Oel schwimmend zubereitet. Damit all das Zeug richtig trieft und kräftigen Palmöl-Geschmack verbreitet, wird es zusätzlich paniert.
Eine weitere bekannte Zubereitungsart, besteht in den als Benzpyren-Schleudern konzipierten einheimischen, mit Holzkohle befeuerten, Grillgeräten. Die Holzkohle wird verbotenerweise aus Mangrovenholz hergestellt, während die See die ungeschützten Küstenlandschaften zernagt.
In Sonderangeboten verkaufen Grossmärkte in China gefertigte Elektrogrillgeräte, Stromfresser der Hochleistungs-Sonderklasse. Der Hit des Tages war: Beim Erwerb von zwei Geräten wird ein Drittes geschenkt.

Ich erklärte Dick, dass sie ihr Bügeleisen mit 2400 Watt Leistung und den Staubsauger mit 1600 Watt nicht an dieselben Steckdosen anschliessen könne. Die Sicherung würde die Stromlieferung sogleich unterbrechen. In diesem Land kennt man vor allem Wat, gleich Tempel. Der Ingenieur James Watt dagegen ist unbekannt.
Unsere Waschmaschine arbeitet an einer zusätzlichen Kabeldose mit Sicherung. Sie schaltet Ströme über 10 Ampere aus. Weil die Spannung am Netz zwischen 220 und 240 Volt schwankt, ist es möglich, dass die Sicherung beim sechzig Grad Waschprogramm und hoher Spannung ausschaltet. Das ist unangenehm, aber eher preisgünstig. Ein kurzer Blick auf mein Messgerät zeigt, ob die Spannung eher zu hoch ist.
In PhonPhat schwankte die Spannung zwischen 180 bis 240 Volt, mit zwei bis drei Totalausfällen pro Woche.

Ich sass in Satun im Raum, wo der Bügeltisch steht und betrachtete die Pflanzen im Garten. Einzelne Blätter erreichten eine Höhe von zweieinhalb Metern. Zahlreiche Schachteln sind dort gelagert, um Garantieausfälle zu verpacken und zurück zu senden. Dann roch ich es: Nachbarn frittierten einen Transformator. Von meinem Arbeitsort in Bern, war mir der Geruch vertraut. Schnell schaltete ich meine eigenen Elektronik-Einheiten aus. Es war eindeutig, der Gestank war importiert.

Noch am selben Abend lieferte mir Dick die Geschichte. Nachbarn benutzten eine Batterie von Grillgeräten. Die Isolationen der Leitungen in der Decke brannten. Die ganze Strom-Verteilerbox fing Feuer. Da musste zuvor ein sogenannter Fachmann, ein tüchtiger Spezialist, die Sicherungen überlistet haben, ganz ähnlich, wie die ihre Mopeds und andere Motoren frisieren.
Einzig den Grillgeräten passierte nichts. Die wurden nicht einmal heiss genug, um das Grillgut zu garen. Da war der Herr Professor Paul Scherrer an der ETH in Zürich vor sechzig Jahren wesentlich erfolgreicher. Mit zwei Kabeln, Bananensteckern und Krokodilklemmen, erhitzte er erfolgreich Würste an der Steckdose.
1-1510039421-18 Technisch ausgereifte, familienfreundliche Lösung!

https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Scherrer

Gedanken zu Würsten: Philosophie zwischen zwei Zipfeln

Üblicherweise verspeisen Menschen Nahrungsmittel mehr oder weniger Gedankenlos. Einheimische werden bei der Fütterung durch Fernseher oder Smartphones abgelenkt.
Farang dagegen versuchen beim Kauen tiefsinnige Gespräche zu führen, oder sie studieren Börsenkurse und Intelligenzblatt. Nur selten wird die Qualität der Speisen erwähnt.
Der einzige Thai, der seine Beurteilung des Futters lautstark in die Umgebung krähte, war der kleine Goon. Der sagte jedem: „Du kannst nicht Pasta kochen. Ich mag Nudeln und Spaghetti von Ta-Taa!“

In Chiang Mai war es relativ einfach, hervorragenden Wurstwaren zu kaufen – unter Meidung einer Anzahl von Anbietern.
Mit Salami aus Italien hatten wir nie Probleme. Die Ware aus Bangkok schmeckte mir nicht. In Satun gibt es keine Importware.
Zum frisch gebackenen Brot wäre eine Auswahl an Charcuterie willkommen gewesen. In Satun lagen im Gestell bloss zwei Stück Salami aus Bangkok. „PEPPERONI“ stand auf dem ein Kilogramm schweren fünfzehn Zöller. Haltbar bis nächsten Februar. Ich rechnete und überlegte, fünfundsiebzig Gramm pro Woche sollten machbar sein.
Zusätzlich war das Würstchen, wie in Italien, mit Salamigarn bewickelt. Zu Hause sah ich, die Schnur war nur auf die Kunststoffhülle gedruckt.
Ich schnitt die Wurst an. Ein fast aufdringlicher Paprikaduft verbreitete sich. Das Fleisch wies zahlreiche Pfefferkörner auf und war rot vom Peperoni. Ich biss vorsichtig ein Stücklein ab und kaute. Geschmacklos langweilig war das Fleisch nicht, aber nicht vergleichbar mit italienischen, spanischen oder ungarischen Würsten.
Als annähend achtzig Prozent des Anschnitts verspiesen waren, meldete mein Magen: „Nichts für mich!“ Die nächste halbe Stunde sass ich hustend, spuckend, teilweise atemlos würgend im Badezimmer.

Am Tag darauf wiederholte ich den Selbst-Versuch. Auf ein Stück leicht gebuttertes Roggenbrot legte ich eine dünne Scheiben Salami. Extrem langsam kaute ich am Sandwich. Der Magen liess sich vorerst überlisten. Aber den ganzen Nachmittag lang, rülpste ich unangenehme Paprika-Schwaden.

Wir sahen uns das Angebot an Brüh- und Bratwürsten an. Alle diese Spezialitäten waren dank Zusatzstoffen dreissig Tage haltbar. MSG – Mononatriumglutamat – C5H8NNaO4 – und Zucker ergänzten die undefinierbaren Mischungen. Möglicherweise fanden einige Tropfen Formalin den Weg in den Wurstteig. Schwächliche Individuen geben ihren Geist sofort auf. Starke Persönlichkeiten werden dagegen lebenslänglich unsterblich. Nichts für unseren besch..eidenen Einkaufskorb.
In der Schweiz empfahlen einst versierte Metzgermeister, frische Würste nicht länger als fünfzehn Stunden zu lagern.

Zu unserer „Multione“ Küchenmaschine gehörte als Zubehör ein Fleischwolf. Dick war nicht zu faul, das Gerät zu benutzen. Inspiriert wurden wir vom Koch Sandro Zinggeler, Schweizer LandLiebe TV, Staffel 4, Sendung 2. (1,2) Wir erzeugten erstklassige Schweins-Bratwürste ohne chemische Zusätze. Mein durch deutsch-thailändische Salami (Original Deutsches Rezept) gefolterter Magen vergab meine Sünden und verdaute die hausgemachten Bratwürste.

(1) https://www.schweizerfleisch.ch/gastronomie/la-cuisine-des-jeunes/portraits/2014-sandro-zinggeler.html
(2) https://www.youtube.com/watch?v=L2fj98LqpjI

Gesammelte Leckerbissen über 1700 Kilometer

Am Ende einer harten Tagestrecke freuen wir uns stets auf das Abendessen. Wir fanden auf dem langen Weg nur zwei herausragende Küchen. Die eine befindet sich in Nakhon Sawan. Die Thai Küche ist wieder grossartig, seitdem der letzte Koch gefeuert wurde.
Die zweite Station, die ich sofort wieder aufsuchen würde, ist in Nakhon Pathom, das chinesische Restaurant des Mida Dhavarati Hotels.

Es gab auch weniger delikate Speisen. Eine Speisekarte reizte meinen Appetit mit Nudeln und gebratenem Schweinefleisch an einer braunen Sauce.
Die Preise für Schweinefleisch sind im Keller. Zuletzt bezahlten wir um vierzig Baht für ein Kilogramm. Gute Nudeln kosten fast das Vierfache. Ein Fläschchen Betadine, Inhalt dreissig Milliliter, kostet in Satun nun vierundvierzig Baht. In Chiang Mai waren es noch achtunddreissig Baht.
Wie reagierten die Köche beim Erzeugen des Nudelgerichts? Mir wurde eine Schüssel mittlerer Grösse hingestellt. Aus einem undefinierbaren Sud winkte mir ein Berg, ein thailändisches Matterhorn von Schweinefleisch entgegen. Nach emsigem Graben fand ich darunter versteckt einige teure Nudeln. Die braune Sosse war eine klare Suppe. Nur der Sherry zum Verfeinern fehlte.

Preisgünstig assen wir in Thung Song. Für Schweinssuppe, Huhn mit Reis, und Meeresfrüchte Salat legte Dick in der Nähe des Parks hundertvierzig Baht auf den Tisch. Die Suppe war einmalig gut.

Zurück in Satun gibt es wieder frisches Brot. Weil Dick mit ihrem verletzten Arm Mühe beim Kneten bekundete, kaufte ich im April eine Küchenmaschine von Kenwood.
Der Schaden an der Schulter wurde entgegen meinen Vorstellungen in Chiang Mai nicht behoben, obwohl die Versicherung Kostengutsprache erteilte. Aber die Dame Kenwood in Satun werkelt problemlos und ohne zu meckern.
Leider gibt es zum Brot weder gute Wurst, Schinken noch Käse. Der Grana Padano aus Italien ist nicht mehr im Angebot. Der sogenannte „italienische“ Käse wird aus Wisconsin, USA, importiert. Die Shitake Pilze sind aus Chinas Pilzzuchten! Wahre Lebenskünstler in den Tropen züchten Käse und Pilze in ihrem Schuhwerk.