Tücken der Bewegungsmelder

Beim Kauf der Heizplatte packte ich ebenfalls einen Bewegungsmelder in den Warenkorb.
Von Chiang Mai her wusste ich, klingeln am Haus-Eingang überfordert die meisten Einheimischen. Sie hupen, rufen, schreien, klopfen, klatschen, nur klingeln vermeiden sie. Vor Niederschlägen geschützte Klingelknöpfe wurden missbraucht, bepinkelt, zerstört und gestohlen. Was bringt ein Klingelknopf mit eingebautem Sender, ohne den dazugehörigen Empfänger? Hochgerechnet eine Batterie, die in kein anderes System passt.

Bewegungsmelder mit Infrarot-Detektoren erfassen jeden Besucher, dazu Hunde und Katzen, die eigentlich nur schnell einen kegelförmigen Gruss absetzen wollen und durch die unerwartete Begrüssung in ihrer Geschäftstätigkeit gestört werden. Die Folge sind global frustrierte Arschklemmer!

Zu Hause setzte ich mit klingelndem Tinnitus in den Ohren, die Lärmbelastung in den Hallen des Grossmarktes übertraf den Pegel sämtlicher Karaoke Bars, Batterien in das neue Gerät.
Es blieb still und stumm. War es ein Gehörschaden?
Dick erzählte erst nach meinem Kommentar:
„Die Kassiererin liess beim Scannen des Codes den Bewegungsmelder fallen“.
Sie meldete diese ausserordentliche Bewegung nicht sogleich. Ich hätte ein neues Gerät verlangt oder die Einheit mindestens prüfen lassen.
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Dick wollte zur Beschaffung einiger Kleidungsstücke, am Tag darauf ohnehin in diesen Konsumtempel zurück. Zwecks Schonung meines Gehörs verzichtete ich gerne darauf, gab Dick aber den stummen Melder zum Austausch mit.
Keiner der Verkaufsspezialisten wusste, was das Ding war und wie es funktionieren sollte. Vier Mann beschäftigten sich mit dem unbekannten Spielzeug. Einer holte den Chef.
Dick zeigte dem Herrn das zweideutige Bild eines Einbrechers auf der Verpackung mit englischem Text. Er begriff nicht sofort, was es war, kriegte einen knallroten Kopf und dachte, Dick hätte schlechte Absichten.
Sie wartete eine Stunde geduldig, während die Herren Spezialisten haufenweise Geräte testeten. Keines funktionierte. Dick bot ihre mitgebrachten Batterien an.
„Als kompetentes Unternehmen haben wir eigene Batterien!“
Nach einer Weile fand ein Schlaumeier heraus, die Batterien der Prüfer waren erschöpft.
„Ohm haben sie noch, aber Volt keine mehr“, erklärte mir vor vierzig Jahren eine, mit einem Multimeter hantierende Verkäuferin. Sie kannte knapp die Hälfte des Ohm’schen Gesetzes.
Dann erschrak die ganze Bande, als mit frischen Batterien – aus einem Gerät plötzlich:
„Ding Dong, … Hallo, welcome“, erschallte.
Alle die geprüften Gerätchen arbeiteten, bis auf unseres.

Die neue Einheit meldet jetzt hauptsächlich nächtliche Bewegungen schwarzer Katzen und dient als Wetterstation. Tropische Wolkenbrüche werden freundlich begrüsst mit:
“Hallo, welcome!“

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