Erklärungen zu Sinnlosigkeiten

Als die ersten Personalcomputer in Chiang Mai in den Regalen auf Käufer warteten, benötigte jeder im Dorf so ein Ding. Die klotzig-klobigen Bildschirme vermittelten sofort in jeder Wohnung einen Hauch von Fortschritt und Intellekt. Kaum jemand konnte die Maschinen als Kommunikationsgeräte oder Archive benutzen. Sie waren jedoch derart programmiert, dass beim Einlegen eines optischen Speichermediums Musik und Filme automatisch abgespielt wurden. Meistens stand in Sichtweite des Bildschirms ein Fernsehapparat, der zusammen mit einem CD-Spieler diese Möglichkeiten ebenfalls bot.
Später wurden Karaoke-Programme für die Computer verschleudert. Der zusätzliche Handel mit Mikrofonen, Verstärkern, Kabeln und Lautsprechern blühte.
Als der Markt fast mit schwerer, tückischer Technologie gesättigt war, erschienen die ersten eleganten Laptops. Den portablen, schlanken Schwergewichten konnte kein Technikfreund widerstehen. Neue Kredite für noch neuere, unbeherrschbare Technik wurden aufgenommen. Die optischen Speicher wichen Festplatten im Terabyte-Bereich und winzigen Chips mit Gigabyte-Kapazitäten. In den globalen Forschungslaboratorien entwickelten Spezialisten erfolgreich und perfide die nächste Geissel der Menschheit.

Einige Leser(innen) glauben es nicht. In Hinterindien werden Smartphones von Menschen benutzt, die nach langjährigem Schulbesuch weder lesen noch schreiben können. Sie besitzen jedoch Diplome und Zeugnisse, die das Gegenteil behaupten.
Ich fotografierte einen freundlichen Menschen bei seiner Arbeit und wollte diese Aufnahmen auf sein Handy laden. Der Mann hat keine vernünftige, für mich gefahrlose Schnittstelle für sein teures Gerät. Er besitzt keine Mail Adresse. Er nutzt nur anrüchige Bildtauschseiten – Viren inbegriffen -, Spiele und Filme. „Casablanca“, „Einer flog über das Kuckucksnest“ oder „Breakfast at Tiffanys“ würden sie in seinen Katalogen vergeblich suchen. Dafür wimmelt es von einschlägigen Versionen über Gebrauch und Missbrauch von Geschlechtsteilen. Für perverse Peinlichkeiten bevorzuge ich eher grossformatige Bildschirme. handyarbeiter
Hände wollen beschäftigt sein. Vor Jahren noch verrichteten Männer in der Freizeit künstlerisch wertvolle Handarbeiten. Sie fertigten Werk- und Spielzeuge an. Die Frauen webten, häkelten gemeinschaftlich und tratschten. Heute dient zur Verbreitung von Lügen und Nachrichten das Internet.
Katholiken, Buddhisten und Moslems benutzen zum Beten Rosenkränze. Das Klappern der Perlen verstummte. Selbst schwer Vermummte mit millimeterbreiten Sehschlitzen benutzen heute Tastaturen.
1950 brachte mich in Yverdon eine Telefonzentrale mit Handvermittlung arg ins Schwitzen. Die alte Technik traf mich unvorbereitet. Dazu kam der Sprachschock. Die Mademoiselles vom Amt sprachen französisch und stöpselten die gewünschten Verbindungen. Das Leben war auch mit Handstöpseln ohne Handy angenehm.
Der gegenwärtige Konflikt in den Entwicklungsländern besteht darin, dass die Geräte über mehr Intelligenz verfügen, als die meisten Besitzer. Sie benutzen die Wundermaschinen wie ihre Fortpflanzungsorgane, intuitiv ohne diskursiven Gebrauch des Verstandes oder bewusster Folgerungen. (1)

Martin Eppler, ein Medien-Professor von Weltruf verzichtet aufs Handy. (2) Er erklärte:
Die Smartphones verleiten uns dazu, jede kleine Pause mit Unsinn zu füllen. Wir checken Mails, konsumieren News, verschicken Nachrichten. Wenn neue Inputs für einen Moment ausbleiben, sind wir wie Süchtige auf Entzug. Diese Hyperaktivität behindert das Nachdenken und führt zu Fehlern in der Kommunikation. Dass ich auf ein Smartphone verzichte, ist für mich ein kleiner Luxus und Ausdruck meines beruflichen Selbstverständnisses: Ich werde fürs Nachdenken, fürs Dranbleiben, für gute Ideen bezahlt. Das alles gelingt leichter ohne permanente Reizüberflutung. Natürlich ist es auch ein Experiment und eine kleine Provokation, wenn ein Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement kein Mobiltelefon besitzt.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/intuition
(2) Mathias Morgenthaler im „Der Bund“ vom Samstag, den 24. Januar 2015.

http://blog.derbund.ch/berufung/index.php/34482/warum-der-weltweit-gefragte-medien-professor-aufs-handy-verzichtet/

Regionale Nadelstiche

Grosse Anlässe haben Sponsoren. Die dürfen für selbstlose Spenden dann ihre Werbebotschaften präsentieren.
Öfters wurden Dorffeste in LanNa Land von den Elektrizitätsproduzenten gesponsert. Nicht weil Teilnehmer freundliche Briefe mit Anfragen an die Direktion sandte, sondern weil man kurzerhand die Stromversorgung anzapfte. Die Kabel hängen überall wohlfeil herum und laden förmlich zur Selbstbedienung ein. Meistens lief das glimpflich ab. Zu Störfällen mit unfreiwilligen Kremationen kam es selten. Etwa dann, wenn ein mit Lao Khao Aufgeladener, Kabel nicht unterscheiden konnte und eine Hochspannungsleitung erwischte. Die Angaben an strassenquerenden Kabeln betreffen nicht die Spannung, sondern die Höhe über Grund.
Im grossen Stil funktioniert der Stromklau ebenfalls in Malaysa. Die Elektrizitätsgesellschaft von Sabah hat eine spezielle Einsatzgruppe. Sie entfernt wöchentlich illegale Anschlüsse. Am vergangenen Dienstag war die Truppe im Kampung Baru, Bukit Padang in Penampang tätig. In Zusammenarbeit mit der Polizei entfernten und beschlagnahmten die Herren fünfzig Kilogramm Kabel.
Der General-Manager des Unternehmens, Mahatir Nor Ismail erklärte, um gefährliche Missstände zu verhüten, müssten diese Aktionen wöchentlich durchgeführt werden. Pro Einsatz würde das Personal bis zu 100 Kilogramm Kabel aufrollen.
Wir dürfen uns vorstellen, diese Kabel wurden gestohlen, denn wenn die Diebe Geld hätten, wären die effektiven Stromkosten wesentlich günstiger.
dilarang masuk
In Singapoor wird weiter an den Freiheiten geschnipselt, ganz leicht nur, aber stetig. Es gibt neue Schnaps- und Bier-Paragraphen. In der Öffentlichkeit darf zwischen 22 30 und 07 00 Uhr kein Alkohol getrunken werden. Gleichzeitig soll ab 22 30 ein Verkaufsverbot gelten.
Warum denn so zaghaft? Kopieren sie einfach die thailändische Verordnung über den Verkauf von Alkoholika! Im Süden war sogar die Armee gezwungen, vor den Feiertagen dreihundert Flaschen Feuerwasser zu schmuggeln. Irgendein Verräter informierte die Polizei. Sie verhütete erfolgreich Leberschäden bei ihren uniformierten Kollegen.

Hausbesitzer schwindeln nicht

Sie sagen auch nicht die Wahrheit. Sie trennen sich gegen schnödes Entgelt von ihrem wertvollsten Besitz und wenn das streng genommen alter Plunder und billiger Schrott ist. Daran änderte die wiedergewonnene Freude der Bevölkerung im Land des gebeutelten Lächelns, der Militärregierung sei Lob und gebührender Dank, nichts. Die Diktatur der Hausbesitzer blieb ungebrochen. Die Gier nach Baht und noch mehr Baht jedenfalls ist unverändert. Das erste Gebot lautet:
„Horte Baht, wo immer Du sie kriegen kannst, ohne jemanden umzubringen!“

Dazu muss ich ergänzen, ich würde meinen Besitz, möbliert oder nicht, keinem Einheimischen vermieten. Das schafft nur Ärger. Entweder wird alles geklaut, oder der ehemalige Palast wird zur Baustelle umfunktioniert. Im einen Badezimmer wird ein niedliches rosafarbenes, fröhlich quiekendes Schweinchen gemästet. Aus Veranda und Vorplätzen entstehen ohne jegliche Rückfrage, weitere Zimmer für mindestens zwanzig Personen. Das entdeckte ich, anfänglich leicht verwundert, in den Dörfern an den Reisfeldern.

Bevor wir den Mietvertrag in Satun unterzeichneten fragte ich naiv: „Sofern etwas nicht funktioniert, wer kommt für die Behebung der Schäden auf?“
„Selbstverständlich ich,“ erklärte die Dame.
Sie verkaufte – vermietete – uns, mit einer heissen und einer kalten Hinterbacke, zwei defekte Kühlschränke. Wenn Farang Pampe aus tiefgefrorenem Salat nicht fressen mögen, ist das ihr Problem. Die Kühler lärmten, bezogen Strom, folglich funktionierten sie, auch wenn das Bier aus dem Zweitgerät warm war. Ersatz ausgeschlossen. Cotto
Beim ersten Transfer aufs WC murmelte ich:
„Die Schraube rechts ist nicht aus Kunststoff, sondern aus Kaugummi. Sie bricht bald.“
Sie brach.
In Hinterindien sind keine einzelnen Ersatzschrauben vorhanden. Es gibt nur Gesamtpackungen:
„Zwei Muttern, zwei Schrauben, Sitz und Deckel.“
Ich wusste, es müssten irgendwo Ersatzschrauben herum liegen. Es wäre eine Art technisches Wunder, wenn zwei Schrauben gleichzeitig ihr Dienstverhältnis aufgeben,
sofern nicht speziell zerstörerische Kräfte am Werk sind.
Dick telefonierte. Die Vermieterin – ihr Mann ist an einem Geschäft für Sanitäranlagen beteiligt – behauptete:
„Keine Ersatz-Schrauben. Wir hatten in diesem Haus noch nie Probleme mit WC Sitzen. Da brach noch nie kein Schräubchen. Sie sind die Ersten, die meinen teuren Kloschüsseln mit schweren Ärschen Gewalt antun.“
Das gibt es also ebenfalls: Kloschüsselmasochisten, Kunststoffsitzvergewaltiger und perverse Schraubenfetischisten.
Die Realität sah anders aus. Die drei WCs sind von Cotto. Zwei der heissen blauen Stühle haben Sitze von SB, einem Dritt-Anbieter. Das bedeutet, die zwei Garnituren wurden bereits mindestens einmal ersetzt. Aber wir sind zu blöd, um solche Kleinigkeiten zu bemerken.

Smartphones, GPS und QR CODE

Der Kommunikationsvirus ist nicht aufzuhalten. Er erfasste alle flinken Finger in Satun. Nur die zentralen Steuerungsorgane, die Gehirne, reagieren immer noch eigenständig, vorwiegend auf Fressbuden, Märkte, Rauchzeichen, Reize und Röcke.
Die Menschen geben sich nicht mit Mittelklasse Geräten zufrieden. Ein iPhone muss es sein, auch wenn zahlreiche Möglichkeiten vergeblich eingebaut sind, weil sie nie benutzt werden und die Eigner jahrelang Geräte abbezahlen, die genau genommen – nach sechs Monaten zum technischen Schrott gehören. Jeder Anal-phabet hat so ein Ding. Wer nicht lesen kann, schaut Bildlein.

Wir leben bei den Kuhreihern, weg von Grossmärkten und Tempeln. Hie und da gibt es Hauslieferungen von Grossgeräten, wie Kühlschrank und Waschmaschine. Wir geben den Lieferanten nicht nur Adresse und Telefonnummer, sondern die GPS Position. Alle stolzen Besitzer von Galaxy, iPhone und dergleichen, rufen nach altbewährter Methode an und jammern, wenn sie den Weg nicht finden können.
Smartphones sind ideale Speicher für Daten aller Art. In Hinterindien werden rein gedanklich nur Bilder und Filme gespeichert. Täschchen, Handtaschen, Brieftaschen und andere Behältnisse sind voller Notizzettelchen. Sie sind so klein, der Wind bläst sie weg oder sie verschwinden, denn es gibt zu viele Geister im Land. Die meisten dieser Notizen wurden von Telefonen abgeschrieben, wo sie immer noch gespeichert sind.
Täglich werden diese Geräte mit hunderten Nachrichten plus Bildern bombardiert. Die Bilder illustrieren nicht etwa das Leben der Absender.
Es sind gekaufte Illustrationen, die effektiv nur Netz und Speicher belasten. Wenn sämtliche Kapazitäten in Smartphones durch Sinnlosigkeiten besetzt sind, werden sie langsam und stürzen ab. Dann wird nicht aufgeräumt, sondern Buddha flüstert: „Es wird Zeit für ein neues Handy“.
QR Hinterinden
Eine ausgeklügelte Anwendung für Grufties mit grosskalibrigen Fingern ist:
Quick Response, das heisst auf Deutsch: Schnelle Antwort. Die Marke “QR Code“ ist eine Methode, Informationen so zu notieren, dass diese maschinell gefunden und gelesen werden können. Durch automatische Fehlerkorrektur ist dieses Verfahren äusserst robust und daher weltweit verbreitet.
Der QR-Code wurde erst zur Markierung von Baugruppen und Komponenten für die Logistik in der Automobilproduktion des Toyota-Konzerns angewandt. Der QR-Code wurde von Denso eingeführt. Dieses Unternehmen kooperierte seit seiner Ausgliederung aus dem Konzern 1949 als Zulieferer für sämtliche elektrischen und elektronischen Baugruppen mit Toyota. Erfunden und weiter entwickelt wurde der QR-Code 1994 von Masahiro Hara und seinem Team in der Firma Denso Wave.
Die Verwendung des QR-Codes ist lizenz- und kostenfrei. Viele Mobiltelefone verfügen über eingebaute Kameras und Software, die das Interpretieren von QR-Codes ermöglichen.
Für Smartphones mit Betriebssystemen Android, gibt es unter anderen dafür QR Droid. Diese Software löst die Kamera bei gefundenem Code aus und interpretiert den Text in Sekundenschnelle. Sogar ich als Zittergreis, der mit schmerzenden Handgelenken Smartphones kaum nutzen kann, erfasse problemlos QR Codes. Ein Vorteil ist, URL müssen nicht mühsam mit steifen, gefühllosen Fingern auf Kleinstbildschirmen filigran eingetippt werden.

Das Haus bei den Kuhreihern

Die Klimaanlagen von Schlaf- und Wohnzimmer wurden scheinbar vom Schänder des frostig kalten Kühlschranks – sogar der Salat gefror in der Gemüseablage – bearbeitet. Auf zwanzig Grad eingestellt, blasen die Geräte genauso eisig, wie bei gewählten dreissig Grad. Der Spezialist für unsachgemässe Billigstreparaturen, überbrückte einfach die Sensorregelungen. Solche Kälte ertragen weder Gemüse noch ich selbst.
Sämtliche Diskussionen mit Hausbesitzern erübrigen sich. Als Dick eine tropfende Dusche bemängelte, meinte unsere Lady charmant aber bestimmt: „Lass es tropfen“. Sie bezahlt weder Wasser noch Strom. Nach dem Entfernen von sinnlosen Teflon-Bändern aus Kunststoffgewinden war alles dicht. Die Unterschiede zwischen verschiedenem Material und dessen Verhalten, sind bis auf Lao Khao und Scotch, weitgehend unbekannt. Nun gehöre ich wieder zu den erfolgreichen Denkern und Dichtern!Kuhreiher
Das grösste Problem ist die Mikrobiologie. Könnten Sonnenstrahlen die Zimmer ausleuchten, würden viele Bakterien und Sporen durch die ultraviolette Strahlung eliminiert. Nach über fünf Jahren Ruhe, erlitt ich wieder einen Harnwegsinfekt. Schüttelfrost und Bauchschmerzen peinigten mich.
Die dunkelblauen Toiletten verhinderten die Beobachtung einer allfälligen Trübung des Urins im Frühstadium. In unser Spital wollte ich nicht. Der erste Eindruck anfangs November und entsprechend fragwürdige Aussagen des Pflegepersonals, liessen Zweifel spriessen.

Ich sagte mir, dass ich wohl keinen superresistenten, sämtliche Medikamente verhöhnenden Bakterienstamm gezüchtet hätte. Ich sei ein Opfer der lokalen Flora und Fauna des Hauses, einer Strassenköter-Mischung relativ harmloser Bakterien.
Gleichzeitig beschimpfte ich mich selbst, weil ich im ungünstigen Klima nicht genug Vorsicht walten liess.
Ich notierte zwei verschiedene Antibiotika und sandte Dick mit zweitausend Baht in die nächste Apotheke. Das Medikament kostete vierzig Baht für fünf Tage Behandlung. Meine Überlegungen erwiesen sich als richtig. Nun träume ich von perlendem Prosecco auf Langkawi. Der schluckt sich angenehmer, als Apfelessig in den Morgenstunden. BakterienPilze2
Der einzige Aufbewahrungsort benutzter Gläser ist der Kühlschrank. In Chiang Mai hielt ein Schluck Feuerwasser Insekten vom Genuss süsser Getränke ab. Hier schlürfen Säufer-Ameisen sogar den stark gezuckerten, vierzig prozentigen Hong Thong. Das Angebot in den Tante Emma Läden ist darauf beschränkt. Anderen Schnaps kaufen die Südstaatler des Ortes offenkundig nicht.

Geschirr abtrocknen erübrigt sich, denn die Geschirr-Tücher sind nach kurzer Zeit überbevölkerte Quartiere für Bakterien und Pilze. Ich kann diese Mikroorganismen – respektive deren Orgasmen – riechen, aber nicht sehen.
Seit Dienstag, dem Dreizehnten, haben wir eine wirksame Waffe gegen den Mief. Eine Maschine, die von lauwarm bis heiss wäscht. Sogar Kochwäsche würde die Maschine verarbeiten, doch ist das nicht zu empfehlen. Das heisse Wasser würde die Abwasserleitung zerstören.

Erfahrungen aus Satun

Einen Monat sind wir im Haus in Satun. Wir lernten überaus freundliche Nachbarn kennen, aber ebenso die gravierenden Missstände unseres Gebäudes. Anfänglich beleidigten bloss verbogene Gabeln und Löffel aus Aluminiumblech Augen und Gaumen. Wir fanden formschönes Besteck aus rostfreiem Stahl. Während dreissig Jahren benutzte und entwickelte ich Maschinenteile aus rostfreiem Stahl. Ich wusste, der ist antimagnetisch. Das war eine wichtige Voraussetzung bei Feldern bis zu 10‘000 Gauss, einem Tesla. An unserem neuen hinterindischen INOX Besteck kleben selbst schwache Magnete. SatunBuffalo
Einer der Grossmärkte bietet als Prämien Besteckteile von Fontignac an. Sie werden in Vietnam hergestellt und reagieren auf Magnete nicht. Der Nachteil ist der Preis. Für ein vierteiliges Servier-Besteck muss man für zwanzigtausend Baht einkaufen. Gegenwärtig arbeiten wir an einem Suppenschöpfer. Diese Investition beträgt fünfzehntausend Baht.
Gäbe es Punkte für Spirituosen und Alkoholika, kämen wir schneller ans Ziel. Für einen zwei Personen Haushalt sind die Vorgaben zu hoch.
Eine durchschnittliche Grossfamilie, Mann, vier Frauen mit zusammen 16 Kindern, könnte die notwendigen Punkte innerhalb eines Monats allein mit dem Verzehr von Süssigkeiten beschaffen.
Noch ist mein Hirn durch Alkohol und Tropenfieber nicht geschwächt oder umnebelt. Ich weiss, gediegene Marken-Bestecksätze mit achtundsechzig Teilen werden für ungefähr dreihundert Euro – plus minus fünfzig Prozent – angeboten, aber nicht in Satun.

In der Küche roch es, ausgenommen bei stürmischen Winden, nach Gas. Die Empfehlung war, die Aussenküche zu benutzen. Es fehlen Freude und Opferbereitschaft, mich beim Schmoren von Entenbrust durch gefährliche Blutsauger zerstechen zu lassen. Ich prüfte das Reduzierventil genauer und ersetzte es diskussionslos. Gasvalve
Die Risikoverminderung einer Vergiftung oder Explosion kostete 490 Baht und bedeutete einen weiteren Punkt zur gepflegten Suppe mit meiner Lieblingspuppe.

Fortsetzung folgt …..

Tücken der Bewegungsmelder

Beim Kauf der Heizplatte packte ich ebenfalls einen Bewegungsmelder in den Warenkorb.
Von Chiang Mai her wusste ich, klingeln am Haus-Eingang überfordert die meisten Einheimischen. Sie hupen, rufen, schreien, klopfen, klatschen, nur klingeln vermeiden sie. Vor Niederschlägen geschützte Klingelknöpfe wurden missbraucht, bepinkelt, zerstört und gestohlen. Was bringt ein Klingelknopf mit eingebautem Sender, ohne den dazugehörigen Empfänger? Hochgerechnet eine Batterie, die in kein anderes System passt.

Bewegungsmelder mit Infrarot-Detektoren erfassen jeden Besucher, dazu Hunde und Katzen, die eigentlich nur schnell einen kegelförmigen Gruss absetzen wollen und durch die unerwartete Begrüssung in ihrer Geschäftstätigkeit gestört werden. Die Folge sind global frustrierte Arschklemmer!

Zu Hause setzte ich mit klingelndem Tinnitus in den Ohren, die Lärmbelastung in den Hallen des Grossmarktes übertraf den Pegel sämtlicher Karaoke Bars, Batterien in das neue Gerät.
Es blieb still und stumm. War es ein Gehörschaden?
Dick erzählte erst nach meinem Kommentar:
„Die Kassiererin liess beim Scannen des Codes den Bewegungsmelder fallen“.
Sie meldete diese ausserordentliche Bewegung nicht sogleich. Ich hätte ein neues Gerät verlangt oder die Einheit mindestens prüfen lassen.
Thieve1
Dick wollte zur Beschaffung einiger Kleidungsstücke, am Tag darauf ohnehin in diesen Konsumtempel zurück. Zwecks Schonung meines Gehörs verzichtete ich gerne darauf, gab Dick aber den stummen Melder zum Austausch mit.
Keiner der Verkaufsspezialisten wusste, was das Ding war und wie es funktionieren sollte. Vier Mann beschäftigten sich mit dem unbekannten Spielzeug. Einer holte den Chef.
Dick zeigte dem Herrn das zweideutige Bild eines Einbrechers auf der Verpackung mit englischem Text. Er begriff nicht sofort, was es war, kriegte einen knallroten Kopf und dachte, Dick hätte schlechte Absichten.
Sie wartete eine Stunde geduldig, während die Herren Spezialisten haufenweise Geräte testeten. Keines funktionierte. Dick bot ihre mitgebrachten Batterien an.
„Als kompetentes Unternehmen haben wir eigene Batterien!“
Nach einer Weile fand ein Schlaumeier heraus, die Batterien der Prüfer waren erschöpft.
„Ohm haben sie noch, aber Volt keine mehr“, erklärte mir vor vierzig Jahren eine, mit einem Multimeter hantierende Verkäuferin. Sie kannte knapp die Hälfte des Ohm’schen Gesetzes.
Dann erschrak die ganze Bande, als mit frischen Batterien – aus einem Gerät plötzlich:
„Ding Dong, … Hallo, welcome“, erschallte.
Alle die geprüften Gerätchen arbeiteten, bis auf unseres.

Die neue Einheit meldet jetzt hauptsächlich nächtliche Bewegungen schwarzer Katzen und dient als Wetterstation. Tropische Wolkenbrüche werden freundlich begrüsst mit:
“Hallo, welcome!“