Einige Unterschiede zwischen PhonPhat und Malaka

Die Distanz PhonPhat – Malaka entspricht etwa der von Bern nach Stockholm. In Nordthailand sind kühle Winternächte um 10 °C (November, Dezember, Januar) mit extrem heissem April und Mai bei Temperaturen über 40 Grad Celsius, üblich. In Malaka liegt im Jahresdurchschnitt die Temperatur bei 26.7 °C. Die Schwankungen sind im Bereich von 20 bis 30 °C, mit durchschnittlichen Regenmengen von 2878 mm innerhalb eines Jahres. Die Niederschlagsmenge in Chiang Mai beträgt zirka die Hälfte.

Mit den Jahren war ich im Dorf an den Reisfeldern kein Fremder mehr. Bis auf die letzten Monate, wo ich gesundheitshalber ans Haus gefesselt war, nahm ich regen Anteil am Dorfleben. Ich kannte die Menschen und ihre Tugenden. Sie lieferten fast täglich Stoff für unglaubliche Geschichten.

Das historische Malaka kenne ich seit etwa vierzig Jahren. Damals lebte ich im Gouvernment Rest House. (1) Es wurde vor hundert Jahren errichtet. An Stelle des schlichten Gebäudes im Kolonialstil, mit Deckenventilatoren und Malariaschutznetzen über den Betten, steht nun das Hotel Equatorial mit einundzwanzig Stockwerken.
Etwa dreihundert Meter entfernt plätscherten die Wellen der Malaka-Strasse an den Strand. Abends wurden dort Imbissbuden aufgestellt. Der Duft köstlicher Krabben bleibt in Erinnerung. Es waren grosse Krustentiere mit breiten Panzern, Stielaugen und fünf Beinpaaren. Das erste Paar wurde zu Zangen umgeformt. Meine einstigen Freunde, wir genossen zusammen das Essen im abendlich angenehmen Wind, leben nicht mehr.

Wie in Singapur wurde die See an die fünfhundert Meter zurück gedrängt. Auf diesem Gelände stehen nun das Einkaufszentrum Mahkota Parade, das Hatten Hotel und die Geschäfte des Dataran Pahlawan. Ganze Quartiere wurden in den letzten zehn Jahren auf diesem Land gebaut. Dem Meer wurde danach zusätzlich ein weiterer Kilometer Land abgetrotzt. Landmalaka
Als Hotelgast fehlt mir die Nähe zur Bevölkerung. Die tiefen Einblicke in den Alltag wie in PhonPhat gibt es noch nicht. Ich erlebe die Stadt oberflächlich, wie ein durchschnittlicher Tourist und benötige keine Reiseführer. Aber ausser in Speiselokalen fehlt doch das Salz in den Suppen der Gerüchteküchen.

Am Holiday Inn Hotel gab es für betuchte Yachtbesitzer eine lange Bootsanlegestelle, genannt Jetty. Sie führte etwa dreihundert Meter hinaus ins tiefere Wasser. Von der Jetty aus liessen sich im seichten Wasser Schlammspringer beobachten. Schlammspringer sind eine amphibisch lebende Gattung von Fischen aus der Familie der Gobionellidae. Diese Fische halten sich gerne im Brackwasser und an Land auf. Sie nutzen ihre Brustflossen als Beine. Wie Chamäleons, können sie jedes Auge einzeln drehen.
Die Jetty-Erbauer liessen sich von den Stadtvätern und ihren Plänen überraschen. Die Regierung lässt weiterhin Land aufschütten. Die Jetty liegt jetzt in einer Sandwüste und dient als Karaokehalle. Es hallt von ferne und stört nicht wie in PhonPhat, wo durch die Bässe gepanschter Wein sauer wurde.
Potentielle Sängerinnen und Sänger werden nicht mit Motor-Booten, sondern mit Elektromobilen zu ihren Auftritten gefahren, damit ihre oft bescheidenen Luftvorräte nicht bei langen Fussmärschen verpuffen.

(1) http://cdm15466.contentdm.oclc.org/cdm/ref/collection/p15466coll5/id/184
Neue Quartere Neue Quartiere
Jetty1 Jetty
Jetty Sand Jetty in den Sand gesetzt

Ältere Beiträge:
(l) http://hinterindien.com/2013/08/24/geisterspuren-in-melaka/
(l) http://hinterindien.com/2012/10/07/melaka-malaysia/
(l) http://hinterindien.com/2013/09/18/die-briten-in-hinterindien-malaca/
(l) http://hinterindien.com/2013/08/27/mondkuchen-und-hungrige-geister/

Vom wiehernden helvetischen Amtsschimmel getreten

Sozial-Versicherungen holen regelmässig Lebensbestätigungen ein, um zu verhindern, dass Rentenleistungen an längst Verstorbene ausbezahlt werden. Im pleiten Griechenland kassierten Familien unberechtigter Weise teilweise zwanzig Jahre lang.
Ich finde die Erhebung von Lebensbestätigungen durchaus sinnvoll, sofern für Kunden die Umtriebe massvoll sind. Rentner sind im Grunde nichts anderes, als auf den Tod wartende, Versicherungskassen plündernde Schmarotzer.
Vor langer Zeit genügte es, wenn der Dorfvorsteher seinen Stempel auf die Formulare knallte und unterschrieb. Die Distrikts-verwaltung in Hang Dong konnte ich aus bautechnischen Gründen nicht aufsuchen. Die Büros im ersten Stock waren nur über Treppen erreichbar.
Ein Thaischriftgelehrter mit Lizenz ‘Made in Khao San Road, Bangkok‘ miss-interpretierte in Genf den offiziellen Dorfstempel als Siegel einer kirchlichen Organisation und sandte den Wisch mit entsprechenden Bemerkungen zurück.
Glücklicherweise installierte damals die schweizerische Eidgenossenschaft einen Honorarkonsul in Chiang Mai. Der Weg vom Dorf dorthin ist bloss bescheidene fünfundzwanzig Kilometer. Um die Luftverschmutzung gering zu halten, dürfen Rentner anstelle des Rollators ein Fahrrad mit Hilfsmotor benutzen.

Als ich fast notfallmässig Chiang Mai verliess, hatte ich einige Lebensbestätigungs-Formulare im Gepäck, weil ich den hilfsbereiten Herrn Konsul mangels Kraft und Zeit nicht mehr aufsuchen konnte. BBrunnen Nach den Bestattungsfeierlichkeiten in Muri und den erquickenden Augenblicken des Verkostens edler Weine von Vin d’oeuvre in Leuk, durfte ich die Heimtücken des Verwaltungsapparates erfahren. In der Bundesstadt Bern fühlte sich leider niemand zuständig, meine Formulare zu quittieren. Die Beamten weigerten sich nicht nur. Sie erklärten, es sei den Behörden verboten, ehemalige Wohnsitzgemeinden eingeschlossen, solche Dokumente zu unterzeichnen.

Andererseits begrüssen schweizerische Amtsstellen papierlose Immigranten aus sämtlichen Kontinenten wohlwollend. Diese Menschen erhalten, von Steuerzahlern finanziert, Verpflegung, Unterkünfte, zusätzlich Taschengeld und gestempelte Verordnungen jeglicher Art.
Jahrelang bezahlte ich Steuern und Abgaben im Heimatland. Als Auslandschweizer ohne Wohnsitz in der Schweiz, war es mir unmöglich, einen Stempel, eine Unterschrift einer Amtsperson, für schlussendlich schweizerische Institutionen zu erlangen.
Ganz langsam wurde ich wütend und stocksauer. Erst wollte ich Schreiberlinge der Regenbogenpresse, beispielweise ‘das triefende Auge‘, informieren. Weil noch kein Blut floss, plante ich, das Bundeshaus, die Zentrale helvetischen Irrsinns, mit Molotow-Cocktails zu attackieren. Vielleicht wäre danach ein Stempel der Polizei verfügbar gewesen, beglaubigt durch die Aussagen:
„Er lebt. Der unzurechnungsfähige Terrorist verübte Brand-Anschläge auf das hoch-heilige Parlamentsgebäude.“

Ohne Anschläge zu verüben, das Benzin war zu teuer und das Bundeshaus ist ein alter Steinklotz, reiste ich ohne gestempelte Dokumente im Gepäck nach Südostasien zurück. Aus Melaka sandte ich dem fernen Herrn Konsul in Chiang Mai ein Mail und suchte Hilfe. Postwendend erhielt ich die Antwort:
“Sehr geehrter Sender,
Wir danken für Ihre E-Mail und möchten Sie informieren, dass wir bis 20. Oktober 2014 in Europa sein werden.
Honorar Konsul – Nord-Thailand.“
Der freundliche Herr sandte ein zweites, persönliches Mail und bot mir seine Dienste an. Danke sehr!

Klatsch, Tratsch und Tatsachen

Die grünen Freunde verbreiten in Thailand nicht nur grosse Freude. Sie liefern Geschichten zum Schmunzeln.
Ein Hauptmann eines Kavallerie-Batallions zündete sich am 26. August in Pathum Thani in einem Nachtklub eine Zigarette an. Weil dort das Rauchen nicht gestattet ist, setzten ihn drei Türsteher nach einer hitzigen Diskussion ins Freie an die frische Luft. Diese Türsteher waren Angehörige der Militärpolizei der Luftwaffe.
Der Kavallerie-Hauptmann schätzte diese Behandlung gar nicht. Er rief seine Mannschaft zusammen. Bewaffnet rückte die Kavallerie in Armeefahrzeugen an. Dann verprügelten die Männer siegreich die feindlichen Militärpolizisten der Luftwaffe.

Wiederum traf das Schicksal Offiziere der Luftwaffe. Bei einem Bankett in einem Militärclub traten gleich zwei nackte Sängerinnen auf! In der Presse wurde (zwecks Milderung der Tatbestände?) nur eine Nackedei erwähnt. Was war denn besser, der Gesang oder die Show?
Darüber sprach Air Marshal Monthol Satchukorn nicht. Auch den Ort und die beteiligten Personen wollte der Air Marshal wohl aus taktisch-strategischen Überlegungen nicht nennen.
Aber der hohe Offizier erwähnte, dass es Vorschriften über die Verwendung von staatlichen Einrichtungen gebe. Die Vorführungen obszöner Dienste während und außerhalb der Geschäftszeiten seien strikt verboten.

Weniger zum Lachen reizte ein Bericht http://prachatai.org/english/node/4331.
Laut thailändischen Behörden soll ab 15. September 2014 ein Programm namens Sniffer Internet-Nutzer ausspionieren.
Offenbar geriet ich bereits ab 19. August für einige Tage in eine Versuchsüberwachung.
(l) http://hinterindien.com/2014/08/19/internet-und-hinterindien/
Sämtliche Verbindungen zu Zeitungen, WordPress und Mails waren schwerwiegend gestört. Kommunikationspakete wurden stundenlang verzögert. Das Ultra-Book selbst funktionierte im Ausland während Wochen problemlos! Nach meiner Abreise erkundigte sich die Polizei im Dorf nach meinem Wohlergehen.
(l) http://www.fr-online.de/politik/thailand-beginn-einer-diktatur,1472596,28399624.html

Hier in Malaysia litt Dick vorwiegend unter reichlich ruinösen, schlanke Formen verändernden, dennoch verführerischen Nahrungsmittelangeboten.Suppe JB

Kleine Bauarbeiten, Pläne und Preise

Erinnerungen. Seit langem hegte Dick bescheidene Ausbaupläne für ihren Salon. Echte Thai-Häuser sind bekanntlich nie fertig erstellt.
Ihr Laden diente zusätzlich dem Informationsaustausch unter Kundinnen und Nachbarinnen. Dafür sollte Platz geschaffen werden. Zudem brannte die Sonne nachmittags voll in Küche und Essbereich. Es wurde unangenehm heiss. Über den Fenstern sollte ein Dach den Lichteinfall reduzieren.
Das Vordach am Salon leckte. Wichtige Konferenzen fanden unter Schirmen statt. Wir kontaktierten Handwerker.
Khun Sand wirkte vor zehn Jahren als Baumeister meiner Behausung. Es gibt nur wenige nicht behobene Mängel. Das Dach über der Veranda leckt noch heute. Ich machte während des Dachdeckens eine Photographie und teilte damals dem Bauleiter meine Befürchtungen mit.
Er lächelte und sagte, du hast Garantie, dass ich das nicht repariere. Aber ich baue gerne ein neues Haus.

Sand ging beinahe vorbildlich mit seinen Angestellten um. Er betrog sie nicht. Tempelbesuche waren wichtig für ihn. Deshalb baten wir ihn trotz unseren Erfahrungen, eine Skizze zu erstellen und dazu einen verbindlichen Kostenvoranschlag zu berechnen.
Skizze gab es keine. Die hatte er im Kopf. Kosten sah er im Bereich von einhunderttausend Baht, ein aufgerundeter Farang-Preis.bauofferte Kürzlich fragte Dick einen Handwerker aus dem Dorf. Der wollte sämtliche Arbeiten für zweiunddreissigtausend Baht ausführen. Darauf erkundigte ich mich, wie er eine zweieinhalb Meter lange Balustrade entfernen wollte.
„Mit einem grossen Vorschlaghammer!“
In meinem Kopf sah ich bereits den lustigen Film, wie fliegende Zementstücke die nahen Fensterfronten durchschlugen.
Wir hatten zwei Hämmer zu einem Kilogramm. Für achtundneunzig Baht kaufte ich einen Spitz- und einen Flachmeissel. Mowgli und Dei entfernten mit diesen Werkzeugen in drei Stunden den Schnickschnack, ohne Schäden anzurichten. Der Handwerker wollte nun nichts mehr mit dem Umbau zu tun haben. Für die Reparatur der beschädigten Fenster hätte er bestimmt Prozente kassiert!
Dick legte Eisen, vierhundert Baht, erstellte mit Brettern und der Hilfe eines Knaben aus der Verwandtschaft eine Verschalung. Ich berechnete einen knappen Kubikmeter Beton für die Konferenzfläche. Das Material wurde von Siam Zement für 2500 Baht geliefert und sauber gegossen.
Ein Spezialist lieferte für dreizehntausend Baht eine Abdeckung aus Aluminium für die Fensterfront und installierte das Ganze. Für die Reparatur des kleinen Lecks am Vordach berechnete er tausend Baht. Die Fliesenleger wollten bloss 500 Baht.
Der Umbau konnte unter Einsatz von qualifizierten Lockenwicklerinnen ohne zusätzliche Schäden für siebzehntausendfünfhundert Baht plus Keramik und Trinkgeldern durchgeführt werden.

Aller Anfang ist schwer

Zu Beginn schien alles ganz einfach. Die Ankunft in Johor Bahru war angenehmer und schneller, als ich in den kühnsten Träumen erhoffen durfte. Ich wartete auf Dick. Sie würde sicher nicht vor zwei Uhr des folgenden Tages eintreffen. Nach zwei Cocktails in den Abendstunden, suchte ich im Internet nach einem Bungalow. Idealerweise sollte er in der Nähe von verlockenden Verpflegungsanstalten und einem Einkaufszentrum liegen, ohne dass ich in ein Fahrzeug einsteigen musste.
Ich fand ein solches Objekt. Ein uns bekanntes China-Restaurant war in weniger als zehn Minuten erreichbar. Ins Einkaufszentrum mit mehreren günstigen Essgelegenheiten und einer Tesco-Filiale waren es ein paar Meter mehr.
Ich kletterte zum dritten Mal ins Bett, als gegen fünf Uhr die hustende und müde Dick vor der Tür stand und klingelte. Vorausblickend kaufte ich in der Schweiz eine gelbe Dose mit vierhundert Gramm Kräuterzucker.
Nach einem Mittagessen, einer gesunden Portion pflanzliches und tierisches Malaysia, die sie unmöglich verschlingen konnte, spazieren wir zum Bungalow. Ich liess mein GPS-Gerät im Hotel liegen und fragte deshalb einige Einheimische nach dem Weg. Wie erwartet, wurden wir erst in die falsche Himmelsrichtung geschickt.
Wir schauten uns die Häuschen in leichter Hanglage in einer beinahe dörflichen Umgebung mit vielen Gärten an. Überschwemmungen waren unmöglich. Moscheen mit Minaretten und leistungsfähigen Lautsprechern entdeckten wir keine. Aus der Ferne, zerrissen vom erfrischenden Wind, vernahm ich Fragmente eines Gebetsrufes.
Nur geringe Distanz trennte die Idylle von Trubel und Lärm der Grossstadt. Wir trauten unsern Augen kaum, als wir unser künftiges Heim sahen. Jalan Ara 16 Bereits für den nächsten Tag vereinbarten wir einen Termin mit Eigentümer und Makler.
Im Haus gab es zwei möblierte Schlafzimmer, zwei WC mit Duschen, eine grosse Küche mit möbliertem Esszimmer und vier weiteren Räumen.
Dick sorgte sich um die Höhe des Grases im Garten. In Gedanken pflanzte sie bereits Blumen, Gemüse und Sträucher.
Wir einigten uns schnell mit Eigentümer und Makler. Bei einer Peking-Ente und einer Flasche Syrah feierten wir unsere Zukunft. Anstatt zu schlafen, schrieb ich Verzeichnisse mit den unentbehrlichsten Einrichtungsgegenständen. Qualitäts-Korkenzieher kaufte ich bereits in der Schweiz ein.

Am Tag darauf besichtigten wir im Einkaufszentrum Gegenstände wie Geschirr, Staubsauger und Haartrockner.
Ein Telefonanruf setzte mich brutal in die Wirklichkeit zurück. Dicks Mutter war wieder einmal im Krankenhaus und soll demnächst operiert werden. Dick will ihre Mutter betreuen und nach Thailand zurück reisen. Für mich, mit reduziert leistungsfähigen Gelenken, war der Traum in Hanglage damit zu Ende. Mit schwerem Kopf und voller übler Gedanken schrieb ich dem Makler, unser grossartiger Luftballon sei leider durch unbeeinflussbare Ereignisse zerstört worden.

Ihr Text: 2958 Zeichen, 429 Wörter, Bullshit-Index :0.13
Ihr Text zeigt nur geringe Hinweise auf ‘Bullshit’-Deutsch.

Zürich – Singapur

Ich benötigte weder 105 Tage wie Fedor Jagor 1857, (1) noch 3 Tage mit Imperial Airways anno 1939, um die Strecke zu bewältigen. (2)
Eine Baustelle erschwerte in Zürich-Kloten den Zugang zum Check-in Nummer 2. Anstatt das Taxi vor dem Gebäude zu parkieren, brachte mich der Fahrer ins gegenüber liegende Parkhaus. Von dort ging es steil hinauf zur Strasse, über diese Strasse und danach ebenso steil hinunter. Ich schob meine Koffer in einem Caddy am Hang hoch und hatte leichte Probleme mit meinen Handgelenken.
Ein hilfsbereiter Mensch sah mich schieben. Er stellte seinen Wagen ab und half mir unaufgefordert bis zur Abfertigung. Noch vor zehn Uhr erreichte ich die Lounge.
Um mich auf die Bordverpflegung vorzubereiten, trank ich einen Pfefferminztee und kaute leise ein Gipfeli (Croissant ähnliches Gebäck der Helvetier).
Kurz nach elf Uhr erreichte ich die A380 der Singapore Airlines. Bevor ich mich über irgend etwas beschweren konnte, stand ein Glas Taittinger vor mir. Sekundengenau wurde die Maschine um 11 45 aufs Flugfeld bugsiert. Um 12 00 trat der Pilot voll aufs Gaspedal. Der Riesenvogel beschleunigte und hob ab. Danach kümmerte ich mich nur noch um Champagner, Chablis und die Verpflegung.

Vorspeise: Sate, (Satay) mit Zwiebeln, Gurke und Erdnuss Sauce.
Zwischengericht: Waldorfsalat mit Räucherlachs.
Hauptgericht: Lammkoteletts mit gefüllten Artischoken – Schinken, Ei und Sardellen,
kreiert von Carlo Cracco, Ristorante Cracco, Milano
oder: im Wok sautiertes Schweinefleisch mit Pilzen und gebratenem Reis.
oder: Gaeng Kiew Warn Kung, grüner Thai Curry,
oder: mit Spinat und Feta gefülltes Hähnchen mit Gnocci.
Dessert: Luzerner Mozarttorte. Ich wusste nicht, dass Mozart in Luzern Torten komponierte.
oder: Mövenpick Nuss-Ahornsirup Creme mit Orangencoulis
oder: Käse,
oder: Obstschale mit frischen Früchten,
Kaffe mit Konditorpralinen.

Anstelle von Wasser (Evian, Eau minérale naturelle), Bier oder Guiness gab es zum Trinken
Weissweine:
Champagner von Taittinger. Beim Flug in die Schweiz wurde zusätzlich Bollinger angeboten,
von Markus Molitor einen Riesling Kabinett Klosterberg 2012,
2 Chablis, einen von Jean Marc Brocard, Premier Cru de Vey 2011,
den anderen der Domäne William Fevre 2012.
Rotweine:
2010 Chateau Loudenne, Cru Bourgeois, Bordeaux,
2009 Marchesi de Frescobaldi, Tenuta di Castiglioni, Toscana IGT,
2009 Pago de los Capellanes, Ribero del Duero
und als Port: Taylors 10 year old tawny port.

Die gefüllten Artischocken alleine waren die Reise wert.
Speisen, trinken, schlucken und danach schreiben, dauerten fast fünf Stunden, geographisch bis in die Nähe von Mashhad in Persien.
Nach einem reichhaltigen Frühstück, Mitternacht Schweizerzeit – in Singapur um sechs Uhr früh, durften die Passagiere die Maschine verlassen. Zwei Stunden später sass ich bereits im Hotel in Johor Bahru, Malaysia.

(1) http://hinterindien.com/2014/03/10/hamburg-singapore-1857/
(2) http://hinterindien.com/2014/03/25/fruhe-flugreisen-nach-hinterindien/
(t) http://www.singaporeair.com/de_DE/flying-with-us/cuisinelanding/business/

Thai – Reis

Bevor ich Thailand verliess, wurde Reis zum täglichen Gesprächsthema. Die Regierung Yinglak übernahm die Reisernte von den Bauern. Die Bezahlung sollte später erfolgen. Die durch Intrigen aufgeschobenen Zahlungen trieben mehrere verarmte, verzweifelte Landwirte zum Selbstmord, bis Generäle die Schatzkiste übernahmen und die Schulden endlich beglichen.
Nicht sämtlicher Reis wurde fachgerecht gelagert. Tausende Tonnen verschwanden oder wurden gar nie angeliefert, sondern bloss verbucht. Viel gespeicherter Reis verdarb, verschimmelte, wurde von Nagern gefressen und verunreinigt. Gammelreis soll gegenwärtig zu Biosprit verarbeitet werden.

Die Reispreise verdoppelten sich innerhalb eines Jahres, während die Qualität im Einzelhandel sank. Der durch seinen Duft berühmte Jasmin-Reis, Hom Mali, existierte nur noch als Werbung auf den Verpackungen. Der zarte Duft ging verloren oder es wurde geschummelt und minderwertiger Reis abgefüllt. Darauf kauften wir in Chiang Mai den wesentlich besseren und teureren Basmati Reis aus Indien.

Ein junges Ehepaar besuchte uns im Dorf am Reisfeld. Als Gastgeschenk brachten sie einige Kilogramm Reis. Der junge Mann studierte Biologie. Er erarbeitete seine Bachelor- und Master-Diplome mit viel Interesse, Freude und Begeisterung.
Die Schwiegermutter ärgerte sich, als der frisch diplomierte Biologe, anstatt in den lukrativen Staatsdienst zu treten, um sein Dasein fortan in einem klimatisierten Büro zu gestalten, sich die Hände beschmutzte, den Rücken krümmte und Reis auf biologischer Basis anbaute. Zusätzlich betrieb er eine eigene Reismühle.
Trotz Ratgeberin Schwiegermutter will er sich weiterbilden, zusätzlich an einem Doktortitel arbeiten und sein Leben ganz dem Reis widmen.

Seinen vorzüglichen Reis setzten wir mit zwei Teilen Wasser an und kochten das Gemisch während etwa 45 Minuten auf leichtem Feuer. Es waren drei verschiedene Sorten, weiss, rot und schwarz gemischt.
Der Reis hatte ansprechende Aromen und war immer noch ‘al dente‘. (1) Leider konnte ich mich nicht mehr über die verschiedenen Sorten informieren, denn mein Reisetermin rückte näher. Der Preis dürfte bei fünfzig Baht pro Kilogramm liegen, plus Postversandkosten. Mehr erfahren Sie aus der Abbildung. Reis
Vollkornreis ist eine irreführende Bezeichnung für Reis, der unpoliert gegart und gegessen wird. An ihm haften Silberhäutchen und Embryo. Deshalb sind Vitamin-, Spurenelement- und Eiweißgehalt wesentlich höher als beim polierten Reis. Gedroschene Reiskörner sind ungenießbar und könnten, besonders bei Kleinkindern, zum Erstickungstod führen.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Al_dente