Teurer Tod durch Spekulation

Wie viel Erde braucht der Mensch? Darüber machte sich Lew Nikolajewitsch Tolstoi Gedanken. (1) Die Erstveröffentlichung der Erzählung, welche die unendliche Gier nach Eigentum hinterfragt, erfolgte 1885. Ein Todesfall in der Familie weckte meine Gedanken zu diesen Fragen – während des Fluges von den Reisfeldern Nordthailands nach Singapur. Bloombergs Business Week unterstützte mich dabei. Zwei Stunden vor dem Einchecken im Flughafen Chiang Mai empfing ich ein Mail, dass mein Bruder verstorben sei.Dorfrand Jede Woche sterben in Bangkok ungefähr 1000 Menschen. Bei gewaltsamen politischen Auseinandersetzungen oder Epidemien könnten es mehr sein.
In New York, mit ähnlichen Bevölkerungszahlen und Sterbefällen, wird in Manhattan der Boden für die Toten knapp. Ed Koch, ein früherer Bürgermeister, bezahlte 1988 für seine letzte Ruhestätte im Trinity Church Friedhof 20‘000 $. Zwei Grüfte im ‘New York Marble Cemetery‘ wurden jede für bescheidene 350‘000 $ angeboten. In Londons ‘City of London Cemetery’ kostet die Miete für 100 Jahre 30‘370 £.

In Asiens Metropolen sind Kremationen üblich. Sogar der Raum für Urnen ist beschränkt.
Kolumbarium, auch Columbarium, ist eine Bezeichnung für Taubenschläge. (2) Wegen optischer Ähnlichkeiten werden auch altrömische Grabkammern mit reihenweise übereinander angebrachten Nischen zur Aufnahme von Urnen nach Feuerbestattungen so benannt. Heute bezeichnet man als Kolumbarium oberirdische Bauwerke oder Gewölbe, die der Aufbewahrung von Urnen oder Särgen dienen und oft Friedhöfen oder Krematorien angegliedert sind.
In Hongkong beträgt die Wartezeit zur Einlieferung von Urnen in einem öffentlichen Kolumbarium bis zu fünf Jahren.
Für Arme wird selbst das Sterben zu teuer.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Wieviel_Erde_braucht_der_Mensch%3F
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Kolumbarium
(Text-quellen) Bloomberg Business Week, 11. Aug. 2014, Flavia Krause-Jackson

Auf dem Holzweg – Holz weg

Jahrelang oblag der königlich-thailändischen Polizei der Schutz der Wälder, der Urwälder und aller Bäume in den Nationalparks. Sämtliche Holztransporte erforderten teure Überwachung und Gebühren. Die Abgaben aus dem Holzhandel an die Ordnungshüter waren und sind beachtlich. Nach und nach übernahmen und leiteten in gewissen Gegenden Polizeioffiziere Bearbeitung und Vertrieb des Holzes.
Die Frevelei, illegale Im- und Exporte konnten nie ganz unterbunden werden. Nicht einmal auf eigenem Besitz, durften ohne gebührenpflichtige Bewilligungen Holz geschlagen, oder alte Wurzelstöcke entfernt werden. (2) Dennoch wurden in Nationalparks illegal Resorts errichtet und teils Tempel mit Helikopterlandeplatz gebaut. Der Landeplatz des Waldtempels Pa Samyek liegt in einem Park des Bezirks Nam Nao. (3)

In einem unscheinbaren Gebäude an der Hauptstrasse schnitzen Künstler grossformatige Meisterwerke. Die gesetzlichen Gebühren an die Ordnungshüter plus mafiöse Erpressungen dürften die Kunstwerke empfindlich verteuern.
Nachdem die Armee das Land aus dem gigantischen Sumpf der Korruption befreit, oder mindestens zu befreien versucht, richteten besorgte Armee-Offiziere ihre Blicke auf die bedrohten Wälder, deren wertvolles Tropenholz und die rücksichtslosen Holzverarbeiter im Allgemeinen.

Ende Juni veranstalteten schwer bewaffneten Krieger eine Grossrazzia in einem holzverarbeitenden Betrieb an der Hauptstrasse. Sie beschlagnahmten Arbeiten, zum Teil feste Aufträge von Hotels und Privaten, im Wert von 10 Millionen Baht. Der verzweifelte Unternehmer versuchte alles, einiges zu retten. Mit einem Vorschlaghammer demolierte er ein überlanges Schnitzwerk, nur um den Uniformierten zu zeigen, dass das edle Stück aus mehreren kleineren Teilen zusammengesetzt war und nicht aus einem einzigen, illegal gefällten Urwaldriesen bestand.
Die Offiziere diskutierten nicht. Soldaten beluden die Fahrzeuge mit delikater, teurer Fracht und verschwanden mit heulenden Motoren und quietschenden Reifen. Sie holten Holz weg. Tempelmuedigkeit Nach wenigen Tagen brachten die Militärs ihre Beute kleinlaut zurück. Eines der Kunstwerke wurde angeblich vom einem Herrn Generalissimus persönlich bestellt!

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Auf_dem_Holzweg_sein
(2) http://wp.me/p2ljyL-VP
(3) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/55113-tempel-mit-hubschrauberlandeplatz.html

Internet und Hinterindien

Der Zugriff auf Webseiten ist für mich gegenwärtig schwierig. Ich bitte um Verständnis. Die demonstrierten Fähigkeiten des ‘Cyber War Room’ und der mitwirkenden Organisationen waren derartig beeindruckend, dass selbst meine PC-Maus den Schwanz einzog. Eine Lösung des Problems zeichnet sich ab.
Mit freundlichen Grüssen
Low

Traktat über Flaschen, Kürbisse und Melonen

Die Früchte der Flaschenkürbisse, Lagenaria siceraria, sind vielfältig in Formen und Grösse. (1) Die Beschaffenheit reicht von breit, kugelig, birnen-, keulen- und kellenförmig bis zylindrisch. In Deutschland werden die Früchte oft Herkuleskeulen genannt.
Die kleineren Sorten haben Durchmesser von fünf Zentimetern. Grössere Kaliber erreichen drei Meter Länge. Die Farbe reicht von hellgrün mit weissen Sprenkeln bis zu weiss. Das Fruchtfleisch unreifer Früchte ist weiß und wässerig. Die Rinde wird im Alter häufig hellbraun. Wie beim männlichen Homo Sapiens, sind junge Früchtchen behaart, zur Reife werden sie kahl. (2) Die Rinde ist dicht und verholzt. Sie ist haltbar und wasserdicht.
Reife, ausgehölte Früchte dienen als Kalebassen zum Aufbewahren von Nahrung. In Kenia verwenden die Massai sie als Melkeimer.
Mehr als sechzig verschiedene Blas-, Zupf- und Schlaginstrumente werden aus Flaschenkürbissen hergestellt.
In Neuguinea, Südamerika und Afrika wurden Flaschenkürbisse als Penisfutterale verwendet. Das wäre für echte Gartenfreunde eine willkommene Alternative zu langweiliger Baumwolle als Unterwäsche. Modebewusste Herren dekorieren diese Reizwäsche zusätzlich mit Feigenblättern.Feige In Thailand sind Kürbisse seit 7’000 v. Chr. bekannt. Melonen und kürbisartige Gewächse heissen öfters Fak mit Zusätzen, wie beispielsweise Fak Thong, Goldkürbis. (3) Kenner könnten aus Fruchtfleisch Maischen möglicherweise Lao Fak destillieren. (4) Schon der Name tönt vielversprechend: Nahm Fak Thong.

Meiner bescheidenen Meinung nach ist der echte Fak, zumindest hier in LanNa Land, die Wintermelone (Benincasa hispida). Dieser Wachskürbis ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae), deren Früchte in ganz Asien als Gemüse verwendet werden. Sie ist die einzige Art der Gattung Benincasa. (5) Wintermelonen können bis zu einem Jahr gelagert werden. Im Spalieranbau werden rund zwei Kilogramm Samen pro Hektar ausgesät, die rund 8000 Pflanzen ergeben. Die Ernte beträgt dann bis zu 20 Tonnen.

Wenn die Leiterin meines Ernährungsdezernats fragt: „Liebling, stehst du heute auf Fak“, bin ich immer ganz heiss darauf. Dazu gibt es einige sehr schmackhafte Rezepte oder strikt vegetarisch. (7)

Im Dorf schneiden die Frauen die gurkenähnliche Frucht in ungefähr zwei Zentimeter dicke Scheiben und entfernen die Kerne großzügig. Das Loch wird mit Glasnudeln und Hackfleisch gestopft. Die Scheiben werden danach in einer mehr oder weniger feurigen Brühe zusammen mit Kräutern und Gewürzen gegart.

Dick schneidet je nach Grösse eine halbe Frucht in Stücke und gart sie in einer Fleischbrühe mit vorhandenen Kräutern und Gewürzen. Die Brühe kann mit Fingern unvorsichtiger Hausangestellter angereichert werden. (Isan Fak) Während dessen machen wir Hackfleischbällchen mit Salz, Chili, Knoblauch, Koriander, Pfeffer, Paprika, Oregano, Rosmarin, Thymian und möglicherweise einem gut gelagerten, gelangweilten Ei aus Bodenhaltung. Sollte die Mischung eher trocken geraten, helfen einige Tropfen Nahm Fak Thong, Sang Som oder Lao Khao. Wir braten die Bällchen kurz an. Sie könnten mit den erwähnten Destillaten flambiert werden. Danach baden wir sie in der Suppe, die je nach Lust und Laune mit Glasnudeln oder gekochten Bandnudeln ergänzt wird. Nachher geht’s zur Sache.

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Flaschenk%C3%BCrbis
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Homo_sapiens
(3) http://www.geo-reisecommunity.de/bild/93300/Thailand-Fak-Thong-Goldkuerbis
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Maischen
(5) http://de.wikipedia.org/wiki/Wachsk%C3%BCrbis
(7) http://derstandard.at/3173214/Rezept-Buddhistischer-Gemuesetopf
Vegetarier scheinen sich vorwiegend aus Dosen zu ernähren. Kürbisse wurden in Thailand bereits 5’000 Jahre vor Buddha gegessen.

Für Liebhaber alter Weisheiten fand ich eine Arbeit von Johannes-Sigismund Elsholtz von 1690
(b) http://books.google.co.th/books?id=LvITAAAAQAAJ&pg=PA54&lpg=PA54&dq=Flaschen,+K%C3%BCrbisse+und+Melonen&
source=bl&ots=KKJ9nQfElx&sig=3h7sBT6u4myj2VXwQcJm

Kopfschütteln für Anfänger

Handel
In einem Einkaufszentrum in der Nähe von Hangdong wurden Baguette, Pariserbrote, angeboten. Die Qualität bewegte sich im geniessbaren Bereich. Die Ware hielt sich unter guten Bedingungen zu Hause drei Tage.

Ein neuer Manager wurde eingestellt. Von einem Tag auf den anderen schmeckte das Brot nach gar nichts. Zeitungspapier ist aromatischer. Dazu wurde das Gebäck nach wenigen Stunden hart wie Zement. Essen war unmöglich. Ein idealer Verwendungszweck war das Erschlagen von Geckos und Kakerlaken.
Früher bereitete ich aus altbackenem Brot Apfelrösti * zu. Für diese harte Art Baguette fehlte ein Steinbrecher.

Kunden reklamierten bei der Geschäftsleitung. Es zeigte sich, der neue Manager entliess den erfahrenen Bäcker. Er beschäftigte an seiner Stelle einen Verwandten. Offenbar arbeitete der Mann vorher im Baugewerbe als Betonmischer.
Der entlassene Bäcker wurde sofort wieder eingestellt. Weil Geckos und Kakerlaken nicht mehr in Lebensgefahr schweben, feiern sie und fressen frische Baguettekrümel.

Luftfahrt
Thai Airways International machte im Jahr 2013 12 Milliarden Baht Verlust. Der kommissarische Präsident von Thai Airways International, Luftwaffengeneral Siwakiat Jayema, sagte, die Geschäftsführung beschloss Streichungen. Die Ausgaben sollen 2014 um vier Milliarden Baht gesenkt werden.
Ein Streichposten ist die Übernahme von Beförderungskosten der Mitglieder der Geschäftsführung und anderer Führungskräfte um bis zu dreissig Prozent. Früher erhielten diese Angestellten bis dreissig Freiflüge erster Klasse pro Jahr, inklusive Auslandflüge.

Seit den Vorfällen mit Malaysia Airlines, begreifen wir, wenn eine Airline mehrere Vizepräsidenten hat. Es könnte sich ja einer auf lebensgefährlichen Dienstreisen befinden.
Thai Airways International übertreibt etwas und hat 42 Vizepräsidenten. Bei einer Flotte von 88 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter über 11 Jahren, entfallen auf einen Vizepräsidenten etwas mehr als zwei Maschinen. Diese Repräsentanten belegen vermutlich Büroräume, haben Sekretärinnen und empfangen monatlich mindestens 70‘000 Baht. Führungskräfte erhalten Gehälter in ähnlichen Größenordnungen. So verschwinden jährlich 43,2 Millionen Baht. (1)Balibrunnenac Politik
Thailand hat seit dem 22.07.2014 eine Übergangsverfassung. Sie enthält 48 Artikel. Im letzten Artikel sorgen die Militärs traditionsgemäß dafür, dass alle ihre Handlungen straflos sind. Das Grossartige und Überlegenswerte ist, dass dieser Artikel nicht nur für Handlungen in der Vergangenheit, sondern auch für alle Zukunft gilt.

Art. 48: Es sollten sämtliche mit dem Staatsstreich und der Machtergreifung am 22.05.2014 verbundene Handlungen des Vorsitzenden und aller Mitglieder des National Council for Peace and Order (NCPO) sowie von Personen, die unmittelbar vom Vorsitzenden oder Mitgliedern des NCPO oder deren Befehlsempfängern beauftragt wurden, seien es Handlungen im verfassungsrechtlichen, legislativen, exekutiven oder judikativen Sinne sowie Bestrafungen und sonstige Regierungshandlungen, und sei es – was die Handelnden anbelangt – als Täter, Unterstützer, Befehlsgeber oder Befehlsempfänger, und seien es – was die Handlungen anbelangt – Handlungen am vorgenannten Datum, vor dem vorgenannten Datum oder nach dem vorgenannten Datum als rechtswidrig angesehen werden können, so werden hiermit alle betroffenen Handelnden von jeglicher Strafe und jeglicher Verantwortung freigesprochen. (2)

Jeder Lehrling, jeder Auszubildende in Europa, trägt im Prinzip mehr Verantwortung als diese grüne Elite.

(1) http://www.wochenblitz.com/nachrichten/bangkok/54766
(2) http://passauwatchingthailand.com/2014/07/23/artikel-48-der-ubergangsverfassung/

(*)Großmutters Rezept: Apfelrösti,
bestehend aus kleingeschnittenem, altbackenem Brot, geraffelten Äpfeln, Zucker, Rosinen und Zimt, etwas Butter.
Brot schneiden,
Äpfel reiben,
Zucker, Zimt und Rosinen begeben,
in gebutterter Bratpfanne kurz erhitzen.
Wenn die Speise zu trocken wird, wenig Apfelsaft beifügen.
(r) http://www.schweizerfamilie.ch/rezepte/artikel/apfelroesti-von-grossmutter.html

Fest im Dorf, Dorffest

Nach über sechs Monaten Enthaltsamkeit, suchte ich an diesem Fest vergeblich Ermunterung und Inspiration. Da war nichts anderes als Transpiration vorrätig. Wenige Tage zuvor versprach ich dem planenden Geburtstag Organisator, sofern das Gelände nicht überflutet sei, würde ich teilnehmen.
Die Musikanlage plärrte seit Stunden, als wir in der Dunkelheit die Strasse betraten.
Dick trug eine Flasche Merlot in der Hand. Wir wurden freudig begrüsst. Auf einem Stein-Tisch brodelte eine Wasserbüffelsuppe. Grüner Curry, Gaeng, dampfte neben aufgeschnittenen Guave-Früchten, ฝรั่ง, Farang. Es roch nach angebranntem Reis und parfümiertem Schweiss. Hungrige Köter quetschten sich schwanzwedelnd ins Getümmel.
Die Gastgeber brachten uns voller Stolz eine Flasche eines zwölf Jahre alten, teuren Rothschild Gewächses und einen Korkenzieher. Dick war wenig erfolgreich im Kampf gegen die Tücken des Korkens. Sie gab mir die Flasche. Bei der feinsten Berührung bewegte sich der Korken nur in einer Richtung, nach unten. Deshalb erwartete ich oxydierte, ungeniessbare Brühe und genehmigte mir – nur wegen des exorbitanten Preises – einen Schluck. Sogleich suchte ich einen stillen Ort zum fröhlichen Spucken. Die Zunge brannte. Glücklicherweise verschonte ich die Kehle.
Von allen Seiten wurde mir Essen angeboten. Ich benötigte Zeit, um mich zu erholen.
Da mir ausser Zeit alles gegeben wurde, duschte ich den Mund mit unserem Merlot.
Danach prostete ich dem Gastgeber zu: „Happy Birthday!“ Er zog eisgekühlte Mischungen des Hauses ‘Still going strong‘ vor.

Ich versuchte etwas Reis, tröpfelte Wasserbüffel-suppe darauf. Sie stank nach überlagerten Tierknochen. Ich teilte mit Dick einen Hühnerschenkel aus der Wüste. Er war staubtrocken. Dann wurden leckere Seidenraupenpuppen angeboten. Gebannt betrachtete ich Chiang Mai Würste. Die sind üblicherweise grob gehackt, rassig gewürzt und enthalten Reiskörner. Diese Würste hier wiesen feine Strukturen auf. Keine Spuren von Reis oder Zitronengras. Sie rochen verführerisch. Leider würzte die Herstellerin hundert Gramm Fleisch mit der zehnfachen Menge Chili. Zum Löschen des Brandherdes war zu wenig Mehrlot vorhanden. Hilfreich wurde zusätzlich von oben gelöscht, es regnete.
Ich schrie: “Fontok, Regen!“
Dick sagte: “Unmöglich, ich sehe den Mond.“
Wasser floss aus meinen Socken, als ich wünschte: “Deck den Wein zu, bitte.“
Sie nahm einen Teller und legte ihn auf ihr Glas, während die Flasche ungeschützt blieb.
Alle strömten von der Strasse ins Haus. Ich benutzte die Gelegenheit und ergriff die Flucht. Fünf Minuten später war ich zu Hause und zog das triefende Zeug aus. Nach neun Uhr ging Dick beschirmt zum Festgelände zurück.
Ich bat sie: „Komm nicht zu spät. Mir ist übel.“
Freudige Partystimmung An Schlaf war nicht zu denken, als nach dem rettenden Regenguss die Karaokemaschinerie wieder angeworfen wurde. Kurz vor eins stand ich wieder auf und suchte wichtige Reise-Dokumente, wie Geburtsurkunde.
In den letzten Wochen lernte ich aus der Presse: Mit blauem Licht emittierenden Dioden, LED, bleibt Gemüse im Kühlschrank länger frisch. Fürs Nibbana benötigt Kundschaft nun Geburtsscheine. So schützt sich die Ewigkeit vor Retortenbabys und genveränderten Organismen.
Später kam Dick wortlos zurück. Noch später übergab sie sich wie üblich. Zur Frühstückszeit ersetzten Kopfschmerzen das Bauchgrimmen. Fürwahr, ausnahmslos ein gelungenes Fest, genau wie die anderen neunundneunzig pro Jahr.

Grundlegende Erkenntnisse über Unterhosen

Unter Unterhosen verstehen wir Kleidungsstücke, welche unter Hosen, Röcken oder Kleidern getragen werden. Sie bedecken meist Gesäß und Geschlechtsorgane. Unterhosen gehören zur Gattung der Leib- und Unterwäsche.
Caterina de‘ Medici, Prinzessin von Urbino, 1519-1589, gilt als Erste, welche die italienische Mode des Tragens von Unterhosen am französischen Hof bekannt machte.
Ab 1547 wurde sie durch Heirat Königin von Frankreich. Bekannt wurde sie nicht wegen ihrer Leibwäsche, sondern durch ihren Befehl, in der sogenannten Bartholomäus-Nacht tausende Hugenotten zu ermorden. (1) Ketzer konnten keine Klamotten aus dem katholischen Italien tragen.

Um 1870 kamen lange Unterhosen auf.
Im Fachgeschäft verlangte ich Unterhosen. Die führten Marken wie Calida, Jockey oder Schiesser. Heutzutage wären zusätzlich Armani und Lagerfeld im Angebot. Ich sagte der echt blonden, hübschen Verkäuferin:
“Guten Tag. Ich benötige Unterhosen.“
“Lange?“
“Ich will sie nicht mieten, ich will sie kaufen!“ (z)

Frauen benutzten bis zum Anfang des 19.Jahrhunderts generell keine Unterhosen. Bäuerinnen trugen im Winter Hosen als Kälteschutz unter den Röcken.
Nach 1840 wurden Unterhosen für Damen Pflicht. Untere Schichten lebten weiterhin “unten ohne“. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren Unterhosen des schönen Geschlechts weit geschnitten, wie Pluderhosen. Ab 1877 kreierten Modeschöpfer einteilige Kombinationen wie Hemdhosen oder Unterrockhosen. Schlüpfer wurden erst ab 1914 hergestellt und verkauft. Die deutsche Bezeichnung Schlüpfer bezeichnete ursprünglich Unterhosen, Slip, mit Beinansatz.

Heute ist es bei zivilisierten Menschen üblich, dass Unterhosen aus hygienischen Gründen häufiger als die übrige Kleidung gewechselt werden. Noch in den 1950er Jahren ermahnten Lehrer ihre Schüler, die Unterwäsche etwa einmal in der Woche zu wechseln.
Unterhosen für Jungen oder Männer haben häufig einen “Eingriff“, einen Schlitz auf der Vorderseite, durch den der Penis zwecks urinieren heraus geführt werden kann. Der Schlitz soll nach dem Ersten Weltkrieg erfunden worden sein. Zuvor kannte man dringende Bedürfnisse nicht.

Das Thema Unterhose wurde für mich durch die stark behinderten Funktionen der Arme und Hände aktuell. Ich benötigte qualifizierte Hilfe zum Anziehen sämtlicher Beinkleider. Als Hilfsbedürftiger war ich gleichzeitig Instruktor des Spezialgebiets Unterwäsche. Dick war erstaunt, welche tiefe Kenntnis ich über diese, eher selten diskutierten, delikaten Kleidungsstücke, hatte.

Ich erklärte:
„Du kümmerst Dich wenig um Kleinigkeiten wie Unterwäsche. Du unterscheidest zwischen gestickter Reizwäsche und bequem weiten, warmen Liebestötern. Bei Damenslips werden entweder Spuren der Entlüftung des Verdauungstraktes – der Fachausdruck lautet Flatulenzen (2) – des Blaseninhaltes oder einer erregten Vagina auf der Innen- oder der Aussenseite der teuren Kleinigkeiten im Briefmarkenformat mit Lupen sichtbar – oder von ausserordentlich empfindlichen Riechkolben feststellbar. Nur in Ausnahmesituationen werden Gasmasken empfohlen.Slip Bei Unterhosen von Männern ist das wesentlich komplizierter. Es gibt drei Möglichkeiten, die Unterhose falsch anzuziehen und leider nur eine einzige, den Vorgang korrekt zu erledigen. Weil meine Bewegungsfähigkeit eingeschränkt war, mussten wir uns frühzeitig überlegen, wie wir vorgehen. Als Entscheidungshilfe dienten Lows unterhosenspezifischen Lehrsätze:
A. Die Aussenseite ist innen, der Eingriff ist vorne. FALSCH.
B. Die Aussenseite ist innen, der Eingriff ist hinten. FALSCH.
C. Die Aussenseite ist aussen, der Eingriff ist hinten. FALSCH.
D. Die Aussenseite ist aussen, der Eingriff ist vorne. RICHTIG!“

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Bartholom%C3%A4usnacht
Fürze. Der ultimative Blähführer: Buch
(2) http://www.amazon.de/F%C3%BCrze-Der-ultimative-Bl%C3%A4hf%C3%BChrer-Soundkonsole/dp/3833225661
Fürze werden von AMAZON auch gebraucht angeboten.
(t) http://www.business-on.de/duesseldorf/die-jamin-kolumne-auf-einen-cappuccino-was-ich-von-einer-unterhose-erwarte-und-warum-ich-keine-mehr-von-hugo-boss-kaufe-_id30895.html
(z) http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=1225.msg81304#msg81304