Die ständige, unanständige Selbstverwirklichung haut auf den Magen

Dies soll kein Jammerblog sein. Aber ich zeige, welche unfreiwilligen Arbeitseinsätze Dick in den letzten Wochen leisten durfte.
Dicks Tochter reist, angeblich aus beruflichen Gründen: Seminare, Tagungen – sie finden auch des Nachts statt – und Konferenzen. Machen sie sich ruhig Gedanken über die Effizienz solcher Veranstaltungen. Sie erreichen nicht annähernd die Qualitäten von General Prayut Chan-o-cha Freitags- Fernsehansprachen. Dösen und schnarchen der Zuseher sind in LanNa Land üblich. Landesweit berichten sämtliche Kanäle von den verheissungsvollen Zukunftsvisionen und den Feindbildern des unermüdlich werkelnden Generals.

Chiang Mai ist Provinz. Bangkok ist der Nabel der Welt. So reist denn die Dame, trotz Nebenrolle als Goons Mutter, alle paar Wochen in die ferne Metropole. Ihr Knabe ist Nebensache, eine lästige Fussfessel ihrer Karriere. Die Familie, Brüder und Grossmutter würden Goon schon betreuen, zur Schule bringen, trösten, füttern, pflegen und unterhalten. Sie verreiste nach Bangkok.
Einige Zeit danach kochten wir Abendessen, deckten um acht Uhr den Tisch. Freudig öffnete ich eine Flasche Salice Salentino. Es duftetete verführerisch aus Töpfen und Pfannen. Da läutete Dicks Telefon:
„Kaa, …. kaaa, …kaa, ka.“
„Ich muss zum Haus der Tochter. Die liefern eine Waschmaschine!“ sagte Dick.
„Abends, pünktlich zu unserer Essenszeit,“ erwiderte ich ärgerlich.
„Kann die Frau der Firma nicht erklären, sie sei abwesend und einen passenden Termin vereinbaren?“
Die Maschine war nicht neu. Sie wurde repariert. Die Lieferanten schlossen die Wasserleitung an, verbanden die Stromleitung mit dem Netz und demonstrierten das Gerät mit sämtlichen Programmen, während unser Essen nicht besser, aber kälter wurde. Als Dick zurückkam warnte ich:
„Dein Eingreifen war ein Fehler. Die Tochter wird deine Hilfsbereitschaft eiskalt ausnützen!“

Letzte Woche hatte ich eine dringende Sitzung im Badezimmer, als Dicks Telefon bimmelte. Dick sagte, sie müsse nur ganz kurz weg. Dachdecker seien im Haus der Tochter. Töchterchen weilte wieder im fernen Bangkok.
„Bitte geh nicht weg. Bleibe aus Sicherheitsgründen hier. Ganz kurz kenne ich – das sind mindestens neunzig Minuten. Sobald ich im Rollstuhl sitze, kannst Du problemlos verreisen“, bat ich.
Meine Transfers vom WC sind leider immer noch unsicher. Mir fehlt die Kraft und ich wollte einen Unfall vermeiden. Zwei Stunden später kam Dick zurück.

Zwei Nachbarn reparierten kürzlich ihre Dächer. Seitdem gibt es im Haus der Tochter während den noch seltenen Regenfällen Überschwemmungen. Diese selbstbewussten Nachbarn wollten die notwendige Dachsanierung mit allen Mitteln verhindern. Dies bedeute Staub, Schmutz und Lärm, sagten sie. Die Arbeiten an ihren eigenen Häusern klärten sie auf!
Am nächsten Morgen um acht Uhr kämpfte Dick auf der Baustelle. Der Dorfobmann war nicht genug. Die Leute riefen sogar die Polizei, um die dringenden Reparaturen zu verhindern. In der Nacht klauten sie vorsorglich die Kabel der Arbeiter.
Seit fünf Tagen ist Dick während acht bis zehn Stunden mit Dachdeckern und extrem militanten Dorfvollpfosten beschäftigt. Ein Konzept, einen Plan für die Arbeiten, betreffend Dauer und Kosten, existiert nicht. Mittlerweile gibt es hier im Hause kein frisches Gemüse mehr.
Manchmal zuckt es in meinen Fingern und ich fühle Lust, jemanden ins Nibbana zu befördern. Leider fehlt mir die Kraft zur Selbstverwirklichung!

Vom Tellerwäscher zum Millionär

Beim Lesen der Lebensläufe verschiedener Multimillionäre bemerkte ich, dass eigentlich niemand mit Tellerwaschen reich wurde. Die waren alle schlau genug, das Metier zu wechseln und einträglichere Beschäftigungen zu suchen, wie beispielsweise John D. Rockefeller. (1)

John Davison Rockefeller wurde am 8. Juli 1839 in Richford, New York, geboren. Rockefeller soll sein Taschengeld während der Schulzeit durch Tellerwaschen und als Page erworben haben.

Der amerikanische Unternehmer wurde später durch die Raffinierung von Rohöl, mit Standard Oil – heute Exxon, zum damals reichsten Menschen der Welt. Er war skrupellos, übervorteile Aktionäre, manipulierte Aktienkurse, bestach Richter und Politiker. Seine Konkurrenten wurden oft mit zweifelhaften Mitteln ausgeschaltet. Für diese Schandtaten wurde Rockefeller nie verurteilt. (2)
Ein Porträt von Rockefeller erinnerte mich an die Fratze des Finanz-Jongleurs Martin Ebner mit Fliege. (3)

Dick war krank. Deshalb arbeitete ich in der Küche am Spültrog und hatte beim gemächlichen Tellerwaschen genügend Zeit zum Nachdenken. Die Geschwindigkeit wurde beschränkt durch meine schmerzenden Handgelenke und die Gefühlsstörungen, denn ich wollte die Teller waschen, nicht zerbrechen.

Ich schaffte den mühsamen Weg vom Tellerwäscher zum Millionär.
Wir reisten nach Vientiane, Hauptstadt der demokratischen Volksrepublik Laos, ສາທາລະນະລັດ ປະຊາທິປະໄຕ ປະຊາຊົນລາວ, transkribiert Sathalanalat Paxathipatai Paxaxon Lao. (4) Die freundliche Dame am Bankschalter übergab mir 1,6 Millionen Kip. Flags
Im Land des Lächelns schafften mehrere Farang den umgekehrten Weg – vom Millionär zum Tellerwäscher, egal ob Dollar, Euro oder Pfund.
Bereits vor der Einführung des Euros beobachtete ich eine Angleichung der Währungen: Für ein Pfund griechischer Drachmen oder italienischer Lire gab es einen Dollar.

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/John_D._Rockefeller
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Ludlow-Massaker
(Woody Guthrie) https://www.youtube.com/watch?v=XDd64suDz1A
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Ebner_(Bankier)
(4) https://de.wikipedia.org/wiki/Laos

Selbstverwirklichung im Freudenhaus

Nach der Rückkehr aus dem klimatisch und menschlich gemässigteren Klima von Satun nach Nordthailand, prasselten negative Ereignisse und Nachrichten wie tropische Gewitterstürme auf Dick ein. Absolut gedankenlos attackierte die faule, liebe Verwandtschaft, eingeschlossen verschiedene Dorfbewohner mit üblicher mentaler Retardierung* Dicks geistiges Wohlbefinden.

Eigentlich wollte ich nur eine kurze Mitteilung aus Dicks Smartphone wiedergeben. Aber die Leser im Abendland und der neuen Welt benötigen die exotisch erotischen Hintergrundinformationen zum Verstehen des Beitrages.
Als ich vor elf Jahren das neue Haus bezog, störten mich die bellenden Flohträger des Nachts, wenn sie den Mond oder ihr trauriges Schicksal besangen. Den Kegeln auf den Strassen konnte man ausweichen. Dem Anblick krepierender Hunde vor dem Nachbarhaus nicht.
Dort lebten viele Personen: Eltern, Kinder, Tanten und die anderen Verwandten. Tagsüber war meist niemand anwesend. Nachts erhellten selten Lampen Flure und Zimmer. Keiner kümmerte sich um die Tiere: Hunde, Katzen, Vögel und einen buntschillernden Kampfhahn.
Der krähte verzweifelt so intensiv, dass die Kokosnüsse von den Palmen krachten.
Sobald die Tiere ihre letzten Zuckungen zelebrierten und die Vögel in den Käfigen von den Stangen fielen, erstand man Nachfolgeobjekte.
Als die Kinder grösser wurden und zum Praktizieren der Pubertät eigene Zimmer benötigten, zog die ältere Verwandtschaft aus. Während eines Dorffestes stellte sich die Nachbarin, mit Flasche – von Chang, rülpsend vor:
„Ich bin diplomierte Krankenpflegerin. Sofern Du ein Anliegen, ein Bedürfnis hast, ruf mich bitte. Ich kann mich jederzeit frei machen.“
Das Bedürfnis war nicht riesig, denn da war eine liebeshungrige, alkoholfreie Masseuse. Ich war ihr einziger Kunde. Sie fühlte sich dauernd heiss und trainierte deshalb meine Augen vor den eigentlichen Leibesübungen mit Entkleidungsritualen. Wenn diese Frau gelegentlich verhindert war, gab es andere Honiglieferantinnen.

Eines Abends zu später Stunde hatte die Pflegefach-Frau ein Anliegen an mich – als Farang und Christ. Ihre Tochter wurde von einer Elite-Schule verwiesen. Sie vernaschte die Burschen reihenweise und betrieb schamlos regen Geschlechtsverkehr in den Schulgebäuden.
Davon erzählte die Dame nichts. Sie erwähnte nur, dass sie ihre hübsche Tochter in einer christlichen Schule anmelden möchte. Leider sei ihre Kasse leer, ob ich als Christ und Nachbar mit schönem, teurem Haus mit einigen Baht helfen könne – und so…
Ich wusste, das Schulmädchen machte in den Hotelzimmern der Stadt Chiang Mai Hausbesuche, um als eifrige Phallusverehrerin die Tiefenwirkung penetrierender Christen zu erforschen. Die rastlose Ejakulations-Assistentin konnte die Summe in einigen Tagen locker selbst beschaffen. Ich verzichtete auf das eindeutig zweideutige Angebot der Mutter und empfahl naiv und unbefangen andere Finanzierungsmöglichkeiten in der näheren Umgebung.

Es war nicht überraschend für mich, als Dick mir vor einigen Wochen ganz diskret und leise sagte:
„Unsere Nachbarin, die Krankenschwester hat zwei Berufe. In der Freizeit verkauft sie Sex.“

Später erhielt Dick von der Pflegerin eine Nachricht auf ihrem Zenfone:
„Liebe Dick,
du bist eine sehr attraktive Frau. Dein Mann ist alt, gebrechlich und schwer krank. Du erlebst sicher mühsame, vor allem langweilige Abende zu Hause.
Ich verbringe meine Freizeit in einem eleganten Klubhaus für distinguierte Herren. Romantische Kerzenbeleuchtung, ansprechende Musik, teure Getränke, gepflegte Frauen und wohlhabende Männer versüssen nicht nur mein Leben, sondern bieten zudem finanziell äusserst interessante Anreize.
Gerne lade ich Dich zu einem Besuch im Super-Klub der Klasse und der fröhlich klingelnden Kasse ein. Mit Deinen Kenntnissen vieler Länder in Asien und in Europa gewinnst Du leicht neue Freunde. Dein strahlendes Lächeln und Dein schöner Körper, wären eine echte Bereicherung unseres Hauses…..“

Anhang:
Erklärungen und Links

*Medizinisch orientierte Definitionen sprechen von einer Minderung oder Herabsetzung der maximal erreichbaren Intelligenz.
Sind die Ursachen des Schwachsinns Alkohol, Drogen, Inzucht oder Syphilis?

(1) http://hinterindien.com/2015/06/16/grenzenlose-selbstverwirklichung/
(2) http://hinterindien.com/2015/05/20/langes-warten-auf-millionen/
(3) http://www.duden.de/rechtschreibung/distinguiert

Selbstverwirklichung in buddhistischen Tempeln

Seit Jahren sind Eskapaden von Gelbröcken heisse Themen heimischer Gazetten. Mönche mit Frauen, Kindern, Villen, Fahrzeugen der Oberklasse, Vergewaltigungen beider Geschlechter, Drogen, Alkohol und Glücksspiele sind üblich und beinahe selbstverständlich.
Ende April veröffentlichte ein Reformkommittee der nicht gewählten Militär-Regierung Ideen, Tempel und Mönche mit Einkommen über 20‘000.00 Baht pro Monat zu besteuern. Die Amtszeit der Äbte sollte auf fünf Jahre beschränkt werden, um Missbrauch zu verhindern. Manche der älteren Äbte verwalteten die Andachtsstätten wie persönliches Eigentum.

Bei einem Minimaleinkommen von 300 Baht pro Tag verdient ein Arbeiter knapp 10‘000 Baht im Monat und muss damit üblicherweise eine Familie ernähren und Schulgelder eventuell mit Krediten finanzieren.
Mönche ohne Anhang, könnten bei freier Unterkunft und Verpflegung im Tempel, bei höheren Einkünften problemlos Abgaben für Gemeinwohl und Armee entrichten. Aber ein gellender Aufschrei aus fast 300‘ 000 Kehlen von Gelbröcken erscholl im Lande des gequälten Lächelns.

Nach den Regeln des Tripitakas sollten Mönche weder Frauen noch Geld berühren. Ich beobachtete in Chiang Mai jüngere Ordensangehörige mit hunderttausenden von Baht im Aktenköfferchen. Möglicherweise spekulierten sie mit Drogen. Kreditkarten waren in den massgebenden Regeln nicht erwähnt. Deshalb sind sie nach zeitgemässer, grosszügiger Auslegung des Tripitaka erlaubt.
Es ist ganz klar, weder Äbte noch Mönche dürfen oder wollen Abgaben auf ihren teils horrenden Einnahmen entrichten. Buddha der Ohnmächtige, richtete bei der Konkurrenz, den Banken des Vatikans, Konten ein. (Mit dieser Bemerkung vermied ich listig, erneut auf gebeutelten helvetischen Finanzinstituten herum zu trampeln.)

Der Herr Vorsitzende Mönch von Khon Kaen, seine erhabene Gelbrockigkeit Phra Rajapariyat Sophon, behauptete das Verbot, Mönche dürften kein Geld berühren, sei nicht mehr relevant. (Als Spezialist für Glaubensfragen trank ich vor einigen Tagen in Khon Kaen im Untergeschoss des Hotels Pullman ein hausgebrautes Bier!)

Der Bahtist Rajapariyat Sophon hat eine Menge Reformvorschläge für den Premier Minister:
Der Buddhismus ist alleinige Staatsreligion.
Offizielle und Staatsangestellte müssen Gebete rezitieren.
Novizen und Mönche sollen die Stimmberechtigung erhalten.
(Nach Tripitaka dürfen sie sich zu politischen Fragen nicht äussern.)
Freie Elektrizität und Wasser für alle Tempel.
Gratis Mahlzeiten für Mönche innerhalb und ausserhalb der Tempel,
Gratis Transporte innerhalb und ausserhalb des Landes.
Kostenfreie medizinische Versorgung.
Gratis Telekommunikation. (Vor allem Internet für Smartphones. Der Zugang für Sangha Mitglieder zum Nibbana muss jederzeit gewährleistet sein.)
Freier Zugang zu Universitäten.
Genügend finanzielle Mittel zum Bau von Tempeln und für Mönche zur Unterweisung des Volkes.
Fünf Jahre Gefängnis oder hohe Geldstrafen für Kritiker von Mönchen.
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Thai Tempel darben nicht. Nach Erhebungen des ”National Institute of Development Administration”, sammeln sie pro Jahr 100 Milliarden Baht. Das ergibt bei 300‘000 Gelbröcken pro Nase über 300‘000 Baht. Diese Riechkolben oder Rotznasen werden nach buddhistischer Tradition zum Nichtbesitz, zum absoluten Verzicht aufgefordert, aber sie verlangen mehr. Sie bemerken nicht, dass ihr Unwesen bereits seit Jahren bis ins Nibbana stinkt.

Dennoch gibt es sie noch, die echten Jünger Buddhas. In unserer Nähe steht ein bescheidener Tempel. Der gütige ältere Abt erzählte, ihm fehlen die Finanzen zum Erwerb von Särgen für mittellose Verstorbene. Das Publikum aus dem Dorf meidet die Stätte. Sie bevorzugen reich geschmückte, mit viel Gold verzierte Tempel. Sie bewundern, sie verehren die Luxuskarossen habgieriger Äbte der Oberklasse.

http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/594920/monks-need-to-break-from-feudal-ways

Grenzenlose Selbstverwirklichung

Für viele Menschen ist es eine innerliche Befriedigung, wenn sie jungen Leuten einen bleibenden Ratschlag, eine gute Tat, auf ihren zukünftigen Lebensweg mitgeben können. Dazu gehören nicht nur eine möglichst teure, das bedeutet eine gewinnbringende Ausbildung, sondern (nur für Farang), geringste Spuren von Anstand und Benehmen.
Im Dorf am letzten Reisfeld gewöhnte ich mich daran, dass bloss die Kinder der Nachbarn unfreundlich, drogenabhängig und sexbesessen sind. Die eigenen Früchtchen, sie mochten faul und verdorben sein, waren selbstverständlich die Besten und über alle Zweifel erhaben. Im Laufe der Zeit gefielen mir die astigmatische Sichtweise, das unabänderliche Schielen im Geiste.
Trotzdem erlaubte ich mir, Mowgli westliches Gedankengut einzutrichtern. Mit dem Lehrsatz des Phytagoras von Samos, a2+b2=c2, war ich während Jahren erfolglos. Einige andere Ratschläge gingen nicht verloren. Dick zeigte ihm zusätzlich, wie man Ordnung und Reinlichkeit im Hause hält, wie man einen einigermassen gepflegten Haushalt führt.

Während unserer Abwesenheit lehrte ihn seine Grossmutter den einfacheren, vor allem beschwingteren Thai-Weg. Sie liess sich von sämtlichen Kindern und Kindeskindern verwöhnen und bedienen. Getränke eingiessen war für sie unmöglich. Wozu gab es denn Unmengen von Lakaien und Gläsern? Im ganzen Haus verteilt standen Gläser mit Pfützen von Restwasser und Süssgetränken als Insektenfutter. Buddhisten sind freundlich zu Ameisen.
Bei Abwesenheit irgendwelcher Dienstboten, deponierte die Alte leere Flaschen und Kehricht einfach unter ihrem Bettgestell. Mowgli lernte blitzschnell und kopierte die in allen Dingen erfahrene Grossmutter. Sie war grosszügig im Verschwenden und nicht kleinlich und pingelig wie Mutter, oder gar der Farang mit Dachschaden.

Nach unserer Rückkehr aus Satun füllte Dick acht Säcke mit Kehricht. Die eingesammelten Schätze waren unter den Betten der Lieben versteckt. Wahre Selbstverwirklichung hört nicht unter der Matratze auf.

Nong Khai, Sala Kaeo Ku

Die Stadt Nong Khai erlebte in der Mitte der neunziger Jahre einen Wachstumsschub. Der Grund war der Brückenbau über den Mekong. Ohne die Besucher aus Laos, sie kaufen vorwiegend Textilien, würde die Stadt vollkommen in der Bedeutungslosigkeit versinken.
Für Eingeweihte gibt es, etwas versteckt – annähernd drei Kilometer östlich der Stadt, Sala Kaeo Ku, ศาลาแก้วกู่.
Der Künstler und Mystiker Luang Pu Bunleua Sulilat errichtete im benachbarten Laos ab 1958 einen Buddha Park. Diese Anlage liegt ungefähr fünfundzwanzig Kilometer östlich von Vieng Chan. Als 1975 die Kommunisten in Laos die Macht übernahmen, flüchtete Bunleua über den Mekong zurück in seine Heimat. KaeKu1516
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Er begann 1978, ungefähr drei Kilometer östlich des Zentrums von Nong Khai, mit viel Phantasie und noch mehr Zement, den Park Sala Kaeo Ku zu gestalten. Die mächtigen Skulpturen sind teilweise zwanzig Meter hoch.KaeKu3
Bunleua Sulilat wurde 1932 als siebentes von acht Kindern einer Familie in der Provinz Nong Khai geboren. Er starb 1996. Der mumifizierte Leichnam ist im dritten Geschoss des Hauptgebäudes im Park aufgebahrt.
Der Titel “Luang Pu” ist eigentlich Mönchen vorbehalten. Sulilat war eine exzentrische und fesselnde Persönlichkeit. In Verbindung mit der gezeigten Mischung von Hinduismus, Buddhismus, beide teilweise mit einer Spur von balinesischem Einfluss, wurde er als Deuter zum Sektenführer. Böse Zeitgenossen behaupteten, der Künstler sei verrückt.KaeKu4
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Die tiefen Eindrücke auf uns können die wenigen Bilder, eine kleine Auswahl aus über hundert Aufnahmen, kaum vermitteln. Dick war fest eingebunden in eine Zementwelt gewaltiger Bildwerke. Sie opferte Blumen und Weihrauch, als sie die ergreifenden Darstellungen des Lebenszyklus erlebte und fühlte.
Meine Wenigkeit dagegen bewahrte ruhiges Blut und kühlte den Körper zusätzlich mit einem kalten, isotonischen Getränk ab. Es war ein heisser Tag. Sogar die Kamera fühlte sich warm an. Der Auslöser brannte unter dem Finger. Gibt es Fotoapparate für Linkshänder?
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KaeKu Sockel Buddha
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KaeKu1961
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http://de.wikipedia.org/wiki/Sala_Kaeo_Ku
http://en.wikipedia.org/wiki/Bunleua_Sulilat

Die Parks befinden sich am Mekong fast gegenüber.
In Laos : 17.912245 102.765079
Thailand: 17.8870818 102.7826244

Gedanken über Verkehrsbehinderungen

Unser Weg führte von Khon Kaen nach Phitsanulok. In der Nähe von Chum Phae hielten wir unsere Mittagsrast in einem überdurchschnittlich grossen Verpflegungs-Betrieb. Mehrere Speise-Lokalitäten waren um einen Teich angeordnet. Für hungrige Abenteurer mit wasserdichten Smartphones gab es vier schwimmende Pavillons.
Neben uns setzten sich Schüler einer Krankenpflege-Fachschule an einen langen, bereits gedeckten Tisch. Sie zeigten gesunden Appetit und langten kräftig zu. Die jungen Frauen wirkten hübsch. Einige trugen ihre Haarpracht gefärbt. Blondinenwitze kursieren offenbar unter Thais im Isan noch nicht.
Die wenigen Männer am Tisch waren alle extrem schwere Jungs. Bei jedem hätte eine Waage mindestens hundertdreissig Kilogramm angezeigt. Bei der beschränkten Körpergrösse und dem unverhältnismässigen Bauchumfang dürften diese Herren ein echtes Problem haben, oder ihre Geschlechtsorgane hätten ihre Länge der kritischen Situation automatisch angepasst. Wenn nicht, spielen die Knaben im Falle eines Falles dann halt Luftgitarre.

http://de.wikipedia.org/wiki/Luftgitarre